“ISIS-Anschlag” in Manbij, kommt Gegnern von US-Abzug aus Syrien äußerst gelegen (Meinung)

Während die in Syrien stationierten NATO-Besatzungsmächte um den bevorstehenden Abzug des US-Truppenkontingents pokern, ereignete sich ein vom Timing her verdächtiger angeblicher ISIS-Selbstmordanschlag im kurdisch-amerikanisch besetzten Manbij, bei dem 25 Menschen darunter 5 US-Soldaten getötet worden sein sollen.

Laut Medienberichten trug sich der Anschlag in der Innenstadt von Manbij in dem Prince Restaurant zu, wo eine US-Patrouille zugegen gewesen sein soll. CCTV Kameras haben den Moment eingefangen als die Bombe detoniert. Zu sehen ist wie zu einer belebten Tageszeit der Eingang des besagten Restaurants von mehreren Menschen passiert wird, währenddessen ein Sprengkörper detoniert. Es hieß das sich der Vorfall unmittelbar vor dem Gebäude zutrug. VORSICHT GRAPHISCHES BILDMATERIAL !!!

Erwartungsgemäß bekannte sich der Islamische Staat zu dem Selbstmordattentat in der strategischen Stadt Manbij.

“Ein Märtyrertod-Angreifer mit einer explosiven Weste traf eine Patrouille der internationalen Koalition in der Stadt Manbij im nordöstlichen Aleppo,” ließ die ISIS-Nachrichtenagentur Amaq  in einer Presseveröffentlichung verlauten.

Das Nachrichtenportal Southfront merkte diesbezüglich an das dies der allererste ISIS-Angriff auf US-geführte Kräfte gewesen sei. Vorherige Attacken galten ausschließlich kurdischen Kräften, so das Portal.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan äußerte derweil das er davon ausgehe das dieser Anschlag die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten aus Syrien abzuziehen nicht beeinflussen würde. Dem fügte er hinzu das der Angriff vermutlich darauf abgezielt habe die USA davon abzubringen aus Syrien abzuziehen.

Dieser suspekte Anschlag kommt den Gegnern des US-Abzugs aus Syrien äußerst gelegen. Zumal das erstmalig US-Soldaten auf syrischem Boden getötet wurden.

Was die Debatte über den in vielen Augen zu kurz gestrickten Zeitrahmen neu entfachen dürfte. Die Neokons in Washington sind nicht gerade angetan von Donald Trumps Rückzugsplänen.

Zunächst sprach der US-Präsident von einer schnellen Beendigung der US-Mission in Syrien. Was diverse Regierungsvertreter auf den Plan rief die ins Oval-Office eilten, um Trump zu bekehren und davon zu überzeugen das gewisse Hürden die auf den Abzug bezogene Voreiligkeit nicht zulassen würden.

Bedingungen wurden daraufhin an den Rückzug der US-Soldaten geknüpft, die darauf ausgelegt sind für unbestimmte Zeit die Besatzung aufrechtzuerhalten.

Während widersprüchliche Berichte die Runde machten, die zu einem besagten das die Amerikaner den Abzug bereits eingeleitet hätten, und zum anderen nahelegten das vorab noch einige Dinge zu klären seien, begaben sich zwei hochrangige US-Regierungsvertreter auf Nah-Ost Tour und gossen noch mehr Öl ins Feuer.

Außer hegemoniale US-Ambitionen zu vertreten hatten der US-Außenminister, Mike Pompeo, und der nationale Sicherheitsberater, John Bolton, während ihrer jeweiligen Reise nichts anzubieten.

Die beiden Kriegstreiber par Excellence verstreuten Informationen in der Öffentlichkeit die anmuten ließen, das die Amerikaner wohl doch nicht so schnell Syrien den Rücken kehren würden.

Inzwischen konsultierten die US-Leitmedien sämtliche möchtegern Experten und Beobachter die Horrorszenarien aufzeichneten die aus einem US-Abzug aus Syrien resultieren würden.

Allen voran galt wie üblich die volle Aufmerksamkeit dem Iran und der ISIS. Vom Letzteren war der amerikanische Präsident noch kürzlich überzeugt das er vollkommen in Syrien ausgerottet sei.

Überzeugungsarbeit musste geleistet werden um Trump bezüglich des Islamischen Staats umzustimmen. Ein überraschender Besuch der stationierten US-Besatzungskräfte im Irak, wo ein Soldat seinem Präsidenten nahegelegt haben soll das die ISIS noch längst nicht geschlagen sei, und die darauffolgenden Anstrengungen des republikanischen Senators, Lindsey Graham waren der Grundstein für Trumps Umdenken um eine “angemessene Geschwindigkeit” für den Rückzug aus Syrien anzusetzen.

Hingegen scheint Trump an seinem Wahlkampfversprechen festhalten zu wollen, und zumindest zum größten Teil aus Syrien abziehen. Die Modalitäten sind noch recht unklar, nur möchte Trump als Gewinner dastehen, auch wenn es nur den Anschein erwecken würde das die USA den syrischen Staat in Frieden lassen.

Nicht zu vergessen 2020 stehen die nächsten US-Präsidentschaftswahlen an. Der “ISIS-Anschlag” in Manbij könnte weitere Auswirkungen auf Trumps derweil noch bestehende Ambitionen haben.

Der Syriana Analysis Blog hat in Bezug auf den Anschlag in Manbij eine kurze doch aufschlussreiche Analyse veröffentlicht. Laut Kevork Almassian dem Gründer des Blogs befindet die nächstgelegene ISIS-Zelle sich in 250 km Entfernung von Manbij in der Hajin Region von Deir-Ezzor.

Demnach sei es schon ziemlich suspekt das ausgerechnet zu dieser sensiblen Zeit und zugespitzten Lage ein “ISIS-Selbstmordattentäter an einem Ort wo kein IS-Kontingent präsent ist US-Soldaten in den Tod reist, so Almassian. Der Blog wirft die diesbezügliche richtige Frage auf cui Bono? Wer profitiert von den US-Abzug überschattenden Anschlag in Manbij?

Bisher scheint es nicht so das sich Trump von seinem Plan aus Syrien vollständig abbringen lassen wird. Nichtsdestotrotz ist Wachsamkeit geboten.

Sollte ein wirklich verheerender Angriff von wem auch immer auf US-Soldaten stattfinden, und die Opferzahlen fallen wesentlich höher als beim Anschlag in Manbij aus, ist davon auszugehen das der US-Präsident sich schnurstracks umentscheidet und den Rückzug revidiert.

Außer dem gewöhnlichen Bekennerschreiben des IS, gibt es kein Indiz geschweige denn einen Beweis dafür das der Islamische Staat seine Finger in Manbij im Spiel hatte.

Wie weiter oben erwähnt, deutete das Nachrichtenportal Southfront korrekterweise an, das der Anschlag in Manbij erstmalig US-Soldaten in den Tod riss.

Seitdem die Amerikaner sich illegitim und gegen jedes Recht verstoßend unter dem Vorwand der Bekämpfung des IS in ihr eigens kreiertes Chaos 2014 einschalteten, gab es nicht einen toten US-Soldaten zu vermelden. Nun wollen die USA abziehen und es sterben an einem Tag gleich fünf. Diese schlagartige Trendwende ist kein Zufall, und rührt ausschließlich von den beschriebenen Umständen her.

Verf.R.R.

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