ISIS-Redux? Begünstigt türkische Invasion, ein Wiederaufleben der Terroristen-Organisation? (OP-ED)

Sowie man zu einem vor US-Präsident Trumps Entscheidung den Hut ziehen kann Nägel mit Köpfen zu machen und sämtliche US-Truppen aus Syrien abzuziehen, so kann man ihn zum anderen dafür anprangern das der laut seiner Aussage von seiner Vorgängerregierung gegründete Islamische Staat, nun mit brandgefährlicher Nachsicht behandelt wird.

Es ist durchaus rühmlich doch für amerikanische Verhältnisse recht unorthodox eine nah-östliche Region und deren Ethnien ihre Probleme intern austragen zu lassen. Trumps dahingehende Einstellung ist lobenswert, doch einem Mitbegründer und Nutznießer des Islamischen Staats nun die volle Verantwortung für geschätzte 20 000 noch inhaftierte ISIS-Kämpfer zu übertragen, ist vermutlich kein ratsamer Ansatz gewesen da somit einer Reinkarnation der Vorzeige-Terroristen-Organisation nichts mehr im Wege steht.

Unmittelbar infolge seines Entschlusses der Türkei das Feld zu überlassen um über die kurdisch dominierten Syrisch Demokratischen Kräfte herzufallen, postulierte Trump auf Twitter das die Türkei von nun an die gefangenen ISIS-Kämpfer übernehmen müsse, welche bislang von SDF-Kräften in einem improvisierten Archipel aus Internierungscamps bewacht wurden.

Trumps fälschliche Behauptungen die USA hätten den Islamischen Staat in die ewigen Jagdgründe eingehen lassen, können nicht darüber hinwegtäuschen das die von ihm abgetretenen ISIS-Gefangenen, 2017 die Kämpfer waren die im Rahmen eines Abkommens mit den USA das Kalifat Rakka samt Waffen und Familienangehörigen hinter sich ließen, und sich in Deir Ezzor ansiedelten um zwei Jahre später abermalig medienwirksam von US-gestützten Kräften bekämpft zu werden.

Um einen demographischen Wandel zu begünstigen, machte die US-geführte Koalition Rakka den Erdboden gleich. Hauptsächlich zivile Infrastruktur und unbescholtene Bürger fielen den rigorosen Bombardements zum Opfer, wohingegen der Islamische Staat per freiem Geleit unbehelligt weiterziehen konnte. Gar westliche Mainstream Medien, berichteten damals über den schmutzigen US-Deal mit der ISIS.

Das physikalische ISIS-Kalifat haben die USA durchaus ausradiert, dessen Betreiber eher weniger, was die Anzahl von IS-Gefangenen untermauernd bestätigt. Kurzum die Trump-Administration hat sich jene Gegnerschaft von Assad solange warmgehalten, bis sie schließlich ausgedient hatte.

Nun soll die ebenfalls jahrelang von der ISIS-Präsenz profitierende Erdogan-Regierung, sich fortan um die Belange multinationaler IS-Dschihadisten kümmern. Was Ankara von jener Vorstellung hält hat es indes unmissverständlich zu verstehen gegeben, indem es diverse Internierungscamps bombardieren ließ und somit Hunderten ISIS-Insassen die Flucht ermöglichte.

Wer davon ausgegangen ist das die Erdogan-Administration sich um ein womögliches Wiederauftreten der ISIS schert, geschweige denn jenem Szenario vorbeugen würde, der wird gegenwärtig eines besseren belehrt.

Der Verdacht das Ankara beabsichtige den inhaftierten ISIS-Mitgliedern zur Flucht zu verhelfen, wird derweil hochfrequentiert öffentlich diskutiert. Dafür sprechende Informationen sind hinsichtlich des hohen Vorkommens, nicht schwer zu finden. Verschiedene Videos jene veranschaulichen wie ISIS-Gefängnisse unter Beschuss geraten, wurden gar von diversen Leitmedien angeführt.

In der gegenwärtig umkämpften Stadt Ain-Issa sollen türkische Bombenangriffe dazu geführt haben, das bis zu 750 IS-Jihadis aus einem örtlichen Camp geflohen seien, wie die selbsternannte syrisch-kurdische Autonomiebehörde verlautbaren ließ.

Einige der aus dem Lager in Ain-Issa getürmten ISIS-Kämpfer und ihre Angehörigen, sind herzlich von türkisch gestützten SNA-Milizen aufgenommen worden. Wie aus einem auf Twitter geteilten Video hervorgeht, erörtert ein SNA-Terrorist das die in seinem Hintergrund zu Dutzenden auf Fahrzeugen verweilenden Ex-Insassen “Zivilisten” seien, jene sich nun in Sicherheit wiegen könnten.

Die exponierte Lage der syrischen Kurden hat sich schnell herumgesprochen, und damit einhergehend weitere ISIS-Revolten ermutigt. Im berüchtigten Al-Hol-Camp kam es indes zu mehrfachen Ausbruchsversuchen.

US-Präsident Trump mutmaßt das seine einstigen Vasalen, womöglich hinter einigen Freilassungen steckten. In Anbetracht vergangener Drohungen seitens der SDF tausende ISIS-Kämpfer auf freiem Fuß zu setzen, erscheint jene Annahme kaum abwegig.

Nichtsdestotrotz gebührt seinem Vorstoß und Ankaras obsessiven Drang sich ein Stück Syrien einzuverleiben, die Hauptschuld an einem Wiedererstarken der ISIS.

Die Erdogan-Regierung hat bereits in der Vergangenheit eine fruchtbare wechselseitige Geschäftsbeziehung mit dem IS geführt. Gar Nachkömmlinge des türkischen Präsidenten steckten bis zum Halse in zwielichtigen Konspirationen, jene den Islamischen Staat zu seiner einstigen Größe verhalfen.

Also in Anbetracht dieses offensichtlichen Interessenkonflikts, ist Ankara wohl kaum der unvoreingenommene Mediator, der nun einspringen sollte um multinationale Terroristen zu verwalten.

Europa entzieht sich ebenfalls seiner Verantwortung, wie es Trump unentwegt interpretiert. Womit er nicht ganz unrecht hat, schließlich haben die Behörden jeweiliger europäischer Staaten jahrelang die Augen davor verschlossen das ihre Staatsbürger in den Jihad nach Syrien zogen, um sich dem Islamischen Staat oder anderen Al-Qaida Ablegern anzuschließen.

Den unübersehbaren Terroristen-Exodus ignorierend begrüßten diverse EU-Staaten das Anwachsen der bewaffneten syrischen Opposition, jene explizit von dem IS und der Al-Qaida angeführt wurde. Der Zweck heiligte die Mittel, jedes fehlgeleitete humane Element welches in Syrien strandete um sich dem “brutalen Diktator Assad” entgegenzustellen, wurde als notwendiges Übel betrachtet. Simultan porträtierten westliche Leitmedien den Kampf gegen das “syrische Regime” als erstrebenswert. Was Hunderte von labilen und naiven Charakteren, eine Überreise nach Syrien erleichtert haben dürfte. Nun will Europa eine Rückkehr ihrer ausgerissenen Bürger mit allen Mitteln verhindern. Staatsbürgerschaftsentzuge stehen hoch im Kurs, wie diverse Länder bekundeten, einschließlich Deutschland.

Die türkische AKP-Regierung wird alles daran setzen das Chaos in Syrien zu schüren, demnach ist es mitnichten weit hergeholt ihr abermalige Komplizenschaft zu unterstellen, jene darauf hinauslaufen soll das der eingedämmte Islamische Staat zu neuem Leben erweckt wird.

Verf.R.R.

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Ein Kommentar

  • Trump hat vor der Ankündigung des Rückzuges seiner Truppen die Staaten aufgefordert die IS Kämpfer der jeweiligen Ländern abzuholen, nix geschehen, jetzt kommen die IS Kämpfer über die Balkanroute.

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