Trachtet Washington etwa nach Selenskyjs Leben? Wem nützt der ukrainische Präsident tot mehr? Dem Kreml oder Uncle Sam? (Op-Ed)

!Wie sehr sind sie um die körperliche Sicherheit von Präsident Selenskyj besorgt? –

Ich dachte ich habe sie mit der vorherigen Frage belehrt, nicht damit anzufangen wie besorgt ich bin. Denn meine Antwort ist. Besorgt. Extrem besorgt. Es ist offensichtlich und nichts worüber man sich lustig machen sollte. Denn Präsident Selenskyjs persönliche Sicherheit macht uns Sorgen. Er ist ein Staatsführer zu Kriegszeiten, der es mit einem Gegner, Rivalen einem Feind in Russland zu tun hat, der skrupellos, brutal und zu allem fähig ist. Demnach bereitet uns das Kopfzerbrechen. Präsident Selenskyj trifft die erwartungsgemäßen Vorkehrungen, um sich und die Kontinuität der Staatsführung in der Ukraine zu schützen. Und wir helfen ihm dabei wo wir nur können. „

Diese von Jake Sullivan, Nationaler Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, getroffene Aussage, wird in der alternativen Nachrichten-Sphäre von nicht wenigen Kollegen als indikativ für ein imminentes Attentat auf Selenskyj angesehen. Wie viel Substanz wohnt dieser Mutmaßung inne?

Der in der Ukraine ansässige US-amerikanische Journalist, Gonzalo Lira, etwa ließ unlängst eine interessante Theorie verlautbaren, die argumentativ durchaus ihre Momente hat. Lira zufolge verdichteten sich die Anzeichen für die zeitnahe Eliminierung Selenskyjs. Der Journalist:

Und nun spricht Jake Sullivan darüber, dass er sich um Selenskyjs Leben fürchtet. Sie werden ihn ausschalten. Aus Sicht der Amerikaner macht ein toter Selenskyj mehr Sinn. Denn wenn sie Selenskyj aus dem Verkehr ziehen, stürzt die gesamte Ukraine ins Chaos. De facto wäre es klug von den Amerikanern, Selenskyj im Beisein seiner Militärführung zu eliminieren. Während eines gemeinsamen Treffens. So enthauptet man mit einem Schlag die ganze Ukraine. Und das ganze Land, die Armee, alles versinkt im Chaos. Also werden die Russen dieses enorme Land am Hals haben, das in bürgerlicher Anarchie versinkt. Das haben die Amerikaner wahrscheinlich vor. Und natürlich werden sie die Russen beschuldigen. Sie werden die Mainstream-Medien einspannen, um das Narrativ zu verbreiten, dass die Russen Selenskyj auf dem Gewissen hätten. Die Russen sind nicht an der Tötung Selenskyjs interessiert. Aus einem simplen und äußerst pragmatischen Grund, der von vielen Leuten bemerkt wurde. Die Russen brauchen Selenskyj lebend, damit er das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen kann. Es würde der Waffenruhe Legitimität verleihen. Wenn die Russen Selenskyj Tod sehen wollten, wäre es schon vor Monaten um ihn geschehen gewesen. Er hätte am allerersten Tag der Invasion nicht mehr unter uns weilen können. Doch die Russen, die ihn jederzeit liquidieren hätten können, weil sie über Spione und dementsprechend einsatzfähige Raketen verfügen, haben ihm kein Haar gekrümmt. Da sie ihn lebend brauchen. Doch ein lebender Selenskyj nützt Washington nicht mehr allzu viel. Als Märtyrer ist er viel wertvoller. So können sie mit dem Finger auf Russland zeigen und sagen: „Die Russen waren es. Die boshaften Russkis, haben Sankt-Selenskyj getötet.“ Und sie werden Denkmäler für Selenskyj errichten. Ich rede von wirklichen Denkmälern aus Marmor. Die ihn als Märtyrer darstellen, der im Kampf gegen die bösen Russen fiel. Das planen sie. Und weswegen telegraphiert Sullivan ihre Absichten auf diese Weise? Falls Sie es nicht bemerkt haben, die amerikanische Administration hat diese merkwürdige Angewohnheit ihre Intentionen zu artikulieren und auf die Gegnerschaft zu projizieren. (…) Die Tatsache das Sullivan äußerte, sich um die persönliche Sicherheit Selenskyjs zu sorgen, legt nahe das sie bereits entschieden haben ihn loszuwerden. Sie werden ihn töten. Die Amerikaner. Nicht die Russen. Die Amerikaner werden Selenskyj wahrscheinlich mit einem Raketenangriff ausradieren. Wahrscheinlich während einer Zusammenkunft mit seiner Militärführung. Und sie werden diesen Raketenangriff Russland in die Schuhe schieben. Die Amerikaner werden allerhand verfälschte Beweismittel ausbrüten und behaupten, dass es die Russen waren. Damit der Rest der Welt, oder zumindest der Westen, daran glaubt. Um Russland noch weiter zu isolieren. Das ist der Punkt. Und sie werden Selenskyj umbringen, um das Regime zu stürzen. Sie werden versuchen Selenskyj bei einem Meeting mit seinem Armeechef zu töten. Saluschnyj. Sie werden genau dann zuschlagen, um den Armeechef und Selenskyj auszuschalten. Woraufhin die ganze Ukraine im Chaos versinken wird. Und dieses ganze ukrainische Problem legt man den Russen in den Schoß. Also werden den Russen die politischen Folgen aufgehalst, welche die Leute in dem Glauben lassen, die Russen hätten Selenskyj mit einem Raketenangriff getötet. Ferner werden sie mit dem praktischen Problem konfrontiert dieses Land in der Größe von Frankreich oder Texas zu besetzen und zu befrieden. Selbstverständlich werden die Amerikaner Saboteure und Terroristen mobilisieren. Was in den Gebieten die von den Russen kontrolliert werden, bereits Gang und Gäbe ist. Wo Saboteure versuchen auf jegliche Weise Probleme zu verursachen. Die Amerikaner werden diese Vorgehensweise deutlich akzelerieren. Das ist der Spielplan. Zumal sie realisieren, dass der Krieg nicht gewonnen werden kann.

Indes nimmt der Personenkult gar für heutige Verhältnisse groteske Züge an. Infolge seiner durch beinahe alle Parlamente der westlichen Welt führenden digitalen WW3-Welttournee und pathetischen Auftritten im Pop-Kultur Kosmos, schoss der ukrainische Präsident mit dem Fotoshooting für die Modezeitschrift ,Vogue, unlängst den Vogel ab.

Liras Märtyrer-These erscheint vor diesem Hintergrund durchaus schlüssig. Die beispiellose Heroisierung Selenskyjs ist etwaig ein Vorbote für das Ende eines tragischen Helden. Die ihm zuteil werdende Aufmerksamkeit, sollte dem ehemaligen Komiker Unbehagen bereiten. Die melodramatische PR-Klaviatur könnte glatt aus einem Filmdrehbuch stammen. Letzter Akt. Der „Kriegsheld der Nation“ wird im feindlichen Kugelhagel niedergestreckt. Resultat totales Chaos. Anarchie. Der Untergang.

Den Film in dem einer „feindlichen“ Schlange der Kopf abgeschlagen wird, kennen wir nur allzu gut. Saddam Hussein, Muammar Gaddafi und etliche andere „Despoten“ zuvor, die von Uncle Sam gestürzt oder ermordet wurden, können im Himmel oder im Fegefeuer ein Lied davon singen. Sobald die Schlange ihr Haupt verliert, wird ihr Territorium in Flammen aufgehen. Libyen, Irak und Afghanistan, sind exemplarische Beispiele für die unweigerliche Kausalität, mit einem Regime-Wechsel Chaos zu säen.

Sollte Selenskyj tatsächlich alsbald den „Märtyrertod“ sterben, blüht der Ukraine dasselbe Schicksal. Wir gehen ebenfalls nicht davon aus, dass der Kreml erpicht ist Selenskyj zu beseitigen. Und dem Kriegsmythos von der Rettung Kiews, sollte schier keine Plausibilität beigemessen werden. Würden die Russen tatsächlich Krieg gegen die Ukraine führen, können Sie sich sicher sein, dass die Hauptstadt längst in Schutt und Asche gelegt worden wäre. Schock & Awe. Ohne Rücksicht auf Kollateralschäden. Ami-like. Die Wasser und Stromzufuhr würde zerstört und alle Kommunikationswege gekappt. An Tag eins der Operation würden im Präsidentenpalast dutzende Marschflugkörper einschlagen. Das Regierungsviertel dem Erdboden gleichgemacht. Hier einige Eindrücke von der US-Invasion im Irak (2003). Saddams Präsidentenpalast war eines der Hauptziele der infernalen Flächenbombardements.

Wenn Sie wirklich auf dem Dope hängengeblieben sind, dass Moskau nicht in der Lage wäre Kiew binnen 48 Stunden wie Hamburg nach dem Gomorrha-Sturm ausschauen zu lassen, sind sie von allen guten Geistern verlassen und haben dringenden Nachholbedarf was die Materie Krieg anbelangt. Ein Blick auf Russlands Arsenal ist hinreichend, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass Präsident Putin recht hat mit seiner Aussage, dass man sich in der Ukraine noch nicht einmal warmgelaufen habe.

Die Vermutung das Selensky dem Kreml lebend mehr nützt, ist durchaus begründbar. Das Blatt kann sich hingegen schnell wenden und die Kriegsziele Russlands erfahren eine weitere expandierende Verschiebung. Je mehr der Westen Waffen in die Kriegszone pumpt, desto wahrscheinlicher wird es, dass Wladimir Putin die Duma erbitten wird eine Generalmobilmachung abzusegnen, um der Ukraine den Krieg zu erklären. Sollte sich dieses Szenario tatsächlich realisieren, was wir nicht erhoffen, werden die Russland unterschätzenden Demagogen sich kleinlaut in ihren Löchern verkriechen. Doch momentan ist die augenscheinliche Devise „Ein toter Selenskyj, kein guter Selenskyj.“ Wohingegen die Amerikaner aus weiter oben erläuterten Gründen, weitaus mehr vom Tode des ukrainischen Präsidenten profitieren würden.

Denn das offizielle Hauptziel Washingtons ist es Russland „ausbluten“ zu lassen. Mit dem gegenwärtigen Status-Quo sind solche Luftschlösser nicht korrespondierend. Die russische Armee fräst sich unerbittlich und für die Gegenseite ungemein abnutzend durch das Hoheitsgebiet der Ukraine. Dieses Momentum ist unumkehrbar, es sei denn eine umwälzende Eruption trüge sich zu. Die Ermordung Selenskyjs wäre definitiv ein potenzieller Game-Changer.

Aut./Übers.: R.R.

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