US-Nachrichtensprecher- Boten des Krieges (OP-ED)

Donald Trumps Entscheidung den dritten Weltkrieg nicht vom Zaun zu brechen, hat Washington offenbar in eine schwere Identitätskrise gestürzt. Der tief in den Knochen sitzende Schock darüber, das die USA tatsächlich ausnahmsweise mal davon absahen die Welt ins Chaos zu stürzen, wurde gründlich in den US-Leitmedien aufgearbeitet. Überparteiliche zu Wort kommende Kriegstreiber die anhand der Konsensfabrik ihre Entrüstung publik machen, erwägen der Masse die üblen Nachwirkungen amerikanischen Pazifismus beizubringen. In den Augen von Washingtons Falken hat der US-Oberbefehlshaber einen fatalen “Rückzieher” gemacht, der vom Iran als Schwäche ausgelegt, und folgenschwere Konsequenzen haben würde. Erschreckenderweise sind es nicht nur interviewte US-Abgeordnete und sogenannte “Experten”, die einen Krieg gegen den Iran befürworten, sondern auch Verfechter der vierten Gewalt, die sich als Moderatoren, Reporter und Journalisten schimpfen. Diverse Nachrichtenmoderatoren führender Medienunternehmen sind pathologische Soziopathen, deren einzige Aufgabe darin besteht der amerikanischen Bevölkerung Kriege schmackhaft zu machen, und den geisteskranken US-Exzeptionalismus zu vermarkten, der nichts geringeres als die Welthegemonie für sich beansprucht. Alle US-Nachrichtenkanäle bieten jenen gleichgeschalteten “Koryphäen” eine Plattform, die ihre Gesprächsthemen vom Pentagon, der CIA und dem Weißen-Haus eingespeist bekommt. Einer der Spin-Doktoren die für Washingtoner Falken und Israel desaströse Mundpropaganda betreiben, ist der FOX-News-Moderator Sean Hannity. Wer Hannity noch nicht auf dem Schirm haben sollte, er ist vergleichsweise ein ähnlich gehirnloses Sprachrohr wie sein geschasster Kollege Bill O. Reilly.

Ein draufgängerischer “Wild-West-Cowboy” der nichts über die größte Bedrohung für den Weltfrieden kommen lässt, das US-Militär. Was das Pulverfass Nah-Ost anbelangt, vertritt der überbewertete und überbezahlte FOX-News-Sprecher ausschließlich Israels Standpunkte. Wenn Hannity einmal losgelegt hat um für das beispiellose Gebaren Tel-Avivs Partei zu ergreifen, kann ihn nichts mehr stoppen, und in seiner Sendung lässt er an konträr eingestellten Gästen eine hinterwäldlerische Vulgarität aus die ihn zu einem Primaten mutieren lässt, der seinem gegenüber permanent über den Mund fährt, und mit längst widerlegten Hypothesen versucht seiner Umwelt die ihm eingepflanzte Sichtweise aufzubrummen. Hannity hat keinen blassen Schimmer vom Iran. Würde Israel kein Problem mit den Persern haben, dann würde der FOX-News Moderator noch nie in seinem Leben von dem Land am Persischen Golf gehört haben. Da hingegen Israels Nemesis jenen Namen trägt, meint Sean Hannity sich anschicken zu müssen die Notwendigkeit eines Regime-Changes in Iran zu propagieren.

Erst neulich ereilte Hannity erneut ein Anflug seines isra-amerikanischen Patriotismus, als er vergeblichst versuchte den konservativen Autoren und Politiker, Pat Buchanan, in Bezug auf den Iran zurechtzustutzen. Hannity wollte vorerst von seinem Gast wissen, ob es nicht unabdinglich sei das der Iran zunächst “sein Gebaren” ändere, sprich damit aufhöre der “weltweit größte Sponsor des Terrorismus” zu sein, ferner das Iran “nicht mehr sagt das Israels Vernichtung unverhandelbar” sei, und das er die “Tod den USA” Sprechchöre unterlasse, bevor man mit ihm am Verhandlungstisch platz nehmen könne? Was Pat Buchanan mit einem trockenem “Nein” abwatscht und hinzufügt, das man das Gespräch mit seinen Feinden suchen sollte. Buchanan bedient sich des längst widerlegten Ahmadinedschad Mythos, der besagt das Letzterer einst proklamiert haben soll, das “Israel von der Landkarte getilgt werden müsse“, um hingegen zu verdeutlichen, das man leeres Gerede nicht allzu Ernst nehmen müsse. Was der in diesem Moment aus allen Wolken fallende Hannity kaum fassen kann, und einwendet das ein Winston Churchill “glücklicherweise” die aus Nazi-Deutschland emittierende Gefahr nicht unterschätzt und eingegriffen habe. Womit wir beim üblichen unterschwelligen, Iran mit dem Dritten Reich Vergleich wären. Buchanan versucht den aufgebrachten gar wildgewordenen Hengst zu bändigen, indem er erläutert das der ehemalige iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad ein “Angeber” gewesen sei, der in den acht Jahren in denen er an der Macht war, nichts unternommen habe was die gegenwärtige Paranoia rechtfertigen würde. Der daraufhin fast tobende FOX-Sprecher erwidert rhetorisch fragend “ein Angeber etwa” um anschließend weitere Punkte der anti-iranischen Litanei abzuarbeiten. “Der Angeber der Hisbollah und andere Terroristen-Gruppierungen mit Raketen belieferte, um einen Stellvertreterkrieg gegen Israel zu führen. Sie führen momentan einen Stellvertreterkrieg im Jemen,” dahinter stecke ausschließlich der Iran, so Hannity, der hinzufügend seinen Gast respektlos fragt, was er den eigentlich verpasst habe? Woraufhin Buchanan den zunehmends aufgewühlteren Nachrichtensprecher auf den Boden der Tatsachen zurückholt, und ihn daran erinnert das der Iran in Syrien und Irak, den Islamischen Staat und die Al-Qaida bekämpft, und im Jemen nicht involviert ist. Um infantile Gegenfragen nicht verlegen will Hannity von Buchanan wissen, ob die “Iraner etwa unsere Freunde” seien? Der konservative Politiker verneint dies, und rekapituliert das die Iraner es mit den Feinden der Vereinigten Staaten aufnehmen, und er jenes Szenario dem Entsenden von amerikanischen Bodentruppen vorzöge. Hannity will das einfach nicht auf sich sitzen lassen, leitet schleunigst zum nächsten Thema über, und erwägt zu ermitteln ob Pat Buchanan kein Problem damit habe, das letztlich ein “Siegel von Barrack “Hussein” Obama auf einer iranischen Nuklearwaffe imprägniert” würde, vor dem Hintergrund das der Iran “Proxy-Kriege” führe, und androhe Israel und die USA zu annihilieren. Buchanan muss den augenscheinlich dementen Moderator nahelegen, das Einschätzungen des US-Geheimdiensts zur Feststellung gelangt seien, das der Iran vor 2013 kein Atomwaffenprogramm angestrebt habe, und sobald Teheran einen Versuch unternehmen würde eine Bombe zu bauen, die Amerikaner umgehend davon Wind bekämen. Hannity will auch dies nicht wahrhaben, und spielt darauf an das der Iran insgeheim immer an der Bombe gebastelt habe, und man 2012 in Erfahrung gebracht hätte, das dem so sei. Daraufhin antwortet Buchanan das Hannitys enger Freund, der israelische Premierminister Benjamin “Bibi” Netanyahu, bereits im Jahre 1992 davon schwafelte, das der Iran kurz davor stünde eine Atombombe zu bauen, und 2006 gar behauptete das bis zum Ende der Dekade 25 Bomben zum iranischen Arsenal gehörten, hingegen dies nicht eingetreten ist. Darauf geht Hannity natürlich nicht ein, und wiederholt abermals seine einleitende Litanei, von wegen der Iran müsse doch zunächst einer Verhaltensänderung unterzogen werden, die bereits oben ausführlich erläuterten Bedingungen erfüllen, und darüber hinaus die Finanzierung der libanesischen Hisbollah einstellen, ehe man den Kontakt aufnimmt. Dies nimmt Pat Buchanan mit Gelächter zur Kenntnis, und erklärt dem ungläubigen News-Anchor das der Iran und seine Alliierten, einschließlich der schiitischen Hisbollah, in Syrien und dem benachbarten Irak Jagd auf die ISIS und die Al-Qaida machen. Buchanan wiederholt mit erhobener Stimme, das der Iran und die Hisbollah die “Widersacher” der Vereinigten Staaten bekämpfen, und die Houthis im Jemen ebenfalls dem IS und der Al-Qaida entgegentreten. Dafür kann Hannity ferner kein Verständnis aufbringen, und fragt sich weshalb die Houthis dann von den USA und den Saudis ins Visier genommen werden. Buchanan solle ihm bitte jene Logik erörtern, so Hannity. Nach der Auffassung des konservativen Buchautors, sollten die Saudis sich davor hüten eigene Bodentruppen nach Jemen zu entsenden, da sie dortig ihr eigenes “Vietnam” vorfänden. Auch in Bezug auf den Jemen-Konflikt meint Sean-Hannity die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, und widerspricht Buchanan in diesem Fall. Laut ihm sollte das feudale Königreich sich nichts von den Houthis gefallen lassen, da es ansonsten in Gefahr geriete das Letzterer die Oberhand gewinne, und somit die Iraner die Saudis umzingeln würden. Infolgedessen versucht Buchanan den furios auf den Boden stampfenden Moderatoren den Wind aus den Segeln zu nehmen, und erklärt das die Expansion iranischen Einflusses in der Region von George W. Bushs Irak-Intervention herrühre. Jenes militärische Abenteuer, habe den Irak zu einem iranischen Alliierten gemacht. Dieser Seitenhieb scheint zuviel für den Republikaner Hannity zu sein, der die gesamte Schuld für das Irak-Debakel der Obama-Administration zuschieben will, die ihm zufolge mit dem teilhaften Abzug aus dem Irak die heutige Lage heraufbeschwört habe. Und abermalig muss sich Buchanan wiederholen und Hannity einhämmern, das der Sturz von Saddam Hussein darin resultierte, das die Schiiten an die Macht gelangten, und demnach die USA den Einfluss auf den Irak einbüßten. Fassungslos stellt Hannity die ironische Frage ob Buchanan “wirklich”daran glaube ob man mit den Iranern Frieden schließen könne“? Laut dem Gast der Sendung gäbe es keinen Anlass dazu die Gefahr überproportional darzustellen, da der Iran über keine Atombombe verfügt. Der von dem ehemaligen US-Präsidenten Barrack Obama besessene FOX-Demagoge gibt daraufhin wieder, das Ersterer einst seine Unterschätzung des Irans kundgetan habe, indem er das Land am Persischen Golf als “winzig” bezeichnete. Ob Buchanan davon ausgehe das der Iran keine Bedrohung sei, will Hannity in Erfahrung bringen? Hannitys Beharren auf seine utopischen Gedankengänge bringt nun auch Buchanan aus der Fassung, der es sich nicht nehmen lässt Tacheles zu reden. “Bibi sitzt auf 200 Atombomben und er ärgert sich über den Iran, der noch nicht einmal waffenfähiges Uran produziert hat,” so Buchanan. Der unerzogene Hannity lässt seinen Gesprächspartner abermals nicht ausreden, und wirft paranoid ein das es zu einem noch nie dagewesenen Wettrüsten im Nahen-Osten käme. Was Buchanan mit einem energischen “Lass es gut sein Sean,” abtut. Wütend vor sich hin brabbelnd schweift Hannity ins Wahnsinnige ab, legt seinem Gegenüber Worte in den Mund, und möchte von Buchanan hören ob er wirklich wolle das “radikal-islamistische Mullahs” an Atomwaffen gelangten. Nach Buchanan seien die Vereinigten Staaten in der Lage den Iran “an einem Nachmittag ” militärisch zu besiegen, demzufolge Hannitys Angst fehl am Platze sei. Konkludierend fügt der US-Politiker hinzu das Sean Hannity hysterisch sei, was jenen trotz vorheriger Verabschiedung von seinem Gast erneut auf die Barrikaden gehen lässt, um seinen geliebten Winston Churchill und dessen siebten Sinn für die von Adolf Hitler emittierende Bedrohung hervorzuheben, und abschließend unterschwellig Similaritäten zwischen dem Iran und dem dritten Reich zu unterstellen. Sein bereits verabschiedeter Gast feuert unmittelbar zurück, und fragt Hannity was aus den Briten wurde die “Vater-Churchills” Ratschlag befolgten. Kriegstreiber Hannity erwidert: “Sie haben den Krieg gewonnen.” Buchanan muss dem FOX-Agitator zum Abschluss nochmals eine Lektion in Geschichte erteilen, und beschreibt das die Briten letztlich von amerikanischen Essensmarken abhängig waren, und das “Empire” verloren. Was wäre die Alternative gewesen, die “Nazis nicht zu bekämpfen”, entgegnet Hannity. Der schlagfertige Buchanan liefert eine Lösung nach der es nicht zum Krieg hätte kommen müssen. Die Briten hätten sich mit Frankreich verbünden sollen, um Hitler seine Grenzen aufzuzeigen. Dies hätte die Karten neu gemischt und möglicherweise den zweiten Weltkrieg abgewendet, so Buchanan. Das letzte Wort behalten wollend antwortet Hannity, “Ich denke sie träumen.”

Dieser Dialog verdeutlicht die Befangenheit diverser amerikanischer Nachrichtensprecher, deren Leitmotive ausschließlich bellizistischer Natur sind. Sean Hannity ist kein Einzelfall, wie bereits oben erwähnt haben alle visuellen Leitmedien Boten des Krieges angestellt. Wie etwa CNNs Fareed Zakharia der als Donald Trump sich dazu verleiten ließ anlässlich eines fingierten C-Waffen Anschlags Syrien zu bombardieren, öffentlich proklamierte, “Soeben ist Donald Trump zum Präsidenten geworden.

Oder der MSNBC- Nachrichtensprecher Brian Williams der ebenfalls von dem völkerrechtswidrigen Angriff auf Syrien angetan war, und den Musiker Leonard Cohen mit den Worten zitierte,” Ich werde geführt, von der Schönheit unserer Waffen.” als er Abschüsse von Marschflugkörpern kommentierend zelebrierte.

Demokraten und Republikaner samt ihren jeweiligen Medienkanälen mögen sich zwar wegen Identitätenpolitik die Haare raufen und aufgrund von Nichtigkeiten illusorische Grabenkämpfe austragen. Doch wenn es um amerikanischen Exzeptionalismus und dazugehörige Kriege geht, sind CNN, FOX, MSNBC, CBS etc. auf gleicher Linie. ” Ius summum saepe summa est malitia.” ( Das höchste Recht, ist oft die höchste Bosheit ).

Verf.R.R.

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