Fall Kashoggi: Türkei veröffentlicht Videomaterial von Doppelgänger des saudischen Journalisten

Am Sonntag verkündete der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, das die Türkei erwägt am kommenden Dienstag Beweise in Bezug auf den Mord an den saudischen Journalisten Jamal Kashoggi zu enthüllen. Offenbar scheint sich dies zu bestätigen. Bereits am Montag den 22. Oktober veröffentlichten diverse türkische Medien eine aufschlussreiche Reihe von Videos die den Hergang des Mordes in dem Generalkonsulat näher erläutern soll.

In Medienberichten war von einem Kashoggi-Doppelgänger namens Mustafa al-Madani die Rede der beim Betreten des Konsulats gefilmt wurde, und dabei wie er mit Kashoggi ähnelnden Merkmalen und dessen Garderobe das Konsulatsgebäude in Begleitung wieder verließ.

Somit wollte man den Anschein erwecken das der Journalist das Gebäude lebend verlassen habe, hieß es. Al-Madani sei eines der Mitglieder des 15 köpfigen Mordkommandos, das für den Tod Kashoggis verantwortlich ist.

Aus den Videoaufnahmen geht das geschilderte Szenario eindeutig hervor. Der Doppelgänger in Kaschoggis Kleidung und sein Begleiter wurden von etlichen Kameras in Istanbul eingefangen.

Türkische Ermittler waren somit in der Lage die Bewegungen der zwei Verdächtigen zu rekonstruieren. Die beiden saudischen Männer begaben sich ferner zur Sultan-Ahmed Moschee, um in der sich in der Touristenattraktion befindlichen Menschenmenge unterzutauchen.

Nach kurzen Betreten der sanitären Anlagen, wurden die beiden suspekten Individuen beim Verlassen des Geländes der Moschee gefilmt. Al-Madani hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits umgezogen und führte einen Plastikbeutel mit sich, in dem sich wahrscheinlich die Kleidung des ermordeten Dissidenten befand.

Im Anschluss des kurzen Aufenthalts bei der Moschee besuchten die Verdächtigen ein Restaurant, wo der Doppelgänger anscheinend seinen falschen Bart losgeworden ist. Anschließend entsorgten sie die mit sich geführte Plastiktüte in einem Müllcontainer. Offensichtlich erleichtert sind Mustafa al-Madani und sein Begleiter bei der Rückkehr in ihrem Hotel gefilmt worden.

Unmittelbar nach dem Verschwinden Kashoggis beharrte Saudi-Arabien darauf das der Journalist das Generalkonsulat lebend verlassen habe. Das missglückte Täuschungsmanöver wäre wahrscheinlich zum tragen gekommen, hätte die Türkei nicht unmittelbar darauf hingedeutet das der Journalist ermordet worden ist.

Das sich Riad zunächst bemühte seine Überzeugung zu vermitteln das Kashoggi unversehrt entlassen worden sei, bestätigt das die saudische Führung von vornherein über die Ereignisse unterrichtet gewesen sein muss, und nicht kalt erwischt worden ist, wie es derweil behauptet wird.

Verf.R.R.

 

 

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