Türkei bezichtigt Damaskus und Moskau für Lage im Kalifat Idlib- HTS-Chef meldet sich zu Wort um Ankara gegen YPG zu unterstützen

Die Al-Qaida in Idlib ist nun offiziell der Hausherr im Nordwesten-Syriens, und hat die von der Türkei und Russland beschlossene nie existente “entmilitarisierte Zone” fast vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

Die sogenannte Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Nusra, Al-Qaida) hat sich das kurzweilig entfaltende Machtvakuum um das kurdisch besetzte Manbij zu Nutze gemacht, und diverse türkisch gestützte Terroristen-Kollektive aus dem Weg geräumt.

Die Türkei glänzte während der HTS-Offensive mit Abwesenheit, und ließ einige treue dschihadistische Weggefährten unter die Räder geraten. Ankaras jahrelange Untätigkeit in Bezug auf die dominierende Terroristen-Organisation in Idlib, hat der HTS die felsenfeste Überzeugung eingetrichtert das die Türkei wohl nie die Waffen gegen sie erheben würde.

Was sich schließlich als richtige Auffassung erwies. Und die derzeitigen Entwicklungen sprechen allesamt dafür, das es keine Kursänderung geben wird.

Nach wochenlangen Verstummen hat Ankara inzwischen Stellung zu der Situation bezogen, und jegliche Verantwortlichkeit zurückgewiesen. Um die Sache abzurunden bezichtigte man Syrien und seine Allierten für die Eskalation, und behauptete obendrein sie seien die Schuldigen wenn Idlib zu einem “Terror-Nest” modulieren würde. Als wenn es das nicht schon längst wäre!

Der einer nicht friedensstiftenden Taube ähnelnde türkische Außenminister, Mevlut Cavusoglu, beschuldigte am 14.Januar die syrische Regierung das sie Terroristen beispielsweise aus dem fernen Daraa nach Idlib transferierte.

Zudem betonte er das die Türkei alles menschenmögliche tun würde, um den nicht vorhandenen “Frieden” in der “Idlib-Deeskalationszone” aufrechtzuerhalten und Verstößen vorzubeugen. Er behauptete sogar das die zwischen der Türkei und Russland getroffene Idlib-Vereinbarung,
trotz schwieriger Bedingungen, erfolgreich umgesetzt wurde. Der Mann leidet, um es glimpflich auszudrücken, sichtlich an Realitätsverlust.

Der primäre Nutznießer des angekündigten US-Abzugs aus Syrien und der damit einhergehenden türkischen Unruhe bezüglich der Kurden, die Al-Nusra, hat sich jüngst zu Wort gemeldet um zu verkünden das die HTS eine türkische Offensive auf die kurdische YPG mit allen Mitteln unterstütze.

Der Anführer der Hayat Tahrir al-Sham , Mohammed Al-Joulani, meldete sich höchstpersönlich zu Wort und äußerte gegenüber Ajmad-Media, das er jedweden türkischen Sturm auf die YPG-SDF unterstütze, darüber berichtete das Nachrichtenportal Southfront.

Er hob hervor das seine Gruppierung die “Operation zur Befreiung des Gebiets östlich des Euphrats” unterstützen würde. Überdies sagte Al-Joulani das die HTS ein wichtiger Teil der “Syrischen-Revolution” sei und wies Kritik von seinen terroristischen Pendants zurück, die behauptet hätten das die HTS-Expansion in der Idlib-Deeskalationszone die Tür für eine russisch gestützte Militäroperation in dem Gebiet öffnen würde.

Diese Situation kommentierend behauptete er ferner, das sich keine HTS-Kämpfer in Süd-Syrien oder Homs befunden hätten, die Landesteile dennoch von der syrischen Regierung zurückerobert wurden.


Die Türkei spielt unentwegt das Unschuldslamm, und weist jegliche Schuld für die katastrophale Lage in Idlib von sich. Wer die Ausgangsjahre und den den gesamten Verlauf des Syrien-Konflikts nicht vergessen hat, der müsste die oben rezitierten Aussagen des türkischen Außenministers Cavusoglu mit Argwohn betrachten.

Damaskus zu unterstellen das es den Terrorismus in seinem Land schüre, indem es von Ankara importierte Terroristen aus Landesteilen expelliert und ins Jihadi-Paradise transferiert, ist schon sehr üppig.

Die Destination Idlib kommt nicht von ungefähr, ist es doch seit der Befreiung Ost-Aleppos der islamistische Inkubator schlechthin und der von wahabitischen Extremisten bevorzugte Ort wo Terroristen aller Colleur mit offenen Armen, oder auch nicht, von der Domina Idlibs der HTS empfangen wurden.

Der syrischen Regierung den Vorwurf zu machen das sie Terrorismus in ihrem eigenen Land ausmerzen will, und dahingehend behaupten das sie in Idlib ein “Terror-Nest” geschaffen hat, aufgrund der dortigen strategischen Ballung von terroristischen Elementen, soll das eigene Versagen verschleiern.

Ankara hatte mindestens zwei Jahre lang Zeit um die HTS und ihr Gefolge in den Griff zu bekommen. Unter dem trilateralen (Russland, Iran, Türkei) Astana-Abkommen hat die Türkei die Idlib-Deeskalations-Zone mit der Prämisse zugeteilt bekommen jede geächtete Terroristen-Gruppierung vor Ort auszulöschen. Hingegen ist rein gar nichts in diese Richtung geschehen.

Mit der Hoffnung auf einen inzwischen gestorbenen Regime-Wechsel im Nacken, setzte Ankara alles daran eine schützende Hand über sämtliche im Nordwesten ansässige terroristischen Auswüchse zu legen. Anstatt wie gegenüber dem Iran und Russland beteuert den Terrorismus einzudämmen, leistete Ankara ausschließlich Vorschub. Was sich in der erodierenden regionalen Sicherheitslage wiederspiegelt.

Verf.R.R.

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