Idlib: Entmilitarisierte Zone dahin? Terroristen nehmen mit Mörsergranaten Ortschaften in Aleppo und Hama unter Beschuss

Mit den Behauptungen das sämtliche schweren Waffen aus der “entmilitarisierten Zone” in Idlib abgezogen worden seien, hat die Türkei offenbar gelogen um die dortig stationierten Terroristen zu beschützen.

Wie das alternative Nachrichtenportal Southfront unter Verweis auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) mitteilte sollen oppositionelle Militante die in Nord-Aleppo liegenden Ortschaften Al-Shahba, Al-Zahra, Al-Nile und Halab al-Jadidah mit Mörsergranaten unter Beschuss genommen haben.

Was laut Southfront nicht der erste eindeutige Verstoß gegen die  russisch-türkische Konfliktvermeidungs-Vereinbarung sei. Vor zwei Tagen hätten Terroristen bereits mehrere Bezirke in Aleppo unter Beschuss genommen, und einen Bulldozer der syrischen Armee zerstört, so das Portal.

Das türkische Militär behauptete das sämtliche schweren Waffen aus der Zone verschwunden seien, auch Mörser. Die oben angeführten Verstöße bestätigen das die Türkei falsche Angaben machte, so Southfront.

Im Nordosten von Hama sei es zu ähnlichen Verstößen gekommen. Laut dem Portal sollen terroristische Elemente auf die Stadt al-Bahsa, und auf eine Basis der Syrisch Arabischen Armee (SAA) Grad-Raketen und Mörsergranaten abgefeuert haben.

Dabei seien zwei syrische Soldaten getötet und ein weiterer verletzt worden, hieß es. Laut Southfront sei es wahrscheinlich das sich zeitnah die SAA und die russische Luftwaffe dieser Verstöße annehmen werden, insbesondere wenn die Türkei darin versage die radikalen Extremisten aus der Zone zu befördern.

Die Indizien das die entmilitarisierte Zone keine tragfähige Lösung ist verdichten sich immer weiter. Ankara scheint mit seinem Ansatz zur Verhandlung mit Terroristen keinen Erfolg zu haben.

Weder zeigen sich die diversen Dschihadisten-Kollektive bereitwillig aus der Zone abzuziehen, noch sind alle schweren Waffen verschwunden. Allmählich entfaltet sich was seit dem Bekanntwerden der Zone, etlichen Beobachtern und Experten klar gewesen ist.

Die übergreifende Einsicht das eine direkte militärische Konfrontation mit der Hayat Tahrir al-Sham und ihrem Gefolge unvermeidbar ist. Egal wie sich Ankara drehen und winden wird. Entweder Erdogan kommt zur Besinnung und ordnet das türkische Militär an die terroristische Brut auszulöschen, oder Moskau legt seinem Astana-Partner nahe sich vom Geschehen zurückzuziehen um die längst überfällige Militäroperation zur Befreiung Idlibs zu starten.

Bisher sieht es nicht so aus das die Zone bis zum 20.Oktober dahingehend präpariert ist, das russisch-türkische Patrouillen von statten gehen könnten. Aller Voraussicht nach ist das Konfliktvermeidungs-Abkommen bereits Geschichte.

Womit die militärische Option wieder auf dem Tisch wäre. Gutes türkisches Zureden ist offenbar nicht der Weg um Bewegung ins Spiel zu bringen, die Terroristen-Gruppierungen dazu mobilisiert erobertes Gebiet abzutreten. Was vor allem damit zusammenhängt das die in Idlib stationierten Fraktionen zumeist türkische Stellvertreter in Syrien sind.

Und somit ist Ankara wie vorauszusehen war in ein Dilemma geraten, das Zugeständnisse abverlangt. Die von der Türkei unterstützten Söldner sträuben sich nun das Feld zu räumen, und verlangen im Gegenzug Kompensation.

Alte Weggefährte nun aus der Welt schaffen zu müssen, fällt Ankara offensichtlich nicht leicht. Diese Lage ist selbstverschuldet. Bis dato hegt man Ambitionen die auf eine Annektierung hinauslaufen. Ohne Besatzung durch Terroristen schwindet dieser Traum allmählich dahin, demnach setzt die Türkei alles daran den Status-Quo beizubehalten.

Verf.R.R.

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