Video: Israelische Soldaten singen: „Ich komme um die Saat von Amalek zu vernichten… „Unbeteiligte Zivilisten gibt es nicht.“

In den sozialen Medien ist unlängst ein Video aufgetaucht das veranschaulichen soll wie Mitglieder der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) einen Kreistanz performen und die expressive Festtagsstimmung mit einem Gesang untermalen, der nicht weniger als die Ausrottung der Palästinenser herbeisehnt.

Hier die dem Videobericht von dem Nachrichtenportal, Young Turks, entnommenen Strophen ins Deutsche übersetzt.

„Ich komme um Gaza zu besetzen und die Hisbollah zu schlagen…. Ich halte mich an eine Mitzwa, um die Saat von Amalek zu vernichten….. Ich werde nicht heimkehren bis der Sieg errungen ist. Wir kennen unseren Slogan. Es gibt keine „unbeteiligten Zivilisten“. „

Die finale Passage deckt sich mit den Einsatzregeln der IDF, die zweifelsohne beinhalten den Gazastreifen dem Erdboden gleichzumachen. Ohne Rücksichtnahme auf die Zivilbevölkerung.

Die Beteuerungen des israelischen Kriegskabinetts alles in der Macht stehende tun zu wollen, um Kollateralschäden zu vermeiden, können angesichts der sich minutiös akkumulierenden Opferzahl schier nicht mehr für vollgenommen werden. Die 20 000er Marke ist beinahe erreicht. Und die Zahl der Verwundeten beläuft sich auf über 50 000 Palästinenser.

Sollte sich dieses fatale Niveau dementsprechend halten , wären nach einem Jahr circa 120 000 zivile Opfer zu beklagen. Ganz zu schweigen von der dystopischen Transformation der Enklave.

Insofern ist es naheliegend das viele Sachverständige von einem waschechten Genozid sprechen. Wofür auch die Politik spricht der Zivilbevölkerung die Grundbedürfnisse streitig zu machen. Man erinnere sich an die unverblümten Aussagen diverser israelischer Amtsträger. Die Berliner Zeitung hierzu:

„Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant kündigte eine Totalblockade von Gaza an. Es soll keine Strom-, Treibstoff- und Nahrungsmittellieferungen für die Zivilbevölkerung von mehr als drei Millionen Menschen in Gaza geben. Gallant sagte laut Bloomberg: „Ich habe einen Befehl gegeben – Gaza wird vollständig abgeriegelt. Es wird keinen Strom, keine Lebensmittel und keinen Treibstoff geben. Wir kämpfen gegen Barbaren und reagieren entsprechend.“ Energieminister Israel Katz gab in einer Erklärung eine weitere Maßnahme bekannt: „Ich habe angeordnet, dass die Wasserversorgung von Israel nach Gaza sofort unterbrochen wird.“

Wenn man eine Totalblockade gegen eine Zivilbevölkerung verhängt und obendrein nonchalant vom Stapel lässt „gegen Barbaren zu kämpfen“, fällt es einem ungemein schwer die offensichtliche Faktizität einer Kollektivbestrafung auszublenden. Um es gelinde auszudrücken.

Die skandierenden Soldaten in dem Video weiter oben versprechen ferner die „Saat von Amalek“ auszulöschen. Die Amalekiter werden im Alten Testament als Erbfeind der Israeliten umschrieben und die Palästinenser sollen allem Anschein als Neuversion herhalten.

Im fünfzehnten Kapitel des ersten Buches Samuel fordert der Herr wie folgt:

So spricht der Herr der Heerscharen: Ich ahnde, was Amalek Israel angetan hat: dass es ihm in den Weg trat, als es aus Ägypten heraufzog. 3Nun geh und schlage Amalek. Und alles, was ihm gehört, sollt ihr der Vernichtung weihen, und nichts sollst du verschonen, sondern du sollst Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel töten.

Ende Oktober erwähnte Israels Premierminister, Benjamin Netanjahu, das Volk Amaleks in seiner Rede an die Nation. Die Worte des Premiers:

„Ihr müsst euch erinnern, was Amelek euch angetan hat, sagt unsere heilige Schrift.(…) Vergesst das nicht!“

Unseres Erachtens nach kann von der Verwendung subliminaler Hinweise nicht die Rede sein. Auch wenn einige Meinungsmacher darauf beharren und spekulierend hinzufügen, dass die vermeintliche „Uneindeutigkeit“ Netanjahus etwaig eine ausgeklügelte „Taktik“ sei. „

In Kombination mit den xenophoben Parolen der israelischen Soldaten, für die es nach eigenen Aussagen keine „unbeteiligten Zivilisten“ gibt, birgt der Bibelauszug „nichts sollst du verschonen, sondern du sollst Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel töten.“ hinreichend Eindeutigkeit.

Inwiefern sich dieser radikale Fundamentalismus in den Köpfen Wehrdienstleistender eingefräst hat, ist nur zu erahnen. Hingegen scheint jene mit Völkermord offenbar nicht nur kokettierende Ideologie eine gewisse Konformität zu genießen. Jüngste Umfragen im heiligen Land ergaben, dass die Mehrheit der Israelis der Auffassung sind, es würde zu wenig getan. Sprich die Zerstörung von Gaza ginge „zu gemächlich“ von statten. Darauf verwies neulich Professor Norman Finkelstein als er Zu Gast bei der Sendung „Pierse Morgan Uncensored“ war.

All diese aussagekräftigen Indikatoren lassen kaum über den Verdacht einer gezielten ethnischen Säuberung hinwegsehen. Laut Tel Aviv würden die Kampfhandlungen noch „Monate“ andauern. Also steht die totale Annihilation der seit über 17 Jahren blockierten palästinensischen Enklave somit außer Frage? Die IDF flogen seit dem 7.Okt über 10 000 Luftschläge, die bislang sage und schreibe über 100 000 Gebäude in Schutt und Asche legten. Darunter Schulen, Moscheen, Wohnhäuser, Kirchen und Gesundheitszentren.

Die bereits jetzt nicht mehr gegebene Habitabilität des Gazastreifens wird die 1.5 Millionen Binnenflüchtlinge letztendlich forcieren ihrem Heimatland den Rücken zu kehren. Der Wiederaufbau wird voraussichtlich Jahre ins Land ziehen lassen. Wenn er überhaupt stattfinden wird. Wo sollen die ganzen größtenteils mittellosen Menschen in der Zwischenzeit unterkommen? Fragen über Fragen. Über das Danach hat sich anscheinend niemand Kopf gemacht. Sind ja auch nur die Palästinenser.

Aut./Über.: R.R.

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