Globale Bedeutung von Russlands Wirtschaft „grob verkannt“. Sanktionen und der Bumerang- Effekt. Indien macht sich als Zwischenhändler für umgetauftes russisches Öl Taschen voll. Hauptabnehmer EU und USA. (Op-Ed)

Deutsche Leitmedien und Politiker insistieren vehement darauf, dass der russische Bär mit Sanktionen kleinzukriegen sei. Angesichts der horrenden Preisexplosionen hierzulande und dem bislang auf sich warten lassenden Eintreffen der Prädiktion, der Kreml würde somit ökonomisch in die Knie gezwungen, stellt sich die Frage ob der Westen Moskau dahingehend erheblich unterschätzt hat?

Während die Bundesregierung auf ihrem „Ukraine muss gewinnen“-Trip hängen zu bleiben scheint, macht sich in der Gesellschaft allmählich Kriegsmüdigkeit breit, die die Aufmerksamkeitsspanne rasant abklingen lässt. Was sich wiederum in abnehmender Medien-Präsenz widerspiegelt. Der Ukraine-Krieg ist kein Headliner mehr, von den Titelseiten weitgehend verschwunden.

Ferner ist jenseits des Tollhauses Germany Ernüchterung eingekehrt. Schwergewichtige US-Medienoutlets, wie die New York Times und die Washington Post, schlagen inzwischen objektivere Töne an, was die Kriegssituation anbelangt. Darüber hinaus schlug der geopolitische Dinosaurier, Henry Kissinger, vor, dass die Ukraine Territorium abtreten sollte, um einen tragfähigen Waffenstillstand auszuhandeln.

Kurzum der Stimmungswandel ist allgegenwärtig, auch wenn es Viele nicht wahrhaben wollen und mitunter weiter darauf beharren, Russland den fossilen Hahn abzudrehen, um der Kriegsmaschinerie des Kremls das Genick zu brechen. Doch ist dies angesichts globaler Interdependenzen überhaupt möglich? Viele Wirtschaftsexperten sprechen von einem Bumerang-Effekt. Sprich die Bestrebungen Moskau ökonomisch den Garaus zu machen, könnten sich für den Westen zum Nachteil entwickeln.

Unlängst veröffentlichte das online Magazin „Tablet“ einen Artikel, in dem thematisiert wird das Russland wirtschaftlich gesehen grob verkannt würde. Die Publikation trägt den Bände sprechenden Titel, „Ist Amerika das wirkliche Opfer der Sanktionen gegen Russland?“

Folgende Konstatierungen widersprechen diversen Evaluierungen deutscher Mainstream-Agenten:

„Indem er die Größe und Wichtigkeit von Russlands Wirtschaft falsch einschätzte, hat der Westen etwaig Schritte in Richtung Selbstisolation gemacht.“

„Selten hat der Westen die globale Bedeutung einer Wirtschaft so grob verkannt.“

Historisch kontextualisierend werden überdies gravierende Unterschiede in der Rollenverteilung hervorgehoben. Die Gegebenheiten zu Zeiten des Kalten Krieges, seien demzufolge mitnichten als Blaupause für den anti-russischen Kurs zu betrachten. Tablet dazu:

„Inwiefern spielt diese Haarspalterei eine Rolle? Vor allem der Ukraine-Krieg und Spannungen im Pazifik, scheinen eine Spaltung der Welt zu akzelerieren. Unterteilt in politische und ökonomische Blocks. Wie zu Zeiten des Kalten-Krieges. Zu Beginn des Kalten Krieges, belief sich das globale Bruttosozialprodukt des Westens auf 50% – wobei die USA die globale Produktion dominierten und jährlich gewaltige Handelsüberschüsse verzeichneten-, doch heute bekleidet der Westen offenbar eine schwächere wenn nicht gar zementierte Machtposition. Und seine Hauptgegner sind wesentlich stärker, als der kommunistische Block 1948.“

Zur Illusion Russlands Ölquellen trockenzulegen, wird wie folgt elaboriert:

„Ein aufschlussreiches Barometer für diese Dynamik ist Erdöl. Aufgrund westlicher Öl-Sanktionen gegen den größten Erdölexporteur der Erde, sind die Preise erwartungsgemäß sprunghaft angestiegen. Zu Jahresbeginn kostete ein Barrel $75 pro Barrel, heute über $110. Doch Länder, die sich nicht an den Sanktionen beteiligen, fassten die Gelegenheit am Schopfe, um saftige Rabatte für russische Energielieferungen auszuhandeln. Wenn Russland immer noch in der Lage ist sein Öl weltweit an den Mann zu bringen, können Länder wie Indien Angebote unter Marktpreis aushandeln und westliche Konsumenten werden von überhöhten Preisen niedergerungen. Wer wird hier wirklich sanktioniert?“

Der westliche Endverbraucher zahlt die Zeche. Und jetzt kommen wir zum Reality-Check schlechthin. Diese Meldung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das Washington Journal titelte unlängst:

„Bericht: Indien kauft billiges sanktioniertes russisches Öl auf, und verkauft es mit hohen Gewinnmargen an die USA und EU weiter.“

Indien lässt sich bisher nicht von den Drohgebärden der fragilen Biden Administration einschüchtern. Das WSJ dazu:

„Die USA haben Indien widerwillig die Erlaubnis erteilt russisches Öl zu erwerben, da Indien androhte die Allianz mit Amerika aufzukündigen und sich mit China zu verbünden, sollten die USA es wagen sie zu sanktionieren.“

Und weitere schwer verdauliche Pillen für die Realitätsverweigerer in der Ampel:

„Europa hat gegen russisches Öl die bislang härtesten Sanktionen verhängt. Doch Speditionsfirmen und Raffinerien vermarkten das Öl, indem sie das Ursprungsland verbergen. Einige Treibstoffe, von denen angenommen wird sie seien teilweise aus russischem Öl hergestellt worden, landeten vergangenen Monat in New York und New Jersey.

Indische Raffinerien, die Großabnehmer russischen Öls sind, transportierten die Ladungen durch den Suezkanal und quer über den Atlantik . „

Schallernde Ohrfeigen für die Baerbocks und Habecks vom giftgrünen Great-Reset-Vasalen. Auf dem hohen moralischen Ross, scheint man trotz erhöhter Positionierung dennoch kaum in der Lage zu sein Weitblick an den Tag zu legen. Nicht nur das man mit dem Vorhaben nie wieder russisches Öl zu kaufen eine krachende Bauchlandung hingelegt hat. Man lässt sich ferner willentlich über den Tisch ziehen. Kein Wunder das Indien unterdessen seinen Erwerb in Höhe von 30 000 Barrel am Tag auf 800 000 aufstockte. Die suizidalen Europäer sind ja bereit für umgetauftes russisches Erdöl ordentlich zu löhnen.

Diese einzelne Facette des Wirtschaftskriegs, versinnbildlicht das Dilemma, in das sich das gebrechliche NATO-Gerüst eigenhändig befördert hat. Die USA und ihre von Heuchelei geplagten Moralapostel in den Five-Eyes und der EU, machen 16% der Erdbevölkerung aus. Der Löwenanteil pflegt weiterhin seine Kontakte zu Moskau. Politisch und ökonomisch. Isolation sieht anders aus.

Aut.R.R.

Kommentar verfassen