USA legen Bedingungen für US-Abzug aus Syrien fest…Türkei und Kurden verunsichert über US-Haltung

Die Ungewissheit über einen vermeintlichen Abzug der US-Truppen aus Syrien, ist nach wie vor allgegenwärtig. Die infolge der umstrittenen Entscheidung des US-Präsidenten entbrannte Hysterie in Regierungskreisen Washingtons, rief diverse hochrangige Amtsträger der Trump-Administration auf den Plan die sich schleunigst darum bemühten die Dinge zu relativieren.

Was das Gespür für außenpolitische Trends anbelangt, kann man getrost sagen das Donald Trump glimpflich gesagt recht unbewandert ist. Nichtsdestotrotz will er um jeden Preis offenbar einige seiner Wahlkampfversprechen erfüllen. Die Mission in Syrien zu beenden ist angeblich eines davon.

Es ist keine Überraschung das der militärische industrielle Komplex und seine diplomatischen Vehikel, die Neokons in Washington, kaum angetan waren von Trump seiner “unamerikanischen” kurzweiligen friedfertigen Einstellung.

Dieser aus Sicht der Amerikaner sich anbahnende Reputationsverlust konnte nicht so stehen gelassen werden. Und somit schwangen sich mehrere Regierungsvertreter beider politischer Lager dazu auf, den US-Präsidenten eines Besseren zu belehren.

Den zuvor von Trump nicht offiziell festgelegten Zeitrahmen zur Beendigung der US-Besatzung in Syrien, nahmen diverse Protagonisten des Deep States zum Anlass um kaum zu erfüllende Prämissen ins Spiel zu bringen.

Seither der republikanische US-Senator, Lindsey Graham, sich im Weißen-Haus Gehör verschaffte um seinen Präsidenten vor Konsequenzen zu warnen die aus übereilten Handlungen erwachsen könnten, war ein Anflug von Inkonsequenz seitens Trumps zu vernehmen.

Sprich der US-Präsident seinen Beschluss zwar nicht vollends revidierte, hingegen das Tempo nun doch in Frage stellte. Graham unterbreitete Trump bei seinem Besuch im Weißen-Haus drei mit einem US-Abzug verknüpfte Bedingungen, die darauf ausgelegt sind Trumps Behaarlichkeit auf Zeitbestimmungen zu entkräften.

US-Truppen dürften erst daran denken Syrien den Rücken zu kehren wenn der Islamische Staat vollständig ausgemerzt sei, ein Gegengewicht zum Iran geschaffen würde und der Schutz der kurdischen Stellvertreter gewährleistet sei.

Mit der Ausrottung eigens begünstigter und unterstützter Terror-Organisationen die von wahabitisch-saudischer Ideologie geritten werden, ist es so ne Sache. Siehe der War on Terror gegen die Al-Qaida.

Den Einfluss Irans in Syrien zu beschränken ist ein weiteres Unterfangen das von Aussichtslosigkeit behaftet ist. Und die Rolle als Schutzpatron kurdischer Terror-Verbände ist angesichts der Situation in dem vom Kriege gebeutelten Land, ferner eine Angelegenheit die fortwährend notwendig sein wird.

An Abzug sei also noch lange nicht zu denken. Trump postulierte vorerst den Sieg über die ISIS, und gab hingegen auf Anraten diametral bekannt, das die ISIS doch noch geschlagen werden müsse, was somit einen verlängerten Aufenthalt der US-Truppen abverlange.

Ähnlich verhält es sich mit seiner inzwischen abgewandelten Meinung über das Schicksal der syrischen Kurden, und der Präsenz des Irans. Das die von Lindsey Graham vorgegebenen Punkte volle Zustimmung von dem Commander in Chief und vermutlich grünes Licht zur Umsetzung bekommen haben, legen Äußerungen des nationalen Sicherheitsberaters, John Bolton nahe, der derweil im Nahen-Osten unterwegs ist um regionale US-Alliierte zu konsultieren.

Am 6.Januar während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Diktator, Benjamin Netanjahu, in Jerusalem, spielte Bolton abermals auf die drei erörterten Bedingungen an, die angeblich für ein Abrücken von US-Truppen unabdinglich seien.

Bolton zufolge hänge jedwede auf Syrien basierende Handlung seitens der Vereinigten Staaten, von der Erfüllung der sich manifestierenden Kriterien ab.

In Bezug auf den Schutz der Kurden in Syrien sagte Trumps nationaler Sicherheitsberater, das zunächst eine Garantie von der Türkei erwartet würde die darauf hinausläuft kurdische Milizen zu verschonen.

Ankara wird diesem Vorstoß wohl kaum mit Sympatie begegnen. Ließ Trump doch kürzlich die Türkei in dem Glauben, das er die YPG-SDF wie ein heiße Kartoffel fallen lassen würde, die anschließend von der türkischen Armee und ihren dschihadistischen Infanteristen verspeist werden könne.

Die bereits angeschnittene unbewanderte Logik in Sachen Außenpolitik, kam hier mutmaßlich wieder zum tragen. Dem US-Präsidenten war von vornherein wahrscheinlich gar nicht bewusst, was es bedeutet aus seiner Sicht unnützliche Partner mir nichts dir nichts wie bei ” The Apprentice”zu feuern, oder sich ad hoc von ihnen loszusagen.

Trump hatte sich vermutlich gar nichts dabei gedacht, als er seinem türkischen Pendant verbal zusicherte das es Syrien übernehmen könne. Es war seiner Auffassung nach einer der vielen Geschäftsentscheidungen die er zu treffen hatte. Hop oder Top! Fuck it! All in!

Als daraufhin die Trump-Flüsterer aus ihren Löchern krochen, lenkte er trivialerweise schnurstracks ein und änderte seine Ansichten. Von Schnelligkeit ist nun kaum mehr die Rede. “Angemessene Geschwindigkeit” heißt es nun in Trumps Stellungnahmen bezüglich der angeblich baldigen Heimkehr aller US-Soldaten.

Innerhalb von 10 Tagen ist der IS reinkarniert, und nun Trump zufolge doch wieder eine darstellende Bedrohung der volle militärische Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse.

Die widersprüchlichen Stellungnahmen diverser US-Regierungsvertreter, machen derweil Mainstream und alternative Medien gleichermaßen stutzig.

Was Trump mit dem Fingerzeig auf die New York Times via Twitter aufs Schärfste kritisierte. Zudem behauptete er das er sich mitnichten widersprechen würde, und die USA im “angemessenen Tempo” aus Syrien abziehen und weiterhin die ISIS bekämpfen würden.

Indes verlautete es in Medienberichten das die US-Basis in Al-Tanaf an der syrisch-jordanischen Grenze für unbestimmte Zeit als Stützpunkt für US-Soldaten aufrechterhalten werden soll.

Das Nachrichtenportal Southfront verwies auf den US-Nachrichtensender NBC-News dem gegenüber ein US-Regierungsbeamter äußerte das die USA ihre Kräfte möglicherweise in der Region stationiert lassen wollen.

NBC deutete zudem darauf hin das dieser Schritt darauf abziele Druck auf Syrien und den Iran auszuüben, da die Basis sich auf einer belebten internationalen Bundesstraße befindet die Teheran über Bagdad und Damaskus mit Beirut verbinden könnte.

Laut dem Beamten würde sich der auf einer Nah-Ost Reise befindliche nationale Sicherheitsberater, John Bolton, Meinungen von jordanischen und israelischen Amtsträgern einholen bevor nächste Schritte vollzogen würden, inklusive der Einschätzung wie wichtig die Basis sei und ob sie an ihrem derzeitigen Standpunkt bestehen bleibe.

Washington wandelt zwischen kurdisch und türkischen Stühlen. Dieser Drahtseilakt erfüllt insbesondere die kurdischen Separatisten in Syrien mit Sorge.

Daher rührt die Haltung der YPG-SDF die seit Trumps Ankündigung der Türkei das Feld überlassen zu wollen, in Windeseile die syrische Regierung anrief entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten , um eine türkische Großoffensive auf die nord-syrische Stadt Manbij zu verhindern. Infolgedessen rückten Syrische Armeeeinheiten und das russische Militär in die Provinz von Manbij ein um eine Pufferzone zu etablieren, in der inzwischen die russische Militärpolizei patrouilliert um die zugespitzte Lage in der Region zu entkräften.

Der Moon of Alabama Blog (MOA) hat jüngst einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der Situation in Nord-Syrien befasst. Laut MOA würden die syrischen Kurden nicht mehr dem Beispiel der USA folgen.

Der neue Sonderbeauftragte für die Anti-ISIS-Koalition, James Jeffrey, soll den kurdischen Kommandeur der syrischen Kämpfer,
General Mazloum Abdi, darum gebeten haben zunächst von Vereinbarungen mit der Assad-Regierung abzusehen solange die Trump Administration ihre Strategie entwickeln.

MOA zufolge erwiderte General Abadi dies mit einem gelassenen “Fuck You!”.

Die Kurden haben offensichtlich den Braten gerochen und geben nicht mehr viel auf Washingtons Zugeständnisse. Die einzig wirklich aussichtsreiche Option für eine Existenz nach einem Abzug der Amerikaner aus Syrien abermals abzuschlagen, wäre keine intelligente Entscheidung seitens der YPG-SDF.

Demnach zeigen sich die syrischen Kurden dazu bereit Abstriche zu machen, um die fortwährenden Verhandlungen mit der Assad-Regierung nicht zu gefährden. Dem Separatismus ist offiziell abgeschworen worden. Derweil erlaubt man sich lediglich einen Hauch von Autonomie von Damaskus einzufordern.

Was laut dem SDF-Kommandeur ,Redur Khali, unvermeidlich sei da die von den SDF besetzten Gebiete teil Syriens seien. Khali zufolge seien die zukünftigen Richtlinien zur Verwaltung der Stadt Manbij derweil Gegenstand von Verhandlungen.

Dem fügte er hinzu das eine vielversprechende Umsetzung einer Vereinbarung für Manbij bewirken könnte, das ähnliche Modelle in den übrigen besetzten Gebieten in Angriff genommen werden könnten. Es gäbe noch Differenzen zwischen den Parteien, die womöglich Verhandlungen mit internationaler Unterstützung benötigen. Nach Khali könnte Russland als Garantiestaat einspringen.

Die Ankündigung des US-Abzugs an und für sich hat sich fundamental negativ auf die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten ausgewirkt. Die von Panik ergriffenen Kurden haben letztlich verstanden nicht nur auf die amerikanische Karte zu setzen, und halten sich Türen offen die ihnen zukünftig vielleicht eine Form von anerkannter Selbstverwaltung ermöglichen.

Ob sich John Bolton gegenwärtig für die Belange der SDF einsetzt, hat rein gar nichts zu bedeuten. Die Uneinigkeit der USA ist ein Nährboden für Unruhe in Kreisen von US-Stellvertretern und Alliierten.

Was die USA heute verbal äußern, kann morgen schon der Vergangenheit angehören. Demnach bemühen sich diverse Akteure um Absicherung, was vor allem der syrischen Regierung zugute kommt.

Verf.R.R.

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