Syrien- Reaktivierung türkisch-syrischen Sicherheitsabkommens im Gespräch- Ankara weiterhin illusorisch

Infolge der jüngsten russischen-türkischen Konsultationen im Rahmen der zugespitzten Lage im Norden Syriens, sind richtungsweisende Ansätze bekanntgegeben worden, die sich vorwiegend mit der geplanten Sicherheitszone befassten.

Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, hat in den vergangenen Tagen einiges illusorisches und manches aussichtsreiches verlauten lassen. Entgegen der offensichtlichen Ambitionen den Norden Syriens zu annektieren behauptete Erdogan abermals, das die Türkei nicht beabsichtige Syrien zu okkupieren und das einzige Land sei, das aus “humanitären Gründen” vor Ort operieren würde.

“Unser Heimatland von 780 000 km² reicht uns aus. Ich sage das deutlich, die Türkei ist das einzige Land das aus humanitärem Anlass in Syrien ist,” so Erdogan während einer Ansprache in einer türkischen Militärakademie in Ankara.

Wer mit der Rolle der Türkei in Syrien vertraut ist, dem stoßen Erdogans wahnhafte Aussagen übel auf. War doch Ankara das NATO-Sprungbrett für Terroristen aller Herren Länder, die unbehelligt nach Syrien ausschwärmten.

Vor diesem Hintergrund kann man wohl kaum von humanitären Anlässen sprechen. Was die demütige Einsicht von Fehlern angeht hat die Türkei alles von ihrem amerikanischen Leittier übernommen, und bemüht sich darum wie ein unter Amnesie leidender soziopathischer Patient jedweden Vorwurf der Partizipation an dem syrischen Chaos nonchalant unter den Teppich zu kehren.

Quelle: Southfront

Syriens heutiger Status-Quo und die zugespitzte Lage im Norden des Landes, ist zum großen Teil auf dem Mist von Ankara gewachsen. Wovon Erdogan und sein Gefolge heutzutage nichts mehr wissen wollen. Zu beteuern das man Syrien nicht okkupieren wolle, während türkische Besatzungszonen in türkische Provinzen verwandelt werden, wo arabische Städtenamen von türkischen ersetzt werden, der Lira als Zahlungsmittel eingeführt worden ist und syrischen Schulkindern das türkische Curriculum zwanghaft eingetrichtert wird, zeigt auf das Ankara kein vertrauenswürdiger Player in Syrien ist und mit dem Gedanken der Einverleibung spielt.

Quelle: Syriana Analysis

Bemerkenswert ist auch die gegenwärtige Forderung Ankaras alte Abkommen mit Damaskus einzuhalten, beziehungsweise wieder aufleben zu lassen. Nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen, Vladimir Putin, hob der türkische Präsident die Wichtigkeit des “Adana-Abkommens” hervor, und sagte das die Vereinbarung wieder auf den Verhandlungstisch gehöre.

Wie das Nachrichtenportal Southfront diesbezüglich erörterte unterzeichneten Ankara und Damaskus die Adana-Vereinbarung im Jahre 1998, als die beiden Länder am Rande eines Krieges standen. Unter der Vereinbarung verpflichtete sich Damaskus terroristische Aktivitäten gegen die Türkei zu verhindern. Das Abkommen schloss ebenfalls Bedingungen zur Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus, und die Etablierung eines Überwachungskomitees ein.

Russlands Präsident Vladimir Putin schlug in Bezug auf die Reaktivierung des Adana-Abkommens optimistische Töne an:

“Ankara und Damaskus können bezüglich diesem Sicherheitsabkommen den Dialog eröffnen und eine Kooperation gegen Terror-Gruppierungen eingehen, “ so Putin nach seinem Treffen mit Erdogan.

Nach wie vor erpicht Erdogan auf die Schaffung der Pufferzone die er mit dem US-Präsidenten, Donald Trump, zur Beilegung von Syrien-bezogenen Differenzen nebenher am Telefon beschloss. Laut dem türkischen Präsidenten würde erwartet, das innerhalb von einigen Monaten im Nordosten Syriens eine Sicherheitszone geschaffen würde.

“Wir erwarten das das Versprechen einer Sicherheitszone, eine Pufferzone die darauf abzielt unser Land vor Terroristen zu beschützen, in ein paar Monaten erfüllt wird. Ansonsten werden wir sie selber erschaffen,” so Erdogan am 25 Januar in einer Ansprache in Erzurum.

Dem fügte er hinzu das das Adana-Abkommen zwischen Ankara und Damaskus angewendet werden könne um im Rahmen zur Schaffung einer Sicherheitszone eine türkische Militärintervention in Syrien zu rechtfertigen.

Laut Southfront rief Putin Ankara und Damaskus auf direkte Gespräche aufzunehmen um zu einer Einigung wegen der Adana-Vereinbarung zu kommen.

Erdogan pflichtete seinem russischen Amtskollegen bei und sagte:

“Es gibt niemanden der sagen kann, das die Vereinbarung nicht mehr gültig ist. Das Gegenteil ist der Fall. Herr Putin betonte das dieses Abkommen entscheidend für unseren Kampf gegen den Terrorismus sein kann.”

Die auf der Adana-Vereinbarung basierenden türkischen Stellungnahmen verlangten eine prompte Antwort von Damaskus ab. Die syrische Nachrichtenagentur SANA berief sich auf eine Quelle im syrischen Außenministerium die bekanntgab das das Land an Adana und alle Anti-Terrorismus Abkommen gebunden sei. Nichtsdestotrotz betonte die Quelle das Ankara seit 2011 gegen das Abkommen verstößt, indem es den Terrorismus in Syrien unterstützte und diverse Landesteile okkupiert.

“Demgemäß betont Syrien das die Aktivierung des Abkommens erfolgen könnte indem man die Lage an den Grenzen wieder herrichten würde wie sie zwischen den beiden Ländern zuvor war, und wenn das türkische Regime sich an die Vereinbarung hält und die Finanzierung, Bewaffnung, und Ausbildung von Terroristen einstellt, und wenn es seine militärischen Kräfte von syrischen Territorien die es okkupiert zurückzieht, sodass die beiden Länder dieses Abkommen aktivieren können welches Schutz und Sicherheit für die Grenzen zwischen ihnen gewährleistet, “so die Quelle

Entgegengesetzt zur psychotisch dissoziierenden Attitüde Ankaras hat die syrische Seite den Bezug zur Realität offenbar nicht verloren. Bei der Türkei hat man manchmal das Gefühl das sie dem Anachronismus verfallen ist und das mediale Zeitalter ausblendet in dem sie sich befindet. Hat man Erdogan überhaupt mal so nebenbei mal mitgegeben, das das Internet noch nicht vergisst. Sprich jegliche Information permanent abzurufen ist. Und somit es ein leichtes ist, den gesamten Syrien-Konflikt zurückzuverfolgen. Hat Erdogan die Vernichtung Aleppos unter türkischer Beteiligung vergessen?

Oder den türkischen Öl-Handel mit dem Islamischen Staat.

Oder, oder, oder! Demnach sträuben sich die Nackenhaare auf wenn die türkische Regierung abwegige Stellungnahmen herausgibt, die darauf abzielen die eigene Spur der chaotischen Blut vergießenden Verwüstung zu verschleiern. Das vorgespielte türkische Kind von Traurigkeit sollte allmählich aus Syrien von dannen ziehen und letztlich klein beigeben. Es wird Zeit!

Verf.R.R.

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