Evakuierte Zivilisten aus dem Stahlwerk Asowstal, schildern Eindrücke ihrer Geiselhaft. (Videos)

Aus dem Stahlwerk Azowstal in Mariupol evakuierte Zivilisten, schildern Eindrücke ihrer Geiselhaft. Aus dem Russischen übersetzt vom online Portal Southfront. Deutsche Übersetzung orbisnjus.

Erste Zeugenaussage:

„Produkte- Niemand hat uns etwas gegeben, oder gebracht. Überhaupt nicht. Einmal wollten sie, dass wir Schützengräben ausheben, doch die Männer sagten: „Wir werden keine Gräben ausheben, es gibt einen offenen Platz. Die Hosen hängen. Wie könnten wir das übernehmen, bei dem Gewicht, das wir verloren haben? Wer von uns ist ein Gräber?

Wir waren 78, oder wie viele von uns waren dort?“

Das Mädchen antwortet: „71 oder 72“

Frau: „Doch unter uns waren 17 Kinder. Ein Säugling, ein Mädchen 2,5 Jahre alt. Als sie ( Kämpfer von Asow ) kamen, legte ich meinen Sohn auf das Bett und bat ihn, bitte sei still, weil sie dich töten werden, ohne nach deinen Namen zu fragen.

Es ist völlig unbegreiflich, dass mein Sohn Schützengräben ausheben soll. Weshalb soll er Schützengräben ausheben?

Russen und normale Ukrainer werden von mir gut behandelt. Ich behandele sie gut. Ich habe viele Freunde in Russland. Ich würde gern nach Russland gehen.“

Zweite Zeugenaussage:

„Um uns einzuschüchtern, wiederholten sie immer wieder, dass wir nicht dahin gehen sollen. Es sei eine ausgebrannte Stadt, es sei unmöglich zurückzukehren. Sie wollten nicht, dass Leute in die Stadt gehen. Sie sagten immer wieder das Gleiche. Das es keine Häuser mehr gebe und alles ausgebrannt und zerbombt sei. Man könne nirgendwo hingehen. Beispielsweise sagten sie, dass es dort böse Typen gäbe, die einen ohne mit der Wimper zu zucken töten würden.

Im Radio hörten wir, dass es Korridore gibt. Wir hatten ein Radio, mit dem wir Wellen einfingen. Wir wussten von den Korridoren. Doch wir konnten diese nicht erreichen, weil sie uns nicht gehen lassen haben. Sie hielten uns in einem Bunker fest und wir durften das Stahlwerk nicht verlassen. Im Radio hörten wir: „Korridor, Korridor, Korridor“ . Doch wie sollten wir dorthin gelangen?

Das Militär hat uns nicht rausgelassen. Sie sagten: „Wir lassen euch nicht raus. Da Draußen sind böse Menschen, die euch auf der Stelle erschießen werden. Ihr könnt da nicht hingehen.“ Sie überspielten und sagten: „Wir sorgen uns um eure Sicherheit, also geht zurück in den Bunker.“

Wir haben uns von alleine in den Bunker begeben. Mein Mann und ich, arbeiten in dem Werk. Am 26.Februar sind wir aus freien Stücken da hin. Wir wussten, dass es ein sicherer Unterschlupf war. Im Leben nicht, haben wir an so etwas gedacht. Es ist ein zivile Einrichtung. Es war unser Arbeitsplatz. So etwas haben wir uns nicht vorstellen können. Glauben Sie mir, hätte ich gewusst, was mir widerfahren würde, wäre ich bestimmt nicht dort hingegangen.

Mit dem wissen, dass es ein sicherer Hafen war, haben wir das Werk aufgesucht, um unser und das Leben unserer Kinder zu schützen.

Wir konnten nicht mehr alles machen. Sie würden uns nicht hinein lassen. Also habe ich mir schon gedacht, dass sie mit der Absicht hierher kamen: “ Wir verstecken uns hinter den Zivilisten.“

Wir erfuhren alles aus dem Radio. Generell wurden wir vom Militär nicht informiert. Keiner vom Militär kam zu uns und sagte: „Leute hier ist der Korridor, kommt raus!“ Nein so etwas gab es nicht.

Im Radio hörten wir die Information. Wir versuchten zu entkommen, doch sie ließen uns nicht gehen.

Unsere Familie hat einstimmig beschlossen: Wir gehen nicht zurück in die Ukraine. Doch falls wir uns doch entscheiden zurückzugehen, dann nur nach Mariupol. Doch nicht in die Ukraine.

Kurzum, Ukraine als Staat und ich als ukrainischer Bürger, das ist gestorben für mich.

Ich bin entsetzt darüber, wie sie uns behandelt haben.

Aut.R.R.

Ein Kommentar

  • Der Artikel spricht mir aus dem Herzen! Ich bin entsetzt über die geistig blockierte Haltung der Deutschen, die wieder an ihren Führer in Berlin glauben !!

    Nun, ich halte es mit Heinrich Heine, der in seinem französischen Exil die Sätze schrieb:

    „Denk ich an Deutschland in der Nacht, werde ich um meine Schlaf gebracht“.

    Genau so ist es und wir müssen WIDERSTAND leisten !!!

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