Butscha: US-Blatt New York Times will abermals“Smoking Gun“ entdeckt haben, die „russische Gräueltaten“ belegt. Hier die Inkonsistenzen, weshalb es sich um eine weitere Schreckschusspistole handelt. Op-Ed ( Videos, Fotos 21++!)

Korrespondenten der US-Tageszeitung, New York Times, verschlug es unlängst nach Butscha, den Kiewer Vorort, der Anfang April Weltberühmtheit erlangte, nachdem infolge einer Säuberungsaktion der ukrainischen Nationalgarde dutzende Leichname auftauchten und urplötzlich aus dem Blauen heraus Aufschreie emergierten, die russische Kräfte eines „Massakers“ bezichtigten.

Das Blatt präsentierte kürzlich die Ergebnisse einer „wochenlangen“ Investigation, die zwar als „nicht zu übersehene Smoking Gun“ ausgewiesen wird, doch juristisch gesehen berechtigte Zweifel aufkommen lässt.

NYT-Reporter wollen während ihres mehrwöchigen Aufenthalts in der Peripherie Kiews, allerhand Videomaterial zugespielt bekommen haben, dass aufzeigen soll wie eine Gruppe gefangener Männer von russischen Soldaten exekutiert wurde. Mit den kolportierten Ereignissen „übereinstimmende“ Zeugenaussagen, sollen den vermeintlichen Tathergang rekonstruierbar machen, behauptet die Times.

Wir nahmen uns die Zeit, die in einem Artikel zusammengefasste „Beweisführung“ näher zu beleuchten und entdeckten dabei diverse Inkonsistenzen, welche gehörig Skepsis und Argwohn aufflammen lassen.

Beispielsweise fokussierte sich die NYT wieder einmal auf äußere Erscheinungsmerkmale vereinzelter Personen, um eine löchrige Kausalkette zusammenzuflechten. Für eine Zuweisung von Identitäten sollte anstatt eines Fahrrads, diesmal ein blaues Kleidungsstück herangezogen werden.

Wie in den von einer Überwachungskamera eingefangenen eingangs präsentierten Videoaufnahmen zu sehen ist, trägt einer von 9 Männern, die angeblich von russischen Soldaten abgeführt wurden, ein hellblaues Oberteil.

Ein weiteres laut Angaben von Zivilisten gefilmtes Video, soll zeigen wie die Gruppe Gefangener vor einem Bürogebäude, mit der Anschrift Yublanka-Strasse 144, aufgereiht wird. Zwar kommentiert die aufnehmende Person die Vorgänge, hingegen ist aufgrund der äußerst schlechten Bildqualität, schier keine präzise Abgleichung mit den Angaben möglich. Zu hören ist wie die männliche Stimme erzählt, dass die „Geiseln“ zu Boden gezwungen werden und es sich um neun Personen handelt, doch die Anzahl ist mitnichten herauszufiltern. Als Indiz dafür, dass es sich um die zuvor in Gewahrsam Genommenen handelt, wurde das besagte hellblaue Oberteil hervorgehoben.

Vor dem Hintergrund das die Times in Erfahrung gebracht haben will, dass die angeblich hingerichteten Männer Kombattanten gewesen seien, weisen diese beiden Videos keine ungewöhnlichen Vorkommnisse auf. Wer die Waffen erhebt, muss damit rechnen in Gefangenschaft zu geraten. So ist das nun mal in einem bewaffneten Konflikt. Doch bis hierher keine geringste Spur von einer Hinrichtung auszumachen. Und überdies findet die von „Zeitzeugen“ zugespielte Videoaufnahme ein unerklärlich abruptes Ende, das den weiteren Verlauf nur erahnen lässt. Worin die NYT bekanntlich äußerst bewandert ist. Das Blatt hierzu:

„Das Video endet. Doch acht Zeugen erzählten der Times, was als nächstes geschah. Die Soldaten brachten die Männer hinter ein unweit gelegenes Bürogebäude, dass die Russen übernahmen und in eine provisorische Basis umfunktionierten. Es waren Schüsse zu hören. Die Gefangenen kehrten nicht zurück.“

Der Times zufolge habe sich dies am 4.März zugetragen. Einen Tag später soll eine ukrainische Drohne Bilder eingefangen haben, die sich mit diesen Zeugenaussagen decken.

Ein Drohnen-Video, welches einen Tag später am 5.März aufgenommen und ebenfalls der Times zugespielt wurde, ist der erste visuelle Beweis, der die Augenzeugenberichte bestätigt. Es zeigt die leblosen Körper, die neben dem Bürogebäude in der Yablunka Strasse 144 liegen, während zwei russische Soldaten daneben stehen. Unter den Leichnamen ist ein hellblauer Blitz wahrzunehmen- Der Gefangene im hellblauen Sweatshirt,“ so das Blatt.

Um es kurz zu machen, dies zeigen die präsentierten Aufnahmen nicht. Die extrem verpixelte Vergrößerung, lässt dahingehend rein gar nichts erkennen. Die angeblich zwei neben den „Leichnamen“ verweilenden „russischen Soldaten“, könnten Aliens gewesen sein. Der Pixelbrei vereitelt jedwede Identifizierung. Genauso verhält es sich mit dem angeblich ausgespähten Leichenberg. Hinzu kommt noch das der beschriebene „hellblaue Blitz“, ein dunkelblauer ist. Kein Richter der Welt, würde dies als einen Slam-Dunk bezeichnen. Eher als unzureichenden Hinweis, der angesichts seiner nicht evaluierbaren Eigenschaften zu verwerfen ist. Also auch dieses Video scheitert schier daran, die durchwegs insistierend kommunizierte Unwiderlegbarkeit zu untermauern.

Wenn die Times sich doch so auf eine bestimmte Farbe eingeschossen hat, um Eins und Eins zusammenzuzählen, können wir den Spieß auch umdrehen und dieselben Parameter anwenden, um solche weit hergeholten Interpretationen zu entkräften.

Denn während das Blatt seine Leser dazu anhält sich auf das hellblaue Merkmal zu konzentrieren, sind noch weitaus markantere Bezugspunkte auszumachen. Beispielsweise trägt ein anderer Kriegsgefangener eine viel auffälligere Klamotte. Eine mittelblaue Jacke mit roten Segmenten im Schulter und oberen Rückenbereich. Die Times verweist auf ein am 3.April geschossenes Pressefoto, das den Tatort in Butscha zeigen soll. Auf diesen ist kein Leichnam zu sehen, der diese noch viel auffälligere Jacke trägt. Ferner ist ein Corpus auszumachen der eine Jogginghose mit dicken roten Streifen an den äußeren Hosenbeinen trägt. Keine der neun Personen, die laut Videomaterial von russischen Soldaten festgenommen wurden, schien so ein Kleidungsstück zu tragen. Also was hat es mit diesen inkonsistenten Farbenspielen auf sich? Wo ist der Mann mit der blau-roten Jacke? Und wer ist der Mann mit der rot gestreiften schwarzen Hose, der sich scheinbar später hinzugesellt haben muss?

Kommen wir nun zu den Zeugenaussagen, die nicht minder an Unumstößlichkeit einbüßen. Und nicht zuletzt weil Repressalien befürchten müssende Zivilisten, noch nie glaubwürdige Quellen waren. Hingegen kommen von dieser Kategorie ohnehin kaum welche zu Wort. Und wenn sind es subjektive und keine detailreichen Testimonien.

Wie etwa ein „Zeitzeuge“ namens, Yura Razhik, 57, der in Butscha unweit des besagten Bürogebäudes wohnen soll und gesehen haben will, wie einer der neun Gefangenen von einem russischen Soldaten erschossen wurde. Der Times blieb schier nichts anderes übrig, als sich auf diese Schilderungen zu verlassen.

Doch das große Narrativ dieses Artikels basiert zum Großteil auf einer einzigen geradezu hollywoodreifen Erzählung, eines zwielichtigen Charakters. Einer von den mutmaßlich Hingerichteten, soll laut eigener Wiedergabe Glück im Unglück gehabt und die „Exekution“ überlebt haben. Der an Kampfhandlungen gegen die Russen beteiligte, Ivan Skyba,43, ist sozusagen der Kronzeuge dieser Geschichte.

Laut dem Bericht habe Skyba der Times mitgeteilt, dass er passenderweise den gesamten Ablauf des Szenarios mitbekommen hätte. Die russischen Soldaten sollen ihn und einen anderen Gefangenen zunächst im Bürogebäude verhört und zusammengeschlagen haben, ehe sie anschließend jedoch nur seinen Kompagnon erschossen. Woraufhin sie Hr.Skryba, wie er fortwährend benannt wird, wieder zurück auf den Parkplatz geschafft hätten, wo die anderen ukrainischen Kämpfer festgehalten worden seien.

Wie weiter oben erwähnt, haben mit Russland sympathisierende oder kooperierende Elemente, mit lebensbedrohlichen Vergeltungsmaßnahmen des Selenskyj-Regimes zu rechnen. Weswegen alle Zeugenaussagen mit höchster Vorsicht zu genießen sind.

Laut Hr.Skyba sei einer der Gefangenen schwach geworden und habe den Russen gesteckt, dass sie keine Zivilisten seien. Die Times bestätigt wie folgt, dass die Jagdsaison eröffnet wurde, um diesen „Hochverräter“ schleunigst zu überführen.

„An einem Punkt habe einer der Checkpoint-Wachen den Russen gestanden, dass sie Kämpfer seien. Diesen Mann sollen sie ziehen lassen haben, so Hr Skyba. Laut einem örtlichen Militärkommandeur und Ermittlern, hätten ukrainische Behörden eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet. In einem Regierungsdokument, welches die Times einsehen durfte, wird „Hochverrat“ angegeben.“

Selenskyj hat seit Kriegsbeginn klargestellt, was mit dem „Feind paktierenden und kooperierenden“ Ukrainern bläut. Die Todesstrafe. Insofern ist es nicht so weit her, mit der Glaubwürdigkeit befangener Zeugen. Der deutsche Journalist, Thomas Röper, zur umgreifenden Angst vor Racheakten der ukrainischen Regierung:

Bei meinem ersten Besuch, war ich auch in Melitopol. Auf dieser Reise war ich sehr beeindruckt von der Angst, die den Menschen in den Augen geschrieben steht. Und ich meine nicht Diejenigen, die nicht konform gehen mit der russischen Militäroperation. Meiner Einschätzung nach, ist das die Minderheit. Es gibt Diejenigen die fluchen, Videos aufnehmen und kundtun, wie sehr sie nicht damit einverstanden sind. Diejenigen die einverstanden sind, verhalten sich nicht so. Und das ist die Mehrheit. Ich sehe es auf den Plätzen, wenn dort Hunderte von Menschen sind, flüstern sie beim Vorbeigehen russischen Soldaten zu: „Danke Leute, doch bitte zieht nicht ab.“ Sie sind extrem ängstlich und machen keinen Hehl daraus. Sie befürchten, dass die Russen abziehen werden und es zu Repressalien kommt. Nebenbei bemerkt, ist das nach meinem Verständnis in Butscha passiert.

Der dubiose „Kronzeuge“, der sein kaum zu fassendes „Narrenglück“ gegenüber der US-Tageszeitung zu Protokoll gab, trug dermaßen dick auf, sodass die Stichhaltigkeit augenblicklich abhanden gerät. Aber lesen Sie selbst wie die NYT darüber berichtet:

Auf mich wurde geschossen und ich ging zu Boden. Die Kugel drang in meine Seite ein….Ich fiel zu Boden und ich tat so, als ob ich tot bin. Ich bewegte mich nicht und hielt den Atem an. Draußen war es kalt und man konnte den Atem der Leute sehen,“ so der zitierte Hr.Skyba.

Sein anschließendes „Entkommen“ beschreibt das Blatt weiterführend:

„Hr. Skyba lag dort während Soldaten eine weitere Salve auf Verwundete feuerten, die sich noch bewegten. Er wartete 15 Minuten ab, bis er die Stimmen der Soldaten nicht mehr hörte. Dann rannte er los.“

Wir wagen es zu bezweifeln, dass im Angesicht des Todes, ein Luftanhalten, wie es Abnoetaucher vermögen zu tun, überhaupt möglich ist. Wie lange soll denn Hr.Skryba die Luft angehalten haben, während ihm die Kugeln um die Uhren flogen, fünf, sieben, oder doch zehn Minuten?

Der für voll genommene ukrainische Kämpfer hat scheinbar zu viele Filme geschaut und sich davon inspirieren lassen. Mit Verlaub diese Geschichte ist zu schön, um wahr zu sein. Es gibt wahrscheinlich tausende Filmszenen, die eben genau dieses Spektakel illustrieren. Doch wie die um die Welt gegangenen Fotos veranschaulichen, waren die Leichen nicht übereinander gestapelt, sodass untere etwaig noch lebende Korpusse verdeckt wurden, sondern lagen vereinzelt verstreut in unmittelbarer Nähe zueinander. Also mit dem Luftanhalten für mehrere Minuten und dem nicht entdeckt werden, wollen die tatsächlichen Gegebenheiten mitnichten korrespondieren.

Betreffend des Zustands der Leichname, sind ebenfalls allerlei Einsprüche zu erheben. Laut der Times befragten sie in Butscha zwei Zeugen, von denen Einer die hinter dem Bürogebäude „exekutierten“ Kämpfer bereits am 4.März gesichtet haben will. Also einen Monat bevor Butscha medienwirksam als „Gräueltaten-Stätte“ erklärt wurde. Wir sind keine Gerichtsmediziner oder Pathologen, doch sind der Meinung, dass der Verwesungsgrad, insbesondere in der Rekonstruktion und Aufklärung von Verbrechen, eine entscheidende Rolle spielt. Geht es nicht in jeder CSI-Folge darum, wann konkret das Ableben stattfand?

Der ehemalige UN-Waffeninspekteur, Geheimdienstler, US-Veteran und Militärexperte, Scott Ritter, erörterte weshalb er der festen Überzeugung ist, dass die angeblich Anfang April entdeckten Leichname, kurz vorher und nicht mehrere Wochen zuvor getötet wurden. Ritter:

“ Ich habe genügend Leichen gesehen. Wenn man Jemanden am 19. März erschießt und lässt die Leiche bei einer Außentemperatur von 10-15 Grad auf der Straße liegen, sieht diese bestimmt nicht aus wie die Leichen, die im Fernsehen gezeigt wurden. Leichname tendieren dazu sich aufzublähen. Die Kleidung neigt dazu aufzureißen, weil der Leichnam anschwillt und daraufhin platzt. Es ist sehr abscheulich, widerlich und grässlich. Das hat man nicht im Fernsehen zu sehen bekommen. Was man zu sehen bekam, waren frisch getötete menschliche Lebewesen. Und es gibt noch einen weiteren Beweis, den die Öffentlichkeit in Augenschein nehmen sollte. Als die Ukrainer dies bekanntgaben, war ein mexikanischer Journalist vor Ort, in Butscha, und filmte die Leichname. Frisches Blut. Er saß da und sagte:“ Diese Leute wurden gerade erst getötet. Das ist frisches Blut.“ Die Leichen lagen nicht seit dem 19. März dort. Sie waren übersät mit frischem Blut. Diese Menschen wurden am 1. April von der Ukrainischen Nationalgarde ermordet.“

In einem Kriegsbericht aus Mariupol, von dem Journalisten Patrick Lancaster, ist zu sehen wie dutzende Leichname auf einer Strasse zum Stahlwerk Asowstal herumliegen. Lancaster filmte dabei einen leblosen Körper, dem äußerlich anzusehen ist, dass er nicht vorgestern das Zeitliche segnete. Übrigens dieses Massaker sollen Asow-Krieger begangenen haben, wie ein gesprächiger Einwohner angab. Zwecks Verdeutlichung haben wir unten ein Foto von dem hochgradig verwesten Leichnam eingefügt. Nichts für schwache Nerven.

Also die von der NYT entdeckte Smoking Gun ist eine weitere Schreckschusspistole. Jeder unbefangene Gerichtshof könnte sich nicht dagegen sträuben, diese unzureichend verzahnte Beweiskette abzuweisen. Um Kriegsverbrechen zu belegen bedarf es doch weitaus mehr Substanz.

Aut.R.R.

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