Israel räumt ein am 7.Okt: „Immense Anzahl an Friendly Fire Opfern.“ Trotzdem keine Untersuchung
1200. Dies ist die angebliche Anzahl der Opfer des Hamas Angriffs am 7.Oktober. Eine Zahl die zunächst von 1400 auf die nunmehr kolportierte Opferzahl runterkorrigiert wurde und seit jeher nicht mehr wegzudenken ist.
Und nicht zuletzt weil die Israel-treue Erinnerungsmaschinerie alle Register zieht, um die Grausamkeit dieses Ereignisses unentwegt in den Vordergrund zu stellen. Nach unserem Dafürhalten sollte von absurden Vergleichen mit dem Holocaust abgesehen werden. Die Dimensionen der beiden Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sind schier nicht gegenüberzustellen. Nichtsdestotrotz würden wir uns mitnichten wie Stalin anmaßen tausende Todesopfer lediglich als Statistik zu betrachten. Jedes Menschenleben zählt.
Die Anzeichen verdichten sich dafür, dass Israel nicht wenige Kollateralschäden zu verantworten hat. Wie viele von den 1200 auf das Konto der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) gehen, soll nach aktuellem Kenntnisstand offenbar unter den Teppich gekehrt werden. Die israelische Nachrichtenwebsite YNET berichtete jüngst:
„Am 7.Oktober gab es Todesopfer durch Friendly Fire. Hingegen sind die IDF der Ansicht, dass es über die operativen Untersuchungen hinaus moralisch nicht sinnvoll wäre diese Fälle zu untersuchen. Wegen der immensen und komplexen Anzahl dieser Ereignisse in dem Kibbuz und den südlichen israelischen Gemeinden und den herausfordernden Situationen, mit denen sich die Soldaten konfrontiert sahen.“
Straight from the horse`s mouth! Nun haben wir es schwarz auf weiß. Auch wenn die verklausulierende Wortwahl und der Randnotiz Charakter der ziemlich knappgehaltenen Formulierung scheinbar darauf abzielen, dieses brisante Eingeständnis als unbedeutend abzutun.
Die IDF räumen ein, dass Friendly Fire Episoden eine „immense Anzahl“ an zivilen Opfern forderten. Die Argumentation dahingehend, dass es amoralisch wäre diese „Fälle zu untersuchen“, weist keinerlei Plausibilität auf. Außer es handele sich um eine intendierte Vertuschung. Eigentlich sollte diese Neuigkeit Schlagzeilen weltweit säumen. Stattdessen kein großes Aufheben. Und die Verklärung dass “ Hamas Terroristen 1200 Israelis massakrierten“, ist weiterhin nicht vom Aussterben bedroht.
Spätestens seitdem die israelische Tageszeitung, Haaretz, unter Berufung auf einen Polizeibericht publizierte, dass beim überfallenen Nova Festival „Einige Konzertbesucher“ an Friendly Fire draufgingen und die Szenerie am Ort des Geschehens evident darlegt, dass wohl „Einige Mehrere“ als Kollateralschäden zu beklagen sind, kann nicht mehr von 1200 Hamas-Opfern die Rede sein.
Hinzu kommen die Testimonien von Israelis, die das rücksichtslose Eingreifen der IDF öffentlich anprangern. Siehe Twitter-Link unten.
Tel Aviv verkündete kürzlich die beim Nova-Festival durch Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogenen Fahrzeuge der Besucher, ohne forensische Untersuchung beisetzen zu wollen. Angeblich aus „Respekt vor den Getöteten“. Auch hier wiegt der Verdacht vor, dass eine Beweisvernichtung ins Auge gefasst wird.
Im Großen und Ganzen erwägt die Netanyahu-Regierung allem Anschein nach eine allumfassende Aufklärung tunlichst zu unterbinden. Etwaig haben die IDF mehr von ihren Landsleuten auf dem Gewissen als die Hamas selbst. Wer weiß das schon?
Solange dieses Geheimnis nicht gelüftet werden soll, kann der allenthalben 24/7 rekapitulierten einpoligen Opferzahl schier mehr keine Glaubwürdigkeit beigemessen werden. In erster Linie weil die Ausreden Israels keiner juristischen Prüfung standhalten würden. Mutmaßliche Kriegsverbrechen lassen sich nicht mit scheinheiligen Kondolenzen oder Moralpredigten eskamotieren.
Aut./Übers.: R.R.
