So lange wie nötig? Jenseits vom Lala Land BRD kommen allmählich Zweifel an ewiger Fortsetzung des Ukraine-Kriegs auf. (Op-Ed)
Während der „Superheld“ du Jours in seiner herkömmlichen Penner-Kluft auf Welttournee war, ist das einst schwer umkämpfte Bachmut an die Russen gefallen.
Als Selenskyj während eines gemeinsamen Pressetermins mit dem geistig umnachteten US-Präsidenten am Rande des G7 Gipfels von einem Reporter gebeten wurde diesbezüglich Stellung zu nehmen, bekam der interessierte Zuschauer zunächst den gewöhnlichen sentimentalen Brei aufgetischt, von wegen die ehemalige ukrainische Stadt würde fortan einen symbolträchtigen Platz im Herzen einnehmen usw.
Schließlich gestand das olivgrüne Erdmännchen dann doch ein, dass Bachmut einmal war. Was der Kiewer Machtapparat hingegen augenblicklich dementierte. Thunder in Paradise? Die linke Hand weiß offenbar nicht was die rechte tut. Sobald Verzerrungen des Narrativs solch einen halsbrecherischen Charakter annehmen, schwindet der letzte Funken Glaubwürdigkeit im Lichtgeschwindigkeitstempo dahin.
Womit der Autor mitnichten erwägt anzudeuten, dass überhaupt etwas vorhanden war. Die ukrainische Propaganda ist überwiegend Out of Space angesiedelt, was dem objektiven Beobachter ungemein erschwert die erschlagende Absurdität und Abwegigkeit auch nur ansatzweise auszublenden. Seichtes Entertainment für das gesellschaftliche Knochenmark. Insofern genießt man die Kiewer Belletristik mit höchster Vorsicht und amüsiert sich über die bisweilen belustigenden Kompositionen.
Spaß beiseite. Nach unserem Dafürhalten zeugt es von einer sonderbaren Abartigkeit Menschenleben aufs Spiel zu setzen, nur um an der narrativen Front eine gute Figur zu machen. Wie viele arme Teufel gedenkt Selenskyj noch in den sicheren Tod schicken? Und wie lange wollen insbesondere hiesige Leitmedien noch als Außenstelle für ukrainische Kriegspropaganda fungieren? Das ist die Gretchenfrage.
Denn wenn man sich ein wenig außerhalb der deutschen Echokammer umhört, vernimmt man teilweise eine progressive Gradwende, was die Gesamteinschätzung des Ukraine-Kriegs betrifft. Ob und inwiefern hierzulande ähnlich dämmernde Anflüge ihre Wirkung entfalten werden können, ist fraglich.
Doch auf der anderen Seite des Atlantiks haben sich indes diverse medienschaffende Häuser tatsächlich gewagt aus ihrer zweckgebundenen Komfortzone herauszutreten.
Die Financial Times und die US-Tageszeitung, Politico, etwa berichten darüber, dass die ohnehin in jüngster Zeit immer enger geschnürten Waffen und Geldpakete für die Ukraine zeitnah zu Auslaufmodellen würden. Mit Blick auf den US-Präsidentschaftswahlkampf kommendes Jahr und die damit einhergehenden Kosten, verwies die Financial Times auf Stimmen US-Alliierter, welche die ewige Fortführung des Big-Spending anzweifelten. Mit anderen Worten die Kosten für den bevorstehenden Wahlkampf seien priorisiert und die Ukraine müsste schier das Nachsehen haben. Klingt nicht mehr nach „As Long As It Takes!“
Darüber hinaus bot die US-amerikanische Tageszeitung, New York Times, über ein Dutzend hochrangigen Ex-US-Militärs eine Plattform. Die die Gelegenheit beim Schopfe packten, um mit der westlichen Kriegspropaganda aufzuräumen und Kritik an der undiplomatischen Haltung der US-Regierung zu üben. Die unverblümte Botschaft des in der NYT erschienenen Appells: „Bedingungslose Friedensverhandlungen. Aufnahme gestern.“ Die mitunter ehemaligen Generäle und Oberste erinnerten ihre Adressaten ferner daran, dass es keine Unschuldigen in einem Konflikt gibt und hoben diesbezüglich die vertragsbrüchige NATO-Osterweiterung hervor.
Russland insistiert seit einer gefühlten Ewigkeit darauf, dass die Ukraine eine rote Linie darstelle und die Wahrung ihrer Neutralität von existentieller Bedeutung sei.
Der ehemalige US-Botschafter in Russland und gegenwärtige Direktor des US-Auslandsgeheimdiensts, William Burns, warnte die Obama-Regierung davor die Ukraine zum Hinterhof der NATO zu machen. Sein in jüngster Zeit mehrfach zitiertes Memo von 2008 trägt den Bände sprechenden Titel „Nyet means Nyet“ (Nein bedeutet Nein). Womit offenbar die darauf beruhende Intoleranz seitens Moskaus zum Ausdruck gebracht werden sollte.
Also nunmehr geradezu manisch zu kolportieren, dass Wladimir Putin beim Morgenkaffee aus Jux und Tollerei in den Sinn gekommen wäre sein Nachbarland zu überfallen, um schlichtweg Allmachtfantasien zu frönen, grenzt an Wahnsinn. Oder hat die Schwelle zu diesem längst überschritten.
Zum Streit gehören immer zwei. Unsere infantile Ampel-Regierung scheint jene bellizistische Faustregel in der woken Versenkung verschwinden lassen zu wollen. Doch völlig gleich wie oft man der Masse gebetsmühlenartig aufschwatzt, Moskau hätte „grundlos“ einen „brutalen“ „Angriffskrieg“ vom Zaun gebrochen. Die darauf bezogene Realitätsferne bleibt bestehen.
Und wie ein bockiges Gör mit den Füßen auf den Boden zu stampfen wird Mütterchen Russland nicht zum Einlenken bewegen. Bis zum letzten Ukrainer.
Aut.R.R.

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