Der ukrainische Präsident räumt ein Russland militärisch nicht das Wasser reichen zu können, und niemand nimmt Notiz davon. (Op-Ed, Video)

Da backt der sonst so großspurige ukrainische Machthaber mal endlich kleinere Brötchen und kein Schwein will etwas mitbekommen haben. Präsident Selenskyj verkündete soeben das Scheitern seiner großangekündigten Gegenoffensive. Demütig eingestehend den Russen in Sachen Kriegsführung derweil nicht das Wasser reichen zu können.

Hingegen vernahmen wir unlängst im Radio, dass der britische Geheimdienst die Ukrainer klar im Vorteil sähe. Abermals hieß es den Russen ginge zeitnah die Munition aus, ihre Kampfkraft schwinde schleunigst dahin und die Kampfmoral liege brach. Fraglich wie jene kolportierten Beobachtungen mit dem ernüchternden Eingeständnis Selenskyjs korrespondieren sollen? Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte räumt unverblümt ein, dass seinen Truppen ungemein schwer zugesetzt würde.

Diese richtungsweisende Prognose für den weiteren Kriegsverlauf ignoriert der Mainstream geflissentlich und beruft sich stattdessen auf auswärtige Geheimdienstberichte, die sich in der Vergangenheit mehrfach als weit hergeholt erwiesen. Die verdrängenden Tendenzen, sind mehr als offensichtlich. Anscheinend ist man nunmehr gefangen im Dilemma der narrativen Ausweglosigkeit. Wie um Himmelswillen soll man der deutschen Öffentlichkeit jetzt erklären, dass die Russen haushoch überlegen, und Kiews Chancen den Konflikt für sich zu entscheiden gleich Null sind?

Seit Monaten bekommen wir zu hören das der ukrainische David nur noch die richtige Steinschleuder erhalten müsste um den russischen Goliath die Leviten zu lesen. Doch diese imposante Superhelden-Story wartet immer noch sehnlichst darauf in die Annalen eingehen zu können. Was allerdings nur möglich wäre, wenn die Ukrainer ab und an zumindest mal einen strategischen Sieg einfahren würden. Sprich mit großflächigen Geländegewinnen etc. glänzen.

Unentwegt schleunigst von der Realität eingeholte Indikatoren, wie etwa die spekulativ angenommene Reduktion russischer Artillerieangriffe und Offensivaktionen, werden kontinuierlich fehlinterpretiert und als suggerierende Schwächung von Moskaus Militärmaschinerie verklärt. Nur um kurzerhand wieder bombastisch auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt zu werden.

Es ist an der Zeit sich nicht fortwährend in die eigene Tasche zu lügen. Selbst in den USA bröckelt die öffentliche Solidarität mit der korrupten Militär-Junta in Kiew, angesichts der ausbleibenden Trendwende auf dem Schlachtfeld. Und wenn zweckgebundene und normalerweise vorwiegend parteiische Menschenrechtsorganisationen den US-Stellvertreter allmählich aufs Korn nehmen, ist etwas im Busch.

Die „Nichtregierungsorganisation“, Amnesty International, wagte es doch tatsächlich eine noch bis vor kurzem als russische Propaganda abgetane Tatsache zu bestätigen. Die Ukrainer funktionieren zivile Infrastruktur zu militärischen Zielen um. In einem diesbezüglichen Untersuchungsbericht der NGO heißt es mitunter:

„Ukrainische Kräfte haben durch die Errichtung von Basen und operativen Waffensystemen in belebten Wohngebieten, einschließlich Schulen und Krankenhäusern, das Leben von Zivilisten in Gefahr gebracht, als sie die russische Invasion abwehrten, die im Februar begann.

Solche Taktiken verstoßen gegen das internationale Völkerrecht und gefährden Zivilisten, da somit zivile Objekte zu militärischen Zielen umfunktioniert werden.

Das Bundesministerium für Verteidigung vertritt eine klare Linie, was die Definition von militärischen Zielen betrifft. Auf der Homepage des Ministeriums findet sich folgende Erläuterung dazu:

Angriffe im bewaffneten Konflikt sind streng auf militärische Ziele zu beschränken. Soweit es sich um Objekte handelt, gelten nach einer allgemein anerkannten Definition als militärische Ziele nur solche Objekte, die aufgrund ihrer Beschaffenheit, ihres Standortes, ihrer Zweckbestimmung oder ihrer Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beitragen und deren gänzliche oder teilweise Zerstörung, deren Inbesitznahme oder Neutralisierung unter den in dem betreffenden Zeitpunkt gegebenen Umständen einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt. Militärische Ziele sind darüber hinaus die Kombattanten der gegnerischen Partei und Zivilpersonen, sofern und solange sie unmittelbar an den Feindseligkeiten teilnehmen, weil sie dadurch ihren Schutz als Zivilpersonen verlieren. Soweit ein Rechtsberater des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (Melzer) in seiner „Interpretative guidance on the notion of direct participation in hostilities under international humanitarian law“ davon ausgeht, eine „continuous combat function“ reiche für Mitglieder bewaffneter Gruppierungen zusammen mit anderen Voraussetzungen aus, um den für Zivilpersonen vorgesehenen Schutz zu verlieren, solange diese Funktion beibehalten wird, findet dies keine Stütze im geltenden HVR.“

Der olivgrüne „Kriegsheld“ kann so oft an die Decke gehen, wie ihm genehm ist. Dieser Auszug spricht eine deutliche Sprache. Amnesty nunmehr als russischen Agenten zu diffamieren, tut nichts zur Sache. An der Faktenlage ist nicht zu rütteln. Im Krieg werden auch Opfer zu Tätern. Eine unbequeme Wahrheit, die nur zu gerne ständig in Vergessenheit gerät. Euronews zitierte Selenskyj, der den unangenehmen Amnesty-Bericht entschieden zurückwies, wie folgt:

„Es gibt keine Vorraussetzung, nicht einmal hypothetisch, unter der ein russischer Angriff auf die Ukraine gerechtfertigt wäre“, sagte Selenskyj. „Wenn Sie solche manipulativen Berichte veröffentlichen, dann sind Sie mitverantwortlich für den Tod von Menschen.“

Manipulativ? Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Felsbrocken werfen. Seine emotionalisierten Moralpredigten mögen etwaig hirnlose Beobachter beeindrucken und vom Wesentlichen ablenken. Doch der gezielte Versuch seinem Gegenüber ein schlechtes Gewissen zu machen, indem man es nonchalant bezichtigt Blut an den Händen kleben zu haben, weist unter halbwegs normal schaltenden Menschen wenig Durchschlagskraft auf. Der ukrainische Präsident scheint auf dem Holzweg zu sein, das so gut wie niemand die von ihm in den Ether entlassenden roten Heringe wahrnimmt. Weit gefehlt! Und nicht zuletzt ist es seine in diesem Artikel umrissene Sprunghaftigkeit, die erhebliche Zweifel an seiner Kommunikation aufkommen lassen. Vielleicht gibt es ja zwei Selenskyjs. Uns gefällt der einsichtigere besser. Nur wird dieser bedauerlicherweise frequentierend von seinem schizophrenen Mitstreiter untergraben. Heute der demütige Verlierer, morgen wieder der flamboyante Gotteskrieger.

Aut.R.R.

Ein Kommentar

Kommentar verfassen