Türkei vs YPG-SDF. Wahre Rivalität, oder abgekartetes Spiel im Auftrag der USA? (Meinung)

Die abermals als Lockvogel für die Türkei fungierenden kurdischen Terroristen-Verbände in Syrien, legen allmählich wieder eine vorlaute Hybris an den Tag, die nichts gutes erahnen lässt.

Nach diversen Vorstößen und Handlungen zu urteilen, scheint die aus dem Norden anpirschende türkische Gefahr vorerst gebannt zu sein. Was vermutlich auf die von dem US-Präsidenten in Aussicht gestellte Sicherheitszone zurückzuführen ist.

Kurzweilig haben die Volksverteidigungseinheiten (YPG) die gütige Hoffnung aufflammen lassen, das sie die Definition von Dummheit letztlich verstanden haben, und nicht wieder in dieselben sich über Dekaden hinwegziehenden Muster verfallen würden.

Die Aussicht darauf in Manbij von Ankara verschlungen zu werden, forcierte die YPG ihr separatistisches Gebaren augenblicklich hinten anzustellen und Damaskus und Moskau anzurufen um ihr zur Hilfe zu eilen.

Hingegen belief sich die daraus resultierende Vereinbarung, nur auf eine magere Stationierung von syrischen Regierungskräften und russischem Militär in der südwestlichen Provinz Manbijs.

Der doch recht langsame oder gar nicht stattfindende Abzug der US-Soldaten aus Manbij und die Präsenz der Russen und syrischen Truppen, wendeten zunächst den türkischen Sturm auf Manbij ab.

Das Säbelrasseln verminderte sich jedoch nicht im geringsten. Ankara deklarierte weiterhin, das es von seiner Offensive auf Manbij nicht absehen wolle.

Was wiederum den US-Oberbefehlshaber auf den Plan rief, um seinen türkischen NATO-Partner in seine Schranken zu weisen. Donald Trump drohte via Twitter, das er die Türkei ökonomisch zugrunde richten wolle, wenn sie die Kurden angreifen würde.

Woraufhin Ankara entrüstet den Märtyrer spielte und vorgab an seinem Plan festzuhalten. Was schließlich dazu führte, das die jeweiligen Präsidenten der USA und Türkei telefonischen auf Syrien bezogenen Kuhhandel betrieben, und zu dem schrecklichen Ergebnis kamen das es eine von dem türkischen Militär besetzte “Sicherheitszone” richten würde.

Was für die Türkei wie gerufen kam, da sie seit Jahren darauf erpichte eine Art Pufferzone zu etablieren. Seither geht es der türkischen Führung urplötzlich nicht mehr um die Vernichtung der kurdischen YPG, sondern ihr würde ein demographischer Wandel ausreichen, sprich eine Zurückdrängung der kurdischen-Milizen von den Grenzgebieten.

Laut Ankara würden circa 30 km genehm sein. Mit anderen Worten, diese Fläche entlang der türkisch-syrischen Grenze würde vorerst die neo-osmanischen Ambitionen stillen.

Die syrischen Kurden waren zunächst nicht angetan von den an ihnen vorbeirauschenden Entwicklungen, und proklamierten das sie nicht einverstanden mit einer türkisch kontrollierten Zone vor ihrer Nase seien.

Der die Debatte über den US-Abzug aus Syrien anfeuernde Terroranschlag in Manbij, veranlasste die SDF-YPG noch mit dem Finger auf die Türkei zu zeigen.

Indes scheinen die USA Druck auf die SDF ausgeübt zu haben. Denn aus heiterem Himmel hieß es das eine Sicherheitszone doch gar keine schlechte Idee wäre.

Diesbezüglich gaben die SDF öffentlich bekannt, das sie alles menschenmögliche beitragen würden um die Etablierung der besagten Zone voranzutreiben.Von einer Kooperation mit der Türkei war sogar die Rede.

Diese opportunistische Sprunghaftigkeit sucht ihresgleichen. Die toxische Aspiration nach zersetzendem Separatismus ist ungebrochen. Anstatt die Chance zu ergreifen reinen Tisch mit Damaskus zu machen, reiten sich die kurdischen Milizen immer tiefer in ihr eigenes Elend.

Blindlings die Besatzung in Manbij mit amerikanischer Schützenhilfe konsolidieren wollen und sich nebenher zwielichtigen Vereinbarungen hingeben, um den illusionären Traum eines eigenen Staats nicht aufgeben zu wollen, doch die Regierung des Heimatlandes mit jeglichen Mitteln versuchen zu untergraben macht die syrischen Kurden in den Augen der Syrer zu paktierenden Verrätern, die es bevorzugen dem infiltrierenden Feind in die Hände zu spielen.

Afrin war der erste Hinweis darauf das die YPG-SDF den Lockvogel für die Türkei spielen. Damals bevorzugten es die weit unterlegenen kurdischen Fraktionen den aussichtslosen Kampf gegen den türkischen Goliath aufzunehmen, und wurden kläglich nach Blitzkrieg Manier geschlagen. Im Handumdrehen rückte das türkische Militär in Afrin ein und die YPG war Geschichte.

Die Sache war so schnell gegessen das es einem ziemlich suspekt vorkam, und man das Gefühl hatte das etwas im Busch ist. Die sich so heroisch gebenden YPG-SDF zogen mit eingezogenem Schwanz davon, und lamentierten ihren Verlust kaum.

Was die Annahme bekräftigte das die drei gegen die syrische Regierung operierenden Kräfte (USA, Türkei, SDF-YPG) gemeinsame Sache machen, um eine Zergliederung Syriens zu realisieren.

Was ebenfalls Aufschluss darüber gibt, ist der abwegige Sinneswandel der SDF der zu einem darin mündete das man kleinlaut die Nähe zu Damaskus suchte, und zum anderen nun wieder mit utopischen Forderungen erwägt zukünftige Verhandlungen mit der Assad-Regierung präventiv zu torpedieren.

Kürzlich enthüllten die syrischen Kurden diverse Forderungen, die darauf ausgelegt sind die Gegenpartei zu verstimmen. Die Punkte lauten wie folgt:

1.Einheit des syrischen Landes

2 Das System in Syrien ist eine demokratische Republik, und die Autonome Verwaltung ist Teil dieses Systems.

3 Autonome Verwaltungen verfügen über Vertreter im Parlament im Zentrum von Damaskus.

4 Neben der syrischen Flagge sollte es Flaggen geben, die autonome Verwaltungen vertreten.

Die Diplomatie in den Bereichen der Autonomen Verwaltung steht nicht im Widerspruch zu den Interessen des syrischen Volkes und der Verfassung.

6 Demokratische Streitkräfte Syriens sind Teil der syrischen Armee, die für den Schutz der syrischen Grenze verantwortlich ist.

7-Die internen Sicherheitskräfte in den Bereichen der autonomen Verwaltung arbeiten gemäß den örtlichen Räten auf eine Weise, die der syrischen Verfassung nicht widerspricht;

8-Lernen in der Muttersprache ist die Grundlage der Ausbildung in den Bereichen der autonomen Verwaltung, und Arabisch ist die Amtssprache in ganz Syrien.

9-In Bereichen der Autonomen Verwaltung wird der Unterricht in Landessprachen an Fakultäten für Geschichte, Kultur, Sprachen, Literatur und dergleichen gelehrt;

10 -Verteilung des syrischen Reichtums in fairer Weise an die syrischen Regionen.

Die Anzeichen verdichten sich das die sogenannte “Demokratische Föderation Nord-Syriens (DFNS)” (der militärische und politische Verbund kurdischer Kräfte in Syrien) keinen gemeinsamen Nenner mit der syrischen Regierung finden wird.

Die Vereinigten Staaten haben ihren kurdischen Stellvertretern vermutlich schnellstens die vage Nähe zur syrischen Regierung ausgeredet. Die ziemlich verstörenden Aussagen in Bezug auf eine zukünftige türkisch-kurdische Kooperation zur Schaffung einer “Sicherheitszone” entlang der syrisch-türkischen Grenze, sind wahrscheinlich ein Ergebnis amerikanischer Druckausübung.

Kaum vorstellbar das dieser Vorschlag wohlwollend in der Türkei aufgenommen wird. Was Zugeständnisse an kurdische Militante anbelangt sind die Hände des türkischen Präsidenten Erdogan gebunden. Der Königsmacher und Koalitionspartner der AKP, die ultrakonservative MHP wird es mitnichten akzeptieren das der türkische Präsident für die Kontrolle über die geplante Zone, Abstriche machen muss und der YPG entgegen kommen soll.

Reines Wunschdenken manifestiert sich derweil in den Gemütern der syrischen Kurden, wenn sie davon ausgehen das Ankara dieser Unterbreitung zustimmen würde.

Die Unzuverlässigkeit legt eindeutig nahe das die syrischen Kurden keine vertrauenswürdigen Verhandlungspartner für Damaskus sind. Ihre Abhängigkeit von den USA, lässt es einfach nicht zu.

Demnach ist nichts fruchtbares von den Gesprächen zwischen den Parteien zu erwarten. Wie bereits schon angemerkt muten die sich überschlagenden Ereignisse im Norden Syriens an, das wir es mit einem abgekarteten Spiel zu tun haben.

Die kurdischen Milizen dienen Ankara und Washington auf verschiedene Arten als Vorwand um eine Zergliederung Syriens zu realisieren. Hinsichtlich der kurdisch-türkischen Präsenz im Norden Syriens sei gesagt das diese symbiotischer Natur ist.

Sprich eine gegenseitige Abhängigkeit besteht, die beiden Seiten die entsprechenden Feindbilder liefert um die jeweiligen Agenden zu rechtfertigen.

Nicht zu vergessen ohne die terroristische Unterwanderung Syriens, hätte es kein Erstarken der kurdischen Militanten gegeben. Und somit auch keine theatralische türkische Unruhe die in Besatzung ausartete und Annexion mündet.

Ohne den von Ankara und Washington gestützten Islamischen Staat, hätte es das Drama um Kobane nicht gegeben und die YPG und ihre Auswüchse hätten wohl kaum die heutige Größe erreicht. Wie man es dreht und wendet, man kommt nicht drum herum hervorzuheben das die angeblich rivalisierenden Kräfte in Syrien, sich anhand ihrer Aktionen gegenseitig unter die Arme greifen.

Verf.R.R.

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