Wer kontrolliert die Ukraine, Selenskyj oder die Nazis? (Op-Ed)

Als der mutmaßlich arg vom Napoleon-Komplex geistig vereinnahmte ukrainische Machthaber, Wolodimyr Selenskyj, 2019 in das Amt gespült wurde, für das er bei weitem nicht gewachsen ist, gab er sich noch als Hoffnung spendende Friedenstaube, die wie ihr Vorgänger Poroschenko zuvor versprach, den seit 2014 in der Donbass-Region von Kiew vom Zaun gebrochenen Bürgerkrieg zu beenden.

In seiner Inaugurationsrede gestand Selenskyj ein, dass seine Prädezessoren für eine existenzielle Entfremdung der russischsprachigen Bevölkerung verantwortlich seien und eine Exklusion begünstigt hätten. Ferner bekundete er seine Bereitschaft zum Dialog, sowie unkomfortable Abstriche machen zu wollen, um Frieden zu schaffen. Selenskyj seinerzeit wörtlich:

Unsere erste Mission ist eine Waffenruhe im Donbass. Ich wurde öfters gefragt: Welchen Preis sind Sie bereit zu zahlen, für einen Waffenstillstand?“ Ich kann Ihnen versichern, dass ich jeden Preis zahlen werde, um das Sterben unserer Helden zu stoppen. Ich scheue mich auf keinen Fall davor schwierige Entscheidungen zu fällen und ich bin bereit dafür meinen Ruhm, meine Ratings und wenn es sein muss bedenkenlos meine Position einzubüßen, um Frieden zu schaffen, solange wir unsere Territorien nicht aufgeben.

Die Geschichte ist unfair. Wir haben diesen Krieg nicht begonnen. Doch wir werden ihn beenden. Und wir sind bereit für den Dialog. Ich glaube, der erste richtige Schritt in diesem Dialog, wäre die Rückkehr aller ukrainischer Gefangener.

Unsere nächste Herausforderung, ist die Zurückführung der verlorenen Gebiete. Doch ehrlich gesagt klingt diese Formulierung nicht richtig für mich, da es unmöglich ist etwas zurückzuführen, was schon immer unser war. Sowohl die Krim, als auch der Donbass, war unser ukrainisches Land. Doch es ist das Land, wo wir das Wichtigste verloren haben- die Bevölkerung.

Heute müssen wir ihre Köpfe zurückgewinnen- das haben wir verloren. Im Laufe der Jahre haben die Obrigkeiten rein gar nichts dafür getan, dass sie sich wie Ukrainer fühlen und verstehen, dass sie keine Fremden sind, sondern unsere Landsleute. Sie sind Ukrainer. Und auch wenn ihnen 10 verschiedene Reisepässe ausgestellt werden, ändert es nichts daran. Ukrainer zu sein ist keine Zeile im Reisepass- Ukrainer zu sein ist hier, im Herzen.“

Der selbsternannte Friedensstifter schien seinen Worten Taten folgen zu lassen. Mit einem Fernsehteam im Rücken, begab sich der ehemalige Komiker im Okt 2019 in das umkämpfte Oblast Luhansk, um seinem Bestreben Geltung zu verleihen, vereinzelte Statuten des Minsker Abkommens durchzusetzen. Was mitunter die Verschiebung von Demarkationslinien und den Abzug von Waffen und Truppen umfasste.

Dieser Besuch an der Front in der Kleinstadt Zolote wurde überschattet, von einer aufgezeichneten Konversation zwischen dem ukrainischen Präsidenten und Mitgliedern des rechtsextremistischen Nazi-Regiment Asow. Als der für die Stadt Mykolaiw eingeteilte Vorsitzende des politischen Arms von Asow (National-Korps), Denys Yantar, verbal intervenierte, um die von Selenskyj erhobenen Vorwürfe, sie versteckten Waffen, zurückzuweisen und überdies auf landesweite Proteste gegen eine Auflösung der Militärstellungen hinwies, platzte Letzterem der Kragen. Selenskyj baute sich vor Yantar auf und sagte:

„Hören Sie mir zu ,Denys. Ich bin der Präsident dieses Landes. Ich bin 41 Jahre alt. Ich bin kein Loser. Ich bin zu euch gekommen und habe euch gesagt: Schafft die Waffen fort. Lenken Sie nicht vom Thema ab, mit irgendwelchen Protesten.“

Yantar erwiderte: „Doch wir haben darüber gesprochen.“

„Ich wollte das Verständnis in ihren Augen lesen. Doch stattdessen sehe ich einen Typen, der entschieden hat, dass ein Verlierer vor ihm steht.“

Nach der Körpersprache und Mimik von dem Asow-Funktionär zu urteilen, hatte Selenskyj mit seiner Einschätzung nicht unrecht. Der Anblick der Szenerie mutet überdeutlich an, dass der ukrainische Präsident offenbar nicht Ernst genommen wurde.

Doch kommen wir nun zu dem Punkt, der laut Auffassung vieler Experten zur radikalen Umwandlung Selenskyjs geführt hat. Die Reaktion auf diesen Vorfall signalisierte dem frisch gewählten Präsidenten nachdrücklich, dass er sich auf sehr dünnem Eis bewegt und dass politische Machtgefüge in seinem Land von externen militanten Kräften kontrolliert wird.

So zitierte die ukrainische Wochenzeitung Kyiv Post, Andriy Biletsky, den Chef des National-Korps, mit den drohenden Worten, dass jedwede Forderung nach Abzug der Asow-Truppen, mit einer unmittelbaren Aufstockung erwidert würde.

Sofia Fedina, eine Abgeordnete aus dem Dunstkreis Poroschenkos, ging gar so weit den Tod Selenskyjs herbeizusehnen . Fedina wörtlich:

Der Präsident denkt er sei unsterblich. Mit Glück explodiert da eine Granate. Und es wäre das Schönste, wenn sich dies inmitten eines Bombardements von Moskau zutrüge. Dann wenn jemand mit einem weißen oder blauen Hemd ,die Frontlinie besucht.“

Doch direkte und indirekte Morddrohungen aus der rechten Ecke, erhielt Selenskyj bereits unmittelbar nach seiner Amtseinführung. In einem im Mai 2019 publizierten Interview mit dem online-Portal „Obozrevatel“, ließ der Anführer der Nazi-Miliz, Rechter-Sektor, einiges Aufzuhorchendes vom Stapel. Bevor Dimitri Jarosch dazu überging sich in letalen Drohgebärden zu üben, verriss er das Minsker-Friedensabkommen und stellte Selenskyjs politische Qualifikation mehr als infrage. Der Nazi-Kommandeur:

„Die Implementierung des Minsker Abkommens, ist der Tod für unseren Staat.“

Zu Selenskyjs Absichten äußerte sich Jarosch wie folgt:

“ Wir warten darauf was er zu sagen hat und am wichtigsten, wie er sich verhalten wird. Die Heilige Schrift sagt: „An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen.“ „Früchte“, die wir irgendwann im Herbst zu sehen bekommen. Selenskyj ist ein unerfahrener Politiker. Und das Gefolge macht Einen zum König. Und es zeichnet sich bereits ab, wer zu diesem „Gefolge“ gehört. Was keinen Anlass für Optimismus bietet. Zumal Selenskyj seinen Wählern versprach (Ich habe Selenskyj nicht gewählt) , dass er das Oligarchen-System zerschlagen würde. Doch bereits die ersten Ernennungen verraten uns, dass das Oligarchen System weiterhin leben und gedeihen wird. Und offensichtlich wird sich nichts daran ändern. Ausschließlich die Ströme werden versetzt.“

Aufgrund jener Verflechtungen bezeichnete der Oberst des Rechten Sektors Selenskyj „als sehr gefährlich für die Ukrainer.“

Überdies gab Jarosch gegenüber dem Portal an, dass er den ukrainischen Präsidenten mehrmals kontaktiert habe, um ein Treffen anzuberaumen, doch keine Rückantwort erhielt. Der Nazi-Kommandeur dazu:

“ Ich habe ihn bereits ein paar Nachrichten zukommen lassen, doch er hat nicht geantwortet. Vielleicht haben sie ihn nicht erreicht. Er ist ein schwer beschäftigter Mann.

Doch auch falls dieses Treffen nicht stattfinden sollte, geht das in Ordnung. Er hat nur eine Wahrheit zu verstehen: Ukrainer können nicht gedemütigt werden. Nach 700 Jahren kolonialistischer Sklaverei, haben Ukrainer vielleicht nicht gelernt, wie man einen Staat aufbaut. Doch wir haben ausführlich gelernt, wie man einen Aufstand macht und all die „Falken“ beseitigt, die versuchen sich am Schweiß und Blut von Ukrainern zu laben. In seiner Inaugurationsrede sagte Selenskyj, dass er bereit sei Ratings, Popularität und sein Amt zu verlieren…Nein er wird sein Leben verlieren. Er wird an einem Baum in Chreschtschatyk hängen, falls er die Ukraine und die Menschen verrät, die in der Revolution und im Krieg umkamen. „

Chreschtschatyk ist eine bekannte Flaniermeile in Kiew.

Jarosch hat unmissverständlich klar gemacht, dass jedwedes Frieden stiftendes Unternehmen einem Verrat an der Ukraine gleichkäme und dass darauf die Todesstrafe steht.

Diese sehr ernst zu nehmenden Drohungen, werden nicht spurlos an Selenskyj vorbei gegangen sein. Etwaig ist seine Metamorphose von der Friedenstaube zum Kriegstreiber, auf die Gewissheit zurückzuführen, dass die inzwischen in die ukrainischen Streitkräfte eingegliederten Nazi-Regimente doch mehr Macht besitzen, als ihm lieb ist. Der Maidan-Putsch hat die unheilige Allianz zwischen der Politik und rechten Paramilitärs fusioniert. Ein Bund der die waffenlosen Parlamentarier nie wieder ruhig schlafen lassen wird. Der Rechte Sektor, Asow & Co kidnappten den Coup und demonstrierten den zukünftigen Machthabern der Ukraine in aller Schärfe, was ihnen bläut, wenn sie jemals gedenken die nationalistischen Interessen der Nazi-Milizen zu untergraben. Womit in erster Linie der Frieden mit Russland gemeint ist.

Und seitdem Selenskyj seine tollwütigen Extremisten von der Leine ließ, um den Donbass aufzumischen und daraus resultierend die russische Militärintervention instigierte, wird im fortwährend aufgezeigt, wie man mit mutmaßlichen „Kollaborateuren“ „Verrätern“ “ Saboteuren“ etc. umspringt. Zusammengefasst könnte man es als ISIS 2.0 umschreiben. Übrigens admiriert Selenskyjs enger Berater die Terrorherrschaft des Al-Qaida Offshoots ungemein. Also in dem Beraterstab des Präsidenten, sitzen offensichtlich Leute, die guten Draht zu den Nazi-Banden haben und etwaig als Spione fungieren, um ungünstigen Entwicklungen vorgreifen zu können. Wie beispielsweise eine ernst gemeinte Waffenruhe und fruchtbare Friedensverhandlungen.

Apropos Friedensgespräche. Den Anschein zu erwecken, man setze sich auch nur ansatzweise für die Belange Moskaus ein, ist offenbar extrem lebensgefährlich, wie die Geschichte von dem Geschäftsmann Denis Kireev suggeriert. Kireev war Teil der primären russisch-ukrainischen Friedensdelegation und wurde von dem ukrainischen Geheimdienst liquidiert, nachdem man ihm unterstellte er sei ein Doppelagent gewesen, der angeblich den Kreml über die Ereignisse hinter den Kulissen auf dem Laufenden hielt. Die offensichtliche Botschaft: Wir machen keine Gefangenen! Keine Gerichtsprozesse! Nur kurzen Prozess!

Selenskyj befindet sich in einer Zwickmühle, die ihn entweder seinen Kopf kosten, oder ins Exil befördern wird. Bei dem kleinsten Innuendo, die Waffen strecken zu wollen, muss er um sein und das Leben seiner Familie fürchten. Frankensteins Kreatur ist schier nicht mehr zu bändigen. Auch wenn er wollen würde, könnte er nicht. Und bekanntlich ist Selenskyj ein Schauspieler. Insofern liegt ihm das Gute Miene zum bösen Spiel. In einer seiner viral gehenden Ansprachen, warnte er Ukrainer, die gedenken der russischen Seite beizupflichten, dass sie dasselbe Schicksal ereilen würde, wie die angeblich umgekommenen 12 000 russischen Soldaten. BR 24 berichtete am 13.3.2022 :

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat möglichen Kollaborateuren und Unterstützern Russlands in der Ukraine gedroht. Wer sich von Angeboten der russischen Besatzer in Versuchung geführt sehe, unterschreibe damit sein eigenes Urteil, sagte er in einer in der Nacht zu Sonntag veröffentlichten Videobotschaft…“Das Urteil lautet, mehr als 12.000 Besatzern zu folgen, die nicht rechtzeitig verstehen konnten, warum die Ukraine nicht angegriffen werden sollte“, mahnte er.

Aus dieser Nummer kommt er nicht mehr heraus. Ganz gleich wie man es dreht und wendet, Selenskyjs Tage sind gezählt.

Aut.R.R.

https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine/292136/dokumentation-antrittsrede-von-wolodymyr-selenskyj-in-der-werchowna-rada-am-20-05-2019/

https://www.moonofalabama.org/2022/03/zelensky-and-the-fascists-he-will-hang-on-some-tree-on-khreshchatyk.html

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