Die aus allen Himmelsrichtungen erfolgenden bellizistischen Solidaritätsbekundungen gegenüber der Ukraine, sollten die letzten Zweifel an einen Stellvertreterkrieg entkräftet haben. Und zumal ein Proxy auf Schützenhilfe angewiesen ist, drängt sich die unweigerliche Frage auf, Who is calling the shots ?
Wer zieht die Strippen im Hintergrund und übt die ultimative Befehlsgewalt aus? Laut Georges Malbrunot, dem internationalen Chefkorrespondenten der überparteilichen französischen Tageszeitung, Le Figaro, hätten die „Amerikaner das Sagen.“ Wie Malbrunot nach seiner Rückkehr aus der Ukraine dem Sender C-News mitteilte, habe er während seines Aufenthalts eine Gruppe freiwilliger Kämpfer aus Frankreich begleitet und sei verdutzt gewesen, als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel:
„Wir waren durchaus überrascht herauszufinden, dass der Weg in die ukrainische Armee, einzig und alleine über die Amerikaner führt. Sie haben das Sagen,“ so der Journalist.
Dieser fügte hinzu, dass die Gruppe Freiwilliger und seine Wenigkeit beinahe von US-Soldaten in Gewahrsam genommen worden seien, da Letztere den Verdacht geschöpft hätten, dass die Franzosen bereits die Waffen sprechen ließen. Überdies sei es zu einer zwanghaften Vertragsunterzeichnung gekommen, dessen Gültigkeit an das Kriegsende gebunden sei, wie Malbrunot angab. Der französische Korrespondent insistierte:
“ Wer hat den Hut auf? Die Amerikaner. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen. Ich dachte ich bin mit den internationalen Brigaden, doch stattdessen fand ich mich in einer Konfrontation mit dem Pentagon wieder.“
Gleichwohl Malbrunot Teil des Mainstream-Establishments ist, machten seine Schilderungen schier keine Schlagzeilen. Mit der Enthüllung unbequemer Wahrheiten, haben es seine zweckgebundenen Kollegen bekanntlich nicht so.
Hingegen können unter den Teppich kehrende Hofberichterstatter, getrost mit einer abstrafenden Gleichgültigkeit geahndet werden, wenn es um die Eruierung der Machtverhältnisse in der Ukraine geht. Zumal zig imperiale Regierungsvertreter Uncle Sams mehrmals unverhohlen öffentlich skizzierten, welche Position Russlands Nachbar auf dem Grand Chessboard bekleidet. Um im Schachjargon zu bleiben, könnte man es simplifizierend mit dem Ausdruck „Bauernopfer“ umschreiben.
Der Kongressabgeordnete der demokratischen Partei, Adam Schiff, etwa, der jüngst Kettenglied einer nach Kiew entsandten Delegation war, konkretisierte die Zweckmäßigkeit der Unterstützung der Ukraine unverblümt, als er 2020 gegenüber dem US-Senat kurz und knapp kommunizierte:
„Die Vereinigten Staaten helfen der Ukraine und ihrer Bevölkerung, damit wir Russland dort bekämpfen können und nicht hier bekämpfen müssen.“
In a nutshell! Dechiffriert bedeutet dies sozusagen, dass der Vorhof Russlands weiterhin als Austragungsort potenzieller Nuklearkriege favorisiert wird. Wie uns die Geschichte gelehrt hat, ist der Terminus „nationale Sicherheit“ ein aus amerikanischer Sicht äußerst dehnbarer Begriff. Wobei es mitunter vorkommt, dass Washington Kontinentalgrenzen in anderen Erdteilen, als seine eigenen betrachtet. Salopp ausgedrückt: „Bevor es bei uns vermutlich knallt, lassen wir es anderswo rumsen.“
Wie weiter oben erwähnt begleitete Adam Schiff, dessen hervorstechende Augenpartie mit den Todesblicken einiger bekannter Serienmörder konkurrieren könnte, das unlängst nach Kiew ausgeschwärmte Kriegskabinett der Biden-Administration, welches seine ukrainischen Vasalen in ihrem Bestreben bestärkte „zu kämpfen bis der letzte Ukrainer gefallen ist.“
Der Kongressabgeordnete der Demokraten, Jason Crow, schwadronierte etwa:
“ An Pattsituationen sind wir nicht interessiert. Ferner sind wir nicht daran interessiert, wieder zum Status Quo zurückzukehren. Die Vereinigten Staaten von Amerika mischen mit, um zu gewinnen. Und wir stehen an der Seite der Ukraine, bis wir den Sieg errungen haben.“
Des Weiteren beteuerte die offensichtlich in die Jahre gekommene Sprecherin des Unterhauses, Nancy Pelosi:
„Wir sind hier um Ihnen zu danken, dass sie einen Kampf um die Freiheit führen. Sie kämpfen für alle. Und unsere Verpflichtung ist für Sie da zu sein, bis der Kampf vorüber ist.“
Und Adam Schiff ließ in dieselbe Kerbe schlagend verlautbaren:
„Die gesamte friedliebende Welt, ist an dem Kriegsausgang und an der Sicherstellung interessiert, dass die Ukraine als Sieger hervorgeht. Wir sind entschlossen alles in unserer Macht stehende zu tun, um dies zu bewerkstelligen. Wir sind stolz auf den Schulterschluss mit der Ukraine. Und werden nicht davon abrücken, bis der Sieg errungen ist.“
Der für den konservativen US-Nachrichtensender, FOX-News, tätige politische Kommentator, Tucker Carlson, übte unlängst Kritik an den oben zitierten „Russia-Gatern“, die angeblich rachelüstern auf Revanche für die verlorene US-Präsidentschaftswahl 2016 erpicht seien, ohne an die Konsequenzen zu denken, mit der größten Nuklearmacht in den Ring zu steigen.
Carlson warf unseres Erachtens, die inmitten all des exaltierten Aktionismus am meisten verdrängte Frage in den Raum. Wie definiert man den „Sieg gegen Russland.“ Was ist überhaupt damit gemeint? Die Vertreibung aus der Ukraine, oder ein Regime-Change? Jason Crow sagte eine Rückkehr zum Status Quo würde es nicht geben. Welchen Status Quo? Geht es hier schier um einen weiteren endlosen Déjà-vu-Krieg, der US-Rüstungskonzerne und Börsenanteile eignende Regierungsvertreter, mit astronomisch rentablen Gewinnen überschüttet? Der FOX-News Pundit äußerte hierzu:
“ Nancy Pelosi erzählt uns, dass wir mit einer Nuklearmacht auf Kriegsfuß stehen, ohne Ende in Sicht. Haben Sie diesen Film nicht schon einmal gesehen? Soeben beendeten wir Einen nach 20 Jahren in Afghanistan. Wird es so ausschauen? Dies ist ein Konflikt mit offenem Ende, wie der Krieg gegen den Terror, sagte Nancy Pelosi.“
In Anbetracht der kriegstreibenden Verheißungen, fällte Tucker Carlson ein vernichtendes Urteil über die grobe Fahrlässigkeit, die Konsequenzen des eigenen Handelns unzureichend zu berücksichtigen:
„Dies ist die rücksichtsloseste Außenpolitik, in der amerikanischen Geschichte. Wir sehen eine Gruppierung dekadenter und zum Teil seniler Führungskräfte, die fahrlässig die Konsequenzen ausblenden mit einer atomar bewaffneten Nation einen Krieg vom Zaun zu brechen. Sie gehen mit den Konsequenzen eines Nuklearkriegs äußerst lax um.“
Carlson trifft den Nagel auf den Kopf, mit seiner Beobachtung, dass die Biden-Regierung intendiert einen Regime-Change in Moskau zu orchestrieren und die Ukraine schamlos ausnutzt, um dieses gelinde gesagt schwierige Unterfangen über die Bühne zu bringen.
Kaum verheißungsvolle Aussichten für das Selenskyj-Regime und sein Himmelfahrtskommando, dass den Braten inzwischen gerochen haben dürfte, doch als geopolitischer Spielball der Vereinigten Staaten, kaum vermag Einwände zu erheben, oder Einspruch einzulegen, um etwa eine bilaterale Friedensschaffung anzustreben.
Zu einem sitzen dem brillant eingefädelten Time-Magazine „Helden des Westens“ Nazis im Nacken und zum anderen Uncle Sam. Beide Entitäten nötigen das ukrainische Regime, fortwährend die Waffen sprechen zu lassen. Der mitunter von der CIA ausgebildete nationalistische Kader, sieht jedwede Annäherung an Russland als Hochverrat an. Worauf die Todesstrafe steht. Der rechte Sektor etwa warnte Selenskyj unmittelbar nach dessen Amtseintritt davor, diesbezüglich ja nicht aus der Reihe zu tanzen, da Letzterer ansonsten an einem Baum in der bekanntesten Flaniermeile Kiews hängen würde.
Doch Washington ist die Übermacht in diesem Erpressungsspiel. Sollte das ukrainische Staatsoberhaupt und sein Gefolge nicht nach der Pfeife des US-Establishments tanzen und versuchen Sand ins Getriebe des militärischen industriellen Komplexes zu schütten, indem man sich beispielsweise mit dem Kreml an einen Tisch setzt, um dessen Sicherheitsbedenken ernst zu nehmen, werden Geldhähne zugedreht, Waffenlieferungen eingestellt und niederringende Sanktionen verabschiedet. Ferner muss mit einem Marionetten-Putsch gerechnet werden, der eine politische Rochade erzwingt.
Alles in Allem die perfekten Gegebenheiten für einen weiteren Endless-War, auf dem nunmehr sämtliche planetaren Umwälzungen und Krisenentwicklungen abgewälzt werden sollen “Putins-Krieg“ ist der Sündenbock für den gezielt herbeigeführten ökonomischen Verfall, der eher der grünen Utopie, dem beispiellosen Sanktions-Orchester und dem endlosen Corona-Drill geschuldet ist, als einem Konflikt zwischen zwei Meinungsverschiedenheiten hegenden Parteien. Gleichwohl extern implizierte und tiefgreifende Differenzen, wohlgemerkt gleich nach deren Aufbürdung in Aussicht stellten, wo die Reise hingehen würde. Stichworte NATO und Ost-Erweiterung.
Jedem Beobachter mit einem halbwegs intaktem Hirn, war von Anfang an gewahr, dass die Provokationen des Westens vis a vis Moskau , eines guten Tages in einen Krieg münden würden. Voila! There You have it.
Der gegenwärtige CIA-Direktor, William Burns, verfasste 2008 in seiner ehemaligen Position als Botschafter in Russland ein vertrauliches Telegramm mit den Bände sprechenden Titel „Nyet means Nyet! In diesem umriss Burns die von Moskau gesetzten roten Linien. Wobei die NATO-Erweiterung als Hauptproblematik hervorgehoben wurde.
Also niemand kann sagen und jetzt so tun, als käme die militärische Intervention überraschend. Den Russen mag man einiges nachsagen, doch sie bluffen nicht. Das sollten jetzt eigentlich alle begriffen haben.
Aut/ Übers: R.R.

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