Ukraine-Krieg: Patriot-Luftabwehr..Viel Lärm um Nichts! (Op-Ed)

Der einst wie Adolf Hitler vom US-Nachrichtenmagazin Time zur „Person des Jahres“ gekürte ukrainische „Machthaber“, Wladimir Selenskyj, kolportierte jüngst, dass die andauernden luftgestützten russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur des kriegsgebeutelten Landes inzwischen mitunter bis zu 100% vereitelt würden.

Selenskyj beglückwünschte seine Luftabwehr, die das Gros der jüngsten Drohnen und Marschflugkörperschläge abgefangen haben soll. Trotz dieser angeblichen adaptiven Erfolgsserie, lamentiert der frischgebackene Oscartrophäen-Besitzer dennoch die kontinuierliche Dezimierung der Energieversorgung und liebäugelt überdies mit westlichen Luftabwehrsystemen.

Angesichts dieser beispiellosen Ausbeute, sollte das Winning-Team doch eigentlich keiner Modifikation unterzogen werden. Sprich wenn sich die S-300 Systeme aus Sowjetzeiten gar besser bewähren als jedes westliche, weswegen neue anschaffen?

Nach Oberst Yuriy Ignat, Sprecher der ukrainischen Luftstreitkräfte, sei die angestrebte „unabdingliche“ Umstellung auf Munitionsknappheit zurückzuführen. Der Nachschub von S-300 und BUK-Raketen, die jeweils nur in Russland produziert würden, gestalte sich äußerst schwierig. Kaum ein Partner Kiews sitze auf Vorräten, um den immensen Verschleiß halbwegs zu kompensieren, so Ignat. Der gegenüber dem britischen Daily, Financial Times, diesbezüglich äußerte:

„Wir haben keine andere Wahl, als auf diese Waffengattung umzustellen. Zumal die sowjetischen Waffen aus den 1980. und 1990. Jahren obsolet sind und täglich vom Feind erschöpft werden. „

Zu den bereits an Kiew gelieferten westlichen Systemen und den damit einhergehenden Problemen macht das Blatt folgende Angaben:

„Mobile Gepard Luftabwehrpanzer aus Deutschland, von denen die Ukraine bislang 30 erhielt, haben sich in der Abwehr von niedrig fliegenden Raketen und Drohnen als äußerst effektiv erwiesen. Hingegen verweigert die schweizerische Regierung die Genehmigung zu erteilen, in der Schweiz hergestellte Gepard Munition in ein Kriegsgebiet zu exportieren. Und es gibt keine taugliche Alternative.

Darüber hinaus hat Kiew von seinen Alliierten moderne Mittelstrecken-Luftabwehrsysteme erhalten. Darunter das hochmoderne IRIS-T System aus Deutschland- in naher Zukunft sollen drei weitere geliefert werden- und zwei Batterien von norwegisch-US-amerikanischen NASAMS. Ein weiteres Mittelstrecken-System.

Doch laut Ignat bräuchte Kiew „Hunderte“ von diesen und anderen Systemen, während es sich seines alten Arsenals entledigt.“

Hunderte? Offenbar rühren die bisherig unerfüllten Wünsche Ignats von der Unfähigkeit der ukrainischen Partner her, diesen nachzukommen. Und das neuerdings verstärkt zu vernehmende Gerede über die etwaige zusätzliche Bereitstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen, offenbart noch weitere widrige Tücken, die einen zeitnahen sukzessiven Einsatz sämtlicher westlicher Luftverteidigungssysteme infrage stellen.

Zunächst wären da die bisherig vom Mainstream verkannten Faktoren Ausbildung und Bedienung. Der US-Nachrichtensender CNN erörterte jüngst hierzu:

„Es steht noch nicht fest, wie viele Raketenwerfer geschickt werden. Doch eine typische Patriot-Batterie beinhaltet ein Radar-Set, das Ziele aufspürt und verfolgt, Computer, Stromaggregate, eine Einsatzkontrollstation und bis zu acht Werfer, die jeweils mit vier schussbereiten Raketen geladen sind.

Sobald die Pläne fertiggestellt sind, sollen die Patriots schon in den kommenden Tagen geliefert werden. Und die Bedienung, würden die Ukrainer auf einer US-Armeebasis im deutschen Grafenwoehr erlernen, so Amtsträger.

Seit Monaten verlangen die Ukrainer das System. Doch die logistischen Herausforderungen, mit Blick auf die Lieferung und Bedienung, sind immens. Ungeachtet dieser Hürden, habe sich die Administration ob der „Realität vor Ort“ veranlasst gesehen, diese Entscheidung zu treffen, teilte der hochrangige Regierungsvertreter CNN mit und hob dabei die kontinuierlichen russischen Raketenangriffe hervor.

Im Gegensatz zu kleineren Luftverteidigungssystemen bedürfen Patriot-Raketenbatterien viel größere Crews. Um eine sachgemäße Bedienung zu gewährleisten, erfordert es dutzende Kräfte. Die Ausbildung für Patriot-Raketenbatterien, beläuft sich normalerweise auf mehrere Monate. Ein Prozess, den die Vereinigten Staaten nunmehr unter dem Druck täglicher russischer Luftschläge durchführen werden.“

Wenn es für die Bedienung eine monatelange Ausbildung bedarf, weswegen sollen die Einheiten dann bereits vor Absolvierung der Schulung geliefert werden? Nun einige Kriegsbeobachter wittern die Anfänge einer Mission Creep. Sprich eigentlich würden NATO-Operateure in ukrainischer Uniform die Patriots bedienen.

Dieser Meinung ist Brian Berletic, Journalist und Gründer von dem online Nachrichtenformat „The New Atlas“. In seinem Videobeitrag weiter unten zeigt Berletic anhand öffentlicher Quellen auf, dass es um den beständigen Nachschub von Patriot-Raketen, alles andere als optimal bestellt ist. Hierfür verweist er auf einen im Jan 2022 publizierten Artikel vom katarischen Nachrichtensender, Al-Jazeera. In diesem wird beschrieben, dass Saudi-Arabien händeringend nach Patriots suche, um weiterhin die andauernden Raketenangriffe der Houthi-Rebellen vereiteln zu können. Die USA begrüßten das Bestreben des Königreichs sich in seiner Nachbarschaft umzuschauen, um die notwendigen Abwehrraketen an Land zu ziehen. Dies würde wahrscheinlich eine schnellere Anschaffung gewährleisten. Ergo US-Rüstungskonzerne könnten den Anforderungen nicht nachkommen, so der Artikel.

Also wenn die USA ihren feudalen Alliierten im Regen stehen lassen müssen, wie um Himmelswillen gedenkt man seinen Stellvertreter in einem heißen Krieg fortwährend zu beliefern? Der Versinnbildlichung von den Dimensionen halber, ist es aufschlussreich die dementsprechenden Produktionskapazitäten ins Auge zu fassen. Brian Berletic ist auf einen Artikel von „Defense News“ gestoßen, in dem der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin mit den Worten zitiert wird, eine jahrelang beanspruchende Aufstockung der Produktion von Patriot-Munition anzustreben. Jetzt halten Sie sich fest. Es handelt sich gerade einmal um 500 Stückeinheiten, die jährlich vom Band laufen sollen.

Um Russlands permanenten Marschflugkörper und Drohnen-Stürmen Einhalt gebieten zu können, braucht es hingegen weitaus mehr Feuerkraft. Denn gar der britische Nachrichtensender BBC resümierte unlängst, dass Moskau seit Anbeginn der Angriffswelle im Okt mehr als „1000 Raketen und iranische Drohnen,“ eingesetzt habe. Gewöhnlicherweise feuern Luftabwehrsysteme sicherheitshalber jeweils zwei Geschosse auf abzufangende Ziele ab. Nichtsdestotrotz weist kein System eine hundertprozentige Treffgenauigkeit auf. Das heißt die Jahresproduktion von Patriots wäre nach zwei oder drei massiven Angriffen aufgebraucht. Diese Zahlenspiele lassen sich beliebig weiterführen. Das Ergebnis bleibt gleich.

Und Einwände dahingehend, dass Moskau die Materialschlacht letztendlich verlöre, wurden kürzlich von der US-Tageszeitung, New York Times, Lügen gestraft. Unter Berufung auf den ukrainischen Machtapparat, berichtete das Blatt, dass soeben hergestellte russische Marschflugkörper in Ziele eingeschlagen seien und die westlichen Sanktionen jenen Sektor offenbar unberührt ließen. Das heißt Russlands militärischer industrieller Komplex scheint wesentliche Vorteile zu haben, was die Herstellung dieser Waffengattung anbelangt.

Im Großen und Ganzen entfaltet die vorgesehene Ausstattung Kiews mit weiteren westlichen Luftverteidigungssystemen, lediglich minderwertige Symbolkraft. Sieht toll auf dem Papier aus und lässt sich wunderbar rhetorisch überspitzen. Doch die Patriots werden das unveränderliche Kräfteverhältnis mitnichten verschieben und keine Veränderung des unweigerlichen Kriegsausgangs erzwingen. In vielerlei Hinsicht sieht die Selenskyj-Junta ihrem blutigen Ende entgegen. Nur eins ist noch unklar. Welches tragische Szenario den Untergang prägen wird.

Aut./Übers.: R.R.

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