Neues Futter für Inzidenzen- Die Corona Antigen-Schnell-Tests sind da! Dauerlockdown steht nichts mehr im Wege (OP-ED)

Es ist ein schwer zu verdauendes Paradoxon, dass sich die ansonsten so normgerechten, pedantisch auf minimalste Abweichungen achtenden, alles zehnfach hinterfragenden Deutschen, von einem minutiös akkumulierten Zahlengewitter dermaßen verblenden lassen. Die Rede ist natürlich von den Corona Infektions und Todeszahlen.

Obgleich bis dato mitnichten Anstrengungen unternommen werden, um eine abwägende Aufsplittung anzustreben, meinen viele das die bezifferten Angaben die Realität wiederspiegelten. Dabei lässt diese Ängste schürende Hochrechnung zig Variablen außen vor, die im Falle einer Einspeisung das Gesamtbild weitaus entspannter kommunizieren würden.

Wie etwa die Faktoren PCR-Falsch-Positiv-Rate; die unabdingbare Differenzierung von klinischen Erscheinungsbildern (asymptomatisch, präsymptomatisch, postsymptomatisch) d.h. ob jemand infektiös ist oder nicht; die konträre Gegenüberstellung von vermeintlicher Negativ und Positiv-Rate und die Revision der fälschlichen Gleichsetzung von „Infektion“ und „positivem Testergebnis“.

Das sogenannte Infektionsgeschehen, die Prävalenz, die Inzidenz und der R-Wert sind allesamt Parameter, welche anhand der Infektionsrate errechnet werden. Nur wenn diese einer eklatanten Manipulation unterliegt, geht die Gleichung nicht mehr auf. Wie denn auch?

Beispielsweise ist bislang kein standardisierter Zyklusschwellenwert (Ct) angestrebt worden, um ein global einheitliches PCR-Testverfahren festzulegen. Stattdessen haben Labore weltweit zu hoch angesetzte und nicht übereinstimmende Richtwerte übernommen. Darüber hinaus hat die WHO das unterdessen von renommierten Wissenschaftlern verrissene Drosten Protokoll ohne jegliche Gegenprüfung im Eilverfahren durchgewunken und erst ein Jahr später Anstalten gemacht, die damalige überhastete Prämatur ein wenig glattzubügeln, indem sie die nicht von der Hand zu weisenden PCR-Marotten letztlich anerkannt hat.

Das als Blaupause für den „Corona-Test“ angesehene Corman at al. Papier, empfiehlt mitunter einen Ct-Wert von 45. Laut diversen Wissenschaftlern, die mit der PCR-Materie vertraut sind, sollten 25-30 Zyklen mitnichten überschritten werden, zumal die Viruslast für den Nachweis einer Infektion von entscheidender Bedeutung ist.

Bei infektiösen Menschen bedarf es kaum Zyklen, um auf hinreichend nachzuweisende RNA-Fragmente zu stoßen und ein positives Ergebnis zu erhalten. Wohingegen die Wahrscheinlichkeit, dass asymptomatische oder womöglich postinfektiöse Personen bei geringer Anzahl von Zyklen positiv getestet werden, schwindend gering ist.

Von der US-Tageszeitung New York-Times zitierte Epidemiologen und Virologen sprangen im Dreieck, als sie im Spätsommer letzten Jahres auf die Ct-Wert Problematik aufmerksam wurden. Orbisnjus berichtete mit Verweis auf die NYT:

Der Virologe Dr.Mina gab überdies zu Protokoll das bis 90% der positiven Tests mit einem begrenzten Schwellenwert von 30 Zyklen, nicht dementsprechend ausgefallen wären.

„In Massachusetts wären 85 bis 90 Prozent der Personen, die im Juli mit einer Zyklusschwelle von 40 positiv getestet wurden, als negativ eingestuft worden, wenn die Schwelle 30 Zyklen betragen hätte, sagte Dr. Mina. „Ich würde sagen, dass keiner dieser Menschen kontaktiert werden sollte, nicht einer“.

Im Einklang mit diesen Erkenntnissen hat die US-Seuchenschutzbehörde CDC bekanntgegeben, dass es äußerst schwierig sei in einer Probe, über einem Schwellenwert von 33 Zyklen, lebende Viren nachzuweisen.

Hans-Jürgen Bandelt, Professor der Mathematik an der Universität Hamburg pflichtet jenen Erkenntnissen bei und hat in einem Gespräch mit RT-Deutsch das PCR-Testverfahren wie folgt in Frage gestellt.

Und der vom Berliner Virologen Christian Drosten zum Nachweis von SARS-CoV-2 entwickelte PCR-Test ist das zentrale Instrument, um das, was aus Ihrer Sicht ein „großer Schwindel“ ist, mit Zahlen zu untermauern?

Zur Zeit ist vorm Amtsgericht Heidelberg ein Verfahren anhängig, das klären soll, ob der Drosten-PCR-Test bei einem Gesunden eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen kann. Jene Publikation, die den Drosten-Test einführte, ist von einem Wissenschaftlerteam geradezu verrissen worden: Offenbar wurde alles mit heißer Nadel gestrickt und im Begutachtungsprozess viel zu hastig durchgewunken. 

Vor dem Hintergrund wäre es notwendig gewesen, in der ersten Jahreshälfte 2020 eingehende Untersuchungen an einem universitären wissenschaftlichen Institut hinsichtlich der Standardisierung dieses Tests vorzunehmen, um in optimaler Weise Erkrankte mit Symptomen als COVID-19-Patienten bestätigen zu können. Man hätte dann genau vorschreiben müssen, wie viele Zyklen der PCR höchstens durchlaufen und wie hoch also der Ct-Wert sein darf. All das ist nicht geschehen. Stattdessen werden immer noch viel zu hohe Ct-Werte, mithin 40 und mehr, zugelassen. Eine geeignete Ct-Schranke irgendwo zwischen 25 und 30 ließe den Test vielleicht nur in einem Zehntel der Fälle Alarm schlagen, die heute unter „positiv“ laufen.

Bräuchte es also ein standardisiertes Verfahren?

Ja, sicher. Für die rund 200 zugelassenen Labore in Deutschland hätten Ringversuche die schlecht arbeitenden Labors aussortieren müssen, wie jenes berüchtigte Augsburger Labor mit seiner fulminanten Testpanne, das in die Schlagzeilen geriet. Dabei zeigten von 60 Tests 58 ein falsch positives Ergebnis an. Es gab nur einen ersten veröffentlichten INSTAND-Ringversuch zum PCR-Nachweis, der im April 2020 lief. Der zweite vom Juni/Juli, dessen Auswertung eigentlich spätestens im September überfällig war, ist vom Robert Koch-Institut trotz mehrfacher Anmahnung nie mit den Ergebnissen für die Öffentlichkeit präsentiert worden. Und vom Ringversuch vom November 2020 ist erst recht nichts zu hören. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Test taugt in der Praxis nicht viel. Wahrscheinlich werden viele der anderen Coronaviren fälschlicherweise als SARS-CoV-2 erkannt. Und das sollen wir nicht erfahren.

Da könnte etwas dran sein, zumal die CDC bereits im Januar 2020 eine RT-PCR-Panel-Diagnostik in die Wege geleitet hat, die folgende Erkenntnis zu Tage förderte:

„„Positive Resultate sind bezeichnend für eine aktive Infektion mit 2019-nCov, doch können bakterielle Infektionen oder Co-Infektionen mit anderen Viren nicht ausschließen. Der Erreger der detektiert wird, ist möglicherweise nicht die definitive Krankheitsursache.”

In Anbetracht dieser mannigfaltigen Possibilitäten für Fehldiagnosen, ist es dringend erforderlich die chiffrierten Pandemie-Parameter zu entschlüsseln, um eine realitätsnahe Aufarbeitung zu ermöglichen. Um wie viele Infizierte handelt es sich also wirklich?

Und solange keine diesbezüglichen Bestrebungen erfolgen, können sinngemäß auf PCR-Testergebnissen basierende Studien, die Ermessung von Super-Spreader-Events, Einstufungen von Hotspots und anderweitige Kalkulationen schier nicht für bare Münze genommen werden. Demzufolge ist eine Abkehr von der Versteifung auf Inzidenzen und Reproduktionszahlen ein kompromissloses Unterfangen.

Im Lancet ist jüngst ein Comment veröffentlicht worden in dem nahegelegt wurde, dass der PCR-Test ungeeignet für den Nachweis einer Sars-Cov-2 Infektion sein soll. In dem Papier heißt es unter anderem wie folgt: „

„Nichtsdestotrotz ist für Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, ein anderer Ansatz erforderlich. Das Testen um die Ausbreitung von Sars-Cov-2 zu verlangsamen, fragt nicht ob jemand RNA in der Nase von einer alten Infektion hat, sondern ob er heute infektiös ist. Es ist eine Nettoverlust für das gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Wohlbefinden von Gemeinschaften, wenn postinfektiöse Personen positiv getestet werden und sich 10 Tage isolieren. Aus Unserer Sicht sind aktuelle PCR-Tests nicht der angemessene Goldstandard, für die Bewertung eines Sars-Cov-2 Tests der öffentlichen Gesundheit.“

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Januar ähnliche Töne angeschlagen:

Die meisten PCR-Assays werden als Diagnosehilfe angegeben, deswegen müssen Gesundheitsdienstleiter alle Testergebnisse in Kombination mit dem Zeitpunkt der Probennahme, dem Probentyp, Testspezifitäten, klinischen Beobachtungen, der Krankengeschichte des Patienten, dem bestätigten Status aller Kontaktpersonen und epidemiologischen Informationen berücksichtigen.“

Die Bundesregierung sträubt sich vehement dagegen einzusehen, dass der PCR ein ineffizientes Instrument ist, um eine umfassende Evaluierung von epidemischen Notlagen vorzunehmen und hat soeben künftige Lockdowns abermals ausschließlich von ominösen Inzidenzwerten abhängig gemacht.

Und die Antigen-Schnelltests sollen zusätzliche Abhilfe schaffen, um „exponentiellen Wachstum“ vorgreifen zu können, heißt es. Die potenzielle Nebenwirkung dieser Ausweitung ist, dass die Inzidenzen wahrscheinlich nie wieder in „grüne“ Bereiche absinken werden. Allein der Bevölkerungsanteil der Hypochonder und German-Angst-Traumatisierten, wird unentwegt dafür Sorge tragen kontinuierlich die „Infektionszahlen“ zu füttern.

Der oben zitierte Hamburger Mathematik-Professor, hat eine recht plausible Erklärung für die duale Teststrategie offeriert:

In einem Beitrag im Internet haben Sie den Vorwurf, dass Zahlen für politische Zwecke manipuliert und missbraucht werden, am Beispiel der im November 2020 veränderten RKI-Teststrategie festgemacht. Was wird seither anders gemacht als davor?

Die Absicht des RKI ist eigentlich nach wie vor immer noch die gleiche: möglichst viele positiv Getestete ausfindig zu machen. „Ideal“ wäre es, die ganze Bevölkerung einmal wöchentlich mit PCR durchzutesten. Das geht aber nicht, da die Kapazitäten dafür bei weitem nicht ausreichen, wir leben ja nicht auf den Färöer-Inseln. Und zu teuer wäre es ohnehin. So hatten die willfährigen Gesundheitsämter vor allem auf Clustertesten gesetzt: Findet man ein paar Positive in einem Bereich, dann ist der gesamte Großbereich, also Familien-, Freundes-, Freizeit- und Arbeitsumfeld zum Durchtesten dran. Im „Erfolgsfall“ macht man mit jedem neuen Positiven dann dort weiter. Gerade in kleinen Landkreisen und kreisfreien Städten gehen dadurch die Inzidenzwerte hoch, weil letztere ja vom Testumfang direkt abhängen.

Wurden immer noch nicht genügend Testpositive gefunden, musste man ganze Kohorten, zum Beispiel alle Schüler der Region, zusätzlich durchtesten, also richtig massenmäßig in die Fläche gehen. Und da erwiesen sich die Positivenraten als viel kleiner, so dass sich diese Art der Suche zu ineffektiv gestaltete. Und dafür gibt es nun einen viel billigeren und obendrein schnellen Test: den Antigentest. Mit dem fischt man potenziell PCR-Positive mit einer Chance von mehr als 70 Prozent aus der Masse heraus. Das ist im Prinzip vergleichbar mit dem Schleppnetzeinsatz beim Fischfang.

Begründet wird der Strategiewechsel mit einer größeren Zielgenauigkeit. Während man bis dahin auch massenhaft Symptomlose getestet hatte, sollen jetzt nur noch echte Verdachtsfälle ins Visier genommen werden. Was ist daran auszusetzen? 

Nichts ist dagegen einzuwenden, wenn Atemwegsinfizierte einem Panel von Tests auf respiratorische Viren unterworfen werden, damit die Diagnose sicherer erfolgen kann. Das ist aber nicht die Absicht, die dahintersteht. Was ist denn ein Verdacht? Fieber, Husten, Schniefen – okay. Aber ein durchgeführter Antigentest, der positiv anschlägt, ist kein „Verdacht“ auf Erkrankung, denn da würde man ja wieder auf die falsche Gleichsetzung von „infiziert“ und „erkrankt“ reinfallen.

So nimmt man also den positiven Ausgang bei einem Antigentest als Anlass, um daran anschließend verpflichtend einen PCR-Test zu machen. Das mag anlassbezogen, aber gewiss nicht symptombezogen sein. Und es verfälscht die Statistik, denn die negativen Antigentests bleiben folgenlos und werden nicht dokumentiert beim RKI. Jedenfalls berichtet es nichts von durchgeführten Antigentests als faktische Vortests für die PCR-Testung. Dass die negativen Antigentests völlig unter den Tisch fallen, wurde aber nie öffentlich kommuniziert, und die Medien haben auch nichts mitbekommen.

Im November gingen die Infektionszahlen und die Positivenrate ja ziemlich schlagartig nach oben. Sehen Sie hier einen Zusammenhang zur neuen Strategie?

Klar, direkt nach Ende der ersten Novemberwoche wäre eigentlich in der Kalenderwoche 46 der Hochpunkt der Positivenraten für die Herbstwelle zu erwarten gewesen und danach hätten die Raten erst einmal absacken müssen. Taten sie in Deutschland aber nicht, weil wie durch eine unsichtbare Hand die Positivenraten kurz auf einem Sattel verblieben, um dann hochzuschießen. Ohne die Vorteststrategie mit Antigentests hätte man den Effekt in diesem Ausmaß nicht hinbekommen.

Das RKI hielt selbst in einem Lagebericht von Mitte Dezember fest, dass die Zahlen durch die Umstellung mit denen davor nicht vergleichbar wären. Wie steht es um die Vergleichbarkeit der Zahlen im Nachgang der Umstellung, wenn man etwa einzelne Wochen oder Monate in Beziehung setzen will?

Nichts ist mehr vergleichbar mit dem, was war, und mit dem, was nächste Woche sein wird. Denn das Testaufkommen, das die gesamten Tests, Antigen und PCR, erfassen müsste, bleibt unbekannt und ließe sich beliebig steigern oder für Sondereffekte auch mal etwas einschränken. Es ist fast wie in Andersens Märchen von Des Kaisers neue Kleider: Das RKI steht nackt dar, und „keiner wollte es sich merken lassen, dass er nichts sah, denn dann hätte er ja nicht zu seinem Amte getaugt oder wäre sehr dumm gewesen …“

Epidemische Notlagen nationaler Tragweite lassen sich offenbar wie von Zauberhand heraufbeschwören und pausieren. Wobei der trügerische Ruhemodus lediglich für die fälschliche Untermauerung nicht existenter Lockdown-Erfolge herangezogen wird. Diese Phase steht uns mit dem Frühling bevor. Wie infolge des primären Lockdowns wird es diesjährig ähnliche Lobgesänge darauf geben, dass die „disziplinäre Unterwürfigkeit“ der Bevölkerung jene Erfolge möglich gemacht hätte, obwohl sich sämtliche Coronaviren und andere grippale und Erkältungserreger jeden Frühling gegen April verabschieden, um im Oktober zurückzukehren. Was die ab April registrierten angeblichen Corona-Fälle umso fragwürdiger erscheinen lässt.

Die Bureg und ihr unantastbarer Beraterstab trübt im Fischen. Doch nicht in dem Sinne, das ihr Unbeholfenheit vorzuwerfen wäre, sondern vorsätzliches Kalkül. Denn sie wissen nicht was sie tun!

Verf.R.R.

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