Selenskyj auf Abschiedstournee in den USA. (Kommentar)

Die bisweilen von stehenden Ovationen unterbrochene Rede des ukrainischen Machthabers, Wladimir Selenskyj, vor dem US-Kongress, hatte den Charme von einer sang und klanglosen Abschiedstournee.

Die sich als minder tageslichttauglich erweisende „Times-Person des Jahres“ Kroch letztlich aus dem Kiewer-Bunker hervor, um ihrem Big Spender einen Pflichtbesuch abzustatten. Schließlich will man den schnell vergänglichen Mann der Stunde in Washington noch einmal persönlich zu Gesicht bekommen, ehe es sich dem unweigerlichen Ende zuneigt.

Umzingelt von überparteilichen Aasgeiern des militärischen industriellen Komplexes, die ihrem derweil größten Waffenabnehmer und Stellvertreter du jours wie einst den Taliban den Hof machten, wartete Selenskyj mit einer wahrhaft monumentalen Aussage nach der anderen auf. Geschichtsträchtig ob ihren plakativen Ausschweifungen, die sich lechzend nach dem unmittelbaren rechtschaffenden Einschreiten von Veritas sehnen.

Seinen Gönnern devot Honig um den Bart schmierend verausgabte sich der erodierende Präsident der Ukraine regelrecht, was narrative Wahnvorstellungen betrifft. Der Großteil seiner Audienz ist sich gewahr, dass seine letzte Stunde geschlagen hat und machte schier gute Miene zum bösen Spiel. Den olivgrünen Winzling mit Schulterklopfern und thumbs up-Gesten einlullende und in Sachen Krieg unentwegt geschlossen auftretende blaue Esel und rote Elefanten, ließen ihrem leichenblassen Proxy eine scheinheilige Sympathie zuteil werden. Als hätten sie ihm seine Weltretter-Anekdoten tatsächlich abgenommen.

Somit erfuhren beide Parteien ihre temporäre symbolträchtige Genugtuung. Selenskyj bekam die größte denkbare politische Plattform geboten, um die Mär vom obsiegenden David zu reanimieren. Wohingegen dem Konglomerat im Capitol Hill ebendiese Talking Points erwartungsgemäß entgegenflogen, welche es vereinfachen sollen die öffentliche Wahrnehmung auf einen langwierigen Krieg einzustimmen. Um es in den Worten von Selenskyj auszudrücken: „Bis der letzte Ukrainer gefallen ist.“

Darauf läuft es letztendlich hinaus. In der Ansprache vor dem US-Kongress räumte die amerikanische Geisel unverblümt ein: „Was Artillerie und Munition anbelangt, sind uns die Besetzer deutlich überlegen. Sie verfügen über weitaus mehr Raketen und Luftfahrzeuge als wir. Das ist die Wahrheit. Doch unsere Verteidigungskräfte stehen.“ Setzte der britische Geheimdienst nicht unzählige Vorhersagen ab, die bereits im April einen zeitnahen Zusammenbruch des russischen Militärs prädizierten?

„Die Ukraine wird sich niemals ergeben.“ und „Sie können unseren Sieg beschleunigen,“ bekräftigte der nunmehr humorlose Komiker in Gegenwart US-Abgeordneter. Dessen oberster General, Salushnyj, bei weitem weniger Siegessicherheit an den Tag legt, als sein direkter Vorgesetzter und gar jüngst öffentlich enthüllte mit dem Gedanken zu spielen die Waffen zu strecken. Augenscheinlich völlig vereinnahmt von seiner Hybris, die ihn fortwährend dazu hinreißt den Tag vor dem Abend zu loben, lässt sich das ukrainische Staatsoberhaupt im verderblichen Siegestaumel wehrlos hinfort treiben.

Was die dringliche Frage aufwirft, wie aus der Sicht Kiews der Ausdruck „Sieg“ zu definieren ist. Gar dem Kreml adversiv gegenüberstehende Experten, sprechen der ukrainischen Wehrmacht das Vermögen ab, alle von Russland annektierten Gebiete zurückzuerobern. Eine laut Selenkskyj unverhandelbare Prämisse für die Aufnahme von Friedensverhandlungen. Ferner würde eher die Hölle zufrieren, als das sich in Moskau ein Regime Change ereignet. Insofern. What is he talking about?

Dem Staatsoberhaupt der Ukraine zufolge hätte die Ukraine zumindest den Propagandakrieg für sich entscheiden können. Die deutsche Prawda zitierte Selenskyj wie folgt: „Wir haben Russland im Kampf um den Verstand der Welt besiegt.“ Na denn! Dürfte teilweise im Westen zutreffen, doch nicht im Rest der Welt. Und im globalen Süden erst recht nicht.

„Nicht den Hals voll kriegen wollend“, kommentierten etliche unbefangene Beobachter die unverschämte Bittstellung ,trotz weiterer bewilligter $45 Milliarden, noch mehr zu fordern. Es ist halt nie genug. Mehr Waffen mehr Geld, mehr von Allem. Die ukrainische First Lady intendiert wahrscheinlich weiterhin die Marie Antoinette zu mimen und luxuriösen Shopping Sprees nachzugehen.

Allem Anschein nach bringt der vom kollektiven Westen unentwegt als Schwächling dargestellte Gegner, doch wesentlich mehr Stärke mit, als man ihm kontinuierlich abspricht. Wie ließen sich die verpulverten Unsummen und das verlorene Kriegsgerät sonst erklären. Der russische Fleischwolf ist in den vergangenen Wochen reichlich gefüttert worden. Entlang der 1500km langen Frontlinie, erleiden die Ukrainer alltäglich erhebliche Verluste. Die Energieinfrastruktur ist beinahe zu 60% eradiziert. Die US-Waffenpakete werden trotz des medienwirksamen Pomps immer enger geschnürter. Jene und weitere richtungsweisende Teeblätter-Inschriften, verheißen alles andere als einen strategischen Sieg der Ukraine.

Die Vultures in Washington sind zu lange im Geschäft, als das ihnen eine Fehlinterpretation in dieser Größenordnung unterlaufen könnte. Die Lindsey Grahams & Co sind schier darauf aus dem russischen Erzfeind solange wie nur möglich „schwer zusetzen“. Sprich den Krieg bis zum Gehtnichtmehr hinauszuzögern. Was das Ableben zig weiterer Himmelfahrtskommandos ungetrübt in Aussicht stellt.

Sobald General Armageddon die notwendigen Ressourcen und Manpower beisammen hat, wird Russland in die Offensive gehen und eine in Schatten stellende Schockwirkung entfalten. Eine künftig allenthalben kursierende Schlagzeile wird vermutlich lauten: „Russland unterschätzt?“ Oder etwaig: „Selenskyj ins Ausland geflohen. Führte der ukrainische Präsident den Westen hinters Licht?“ Das unweigerliche böse Erwachen hätte vermieden werden können, Now it`s too late.

Aut.R.R.

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