Wer austeilt muss auch einstecken können! Nach Anschlägen auf Nord-Stream und Krim-Brücke, lässt Moskau, zur Empörung des kollektiven Westens, Marschflugkörper-Orchester anstimmen. (Op-Ed)

Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, proklamierte im Juli, dass ein Angriff auf die Halbinsel Krim eine unmittelbare Doomsday-Reaktion nach sich zöge. „Der Tag des jüngsten Gerichts wird schnell und hart kommen,“ so Medwedew.

Offenbar haben sich die Ukrainer von diesen Drohgebärden nicht einschüchtern lassen. Wie indes bekannt wurde detonierte am Samstagmorgen um 6 Uhr Ortszeit, eine LKW-Bombe auf der Krim-Brücke. Das mutmaßlich von einem Selbstmordattentäter oder unwissenden Fahrer manövrierte Vehikel, soll vom russischen Festland in Richtung der Peninsula unterwegs gewesen sein.

Die mitunter von Überwachungskameras eingefangene Explosion zerstörte einen Streckenabschnitt, und setzte einen in diesem Moment auf der empor liegenden Gleisstrecke passierenden Güterzug in Brand, der wie es der „Zufall“ so will Treibstofftanks transportierte. Perfektes Timing was höchstwahrscheinlich auf suffiziente nachrichtendienstliche Unterstützung zurückzuführen ist.

Die Symboltracht dieses feigen mutmaßlichen Selbstmordattentats, ist nicht zu verkennen. Einen Tag nach dem 70. Geburtstag Wladimir Putins, wird das verknüpfende Prestigeobjekt von einem bildgewaltigen Feuerwerk erleuchtet. „Welch ein prachtvolles nachträgliches Geburtstagsgeschenk“, wird der ein oder andere zynisch-sarkastische Kommentar konstatieren.

Unterdessen will der russische Präsident die Verantwortlichen für den Anschlag ausgemacht haben. Laut Putin stecke der ukrainische Geheimdienst, SBU, dahinter. Letzterer reklamierte die Tat ohnehin indirekt für sich. Als die Rauchschwaden noch nicht verflogen waren, prahlten einschlägige Kiewer Propagandaorgane bereits damit, dass die Hintermänner im SBU-Kader zu finden seien. Doch auf beiden Seiten des Meinungsspektrums sprechen etliche Monitore der Selenskyj-Junta das Vermögen ab, solche Operationen auf eigene Faust durchzuziehen. Ohne unabdingbare Instruktionen bestimmter westlicher Nachrichtendienste, würde der olivgrüne Stinkstiefel ohnehin orientierungslos herumirren. Washington zeigt ihm schon wo es lang geht und Selenskyj folgt der Karotte in den Abgrund. Diese unterwürfige Beziehung, erinnert an folgende Abbildung aus der Epoche des Ersten Weltkriegs.

Ein Anti-Kriegs-Cartoon von Boardman Robinson (1876–1952) aus dem Jahr 1916: Der Tod reitet einen ausgemergelten Esel (Europa) in den Abgrund, indem er ihm eine Karotte (victory „Sieg“) vor die Nase hält. (Quelle Wikipedia)

Die größenwahnsinnige Hybris, die der Schlächter von Kiew nachdrücklich unverfroren zum Ausdruck bringt, ist kein Zufallsprodukt. Völlig gleich ob die US-Stellvertreter Pogrome, Säuberungsaktionen, Atrozitäten oder Kriegsverbrechen verüben. Solange diese gegen die russische Ethnie gerichtet sind, drückt Washington alle Augen zu.

Ohne diese amoralische und unethische Rückendeckung, wäre Selenskyj im Leben nicht in den Sinn gekommen seine NATO-Bosse dahingehend anzuhauen einen Präventivschlag gegen Russland durchzuführen. Zumal nicht wenige westliche Politiker unentwegt mit dem proaktiven Gedanken flirten einen Atomkrieg nicht mehr ausschließen zu wollen, fasste der tollwütige Giftzwerg jene Äußerungen wahrscheinlich entweder als Aufforderung auf jenem Kanon beizustimmen, oder einer seiner Händler flüsterte ihm ein, die unweigerliche Initialzündung für den dritten Weltkrieg verbal zu kommunizieren, um die öffentliche Reaktion abzutasten. Diese fiel glücklicherweise verhältnismäßig entrüstend aus. Woraufhin eine inzwischen für Kiew typische halbgare Relativierung erfolgte. Man sei missverstanden und Selenskyjs Forderung nach einem Nuklearkrieg aus dem Kontext gerissen worden. Nein wurde sie nicht. Unten finden sie die übersetzte Aussage im O-Ton.

Zunächst Nord-Stream, nun die Kertsch-Brücke. Für die meisten objektiven Beobachter, die sich nicht ausschließlich von der westlichen Propaganda herumpeitschen lassen, war der Zugzwang offensichtlich. Die russische Regierung ist angesichts des wachsenden öffentlichen Drucks mehr oder weniger gezwungen terroristische Sabotageakte nicht ungestraft durchgehen zu lassen.

Seitdem die russischen Truppen in der Ukraine eine taktische Defensivhaltung eingenommen haben und diesbezüglich zuvor eingenommene Gebiete abtreten mussten, macht sich Unruhe in der Gesellschaft breit. Im russischen Staatsfernsehen treten fortwährend Pundits und Militärexperten auf, die an der „rücksichtsvollen Kriegsführung“ scharfe Kritik üben. „Die Gesten des guten Willens“ müssten ein Ende haben. Es sei an der Zeit „den Feind die geballte Kraft der russischen Streitkräfte“ spüren zu lassen. „Ohne Rücksicht auf Verluste.“ Es handele sich um eine „feindliche Nation“, demnach dürfe man keine Gnade mehr zeigen. Die „kritische Infrastruktur des Landes “ müsse „gänzlich annihiliert“ werden. Usw. und so fort. Und diese rachelüsternen Aussagen, sind eher der milderen Kategorie zuzuordnen.

Kurzum Putin wird daheim zunehmend politisch in die Ecke gedrängt. Was zufolge hat, dass er regelrecht forciert wird vernichtende Machtdemonstrationen ins Auge zu fassen und umzusetzen. Gedacht, getan.

Die USA haben den elften September zum Anlass genommen einen nie endenden War on Terror loszutreten, der inzwischen Billionen US-Dollar verschlang und Millionen unschuldiger Menschen das Leben kostete. Demnach sollte man es dem direkten geopolitischen Rivalen ebenso zugestehen Terrorakte mit gnadenloser Feuerkraft zu sühnen.

Nur wenige Stunden nach dem Bekanntwerden des Vorfalls auf der Krim-Brücke, befehligte der russische Commander in Chief in der gesamten Ukraine kritische Infrastruktur zu bombardieren. Der mitunter von uns vorhergesagte vergeltende Cruise-Missile-Sturm, reißt seit drei Tagen nicht mehr ab. Und scheinbar muss sich Kiew fortan auf alltägliche Marschflugkörper-Fronten einstellen. Wer austeilt muss auch einstecken können. Quid pro quo.

Ein Grund für die bislang verhaltene Handlungsweise der Russen, was die nachhaltige luftgestützte Zerstörung der ukrainischen Kriegsmaschinerie betrifft, könnte der unentwegt mitschwingende Hintergedanke sein, Kiew keine medialen Trümpfe in die Hand spielen zu wollen, die fantasiereiche Atrozitäten und Kriegsverbrechen-Saga weiter verlogen auszuschmücken. Denn laut jüngst veröffentlichten Informationen, sollen die Ukrainer in der Region Saporischschja willkürlich zivile Wohngebiete beschossen haben, um dramatische Bilder für den Ether produzieren zu können. Von wegen „Seht her die Russen metzeln alles und jeden nieder. Ganz gleich ob groß, klein alt oder jung. “ Ferner heißt es das Kiews Söldner nicht gerade bewandert sind in der Handhabe von Luftabwehrsystemen, sodass die eine oder andere abfangende Rakete eventuell ihr Ziel verfehlt und in einem Gebäudekomplex landet.

Und urplötzlich ist der kurzweilig als Schwächling abgeschriebene Kreml wieder die „Ausgeburt des Bösen“, die „verzweifelt Kriegsverbrechen und Gräueltaten“ beginge, um „unangefochtenen Völkermord-Status zu erlangen“. Jedwede oberflächliche Betrachtung dieser abwegigen Vorwürfe ist hinlänglich, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass der Stuss eklatant überwiegt.

Moskau bekräftigt nachdrücklich ausschließlich militärische Ziele ins Visier zu nehmen. Bei den jüngsten Angriffen seien Kraftwerke, Eisenbahnknotenpunkte und Strecken, Militärdepots etc. bombardiert worden. Sprich Objekte deren Zweckmäßigkeit militärischer Natur sind. Und zu Kriegszeiten verwandeln sich beinahe alle industriellen Zweige auf die ein oder andere Weise zu militärischen Zielen. Mit Strom werden Lagerhallen betrieben, in denen etwa Munition hergestellt wird. Über das Schienennetz gelangen Waffen zur Front. Die Kasernen und Stützpunkte von Soldaten sind von fließend Strom und Wasser abhängig. Treibstofflager dienen zur Fütterung des schweren Militärgeräts. Man könnte die Faktoren noch unendlich weiter ausführen, wie sich militärische Ziele legitimieren ließen. Das deutsche Bundesministerium für Verteidigung bekleidet eine glasklare Position dazu. Auf der Homepage des Ministeriums wird diesbezüglich wie folgt erörtert:

Angriffe im bewaffneten Konflikt sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten nach einer allgemein anerkannten Definition als militärische Ziele nur solche Objekte, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, ihres Standortes, ihrer Zweckbestimmung oder ihrer Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren gänzliche oder teilweise Zerstörung, deren Inbesitznahme oder Neutralisierung unter den in dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umständen einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt. Militärische Ziele sind darüber hinaus die Kombattanten der gegnerischen Partei und Zivilpersonen, sofern und solange sie unmittelbar an den Feindseligkeiten teilnehmen, weil sie dadurch ihren Schutz als Zivilpersonen verlieren. Soweit ein Rechtsberater des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (Melzer) in seiner „Interpretative guidance on the notion of direct participation in hostilities under international humanitarian law“ davon ausgeht, eine „continuous combat function“ reiche für Mitglieder bewaffneter Gruppierungen zusammen mit anderen Voraussetzungen aus, um den für Zivilpersonen vorgesehenen Schutz zu verlieren, solange diese Funktion beibehalten wird, findet dies keine Stütze im geltenden HVR.

Manche Tiergattungen tendieren dazu mit ihrer Beute zu spielen, ehe sie sie erlegen. Nur weil die Katze etwa solch ein Jagdverhalten evolutionär impliziert bekam, heißt dies nicht das sie der verschonten Maus unterlegen ist. Sie ist lediglich in der Lage das Ende je nach Belieben hinauszuzögern. Analogisch auf den Ukraine-Konflikt übertragen bedeutet das, nur weil Mütterchen Russland bisher davon absah die Krallen voll auszufahren, sollte man gewiss nicht dem Irrtum aufsitzen, dass sie nicht imstande dazu ist.

Der jüngste Cruise-Missile-Schauer ist ein Denkzettel, der das Vermögen zur augenblicklichen totalen Vernichtung der Ukraine in das Bewusstsein des kollektiven Westens rücken sollte. Wem tatsächlich etwas an dem Wohlergehen der ukrainischen Bevölkerung liegt, der sollte tunlichst weitere Provokationen vermeiden. Die Russen bluffen nicht.

Herr Gott nochmal. Sind die kriegstreibenden und eskalatorischen Elemente von allen guten Geistern verlassen? Wissen die überhaupt was hinter Sätzen wie „Russland kann und wird diesen Krieg nicht verlieren“ steht. Mann sollte sich schleunigst vom feuchten Traum verabschieden eine Afghanisierung des Konflikts anzustreben. Die Sowjetunion ist Geschichte. Das Russland von heute ist ein ganz anderes Kaliber.

Beunruhigend ist zudem, dass sich manche Akteure mächtig überheben und so aufführen, als seien sie unantastbar. Die Rede ist von manchen regionalen „indirekten Konfliktparteien“.

Der russische Geheimdienst FSB will nach eigenen Angaben mehrere Terroranschläge auf russischem Boden vereitelt haben. Alle „ukrainische Terroristen“, seien über das Baltikum eingereist. Demnach steht der Verdacht im Raum, dass baltische Staaten taktische Unterstützung leisteten.

Des Weiteren ließ der FSB verlautbaren, 12 Komplizen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Krim-Brücke identifiziert zu haben. Acht seien bereits dingfest gemacht worden, heißt es. Darunter Verdächtige ukrainischer, armenischer und georgischer Nationalitäten. Die explosive Fracht, die auf der Überführung detonierte, sei unbehelligt von Odessa nach Bulgarien und anschließend über Georgien nach Armenien gelangt, von wo sie aus angeblich nach Moskau überführt wurde.

Angesichts dieser Indizienbeweise ist es aus Sicht von Russland geradezu obligatorisch eine Unterstützung durch Geheimdienste nicht auszuschließen. Falls die heiße Fracht wirklich derartig viele Länder überquerte, ehe sie ihren tödlichen Zweck erfüllte, müssen bei den Kontrollen in den jeweiligen Häfen einige Augen zugedrückt worden sein.

Die derweil verstärkt zu vernehmende Empörung im Hinblick auf das russische Marschflugkörper-Orchester, lässt darauf schließen, dass etwaig ein wenig Ernüchterung aufgekeimt ist. Nunmehr nimmt man vereinzelte Prognosen wahr, die besagen das wir uns auf einen „langen Krieg“ einzustellen hätten. Kurz zuvor lobpreiste man die unterdessen zum Erliegen gekommene „ukrainische Bilitzkrieg-Gegenoffensive“ noch in den Himmel.

Hingegen ist es mit Blick auf das europäische Polit-Geflecht eher unwahrscheinlich, dass rationale Einsicht heimkehren wird. Vielmehr sollte die Erwartungshaltung auf eine drastischere Zuspitzung der Lage justiert sein. Ein Blick in eine deutsche Talkrunde untermauert diese These ungemein. Die Ampel-Koalition wird dieses Land eher zugrunde gehen lassen, als klug nachzugeben. Europa Ade. Dein ehemaliges Zugpferd ist der kranke Mann im alten Land. Gebrechlich wie nie zuvor, in seiner jungen Nachkriegsgeschichte. „Keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down.“

Aut.R.R.

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