„Russland verliert den Krieg!“ Wirklich? Putins „Masterplan“ in die Hose gegangen, oder läuft es wie am Schnürchen für den Kreml? Hier die vom Westen weggewünschte Strategie Moskaus. „They`re winning! Big Time!“ (Op-Ed)

Vom westlichen Mainstream gemiedene multinationale Militärexperten, fallen angesichts der geradezu zum Haare raufenden Propaganda aus allen Wolken. Die Konsternation, dass der bellizistische Gossip rundum die Kriegsgeschehnisse in der Ukraine einer Beispiellosigkeit unterliegt, ist keine Übertreibung. Selten zuvor war eine solche Armada an gleichgeschalteten Expertenmeinungen zu vernehmen. Doch wie der britische Philosoph, Bertrand Russel einst feststellte: „Wenn alle Experten sich einig sind, ist Vorsicht geboten!

Da will uns der ein oder andere deutsche General a.D. weismachen ihm hätte ein Vögelchen gezwitschert, dass der ursprüngliche „Masterplan“ Putins mächtig in die Hose gegangen sei. Dem russischen Präsidenten schwebte nämlich ein Blitzkrieg vor, der die ukrainischen Streitkräfte in Nullkommanix pulverisiert hätte.

Dieses gemutmaßte Szenario sei dank des kampferprobten und heldenhaften ukrainischen Davids vereitelt worden. Der russische Goliath zeige sich beeindruckt und käme kaum mehr hinterher seine Wunden zu lecken. Um den gnadenlosen Todesstoß zu versetzen, bedarf es jedoch einer permanent überfälligen Schützenhilfe. Der David bräuchte lediglich eine größere und schwerere Steinschleuder und der Russe zöge mit eingezogenem Schwanz davon. Woraufhin die ukrainischen Mudschaheddin in einen Freudentaumel verfielen, wie einst ihre Waffenbrüder in Afghanistan als die Sowjetunion abzog und bevor die stellvertretenden Gotteskrieger sich gegenseitig an den Kragen gingen, so die prophezeite Sage.

Ferner lässt der geschlossene Kreis der Mainstream-Spezialisten fortwährend verlautbaren, dass diverse erschnüffelte Indikatoren einschätzend auf Herz und Niere geprüft worden seien und demnach blauäugig wirkende Evaluierungen der Gesamtlage zuließen.

Wie etwa die kompromittierend quakende Ente, dass russische Truppen aus der Peripherie Kiews mit Feuerkraft verjagt worden seien, gleichwohl der Rückzug ein einvernehmlicher Gegenstand der Friedensverhandlungen in Istanbul war. Dieser signifikante Teilsieg, habe die Schwachpunkte des Kremls offenbart, heißt es. Putin verlöre den Krieg an allen Fronten. Je länger der Rockstar Selensky uneigennützig digital um die Welt jettet, WW3 Sprachkonzerte gibt und die imaginären Säbel rasselt, desto wahrscheinlicher ist, dass ein tollwütiger NATO-Hund anspringt und Zähne fletschend den Rubikon überschreitet.

In Anbetracht das die US-amerikanische nachrichtendienstliche Gemeinde unlängst einräumte allerhand Desinformationen zu verbreiten, um Moskau aus der Reserve zu locken, ist mitnichten auszuschließen, dass man der Öffentlichkeit frequentierend einen Bären aufbindet.

Wenn wir mal ehrlich sind, ist vielen lancierten Stories mehr Schein als Sein zu attestieren. Wir hegen keine Intentionen uns als Militärexperten aufzuschwingen, doch scheuen uns mitnichten davor über den Tellerrand hinauszuschauen. Womit gesagt sein will, dass wir uns nicht ad hoc von homogenisierten und unserer Meinung nach analytisch unzureichenden Einschätzungen hochdotierter Spin-Doktoren einwickeln lassen. Wir tuen gut daran die Kehrseite der Medaille zu betrachten. Sprich konträre Sichtweisen zum permanent aufgedrängten Fertigprodukt der Konsensfabrik in Augenschein zu nehmen.

Ohne die Expertise vereinzelter angeheuerter deutscher Ex-Militärs schmälern zu wollen, sprechen wir ihnen dennoch das Vermögen ab, die Kriegsführung geopolitischer Kontrahenten richtig deuten zu können. Und nicht zuletzt weil die Bundeswehr wenn überhaupt nur als unbedeutender NATO-Deputy in Kriegsgebiete entsendet wird und in ihrer jungen Geschichte noch nie als Hauptkriegspartei auftrat. Womit in Sachen Kampfstrategie und Erprobung augenscheinlich eine unweigerliche geistige Verarmung einhergeht, die mitunter arg die Fähigkeit beeinträchtigt um die Ecke zu denken. Wenn dem nicht so wäre, würden wir von General X,Y und Z etwaig zu hören bekommen, dass in jedem bewaffneten Konflikt mit Täuschungsmanövern, False-Flag-Attacken, Finten und anderen irreführenden Instrumenten der Kriegskunst zu rechnen ist.

Das von westlichen Leitmedien einseitig und spekulativ geframte Kriegsszenario, spart hingegen etliche Betrachtungsweisen aus und tendiert zur realitätsfernen Schwarzweißmalerei. Woraus eine eklatant abgespecktere Validierung der Gemengelage resultiert, die unter anderem mit einer gravierenden Unterschätzung des Kremls aufwartet.

So sieht es auch der ehemalige UN-Waffeninspekteur, US-Veteran und Militärexperte, Scott Ritter. Dieser wurde in jüngster Zeit von diversen Journalisten gefragt, ob Russland den Krieg gewinnt, oder, wie der Westen behauptet, der Ukraine eine Ebenbürtigkeit wenn nicht gar Überlegenheit anzudichten sei.

Bevor Ritter konstatierend einschätzte, dass Moskau am Ende des Tages als haushoher Sieger vom Platz gehen würde, verwies er auf die Manöver-Kriegsführung. Die wie in dem Buch „Kriegsmaschinen Roboter im Militäreinsatz“ beschrieben wird, „Kampf als eine permanent flexible Angelegenheit versteht, ohne Front und Rückzugslinien.“

Laut Ritter sei es offensichtlich, dass die Russen, entgegen der gebetsmühlenartig kommunizierten Auffassung Letzterer wolle die gesamte Ukraine besetzen oder einnehmen, nicht daran interessiert sein sollen das gesamte Land einzuverleiben, sondern nur strategische Regionen. Die Entscheidung Moskaus lediglich 200 000 Soldaten gegen 600 000 ukrainische Kriegsdienstleistende ins Rennen zu schicken, widerspräche diesen Behauptungen vehement. Um ein Land in der Größe der Ukraine vollständig einzunehmen, bedürfe es ein weitaus stärkeres Aufgebot an Truppen, so Ritter.

Wie der Militärexperte weiterführend ergänzte gehe er davon aus, dass das russische Militär die Manövrierfähigkeit des Gegners erheblich einschränke, indem es große Konzentrationen von Truppenverbänden der Gegenseite an Regionen binde, die mitnichten auf der Menükarte stünden.

Beispielsweise habe die temporäre Belagerung der Peripherie Kiews darauf abgezielt die Illusion zu nähren, dass Moskau intendiere in die Hauptstadt der Ukraine einzurücken, um sie zu besetzen. Somit seien die dortig stationierten ukrainischen Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt worden und konnten nicht zum Hauptkriegsschauplatz in den Südosten entsendet werden. In der Zwischenzeit habe Russland strategische Ziele wie Treibstofflager liquidiert und Kiews Fähigkeit Großformationen aufzubieten weitgehend unterbunden. Alle Militärkollonen, die den Versuch starten aus der Hauptstadt auszurücken, wären leichte Ziele der russischen Drohnen und Kampfjets. Diese Kriegstaktik ginge ebenfalls anderenorts auf. Auch in der Hafenstadt Odessa, die laut Medienberichten in eine Festung verwandelt worden sei und jede Minute mit dem Einmarsch der Russen rechnete.

Dem UN-Waffeninspekteur zufolge sei dieser Angstzustand von den Russen gewollt. Somit würden ukrainische Truppen an Ort und Stelle fixiert, und die eigentliche Militäroperation könne seelenruhig von statten gehen . Angesichts der Naivität die der Westen an den Tag legt, sei er schier konsterniert. Man behandele einer der best ausgebildetsten Militärkräfte der Welt wie eine Kindergartentruppe und klammere sich an Fantasien fest, dass die Russen nicht wüssten was sie anstellten. In einem Gespräch mit zwei Friedensaktivisten umriss Ritter die mutmaßliche Kriegsstrategie Moskaus wie folgt:

„Was haben die Russen vor? Ich habe es Ihnen gesagt. Sie wollen Leute in Kiew binden. Es stehen Hunderttausend Soldaten in Kiew bereit, die wenn man sie nicht bedroht als Verstärkung nachrücken. Also rückt man von Belarus mit 40 000 Mann ein, und hält 100 000 in Schach. In Odessa befinden sich 80 000 Mann. Also entsendet man 30 000 Mann von der Krim und bedroht Odessa. Währenddessen lässt man Marineschiffe vor der Küste patrouillieren und die dortigen Truppen sitzen fest. Im Donbass sind 100 000 Mann stationiert und man möchte nicht, dass diese sich freimachen und auf Kiew reagieren, also bindet man sie. Man schickt die Milizen aus Donetsk und Luhansk über die Grenze, wo mit die heftigsten Kämpfe stattfinden, und man greift sich diese Leute und verwickelt sie in den Nahkampf, um ihre Manövrierfähigkeit zu unterbinden. Daraufhin nutzt man diesen Vorstoß, um eine Landbrücke zwischen der Krim und russischem Territorium herzustellen, sodass die Bewegungsfreiheit der Truppen gewährleistet ist. Mariupol war der Schlüssel dafür. Mariupol musste fallen. Es ist die einzige Stadt, um die die Russen kämpften. Fragen Sie sich mal warum? Weil es die einzig Wichtige ist. Alle anderen Städte sind unwichtig. Eine Stadt wie Kiew, mit einer Einwohnerzahl von 3,1 Millionen, nimmt man nicht mit nur 40 000 Soldaten ein. Das wird nicht geschehen. Ebenso wird man nicht in der Lage sein, mit 50 000 Soldaten eine Stadt wie Charkiw einzunehmen, wo 1,6 Millionen Menschen leben. Dies wird nicht passieren. Doch mit 50 000 Soldaten nimmt man eine Stadt wie Mariupol ein, indem man sie umzingelt und bombardiert. Was geschehen ist. Auf diese Weise wurde die Stadt eingenommen. Eine extrem grausame Situation, doch militärisch notwendig. Diese Phase nennt man die Vorbereitung des Schlachtfelds. Ein anderer Punkt auf den ich noch hinweisen möchte ist, dass die Russen in der Ukraine nahezu alle Treibstofflager weggebombt haben. Ich schmunzele nicht darüber. Doch dies ist entscheidend. Weil, womit wird ein Panzer angetrieben? Benzin. Womit wird ein Lastwagen angetrieben? Benzin. Was ist ein Panzer ohne Treibstoff ? Ein Sarg. Was ist ein Lastwagen ohne Treibstoff? Ein weiterer Sarg. Alle Munitionslager wurden weggebombt. Was taugt ein Artilleriegeschütz ohne Munition? Es ist eine Einladung getötet zu werden. All die Nahrung und das Wasser mit denen die Truppen versorgt werden sollen. Was ist ein hungriger oder durstiger Soldat? Ist er tot oder ein Gefangener? Also die Russen prägen die Schlacht und vereiteln die Manövrierfähigkeit der Ukrainer, während sie ihre örtlich begrenzten Ziele erreichen, um sich für die großangelegte Militäroperation vorzubereiten, einer ukrainischen Streitkraft Herr zu werden, die ausgehungert ist und der Wasser, Führung, Treibstoff und Munition vorenthalten wurde. Das ist die zweite Phase. Die Russen sind von Kiew abgezogen, weil sie die dortigen Truppen nicht mehr binden müssen. Diese Truppen können sich nicht vom Fleck rühren, weil sie keinen Treibstoff haben. Also sitzen sie fest. Und falls sie versuchen sollten sich zu bewegen, werden sie allesamt von der russischen Luftwaffe getötet. Zumal sie sich auf eine Autobahn begeben müssen, wo sie alle sterben werden. Es wurde bereits beobachtet, dass Versuche unternommen wurden mit Konvois nach unten vorzustoßen. Doch alle wurden von den Russen weggefegt. Es findet keine Truppenverstärkung statt. Die Truppen im Donbass können nicht manövrieren. Sie sitzen in der Falle. Und nun kesseln die Russen sie ein und werden den Großteil der ukrainischen Armee töten oder gefangen nehmen. Und sobald dies geschieht, ist nichts mehr übrig. Dann werden die Russen in der Lage sein, den Ausgang nach ihrem Ermessen zu bestimmen. Deshalb sage ich, dass die Russen gewinnen. So sehe ich den Kriegsverlauf. Ich fehlinterpretiere keine Entwicklungen wie beispielsweise: „Die Russen sind daran gescheitert Kiew einzunehmen.“ Die Russen hatten nie vor Kiew einzunehmen. „Sie versagten Odessa einzunehmen.“ Sie haben nie beabsichtigt Odessa einzunehmen. Dies waren lediglich Ablenkungsmanöver, um eine signifikante Anzahl ukrainischer Truppen an Ort und Stelle zu binden und sie von dem Schwerpunkt fernzuhalten. Und deswegen sage ich, dass die Russen diesen Krieg gewinnen. Und ihn sehr bald für sich entscheiden werden. „

Hört sich nicht so an, als lägen bei Moskau die „Nerven blank“, wie es unlängst ein Keyboard-Militärexperte vom Nachrichtensender Welt formulierte. Wir sehen es schon kommen. In einigen Monaten, spätestens zur Winterzeit, werden viele Medienvertreter und Politiker dumm aus der Wäsche schauen, wenn es heißt:“ Russland etwaig doch unterschätzt?“ Und der Bürger zahlt die Zeche. Bis zum Abwinken.

Aut.R.R.

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