Türkei bietet an, alle Jihadisten aus Idlib zu evakuieren. Russland und Iran halten an Plan zur Erstürmung Idlibs fest

Wie das libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar-News (AMN )unter Berufung auf die türkische Tageszeitung “Daily Sabah” mitteilte, soll die Türkei einen Plan zur Evakuierung von Jihadisten aus Idlib entworfen haben.

Laut dem Plan der von dem türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, während einer Zusammenkunft mit seinen russischen und iranischen Amtskollegen in Teheran unterbreitet worden sei, würden zwölf bewaffnete Gruppierungen, darunter die Hayat Tahrir al-Sham, ihre Waffen aushändigen.

Infolgedessen sollen die Kämpfer unter Bewachung der sogenannten “moderaten Opposition” zu einer “Pufferzone” transferiert werden. Jedoch nur unter der Bedingung wenn die Jihadisten zuvor ihre Waffen an eine Ankara gestützte Koalition militanter Gruppierungen übergeben, so das türkische Blatt ohne Quellen preiszugeben.

Dem Plan zufolge soll ausländischen Kämpfern gestattet werden, in ihre Heimatländer zurückzukehren. Hingegen sollen die Gruppierungen die sich weigern sich entwaffnen und umsiedeln zu lassen, Ziele von Anti-Terror-Operationen werden, hieß es.

Ferner werde Ankara anschließend eine militante Kraft trainieren, um die Sicherheit in der Provinz Idlib zu gewährleisten, so wie in anderen syrischen Regionen die von türkisch gestützten Militanten gehalten werden.

 

ORBISnjus sagt:

Sollte sich diese Nachricht bestätigen, dann sollte den beiden übrigen Garantiestaaten des Astana-Formats letztlich bewusst geworden sein, das nach Ankaras Auffassung am besten der gegenwärtige Status-Quo in Idlib beibehalten wird.

Ganz nach der Vorstellung der USA und ihrem europäischen Gefolge! Russland und dem Iran müssen die ewig gleich formulierten Ansätze der türkischen Regierung mittlerweile zum Halse raushängen.

Das wofür sich Ankara laut der Astana-Vereinbarung seit fast zwei Jahren ohnehin verpflichtet hat, wird nun neu verpackt und als Lösung präsentiert. Die Separation und Bekämpfung von Terroristen-Kollektiven wie der Hayat Tahrir al-Sham(HTS, Al-Nusra, Al-Qaida) in den sogenannten “Deeskalationszonen”, war eine unabdingliche Bedingung zur Etablierung dieser Zonen.

Während sich Iran und Russland um die Verwaltung diverser Zonen dieser Art kümmerten, ist Ankara damit beauftragt worden die auferlegten Regeln in Idlib durchzusetzen. Anstatt ihrem Auftrag nachzugehen, paktierten türkische Kräfte mit ortsansässigen Jihadi-Fraktionen, darunter die HTS.

Ankara ist ein entschiedener Gegner des amtierenden syrischen Präsidenten und seiner Regierung. Dort liegt der Hund begraben. Die unorthodoxe Konstellation der Troika für “Frieden in Syrien” (Russland, Iran, Türkei), verhindert das die Garantiestaaten an einem Strang ziehen.

Während die Türkei immer noch illusorisch den Regime-Change in Syrien herbeisehnt, unterstützen Russland und Iran die syrische Regierung in ihrem Kampf gegen importierte Terroristen.

Am 7.September trafen die Präsidenten der jeweiligen Garantiestaaten in der iranischen Hauptstadt Teheran zusammen, um die aktuelle Lage in Syrien und insbesondere in Idlib zu besprechen.

Irans Präsident Hassan Rouhani und sein russisches Pendant, Vladimir Putin, schlugen in ihren Eröffnungsansprachen ähnliche Töne an, und bekräftigten das die höchste Priorität die Annihilation sämtlicher Terroristen-Kollektive in Syrien sei.

Die unzumutbaren Zustände in Idlib seien nicht länger tragbar hieß es. Putin argumentierte das Terroristen in Idlib allem Anschein nicht dazu bereit seien, ihre Waffen zu strecken und überdies besorgniserregenden Aktivitäten nachgehen würden, wie die Inszenierung von C-Waffen-Attacken.

Informationen diesbezüglich seien der OPCW und den Vereinten Nationen übermittelt worden, so der russische Präsident während der anschließenden Pressekonferenz.

Desweiteren schilderte Putin die Gefahr die Drohnen-Angriffe auf den russischen Luftstützpunkt Hmeimim darstellen würden. In regelmäßigen Abständen würden in Idlib stationierte Terroristen, die Luftbasis mit unbemannten Luftfahrzeugen (UAV) angreifen, die laut Putin von “irgendjemanden” an die Terroristen geliefert würden.

Ferner erinnerte das russische Staatsoberhaupt abermals daran, das Terroristen-Kollektive wie die HTS von allen Waffenruhen auszuschließen sind, und  “Deeskalationszonen” wie Idlib nicht als sichere Häfen für Jihadisten gedacht waren.

Der iranische Präsident vertrat die gleiche Meinung, wie sein russischer Amtskollege. Beide Diplomaten äußerten zudem in der anstehenden Großoffensive auf Idlib alles menschenmögliche zu tun, um Zivilisten aus der Schusslinie zu bringen. Sprich humanitäre Korridore Abhilfe schaffen sollen.

Wie zu erwarten pflichtete der türkische Präsident den Ansichten seiner Kollegen nicht vollständig bei. Zwar erwiderte Erdogan das Terroristen in Syrien keine Zukunft haben sollen, jedoch versuchte er abermals die Anwesenden davon zu überzeugen das ein gemäßigtes Vorgehen gegen die Al-Qaida vonnöten sei.

Besonders besorgniserregend sei die  imminente Militäroperation zur Säuberung von Terroristen, hinsichtlich des Schicksals von 3 Millionen Zivilisten. Ein Massaker wie damals in Aleppo solle strengstens vermieden werden, so Erdogan. Nach Auffassung des türkischen Präsidenten sei die beste Lösung für die komplexe Lage in Idlib ein Waffenstillstand.

Dieser Vorschlag ist jedoch von dem russischen Präsidenten als unrealistisch zurückgewiesen worden. Dieser erwiderte:

“Im Grunde genommen hat der türkische Präsident recht. Dies wäre gut. Jedoch kann ich nicht für sie sprechen, und vor allen Dingen kann ich nicht für die Terroristen der Jabbhat al-Nusra oder der ISIS sprechen, das sie das Feuer einstellen oder es unterlassen mit Bomben bestückte Drohnen einzusetzen.”

Erdogan vertrat während der Schilderung seiner vernebelten Sichtweise die in den Mainstream-Medien verbreitete anti-syrische Propaganda, und behauptete das die syrische Regierung für das Blutvergießen die Verantwortung trage. Die Syrer sollten die Chance dazu bekommen ein Syrien ohne Assad aufzubauen. Ob die Syrer das überhaupt wollen scheint dem türkischen Präsidenten gleichgültig  zu sein.

Das einzige was das trilaterale Treffen vermochte hervorzubringen, ist die Gewissheit das Ankara das syrische Territorium nie verlassen möchte, und dafür in Kauf nimmt mindestens Hunderttausend Terroristen an seiner Grenze zu beherbergen. Erdogan sollte seine Senilität in den Griff bekommen und letztlich einsehen das er das Feld räumen sollte.

Verf.R.R

 

 

 

 

 

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