Balenciaga: Es sieht nicht gut aus! (Op-Ed)

Der erneut in Skandaltracht eingehüllten Luxusmarke, Balenciaga, läuft die Zeit davon. Denn desto mehr Stunden ins Land ziehen, desto mehr haarsträubendes Material wird zu Tage gefördert. Hingegen gestaltet sich die online Spurenverwischung offenbar schwieriger als angenommen.

Zwar liquidierte das Modelabel unterdessen seine jeweilige Präsenz in den sozialen Medien Twitter und Instagram, doch das Internet vergisst nie. Sprich die Sicherung aller etwaig kompromittierender Dateien, dürfte vor derer vollständigen Exterminierung längst erfolgt sein. Was die Durchschlagskraft bisherig unternommener Schadensbegrenzungsmaßnahmen erheblich schmälert.

Seine Hände in Unschuld waschend dementiert Balenciaga die indes aus dem Verkehr gezogene Kiddie-Porn-Modekampagne in Auftrag gegeben zu haben und kündigte an rechtliche Schritte gegen eine angeblich eigenmächtig handelnde Produktionsfirma einleiten zu wollen. Mit den BDSM-Teddybären und dem Gerichtsdokument, jenes Teile eines Urteils aufführt das zugunsten von Produzenten „virtueller kinderpornografischer“ Inhalte entschied, nichts am Hut haben wollend, bezichtigt Balenciaga den angeheuerten Fotografen die pädophilen Requisiten ohne Befugnis impliziert zu haben. Der Fotograf weist jene Anschuldigungen zurück und behauptet er habe die jeweiligen Sets so vorgefunden und sei nur zum Knipsen da gewesen. Wo liegt der Hund begraben?

Ferner stellt sich die Frage, ob der Herausgeber Tomaten auf den Augen hatte, als er grünes Licht für die Veröffentlichung gab. Schwer zu glauben das in der Hierarchiekette eines solchen Milliardenkonzerns PR-Patzer dieser Größenordnung überhaupt möglich sind. Ehe die Modekampagne ihre Publikation erfuhr, müssen eigentlich zig Leute ein Auge darauf geworfen haben.

Die reziproken Schuldzuweisungen der involvierten Parteien muten zudem an, dass weitaus mehr im Argen liegt als zunächst befürchtet. Und wie eingangs angemerkt, sind die Ausmaße des stark verwinkelten Kaninchenbaus längst nicht erschlossen.

Weitere eingespeiste subliminale Botschaften suggerieren nämlich, dass der favourite Designer diverser Berühmtheiten noch ein paar mehr miefende Leichen im Keller liegen hat, als die Kolportage verheißen lässt. Michael Borremanns Buch, Fire from the Sun, und Cremaster Cycle von Matthew Barney, sind bisher kein Gegenstand von Balenciagas Mea-Culpa Offerte gewesen. Trotz der abstoßenden Identität dieser geradezu gottlosen Werke. Ausschließlich das kannibalistische, okkulte, satanische und pädophile Klientel, dürfte von einem derartig sinisteren und abartigen Expressionismus angetan sein.

Das sich Balenciaga eher der dunklen Seite der Macht verschrieben hat, ist für Eingeweihte kein Geheimnis. Wer sich hin und wieder die Fashionshows des 1917 gegründeten Modehauses verabreicht, dem dürfte der überdeutliche Hang zum Düsteren kaum entgangen sein.

Nach unserem Geschmack vermochten sich ein paar zu viele Pädophilie verharmlosende Sequenzen, „klammheimlich einzuschleichen“. BDSM-Teddys, Kinderporno-Gerichtsbeschlüsse, Bücher deren Aussagekraft eine extrem unheilige ist. All dies soll sich sämtlichen korporativen Argusaugen entzogen haben?

Darüber hinaus scheint Balenciaga nicht so genau hinzuschauen, wer auf seiner Gehaltsliste steht. Wie gesagt die Durchforstung der sich abzeichnenden Chronologie des Schreckens, wird jeden Stein umdrehen und sich nicht von halbgaren Ausflüchten beirren lassen.

Weswegen nunmehr bereits die erste extrovertierte Personalie unter die Räder geriet. Die Stylistin, Lotta Volkova, die mitunter Models für die Unternehmen, Vetements, Adidas und Vogue aufbrezelt, verunstaltet auch für Balenciaga hinreichend Laufstegsklaven. Ihr unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals privatisierter Instagram Account, weist eine enorme Prävalenz expliziten Contents auf. Sadismus glorifizierende Bilder missbrauchter Kinder, scheinen Volkova ihr Faible zu sein. Die Hingabe zu Satan ist unverkennbar.

Entzog sich jene über Jahre hinweg dokumentierte Gewaltverherrlichung, etwa auch der Kenntnis von Balenciaga? Wenn ja spricht dies nicht unbedingt für die unabdingliche reputationsbedingte Umsicht des Unternehmens.

Ganz gleich wie man es dreht und wendet, der elitäre Einkleider der oberen Zehntausend, der in den 1960 Jahren dynastische Berühmtheiten wie Mona von Bismarck und Pauline de Rothschild (die Ehegattin von Baron Philippe de Rothschild) zu seiner Kundschaft zählte, wird sich fortan arg in acht nehmen müssen, wie er sich in der Öffentlichkeit präsentiert. Fortan werden viele ganz genau hinschauen.

Aut.R.R.

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