Geschichte reimt sich: Ukrainische Al-Qaida? Islamisten aus Syrien nach Ukraine verfrachtet. Neuauflage von Afghanistan-Sowjet-Krieg geplant?

Wer jenseits des Mainstreams den Syrien-Krieg und andere Konflikte in der volatilen Nah-Ost-Region mitverfolgt hat, dem dürfte der sogenannte „Jihadi-Tourismus“ ein geläufiger Begriff sein.

Wenn sich der Westen seine Finger nicht schmutzig machen will, schickt er seine schwarzen Armeen ins Rennen. Im Afghanistan-Sowjetunion Krieg (1979-1989) wurde jener Modus-Operandi revolutioniert. „Freiheitskämpfer“ aller Herren Länder folgten dem Aufruf der westlichen Wertegemeinschaft sich in das Land am Hindu-Kusch zu begeben, um den Kampf gegen die Sowjets aufzunehmen. Im angrenzenden Pakistan trafen seinerzeit zig tausende multinationale Mudschaheddin in Trainingscamps ein, um nach der mitunter von den USA finanzierten Kampfausbildung ihre Feuertaufe zu feiern. Aus diesem Pool heiliger Krieger, erwuchsen die Al-Qaida (Spitzname Al CIAda ) und die Taliban. Der Rest ist Geschichte.

Die sich angeblich nicht wiederholt, aber reimt. Deswegen regt die unlängst von der Selenskyi-Junta ausgesprochene Einladung an kampfbereite Weltbürger sich an der Schlacht gegen die russische Armee zu beteiligen, mitnichten zum Staunen an. Vielmehr wurde der Autor dieses Artikels abermals von einem alle Jahre wiederkehrenden und äußerst überwältigenden Déjà-vu Erlebnis anheimgefallen. Der Jihadi-Tourismus soll es also einmal mehr „richten“. Die ukrainische Präsidentschaft zu dem Bestreben eine „internationale Legion“ ins Leben zu rufen:“

„Die ukrainischen Behörden heißen alle Ausländer, die sich an dem Widerstand gegen die russischen Okkupanten beteiligen und die Weltsicherheit wahren wollen, in den Verteidigungskräften willkommen.“

Laut dem großspurigen Staatsoberhaupt der Ukraine, soll der in erster Linie Europäern gewidmete Appell bereits Früchte tragen. Wie Selenskyj kürzlich prahlend verlautbaren ließ, seien bereits 16 000 „internationale Legionäre“ eingetroffen. Die voraussichtlich zeitnah unter anderem mit Panzerfäusten und Stinger-Raketen aus deutschen Militärbeständen ausgerüstet werden.

Wie das Selenskyj-Regime mit der wahllosen Waffenverteilung in Kiew unter Beweis gestellt hat, nimmt man es offenbar billigend in Kauf Militärgerät in die falschen Hände geraten zu lassen. Insofern wird man wohl ebenfalls nicht so genau hinschauen, wer da so alles an der Front mitmischt. Der Zweck heiligt die Mittel. Ein gefundenes Fressen für Schläfer, Terroristen und ungeschoren davon gekommene Kriegsverbrecher, wie etwa ISIS-Rückkehrer und andere radikale Milizionäre.

Worauf dieser Kriegs-Tourismus letztlich hinausläuft, ist in Libyen und Syrien zu beobachten. Ein hinterlassenes Machtvakuum, gepaart mit der Präsenz hunderter Milizen, mündet ins Verderben. Und wie im Sowjetunion-Afghanistan Konflikt zuvor, so erwies sich der syrische Kriegsschauplatz ebenfalls als ertragreiche Brutstätte weiterer Al-Qaida-Ableger. Die Islamisten-Fraktionen ISIS und Al-Nusra (inzwischen umbenannt in Hayat Tahrir al Sham HTS) sind Abkömmlinge dieser Interventionspolitik und nunmehr fester Bestandteil des Nah-Ost-Geflechts.

Wie gesagt die Geschichte reimt sich. Und wo gehobelt wird fallen Späne. Nachdem das ukrainische Staatsoberhaupt damit protzte, dass bereits tausende Söldner in der Ukraine gelandet seien, äußerte sich sein russisches Pendant wie folgt dazu:

„Nationalistische und Neonazi-Einheiten nutzen ausländische Söldner aus dem Nahen-Osten und Zivilisten als menschliche Schutzschilde. „

Söldner aus dem Nahen Osten, genauer genommen aus Syrien, sollen bereits scharenweise in das sagenumwobene Kriegsgebiet entsendet werden. Jüngst berichtete das alternative Nachrichtenportal, Southfront, über einen in der Ukraine ansässigen syrischen Geschäftsmann, dem nachgesagt wird im Drogenbusiness tätig zu sein. Laut den publizierten Informationen handelt sich um den in der ukrainischen Hafenstadt, Odessa, wohnhaften Syrer, Tariq al-Jasim. Dieser steht unter Verdacht einen Jihadi-Export von Syrien in die Ukraine zu organisieren. Al-Jasim verkündete neulich die Formation einer anti-russischen Fraktion, wie einem Telegramm-Video zu entnehmen ist, welches wir unten verlinkt haben.

https://t.me/mzmgr_syria/11655

Ein Cousin und ein Bruder von Al-Jasim, sollen hohe Positionen im Al-Qaida-Kader, Hayat Tahrir al-Sham (HTS ehemalig Al-Nusra), bekleiden. Was den Nachschub von Dschihadisten wesentlich erleichtern dürfte.

Unter Verweis auf die Abkhazian Network News Agency (ANNA-News) , teilte das Portal ferner mit:

„Der Abkhazian Network News Agency zufolge, träfe al-Jasim Vorkehrungen um Militante von Syrien in die Ukraine zu kanalisieren, wo sie gegen die russischen Kräfte in die Schlacht ziehen sollen. Für dieses Anliegen soll Al-Jasim mit der türkisch gestützten Syrischen Nationalarmee (SNA) kooperieren. Ungefähr 200 Militante von der Sultan Morad Division und der al-Shamiya Front, haben sich bereits für den Einsatz gemeldet. Laut Berichten sollen sie im nördlich gelegenen türkisch besetzten Afrin zusammentreffen.“

In der vom Westen protektierten HTS-Hochburg, Idlib, wimmelt es von Jihadis, die mit den Russen noch eine Rechnung offen haben. Schließlich war Letzterer wesentlich an der Demontage der terroristischen Infrastruktur in Syrien beteiligt. Nun sollen sie ihre langersehnte Chance auf eine Revanche bekommen. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Doch dieses mal ist Mutter Russland nicht nur die helfende Hand, sondern eine hauptbeteiligte Kriegspartei mit einer furchterregenden Entschlossenheit. Der russische Bär will sich nicht weiter auf seinen Tatzen herumtrampeln lassen. Diese Botschaft dürfte inzwischen beinahe jeder begriffen haben.

Aut.R.R.

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