Ankara und Rojava betreiben Schwarzhandel mit syrischem Öl- Bericht

Für einige Tage war ungewiss wer in der Nacht zum Dienstag den östlichen Teil des Gouvernements Aleppo bombardierte, und was es mit diesen Luftschlägen auf sich hatte.

Inzwischen haben syrische Medien bekanntgegeben, dass die landeseigenen Streitkräfte eine Militäroperation durchgeführt haben, um den Schmuggel syrischen Öls zu unterbinden.

Diesbezüglich berichtete die syrische Nachrichtenagentur SANA, dass Tanklastwagen dabei beobachtet worden seien, wie sie türkisch besetzte Gebiete in Syrien und das irakisch-kurdische Erbil passierten und anschließend in der Türkei landeten. Der Schmuggel soll von “kurdischen-Organisationen” eingefädelt worden sein, die behaupteten das das “türkische Regime” ihr Feind sei, so die Nachrichtenagentur hinzufügend. Laut SANA hätten syrische Luftschläge diverse Tanklastwagen und Ölraffinerien erfasst, um dem völkerrechtswidrigen Treiben ein Ende zu setzen.

Diese Nachricht zeigt deutlich auf wie die feindlichen Linien verschwimmen können, sobald Geld ins Spiel kommt. Die vorgeblich sich nicht riechen könnenden Streithähne, die Erdogan-Administration und kurdische Milizen, betreiben im gegenseitigen Einvernehmen illegale Geschäfte mit syrischem Öl. Dies mag im ersten Augenblick ziemlich absurd erscheinen, macht aber Sinn wenn man den gesamten Kriegsverlauf verfolgt hat.

Ankara und Rojava haben der jeweiligen Gegenseite unentwegt Vorwände geliefert, ihre Präsenz zu konsolidieren oder auszuweiten. Die Chronologie der konträren Liaison gestaltet sich wie folgt. Im Jahr 2014 ließ die Erdogan-Administration den terroristischen “Neuankömmling” ISIS, unbehelligt an seinen Grenzen herumwildern. Es zog kaum Zeit ins Land und der IS nahm kurdische Ballungszentren in syrischen Grenzgebieten ins Visier. Als es den hiesigen kurdischen Milizen in der syrischen Grenzstadt Ain al-Arab (Kobane) 2014 an den Kragen gehen sollte und Ankara genüsslich zuschaute, lieferte man Washington den Vorwand zu intervenieren. Woraufhin eine beispiellose Mobilisierung kurdischer Kräfte stattfand, aus der letztlich die US-gestützten Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF) erwuchsen.

Demzufolge resultierte Ankaras beabsichtigte Nachlässigkeit darin, dass die angeblichen Erzrivalen nie dagewesene Größe erlangten. Im Gegenzug hat jene eingehauchte Stärke gepaart mit kurdischen Aspirationen nach einem eigenen Staat, der Erdogan-Regierung die Entschuldigung schlechthin geliefert militärisch mitzumischen.

Bei alledem zogen die Amerikaner die Strippen, und interagierten je nach Sachlage und Wendung. Beispielsweise wenn die Entwicklungen im Syrien-Konflikt nicht nach ihrem Ermessen verliefen, und Maßnahmen ergriffen werden mussten, um Sand ins Getriebe der gut geschmierten syrisch-russisch-iranischen Militärmaschinerie zu streuen.

Das Paradebeispiel für derartige Interventionen, ist die fortwährende Inschutznahme des Al-Qaida Kalifats in Idlib. Sobald den dortigen Jihadisten der Garaus gemacht werden soll, tragen sich mir nichts dir nichts Szenarien zu die eine Fortführung der Offensive auf Idlib verhindern. Siehe die türkische Militäroperation Olivenzweig, jene die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Afrin verbannte. Oder jüngst der Showdown im Norden Syriens, wo die kurdischen Milizen den Türken abermalig Vorwände lieferten einzufallen. Schlussfolgernd könnte man diese wechselseitige Beziehung, als symbiotische Rivalität bezeichnen.

Den US-gestützten Syrisch Demokratischen Kräften (SDF) kommt es ungemein gelegen, dass die Expansion der türkischen Besatzung das kriegsgebeutelte Land zergliedert, zumal sie eine separatistische Agenda verfolgen die darauf abzielt vollwertige Autonomie zu erzwingen. Mit anderen Worten einen eigenen kurdischen Staat.

Solange Assad an der Macht ist, wird dies ein feuchter Traum bleiben. Insofern begrüssen sie jeden Status Quo, der Syrien nicht alte Stärke wiedergewinnen lässt. Also eine komplette Wiedervereinigung und Ausweisung sämtlicher externer Truppen, ist den SDF offensichtlich zuwider.

Andersherum bedingt es lediglich einer Frage? Was wäre Erdogan in Syrien, ohne die kurdischen Milizen? Die AKP-Regierung hätte ohne ihre eigens hochstilisierte und aufgemöbelte syrisch-kurdische Phalanx, keine Ausrede um im Nachbarland nach Gutdünken auszuarten. Ob daheim oder auswärts, die Erdogan-Administration rechtfertigt ihre Vorgehensweise ausschließlich mit der SDF-Existenz.

Was einer Regierung mit Ambitionen darauf Teile eines Landes zu annektieren, wie gerufen kommen dürfte. Die Amerikaner haben der Welt eingängig vorgeführt, dass es unabdinglich ist Feindbilder zu kreieren und sie aufzubauschen, um sich mehr oder weniger erfolgreich in endlose Kriege zu lügen.

Der türkische Präsident Erdogan muss sich darüber im klaren gewesen sein, wo die Reise hingehen würde nachdem sich die USA 2014 einschalteten, um ihren altgedienten Alliierten aus der Patsche zu helfen.

Wie weiter oben erwähnt war Kobane der Wendepunkt für die kurdischen Milizen. Seit jeher hat Uncle Sam sie unter seine Fittiche genommen, sie mit Waffen überschüttet und als Stellvertreter für hegemoniale Bestrebungen verwendet.

Solange es so aussah das Assad den Krieg gegen NATO-gestützte Jihadis verlieren würde, hielt sich Ankara bedeckt und übte höchstens milde Kritik an der kontinuierlichen Ausweitung kurdischer Kräfte. Doch als sich das Blatt wendete und Damaskus Russland auf den Plan rief, multiplizierten sich die türkischen Ressentiments gegenüber den SDf schlagartig. Die Rückeroberungen von Aleppo und anderen Landesteilen, haben jene Animosität fortwährend verstärkt. Je mehr Al-Qaida Ableger von der Landkarte gefegt wurden, desto energischer trug Ankara sein Unbehagen vor.

Und der amerikanische NATO-Partner spielte der Erdogan-Regierung unentwegt die nötigen Bälle zu, um ihr grünes Licht zu geben militärisch mitzumischen. Im Vorfeld des Afrin-Fiaskos, hieß es das die USA erwägten eine 30 000 Mann starke kurdische Grenzkraft zu formieren, und diese entlang der syrisch-türkischen Grenze aufzustellen. Unmittelbar danach, hatte die Türkei einen weiteren Fuß in der Tür Syriens.

Erdogans Reaktion war vom Pentagon mit Kalkül ausgeklügelt worden. Ein glanzvolles abgekartetes Spiel, bei dem die kurdischen Milizen äußerst hilfreich waren, zumal sie alle Zeit der Welt gehabt hätten die türkische Übernahme Afrins abwenden zu können. Doch der separatistische Albtraum hat dies vereitelt. Es bedurfte lediglich das die syrische Armee unter russischer Begleitung in die Stadt einrückt.

Ähnlich hat es sich kürzlich im Norden Syriens verhalten. Seit mindestens einem Jahr hat Ankara angedeutet, die SDF aus syrischen Grenzstädten eigenhändig vertreiben zu wollen. Also gab es genau wie in Afrin genügend Zeit, jenem Plan zuvorzukommen. Hingegen entschieden sich die US-gestützten kurdischen Kräfte abermals dazu das spannungsgeladene Ambiente bis zum letzten auszureizen.

Das Vorspiel für die türkische Militäroperation “Friedensquelle” lieferten erneut die Vereinigten Staaten. Trumps Entschluss sämtliche Truppen von den Grenzstreifen im Norden zurückzuziehen, war gleichzeitig eine Einladung an Ankara in Syrien einzufallen. Innerhalb von nur einer Woche haben türkisch gestützte Militante, die Städte Ras al-Ayn und Tel Abyad eingenommen. Ein Gebiet von über 100 km Breite und 30 km Tiefe.

Kurzweilig sah es wieder so aus als würden die SDF es zulassen, dass sich die türkische Okkupation wie angekündigt über den gesamten nördlichen Grenzbereich erstrecken würde. Hingegen überschattete Donald Trumps Behaarlichkeit komplett aus Syrien abziehen zu wollen, die Engstirnigkeit der syrisch-kurdischen Führung, die felsenfest davon überzeugt war das die Amerikaner keine Verwendung mehr für sie hätte. Somit verschlug sie ihr Opportunismus kurzweilig auf die Seite von Damaskus und Moskau. Was zufolge hatte das die syrische Armee und russische Militärpolizei, in mehreren strategischen kurdisch besetzten Grenzstädten einrückten, und Ankara forcierte am Verhandlungstisch platz zu nehmen. Jene Entwicklungen haben der türkischen Militärmaschinerie den Wind aus den Segeln genommen, und die unterlegenen kurdischen Milizen vor dem Untergang bewahrt.

Inzwischen hat Washington kundgetan das sie die SDF doch noch gebrauchen könnten, nämlich als Wachpersonal für syrische Ölfelder.

Der eingangs beschriebene schwarze Handel mit syrischem Öl ist weder für Ankara noch für die syrischen Kurden ein neues Geschäftsfeld. Beide Parteien haben sich mit Erlösen vom schwarzen Gold raffgierig die Taschen gefüllt. Die SDF haben entwendetes syrisches Öl an Israel verkauft.

Und Erdogans Family-Business hat florierende Ölgeschäfte mit dem Islamischen Staat getätigt.

Demzufolge ist es kaum überraschend das nun beide subversiven Entitäten gemeinsame Sache machen um mit syrischem Öl ein Vermögen zu machen.

Verf.R.R.

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