Wagner Meuterei im Sande verlaufen. Desavouierter Prigoschin von westlichen Geheimdiensten instruiert? Kreml-Inszenierung?
Meine Güte was war das für eine ereignisreiche Fortnite. Der Putschversuch in Russland war für so manchen Beobachter ein Heidenspektakel und kaum beachtenswert, wie Hintergrundgeräusche bei einem Heavy Metal Konzert.
Andere wiederum witterten hinter dem Wagner-Aufstand den Beginn eines „lang ersehnten“ Regime Wechsels. Mussten jedoch schwer enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass die Initiatoren offenbar schlecht beraten waren, was die Erfolgschancen der medienwirksamen Aktion betraf.
Derweil schwirren im Mainstream-Sektor die wildesten Spekulationen herum, die sich vorwiegend der Frage nach dem Warum widmen. Fassungslos stehen viele sogenannte Experten wie der Ochs vorm Berg. Uneinigkeit liegt in der Luft. Weswegen sah „Putins Koch“ urplötzlich davon ab auf Moskau vorzurücken, nachdem er sich verbal halsbrecherisch weit aus dem Fenster lehnte?
Seit Monaten telegraphierten Prigoschins wankelmütige Auftritte, dass er für den Kreml zeitnah zum Problem werden könnte. Hingegen schwang mit Blick auf seine impulsiven Ausfälle stets der Hintergedanke mit, dass es ein abgekartetes Spiel sein könnte, um Kiew in falsche Sicherheit zu wiegen.
Die Täuschung und List sind unsterbliche Kriegselemente. Dahingehend sollte das Gedächtnis der meisten hiesigen Meinungsmacher aufgefrischt werden. Zumal der immer lauter bellende Prigoschin kürzlich vermehrt als Bestätigung für geheimdienstlich injizierte oder eigenhändig ausgebrütete Informationen genommen wurde. Nach dem Motto „Putins Koch muss es ja wissen. Was er von sich gibt muss halbwegs Hand und Fuß haben.“
Womöglich handelte es sich hierbei um einen propagandistischen Knochen, nach den hinreichend blutrünstige Schakale schnappten. In erster Linie könnte die vermutliche Inszenierung den Anschein erweckt haben, dass die allenthalben im Ether zu vernehmende Hoffnung eventuell doch nicht auf Sand gebaut war. Sprich die Selenskyj-Junta mit den richtigen „Wunderwaffen“ und hinlänglich „Himmelfahrtskommandos“ ausgestattet, das Ruder doch noch herumreißen könnte.
Das im Vorfeld des Putschversuchs klangvoll angestimmte Innuend,o welches ein imminentes Aufbegehren Prigoschins suggerierte, verfehlte seine Wirkung offenbar nicht. Der Höllenschlund, Bachmut, scheint ein Beleg zu sein für die mutmaßlich erfolgreiche Scharade. Die frequentierenden Wutausbrüche gepaart mit Anschuldigungen gegenüber Moskau keine Munition geliefert oder Wagner-Kämpfer im Regen stehen gelassen zu haben, werden sicherlich zur Entsendung etlicher ukrainischer Himmelfahrtskommandos beigetragen haben. Also falls Prigoschin vorsätzlich Desinformationen lancierte, um das ukrainische Militär in eine Falle zu locken, ist dies als brillanter Schachzug psychologischer Kriegsführung zu werten.
Das der Kreml Prigoschins Tiraden unentwegt tolerierte , spricht etwaig für dessen Komplizenschaft. Hingegen können wir uns auch auf dem Holzweg befinden und der Wagner-Boss ist tatsächlich wahnsinnig geworden. Zumindest was seine vermeintlichen Machtansprüche anbelangt .
Vieles spricht für Letzteres. Laut aktuellem Open-Source Kenntnisstand, soll die Privatarmee, Wagner, indes aufgelöst worden sein. Es heißt der Kreml habe den Kämpfern Amnestie gewährt und sie vor die Wahl gestellt nach Hause zu ihren Familien zurückzukehren, oder sich für den Wehrdienst in der russischen Armee zur Verfügung zu stellen.
Der genaue Aufenthaltsort Prigoschins ist unbekannt. Zwar verlautete es aus Medienkreisen unlängst, dass er aus seinem angeblichen Exil, Belarus, kurzweilig nach Russland einreiste. Hingegen korrespondierten jene Spatzengesänge mit keiner Verifizierung. Sprich es blieb wie gehabt beim Hörensagen.
Wenn „Putins Koch“ tatsächlich auf Stippvisite war, wird er höchstwahrscheinlich nicht bei seinem ehemaligen Wohnsitz aufgekreuzt sein. Denn laut Medienberichten haben russische Behörden in St. Petersburg das palastartige Anwesen Prigoschins durchsucht und reichlich Bildmaterial veröffentlicht.
Die Ermittler wollen in der enormen Datscha auf allerhand charakteristische Indizien gestoßen sein. Nach den allenthalben herumkursierenden Fotos, war der vermeintliche Putschist bis an die Zähne bewaffnet und verfügte über reichlich Bargeld und Requisiten, um seine Identität zu verschleiern. Ein ausgestopfter Alligator und ein Foto das Köpfe enthaupteter „Feinde Prigoschins“ veranschaulichen soll, gehören zu den bizarreren Funden.
Eine Demütigung erster Güte. Der Wagner Chef wird von Putin augenscheinlich gehörig desavouiert. Falls es sich um keine Inszenierung handelt, ist darüber hinaus davon auszugehen, dass die vom Kreml an Prigoschin geflossenen Milliarden entweder eingefroren oder gänzlich eingezogen werden . Sofern sie auf russischen Konten geparkt sind. Wovon auszugehen ist hinsichtlich seiner unrühmlichen Reputation. Allerdings wird er für den Fall der Fälle bestimmt gewisse Vorkehrungen getroffen haben. Nicht zuletzt weil das Missglücken einer Meuterei als Hochverrat angesehen wird und ein Verbleib in der Heimat unwahrscheinlich erscheint.
Hinzu kommt die mitnichten auszuschließende Möglichkeit dass Jewgeni Prigoschin etwaig auf mehreren Hochzeiten getanzt haben könnte. Sprich als Doppelagent fungierte und sich von der CIA & Co einspannen ließ, um als Trojaner in Erscheinung zu treten. Den Pentagon Papers zufolge stand Prigoschin im regen Kontakt mit dem ukrainischen Geheimdienst. Darauf schließen unabhängige Kriegsbeobachter durchaus naheliegend, dass er höchstwahrscheinlich auch mit den Amerikanern und Briten flirtete. Schließlich ist das angloamerikanische Duo, das tonangebende im Ukraine-Krieg.
Was sich auch immer im Endeffekt zugetragen haben mag, entgegen der westlichen feuchten Träume, der kurzatmige Wagner Aufstand sei ein Vorbote eines „Regime Wechsels“, hat sich die Möchtegern Meuterei als Popularitäts-Booster entpuppt. Wladimir Putins Umfragewerte sind auf einem Allzeithoch. Uncle Sam wird verstehen müssen, dass in Russland von Innen heraus nichts zu machen ist. Und dadurch dem längst entschiedenen Kriegsausgang nichts angehabt wird.
Aut.R.R.

Und noch eine Theorie:
In seiner Rede hat Putin Prigoschin nicht namentlich beschuldig. Auch die Wagner Söldner hat er als Patrioten gelobt. Natürlich nicht alle, denn ein Teil von ihnen sind ehemalige Strafgefangene oder Ausländer. Ersetzt man den vermeindlichen (nicht namentlich genannten) Schurken „Prigoschin“ durch „Schoigu und Gerassimow“, bekommt die Rede ein ganz besonderes Schmankerl.
Durchaus möglich, dass das dynamische Duo Schoigu/Gerassimow ihr eigenes Süppchen hinter Putins Rücken kocht. Demnach war der „Putsch“ nichts weiter, als eine Aktion, Schoigu und Gerassimov aus ihrem Hasenbau in Rostow zu treiben (das Hauptquartier der Armee wurde von Wagner umstellt) und zu „beseitigen“. Neben einigen Hubschraubern, die die Wagner Söldner angegriffen haben sollen, wurde auch die RF-75917 Il-22VzPU mit 11 Passagieren in der Region Woronesch abgeschossen. Dieses 4-Motorige Flugzeug dient der Funk- und Radaraufklärung, hat also wohl kaum die Wagner Söldner direkt angegriffen. Eher nehme ich an, dass Schoigu und Gerassimow in diesem Flugzeug vermutet wurden, die sich auf der Flucht nach Moskau befanden.
Als jedoch klar wurde, dass beide wohlbehalten entkommen konnten, wurde auch der ganze „Putsch“ umgehend beendet.
Wer jetzt letzendlich die grösseren Patrioten sind, Schoigu und Gerassimov oder Putin, sei mal dahin gestellt. Letzterer jedenfalls, davon bin ich überzeugt, ist ein williger Vollstrecker der NWO und alles andere als ein Patriot.
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