Hayat Tahrir Al Sham, hat das Sagen in Idlib

(Foto Reuters )

Im Frühjahr 2016, nach der Befreiung Ost-Aleppos durch die Syrische Armee mit Unterstützung des Russischen Militärs, blieb den militanten Extremisten nichts anderes als die Waffen zu strecken und auf die erlassene Amnestie der Regierung einzugehen, die den Kämpfern Freiheit gewährte, bei Aufgabe der Beteiligung am bewaffneten Konflikt. Die Terror-Gruppierung die damals noch unter den Namen Jabbhat Al_Nusra operierte, war in Ost-Aleppo neben dem IS die treibende Kraft der Jihadisten und alle weiteren angeblich moderaten Rebellen-Gruppierungen, mussten sich ihr fügen und zogen unter ihrer Flagge in den Krieg.

Durch die wieder erlangte Kontrolle der Syrischen Regierung in Aleppo, waren die Extremisten dazu gezwungen, samt ihren Familien nach Idlib abzuziehen ,wie zwischen den Kriegsparteien zuvor ausgehandelt. Die Idlib Provinz, im nördlichen Teil Syriens, gilt seitdem als eine Art Exil und fungiert als ein Sammelbecken für Jihadisten, die aus Gebieten abziehen ,die von den Einheiten der Syrischen Armee eingenommen wurden.

Ein Ergebnis der Friedensgespräche in Astana ,der Hauptstadt Kasachstans, ist die Entstehung von 4 De-Eskalationszonen, die von Russland, der Türkei und dem Iran mit der bewaffneten Opposition vereinbart wurden, derer Kopf Mohamed Aloush, der Anführer der Jihadisten-Gruppierung ” Jaysh Al Islam “ist.

 

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Mohammed Alloush der Anführer der AL-QAIDA affiliierten JAYSH AL ISLAM und Kopf der bewaffneten Opposition bei den Friedensgesprächen über Syrien in Astana….Foto Getty Images

 

Das Abkommen der 4 Sicherheitszonen besagt, das den “moderaten Kräfte ” in diesen auserkorenen Gebieten jegliche Kooperation mit designierten Terror-Gruppierungen, wie der AL-NUSRA (Jabbhat Fathah al Sham, Tahrir al Sham ) und der ISIS, untersagt ist und das militante Kräfte, die unter dem Schirm einer der erklärten Terror-Gruppierungen agieren, von dem Waffenstillstand der 4 deklarierten Territorien ausgenommen sind.

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“Die 4 De-Eskalationszonen gestreift markiert auf der Landkarte Syriens…”

 

Die 4 Zonen sind vom Norden bis zum Süden, im westlichen Teil von Syrien, über das Land verteilt. Die erste Zone erstreckt sich über die gesamte Idlib Provinz und nordwestlichen Arealen von der Latakia Provinz, westliche Teile der Aleppo Provinz und nördliche Gebiete in der Hama Provinz. Die Zweite Zone befindet sich im Norden von Homs. Die dritte Zone der Osten von Ghouta liegt in der ländlichen Region von Damaskus und die vierte Zone an der Jordanischen Grenze in Teilen von Deraa und Quinetra.

Die Russische Militärpolizei hat mittlerweile in drei von den Sicherheitszonen Aussichtspunkte und Checkpoints errichtet, um den Waffenstillstand zu beobachten, die verschiedenen Fraktionen voneinander zu trennen, für die Sicherung von Hilfsgüter-Lieferungen zu sorgen und um zur Beilegung des Konflikts beizutragen.

 

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Sicherheitszone in Homs ,Karte

 

Im Norden an der Grenze zur Türkei liegt Idlib, die Stadt in der die größte De-eskalationszone entstanden ist und 1 Millionen Zivilisten leben. Die Kontrollmechanismen die in den übrigen Sicherheitszonen bereits aktiviert wurden, konnten in Idlib bisher nicht eingeleitet werden, da es zum Ende Juli hin zu heftigen Gefechten kam zwischen 2 konkurierenden AL-QAIDA verbundenen Jihadisten-Fraktionen.

Die Hayat-Tahrir-al-Sham eine Koalition bestehend aus der umbenannten Jabbhat Fatah al Sham ( AL-NUSRA,) der Nour al-Din Zinki Bewegung, der Ansar al-Din Front, Jaysh al-Sunnah und der Liwa al Haq Gruppierung, verdrängte die Ahrar al Sham aus der Idlib Provinz, nach einem blutigen Machtkampf um die Eroberung der Stadt, der mit einem Waffenstillstand endete und die Verbannung der Ahrar al Sham zur Folge hatte.

Die stetigen neuen Namensgebungen und Fusionen der Terror-Fraktionen zielen darauf ab, die Verbindungen zur AL-QAIDA oder anderen designierten Terror-Gruppierungen, zu verwischen. Die Terror Allianz der HTS( Hayat Tahrir al Sham) hat derweil angekündigt in weitere Gebiete vorstoßen zu wollen, um den Kampf gegen Syriens Präsident ,Bashar al Assad ,voranzutreiben.

 

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Die Hayat Tahrir al Sham marschiert nach der Übernahme durch die Strassen Idlibs

 

Die Türkei ist besorgt über die Situation in Idlib, da Ankara auf die Ahrar al Sham vertraute und durch die verlorene Schlacht der Jihadisten Fraktion, den Einfluss auf das Gebiet an ihrer Grenze verloren hat. Die Türkei erwägt militärisch einzugreifen da die Lage in der Idlib Provinz, sich in einer Abwärtsspirale befindet und Ankara nicht zulassen will das in den Grenzgebieten zu Syrien und dem Irak ein ” künstlicher Staat” entsteht, laut Aussagen von Binali Yildirim dem Premierminister der Türkei.

Im August 2016 führte das Türkische Militär bereits eine Operation an der Grenze in Jarablus durch, die mit dem  Namen “Schild des Euphrats” getauft wurde, um mit Unterstützung der FSA ( Freie Syrische Armee ) und der Luftwaffe der US geführten Koalition die Syrische Grenzstadt von ISIS-Kämpfern zu befreien. Damaskus kritisierte die Intervention der Türkei vehement und äußerte das Ankara die Territoriale Integrität Syriens verletze.

Die Idlib Provinz ist ein Bollwerk sämtlicher AL-QAIDA Fraktionen und die HTS nutzt die Gunst der Stunde, da die Einheiten der Syrischen Armee in Richtung Deir Azzor marschieren, den letzten Flecken vor Raqqa, der noch von dem IS besetzt ist. Die Konzentration der meisten Syrischen Kräfte ist nach Osten ausgerichtet, um noch vor der SDF ( Syrian Democratic Forces) der Bodentruppe der USA, in Raqqa einzutreffen um Tatsachen zu schaffen, die eine Teilung Syriens verhindern.

Die SDF ist ein Zusammenschluss aus hauptwiegend Kurdischen Kämpfern in Kooperation verschiedener Arabischer Kräfte. Die meisten Staaten in der Region befürchten, das eine Entstehung eines Kurdischen Staates im Norden von Syrien den gesamten Mittleren Osten in Ungewissheit stürzen und ein Klima für unendliche Konflikte schafft.

 

Autor R.R.

 

 

 

 

 

 

 

 

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