Jihadi-Konflikt: HTS löscht türkisch gestützte Noureddin al-Zenki aus..Da waren es nur noch…

Seitdem die Türkei sich dazu entschlossen hat von ihrer Offensive auf Manbij abzusehen, und ihre dschihadistische Infanterie zurück in ihre Barracken ins westliche Aleppo beorderte, ist im Norden-Syriens der kurz beigelegte Terroristen-Konflikt erneut ausgebrochen.

Die in der Region dominierende Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Nusra, Al-Qaida), hat infolge eines Attentats auf vier HTS-Kämpfer die Kampfhandlungen gegen die größte rivalisierende islamistische Fraktion Noureddin-Al-Zenki wieder aufgenommen.

Wie die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte inzwischen meldete, soll die HTS ihren Gegner im Handumdrehen annihiliert und diverse Dörfer und Ortschaften eingenommen haben.

Die Al-Zenki habe sich nicht in der Lage gesehen ihre Stellungen in der westlichen Provinz Aleppos zu halten, und soll die Waffen nach viertägigen Gefechten gestreckt haben. Die Kämpfer der türkisch gestützten Fraktion die sich der HTS ergeben hätten, sollen nach Afrin transferiert werden, hieß es.

Die Hayat Tahrir al-Sham hat infolge des erfolgreichen Blitzkriegs gegen die Noureddin Al-Zenki offenbar Blut geleckt, und ist in West-Aleppo weiter vorgerückt um weitere Gebiete von türkisch-gestützten Jihadisten einzunehmen .

Wie das Nachrichtenportal Southfront berichtete hat die HTS die Stadt Deir Sim’an und ihre historische Festung erobert. Die strategische Stadt überblickt das von Ankara besetzte Afrin.


Die Türkei hat sich keinen Gefallen getan indem sie ihre eigentlich mit Russland beschlossene Mission im Nord-Westen Syriens stetig vernachlässigte, und somit die HTS kontinuierlich ermutigte ihrem Treiben nachzugehen.

Anstatt wie mit Moskau im September vergangenen Jahres vereinbart sich der HTS in Idlib anzunehmen um eine blauäugige “entmilitarisierte Zone” zu etablieren, hat Ankara abermals dahingehend nichts auf die Beine gestellt.

Und zufälligerweise immer wenn Nägel mit Köpfen in Idlib gemacht werden sollen, kommt der Türkei etwas in die Quere was zumeist mit der kurdischen Präsenz in Syrien zu tun hat.

Ankara hätte längst seine Dschihadisten-Infanterie mobilisieren sollen, um der HTS zumindest das Leben in Idlib schwer zu machen, schließlich proklamiert man andauernd das “moderate Rebellen” die Überzahl in Nord-Syrien sind.

Welchen Zweck die türkischen Beobachtungsposten in Idlib erfüllen, außer als Schutzwall vor der syrischen Armee zu fungieren, ist unschlüssig. Die Posten sind teil der trilateralen (Russland, Iran Türkei) Astana-Vereinbarung, unter der diverse “Deeskalationszonen” festgelegt worden.

Eine davon war das Gouvernement Idlib, das der Türkei zugeteilt wurde. Während Moskau, Damaskus und Teheran sämtliche besagten Zonen vom terroristischen Joch erlösten, ließ Ankara die Dinge in Idlib schleifen und tat so gut wie gar nichts um das metastatische Problem in den Griff zu bekommen.

Jedes Element was auch nur ansatzweise den Jihad pries landete willentlich in Idlib, oder in nord-syrischen Landesteilen die von der Türkei besetzt gehalten werden.

Der von Ankara beherbergte Jihadisten-Pool wuchs rapide an, und steht kurz vor dem Überlaufen. Als die syrische Armee im Spätsommer vergangenen Jahres dazu bereit war die Mutter aller Schlachten einzuleiten um die HTS in Idlib auszulöschen, schrie Ankara mit am lautesten auf und rief die NATO-Gemeinschaft dazu auf Damaskus aufzuhalten.

Der türkische Präsident höchstpersönlich verfasste einen skurrilen von der Washington-Post veröffentlichten Appell, um zu relativieren weshalb es notwendig sei die Al-Qaida in Syrien vor dem Untergang zu bewahren.

Die Al-Nusra marginalisierend argumentierte Erdogan das die SAA-Offensive auf Idlib ein beispielloses Massaker an Zivilisten verursachen würde, und es demnach notwendig sei den Status-Quo aufrechtzuerhalten.

Ergo der HTS vorerst kein Haar gekrümmt werden sollte, um zunächst die Spreu vom Weizen zu trennen. Also um die terroristischen Elemente von nicht existenten moderaten zu extrahieren.

Mit Präzision anhand von gezielten Anti-Terror-Operationen wollte man den Al-Qaida Ableger eindämmen. Erdogan postulierte damals fantasiereich, das die Türkei in der Terrorismus-Bekämpfung. das Vorbild schlechthin sei.

Was sich abermals als Trugschluss erwies. Denn wie sich unmittelbar nach dem diplomatischen Sieg Ankaras und der damit einhergehenden russisch-türkischen Idlib Vereinbarung herausstellte, hat Ankara nichts unternommen was den Aktionsraum der HTS auch nur im geringsten einschränkte.

Die gemeinsam mit Russland beschlossene “entmilitarisierten-Zone” ringsum Idlib, ist für die Türkei lediglich ein Weg gewesen, um Zeit zu schinden.

Weder sind je Terroristen-Kollektive noch schwere Waffen aus der Zone abgezogen, geschweige denn Kampfhandlungen eingestellt worden.

Als Ankara sich offenkundig erneut als untauglich erwies seine eigens geforderten Maßnahmen umzusetzen um den Moloch Idlib von Terroristen zu säubern, kam mir nichts dir nichts die kurdische YPG wieder ins Spiel.

Um die kurdische Miliz aus Manbij zu vertreiben wurde das weitaus gravierendere Problem in Idlib, von Ankara mal wieder vernachlässigt. Während die gesamte Welt sich auf die Entwicklungen in Manbij konzentrierte, und die Idlib-Vereinbarung ihr übriges tat, hat man der HTS wieder genügend Zeit eingeräumt um strategische und militärische Vorkehrungen zu treffen und Offensiven zum Zwecke der Gebietserweiterung zu initiieren.

Obwohl wie oben erläutert, der Al-Qaida-Ableger diverse türkisch-gestützte Islamisten-Fraktionen dezimiert, scheint Ankara dies nicht wirklich zu tangieren.

Vermutlich dämmert es der Hayat Tahrir al-Sham, das sich die Türkei womöglich bald dazu gezwungen sieht sie fallen zu lassen. Was bedeuten würde das Ankara seinen Stellvertretern den Befehl gäbe die HTS anzugreifen, was bisher noch nie geschah da die Al-Nusra ebenfalls ein altgedienter Proxy zur Bekämpfung der syrischen Regierung ist.

Ankara tut sich schwer damit Prioritäten zu setzen, und hat unentwegt versucht alle Terroristen-verbände in Nord-Syrien unter einen Hut zu bekommen.

Die Al-Nusra hat mit der blitzschnellen Auslöschung der größten rivalisierenden Islamisten-Fraktion, erneut ihre Macht unterstrichen. Die Einverleibung weiterer Gebiete und die simultane Vernichtung konkurrierender Organisationen, sind mutmaßlich Präventivschläge um türkisch gestützte Milizen dermaßen zu schwächen, das von einem Showdown abgesehen wird.

Sprich die türkisch gestützte Freie Syrische Armee und ihr Gefolge keine Bedrohung mehr darstellen. Überdies ist sich die HTS in klarem darüber, das sie das türkische Militär nie und nimmer direkt angreifen würde. Vorher würde die Hölle zufrieren.

Und diese Aussage ist bestimmt nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. Die Idlib Chronik der vergangenen zwei Jahre spricht Bände.

Damaskus wird mit Argusaugen beobachten wie sich die Lage in Nord-Syrien entwickelt. Je mehr Terroristen-Kollektive sich gegenseitig auslöschen desto weniger militärischer Aufwand muss letztlich betrieben werden um den menschlichen Abschaum auszuradieren.

Verf.R.R.

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