Biden wirft Selenskyj den Wölfen zum Fraß vor. NATO spricht von unweigerlichen Gebietsverlusten. Bereitschaft zur Kapitulation angedeutet. Es sieht nicht gut aus für Kiew. (Op-Ed)

Nachdem verschiedene renommierte US-Leitmedien der Ukraine ihre Fähigkeit absprachen, den Konflikt für sich entscheiden zu können, legte unterdessen der geistig umnachtete Commander in Chief nach und ließ durch die Blume verlautbaren, den „Halbgott“, Wladimir Selenskyj, zeitnah wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen.

Jüngst vermeldete die Nachrichtenagentur, Associated Press, unter Berufung auf den US-Präsidenten, Joe Biden, dass Letzterer am Rande des Amerika-Gipfels enthüllte, wie dessen ukrainisches Pendant sämtliche Warnungen in den Wind geschlagen haben soll und schier nicht einsehen wollte, dass Russlands „Invasion“ imminent sei. „Es gab keinen Zweifel daran, und Selenskyj wollte es schier nicht hören“, so der US-Oberbefehlshaber.

Ganz nach dem Motto: „Jetzt habt Ihr den Salat!“ Weshalb wirft Biden den ukrainischen Machthaber der Medien-Meute zum Fraß vor? Signalisieren die Amerikaner auf diese Weise etwa, dass hinsichtlich der realen Konfliktsituation, nicht die im Fernsehen übertragende, es zeitnah heißt: “ Suppe auslöffeln!“

Auf Verlierer zu setzen, war halt noch nie besonders rühmlich. Und mittlerweile dämmert es gar den verbissensten Verfechtern der ukrainischen David-Theorie, dass sie auf dem Holzweg sind. Der Ukraine-Konflikt hat vergleichsweise unheimlich schnell seinen Prime-Time-Status eingebüßt. Das 24-7 Nachrichten-Bombardement fand indes ein abruptes Ende.

Zwar ist die davon hergeleitete Berichterstattung nicht vollends versiegt, hingegen vereinnahmt Diese wenn überhaupt nur noch 20% der Sendezeit westlicher Nachrichtensender. Höchstwahrscheinlich sind die Einschaltquoten inzwischen rapide abgefallen. Worauf sich schließen lässt, dass die Öffentlichkeit das Interesse verloren hat. Kaum verwunderlich. Kriegs-Voyeure finden nur Gefallen am Geschehen, solange sie aus der Ferne die Show genießen können, ohne von der Krise betroffen zu sein. Doch wenn der Spaß im Supermarkt, an der Zapfsäule und mit Blick auf die Energiekosten beiseite ist, verstummt das Cheerleading augenblicklich.

Doch Ernüchterung macht sich nicht nur in Kreisen der Unterstützer Kiews breit, sondern auch im ukrainischen Machtapparat selbst. Mitunter drückt sich diese in Form von sinnlosen Verzweiflungsaktionen aus. Wie etwa Präsident Selenskyjs dezidierter Vorstoß Sanktionen gegen Wladimir Putin zu verhängen und Letzterem die Einreise ins künftige Afghanistan Europas zu verweigern. What a joke!

Aber auch vorschattierende Aussagen, die eine Kapitulation in Aussicht stellen, sind bisweilen zu vernehmen. Aleksey Arestovich, der frequentierend mit kontroversen Kommentaren auffallende Berater des ukrainischen Staatsoberhaupts, kommunizierte neulich folgendes aufzuhorchendes Gedankenspiel:

„Das wird nicht passieren, doch stellen wir uns vor Putin gewinnt, und 500 000 Ukrainer treten der 1,5 Millionen Mann starken russischen Armee bei. Jeder hat gesehen wie wir kämpfen. Und diese marschieren gen Europa. Die europäischen Spielzeugarmeen wären nicht im Stande eine russisch-ukrainische Allianz aufzuhalten.“

Seinem Gegner im Konjunktiv ansatzweise einzuräumen etwaig als Sieger hervorzugehen, zeugt von Schwäche. Abgesehen davon, dass sich Arestovich offenbar selbst gerne reden hört, sollte er seine Worte dennoch mit Bedacht wählen. Die einstigen Vorbilder Stepan Banderas, verachteten jedwedes Eingeständnis der Unterlegenheit. Ganz gleich ob sie fantasiereicher Natur waren.

Beispielsweise monierte Adolf Hitler vor seiner Machtergreifung, dass sich deutsche Tageszeitungen im ersten Weltkrieg eher auf das widerfahrende Leid der deutschen Truppen fokussierten, anstatt die heldenhafte Aufopferung für das Vaterland zu sterben, in den Vordergrund zu rücken. Hitler beanstandete etwa, dass man Briefe von Soldaten abdruckte, in denen fortwährend der Wunsch geäußert wurde die Waffen zu strecken. Wohingegen er die britische Presse dafür lobte, dass sie ihre Wehrpflichtigen mit heroischen und patriotischen Narrativen huldigten.

Den in die ukrainischen Streitkräfte eingegliederten Nazi-Milizen, wie das Asow-Regiment, der Rechte Sektor oder das Aidar-Bataillon, dürfte die Vorstellung an der Seite von Russen zu kämpfen, wie ein schlechter Scherz vorkommen. Mit „russischen Orks“ Schulterschluss im Schützengraben gegen Europa?

Als Selenskyj unmittelbar infolge seiner Inauguration durchklingen ließ, dass er intendiere das Blutvergießen im Donbass zu beenden, erhielt er waschechte Morddrohungen von den rechten Kräften, die 2014 den Putsch dirigierten. Also der Berater des ukrainischen Präsidenten wandelt auf dünnem Eis, mit seiner imaginären Zukunftsmusik.

Unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände stellt sich die dringliche Frage, wie lange die Ukraine diese zermürbende Abnutzungsschlacht noch durchhält?

Die britische Tageszeitung, The Guardian, beschäftigte sich unlängst ebenfalls mit diesem Thema und berichtete, dass Kiew derweil schätzungsweise monatlich 20 000 Männer verlöre. Das Blatt dazu:

Die schiere Zahl- monatlich über 20 000 Todesopfer – wirft Fragen auf, in welchem Zustand sich die ukrainische Armee befindet, wenn sich der Krieg bis zum Herbst hinziehen sollte.

Übrigens Selenskyj hat erst heute die Behauptung rekapituliert, es seien bisher insgesamt 10 000 ukrainische Soldaten im Gefecht gefallen.

Eine weitere Frage ist, wie viel ursprüngliches Hoheitsgebiet dann noch von Kiew kontrolliert wird.

Das es höchstwahrscheinlich zu einer unweigerlichen Abtretung von Territorien kommen wird, davon ist nunmehr auch das Nordatlantische Verteidigungsbündnis (NATO) überzeugt.

NATO-Direktor, Jens Stoltenberg, verkündete neulich:

Wie viel Gebiet ist die Ukraine bereit, für den Frieden zu opfern?

Laut Stoltenberg habe Frieden seinen Preis. Jedes Friedensabkommen sei an Kompromisse gebunden. Auch mit Blick auf das Territorium.

Der in der Ausgangslage des Konfliktes exaltiert versprühte Enthusiasmus, den Russen ihr zweites Afghanistan zu bescheren, ist schlagartig verflogen. Wir haben seit Anbeginn der Spezialoperation mehrfach angemahnt, dass der Westen bloß nicht den Fehler begehen sollte, Putin mit Saddam Hussein oder Gadaffi zu verwechseln. Diesem Trugschluss scheinen insbesondere viele Ampel-Politiker auf den Leim gegangen zu sein. Spätestens jetzt sollte jeder begriffen haben, dass die Ukraine, die vor dem 24.Februar einmal war, Geschichte ist. Und je länger, insbesondere die deutsche Bundesregierung, sich dagegen sträubt Einsicht walten zu lassen, desto größer werden die Gebietsverluste sein.

Und entgegen der herumschwirrenden Fehlannahme ausschließlich die Ukraine entscheide über ihre Zukunft, wird sich Selenskyj eher früher als später kleinlaut fügen müssen. Seine wahnwitzigen Forderungen nach einem vollständigen Abzug, gar von der Krim, werden alsbald von eingehämmerter Kompromissbereitschaft ausgedorrt. Die Tage sind gezählt.

Aut.R.R.

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