Die Ethno-Bombe: Wie viel ist an Russlands Sorge dran, Ziel von ethnisch-spezifischen Bioangriffen zu werden ? (Op-Ed)

Die russische Föderation wirft Washington vor, in der Ukraine ein geheimes Biowaffenprogramm betrieben zu haben, an dem etliche namhafte multinationale Pharmakonzerne, Sicherheit und Verteidigungsbehörden, Nichtregierungsorganisation und Unternehmen mitgewirkt haben sollen. Darunter Pfizer, Moderna, das Robert Koch Institut (RKI), Soros- NGOs und die US-Seuchenschutzbehörde (CDC).

Moskau veröffentlichte unlängst eine äußerst informative schriftliche Dokumentation, welche die Verzweigungen der angeblich involvierten Player entwirrt haben will. Wie der Kreml diesbezüglich angab, habe man in verschiedenen biologischen Einrichtungen brisante Dokumente sichergestellt, jene absolut unumstößliche Indizienbeweise beinhalteten.

Diese bergen offenbar hinreichend Slam-Dunk Charakter, sodass der russische Botschafter der Vereinten Nationen, Wassili Nebensja, sich dazu berufen fühlte den UN-Sicherheitsrat mehrmals einzuberufen, um auf diese mutmaßliche Bedrohung der nationalen Sicherheit Russlands hinzuweisen. Während einer dieser Notfallsitzungen bemerkte Nebensja, dass mitunter biologische Proben spezifischer Ethnien für Forschungszwecke ins Ausland geschickt worden seien, um eine zugeschnittene Suszeptibilität für bestimmte Infektionskrankheiten herzustellen.

Igor Kirillow, Leiter der nuklearen, biologischen und chemischen Schutztruppen der russischen Armee, führte detaillierter aus, was es mit dieser Annahme auf sich hat:

Die verfügbaren Dokumente belegen, dass mehrfach biologische Proben ukrainischer Bürger ins Ausland verschickt wurden. Wir können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass die USA und ihre Alliierten sich dahinterklemmen biologische Kampfstoffe herzustellen, die selektiv bestimmte ethnische Bevölkerungsgruppen angreifen können,“ so Kirillow

Moskau beunruhigt nicht erst sei gestern, dass in den als biologischen Forschungseinrichtungen ausgewiesenen Labors entlang der russischen Grenze, etwaig an einer ethnisch-spezifizierten Biowaffe gebastelt würde. Präsident Wladimir Putin etwa tat Okt 2017 argwöhnisch kund:

“ Wissen Sie das im gesamten Land biologisches Material gesammelt wird? Das Material stammt von verschiedenen ethnischen Gruppen und Menschen, die in verschiedenen Landesteilen Russlands leben. Die Frage ist für welchen Zweck? „

Woher rührt diese Sorge? Saugen sich die Russen diese zur Last gelegten Vorwürfe etwa aus den Fingern? Oder gibt es hinreichend Anlass Verdacht zu schöpfen? Die Amerikaner bestreiten vehement, dass die nicht nur in der Ukraine betriebenen Biosicherheitslabors, unter falschem Vorwand operierten und statt wie vorgegeben die Vernichtung und Sicherung hochgefährlicher Pathogene aus Sowjetzeiten zu vollziehen, Biowaffen-Forschung betreiben.

Doch wie der sehenswerten Dokumentation, „Diplomatic Viruses“, zu entnehmen ist, geht es doch weit über die Sicherung und Verwahrung tödlicher und infektiöser Erreger hinaus. Die bulgarische Investigativ-Journalistin, Dilyana Gaytanzheiva, ist in der Hauptstadt Georgiens, Tbilisi, einem inmitten einer belebten Wohnsiedlung betriebenen Biolabor unter US-amerikanischer Fuchtel, auf die Schliche gekommen.

In dem besagten Beitrag werden diverse geleakte und veröffentlichte Dossiers präsentiert, welche nicht minder darlegen, als das in der Einrichtung namens Lugar-Zentrum, neben anderen Forschern vom US-Verteidigungsministerium angeheuerte Entomologen daran arbeiteten Insektenarten ausfindig zu machen, die sich als potenzielle Krankheitsüberträger verwenden lassen. Beispielsweise war eine im Kaukasus vorkommende Sandmückenart Gegenstand eines Projekts, an dem unter anderem die CDC beteiligt war. Wobei etwa insbesondere die Infektivitätsrate dieser Stechmücke eine Rolle spielte.

Das in Tbilisis unweit einer US-Militärbasis gelegene Labor, gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Umzäunt und bewacht von Sicherheitspersonal, das Neugierige mit der Kamera festhält und augenblicklich die Polizei einschaltet, sobald es um die Verweigerung der Preisgabe von Identitäten geht. Ferner lässt Argwohn aufkommen, dass US-Forscher und mutmaßliche Beamte des Auslandsgeheimdienstes, CIA, mit Diplomatenkennzeichen vorfahren und ein und ausgehen. Was den Top-Secret Charme umso mehr unterstreicht.

An dieser Stelle ist die Naivität hinten anzustellen. Wenn das Pentagon mitmischt, ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass es um offensive Verteidigungszwecke geht. Dieses Oxymoron umschreibt haargenau die imperiale Philosophie Uncle Sams. Wobei die Devise lautet: „Dem Feind, waffentechnisch, technologisch, strategisch, psychologisch und kämpferisch stets einen Schritt voraus sein.“ Alles vernichtende Prävention, sozusagen.

Es ist keine historische Anomalie, dass die USA „vorbeugend“ zeigen wo der Hammer hängt und anhand von Machtdemonstrationen das Fürchten lehren. Siehe Hiroschima und Nagasaki. Der Plan B, C und D in der Hinterhand. Daran sind die Falken in Washington interessiert. Allzeit in der Lage sein den Rivalen mit einem Ass im Ärmel den Todesstoß zu versetzen. Sei es durch den Nuclear Football, Malware, eine Ethno-Bombe oder eine toxische Chemiewolke.

Übrigens entgegen der Einwände, dass es sich dabei um konspirativ-spekulativen Murks handelt, sind es die USA selbst die keinen Hehl aus den beschriebenen Intentionen machen.

Der unmittelbar vor dem elften September aus dem Boden gestampfte neokonservative US-amerikanische Think Tank, „Project for a New American Century“, publizierte 2000 einen Report mit dem Titel, „“Rebuilding America’s Defenses” (.pdf)“ In diesem wird mitunter die Kriegsführung der Zukunft umrissen und explizit darauf hingewiesen, dass biologische Waffen auf spezifisches Erbgut (Genotypen) angesetzt werden können. Auf Seite 71 des Berichts wird wie folgt prädiziert:

„Die Weiterverbreitung von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs) für Langstrecken, wird es um ein vielfaches erleichtern weltweit militärische Macht auszustrahlen. Die Munition wird zunehmend akkurater, während breit aufgestellte und neue Angriffsmethoden- elektronisch, nicht-tödlich, biologisch- zur Verfügung stehen werden.“

Auf Seite 72 wird daran anknüpfend elaboriert:

„Gleichwohl noch einige Dekaden ins Land ziehen werden, ehe sich im Laufe der Zeit die Transformation dieses Prozess vollzieht, kann man jetzt bereits sagen, dass sich der Land, See und Luftkrieg erheblich von dem heutigen Kriegshandwerk unterscheiden wird. Und der Kampf findet etwaig in neuen Dimensionen statt: Im Weltraum, im Cyberspace und womöglich in der Welt der Mikroben. (…) Und fortschrittliche Arten biologischer Kriegsführung, die vermögen spezifische Genotypen „anzugreifen, können der biologischen Kriegsführung womöglich ihren terroristischen Charakter streitig machen und sie in ein politisch nützliches Instrument verwandeln.“

Der absolute Albtraum! Somit wäre auch die Frage geklärt wie biologische Doomsday-Architekten verhindern könnten in ihrer eigens orchestrierten Pandemie draufzugehen. Seinesgleichen schier ausnehmen von der Kalibrierung der Ethno-Bombe und schon ist die Sache geritzt. Wie Sie sehen sind der ultimativen Zerstörungswut keine Grenzen gesetzt. Und jetzt versetzen Sie sich mal in die Lage Russlands. Steckten wir in deren Haut, würden wir dieselben Sicherheitsbedenken haben. Zu Recht!

Aut.R.R.

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