Video: Syriana Analysis über Jihadi-Konflikt in Idlib- Fazit ohne “moderate Präsenz” rückt SAA-Offensive näher

Kevork Almassian vom zu empfehlenden Syriana Analysis-Blog hat eine interessante visuelle Analyse über den in Nord-Syrien andauernden Jihadisten-Konflikt publiziert.

Zunächst erläutert Almassian in seinen You-Tube-Beitrag wer die rivalisierenden Hauptakteure in dem aktuellen Terroristen-Machtkampf sind, und erinnert daran das der gegenwärtige Hauptgegner der Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Nusra, Al-Qaida) die Noureddin al-Zenki Bewegung den zwölfjährigen Abdullah Issa enthauptete und tausende von “Höllen-Kanonen” auf Zivilisten in Aleppo abfeuerte.

Die von den USA und der Türkei gestützte Al-Zenki ist im atemberaubenden Tempo von der HTS geschlagen worden. Infolge der Kapitulation zog die Al-Zenki von ihren Stellungen in West-Aleppo ab, um in Windeseile ins benachbarte von Ankara besetzte Afrin zu eilen.

Laut Almassian würden interne Querelen dieser Art zur Normalität in gesamt Syrien, wäre die “Revolution” erfolgreich gewesen. Doch dank der syrischen Armee und dem russischen Militär sei es nicht so weit gekommen, und radikale Gruppierungen seien nicht mehr in der Lage einzelne Gebiete, geschweige denn Syrien zu kontrollieren.

Der in Baden Würtemberg ansässige syrische Journalist merkte zudem an das die von der Türkei und Russland beschlossene Idlib-Vereinbarung eigentlich eine Pufferzone ringsum Idlib hervorbringen sollte, hingegen genau das Gegenteil eingetreten ist.

Sprich die HTS ihren Machtbereich in der besagten Zone expandiert. Und sollte keine ernsthafte Gegenwehr mobilisiert werden, würde die Al-Qaida in wenigen Wochen ganz Idlib kontrollieren, so Almassian.

Laut dem Journalisten sei dies zwangsläufig keine schlechte Neuigkeit, da die Al-Nusra von Waffenruhen ausgeschlossen und kein Teil der Astana-Vereinbarung ist. Ergo wenn die Al-Qaida ganz Idlib kontrolliere, gäbe es keinen Platz mehr für Verhandlungen und Feuerpausen, was wiederum der syrischen Armee den Vorwand liefere um eine großangelegte Offensive zu starten und Idlib von der HTS zu befreien.

Almassian seine Betrachtungsweise von der Situation in Idlib ist durchaus schlüssig. Lautete das westliche Narrativ doch fortwährend das “moderate Rebellen” in Nord-Syrien zunächst von der Al-Nusra getrennt werden müssten, bevor man gegen die Al-Qaida vorgehen könne.

Als im Spätsommer vergangenen Jahres die syrische Armee und die russische Luftwaffe Vorkehrungen für eine Militäroperation zur Befreiung Idlibs abgeschlossen hatten und bereit waren die HTS und ihr Gefolge auszulöschen, schrien die üblichen Verdächtigen allesamt auf und schalteten sich ein um die Al-Qaida vor dem Untergang zu bewahren.

Die Vereinigten Staaten griffen zu den üblichen Drohgebärden die sich immer dann aufbauten, wenn Damaskus und Moskau unmittelbar davor standen einen weiteren Terror-Inkubatoren von der Landkarte zu tilgen.

Damals ließ insbesondere die Türkei eine beispiellose Hysterie entbrennen, und warnte unentwegt vor den angeblich folgenschweren Konsequenzen einer Offensive auf Idlib.

Es ist kein Geheimnis das Ankara unzählige Dschihadisten-Kollektive unterhält deren Ränge aus einstigen Waffenbrüdern der Al-Nusra bestehen.

Man beteuerte kontinuierlich das diese ideologisch verhunzten Kreaturen von einem moderaten Schlag seien, und eines guten Tages die Al-Qaida vertreiben würden, obwohl alle in Idlib operierenden terroristischen Elemente vor geraumer Zeit gemeinsame Sache machten um Syrien in ein wahabitisches Kalifat zu verwandeln.

Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, erörterte in einem von der Washington Post veröffentlichten Beitrag, das die angebliche Präsenz moderater Kräfte in Idlib es nicht zulassen würde rigoros gegen die HTS vorzugehen.

Subtilität sei der angemessene Ansatz um das Problem in den Griff zu bekommen. Diesbezüglich empfahl Erdogan Anti-Terror-Operationen nach türkischem Modell. Man müsse vorerst dafür Sorge tragen, das die “moderaten Kräfte” in Idlib nicht in Gefahr geraten in einen Topf geschmissen zu werden.

Sprich nicht Ziel von Angriffen syrischer Regierungskräfte und russischer Luftschläge würden. Das fadenscheinige Narrativ von den “moderaten Rebellen” und der Notwendigkeit diese von der Al-Nusra zu trennen bevor man die Waffen sprechen lassen könne ist keine Neuigkeit.

Im Vorfeld der Befreiung Ost-Aleppos (2016) postulierten die USA ebenfalls das die mit der Al-Nusra vermischten nicht existenten “moderaten Kräfte” selektiert werden müssten.

Was Russland unentwegt anprangerte und dazu veranlasste des öfteren darauf hinzudeuten, das diese Maßnahmen lediglich dazu dienen die Al-Nusra zu verschonen.

Die Vereinigten Staaten zogen mit ihrem damaligen Einsatz für die Al-Qaida, das Leid der Bevölkerung Ost-Aleppos unendlich in die Länge. Was glücklicherweise mit der Expellierung der Al-Nusra ein Ende fand.

Also die angeblich notwendigen Schutzmaßnahmen für die nicht vorhandenen “moderaten Kräfte” sind ein alter Hut.

In Bezug auf die derzeitige Situation in Idlib bedeutet diese Rechtfertigung hingegen, das diese laut bisherigem Kenntnisstand allmählich dahinschwindet.

Wie Kevork Almassian es richtigerweise schilderte kann nach einer vollständigen Übernahme Idlibs durch die HTS kaum mehr von einer moderaten Präsenz die Rede sein.

Demnach die Abstinenz jedweder gegnerischer terroristischer Brut, nicht mehr als Ausrede herhalten kann um überfällige Offensiven auf die Al-Qaida zu vereiteln.

Die Mutter aller Schlachten in Syrien ist durch die HTS-Expansion wesentlich näher gerückt. Es ist nur ein Frage der Zeit bis die syrische Armee und das russische Militär nach Idlib vorrücken werden um die HTS ein für allemal zu beseitigen. Die gegenwärtige Passivität der Türkei spielt Damaskus in die Karten und beschleunigt den zukünftigen Untergang der HTS.

Vermutlich hat Ankara eingesehen das die Al-Qaida keine Zweckdienlichkeit mehr aufweist, sprich sie ausgedient hat weil sie keine Gefahr mehr für die syrische Regierung darstellt und darüber hinaus allmählich zur Last geworden ist.

Die Entwicklungen sprechen dafür das die türkische Führung sich entweder gegen die HTS wendet oder größeres mit ihr vorhat. Letztere Option ist der Lage zufolge eher unwahrscheinlich. Nichtsdestotrotz sind vollendete Tatsachen in dieser Hinsicht noch nicht gegeben.

Verf.R.R.

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