Das widersprüchliche Narrativ in Bezug auf den US-Abzug aus Syrien, setzt sich unentwegt fort

Das auf den angekündigten US-Abzug aus Syrien basierende widersprüchliche Narrativ setzt sich wie gehabt fort. Vor einigen Tagen enthüllte der republikanische US-Senator, Lindsey Graham, das er bei einem Lunch im Weißen Haus den US-Präsidenten, Donald Trump, davon überzeugt habe, das eine übereilte Beendigung der Besatzung in Syrien in ein Chaos münden würde.

Diesbezüglich hob Graham diverse Prämissen hervor, darunter die ISIS und den Iran. Letzterer soll nach Graham seinen Einfluss in Syrien nicht erweitern, und dafür soll die Präsenz der US-Armee Sorge tragen.

Euphorisch verbreitete der US-Senator das sein Präsident von einen rasanten Abzug aus Syrien absehen wolle, um die von ihm aufgeworfenen Bedingungen zu erfüllen.

Indes hat Trump jedoch verlauten lassen, das ihn Irans Aktivitäten in Syrien angeblich kalt lassen. Während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus am 2.Januar wurde Trump von anwesenden Reportern auf den Zeitrahmen des US-Abzugs aus Syrien angesprochen.

Daraufhin erwiderte er das von vier Monaten die Rede sei, er hingegen keine Zeitangaben gemacht habe. Desweiteren sagte er das der Iran in Syrien tun und lassen könne was er wolle.

“Iran zieht Personen aus Syrien ab, er kann offen gesagt dort tun wonach ihm auch immer sein mag.”

In Bezug auf das Schicksal der Kurden merkte der US-Präsident an:

“Die Kurden es ist sehr interessant. Die Türkei kann sie nicht leiden, andere schon. Ich konnte den Fakt nicht leiden, das sie das bisschen Öl was sie haben an den Iran verkaufen. Und wir baten sie darum nicht an den Iran zu verkaufen. Doch die Kurden unsere Partner verkaufen Öl an den Iran. Darüber sind wir nicht begeistert. Ok?! Ich bin deswegen überhaupt nicht erfreut. Nebenher kämpfen sie besser wenn wir mit ihnen kämpfen. Wissen sie wenn wir 30 F-18 vorausschicken, kämpfen sie viel besser als wenn wird dies nicht tun würden. Und sie haben gesehen was passiert ist. Nichtsdestotrotz wollen wir die Kurden beschützen. Hingegen will ich in Syrien nicht für immer bleiben. Es ist Sand und der Tod!”

Überdies argumentierte Trump : “Wir wollen Syrien nicht. Obama hat Syrien schon vor Jahren aufgegeben als er es vermied die rote Linie zu überschreiten. Ich habe sie überschritten und 59 Raketen abgefeuert, doch dies geschah viel später,” so Trump.

Dem fügte er hinzu das Präsident Obama nichts unternommen habe als “sie” die besagte rote Linie angeblich überquerten. Womit er auf angebliche Chemiewaffen-Angriffe durch die syrische Regierung anspielte.

Obwohl Trump mit solchen Aussagen zu signalisieren scheint das er nach wie vor die US-Truppen aus Syrien alsbald abziehen will um anderen Kräften das Feld zu überlassen, verschiffen die USA immer noch tonnenweise Waffen an die kurdisch dominierten Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF).

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) unter Berufung auf eigene Quellen mitteilte, hätten 200 Trucks Waffen, Munition und Ausrüstung an Basen der US-geführten Koalition in Raqqa, Manbij und Ayn Issa geliefert. Die SOHR wies zudem darauf hin das dies der zweite US-Konvoi gewesen sei der seit Trumps Ankündigung aus Syrien abzuziehen in dem kriegsgeschundenen Land eingetroffen sei.

Nach diesen Entwicklungen zu urteilen, hat das Pentagon sich bezüglich des Verbleibs von US-Waffen in kurdischen Händen durchgesetzt. Inmitten der entbrannten Hysterie griff das US-Verteidigungsministerium die Idee auf, und ließ verlauten diesen Vorschlag dem Präsidenten unterbreiten zu wollen.

Die wieder aufgenommenen Waffenlieferungen zeugen davon, das Donald Trump abermals eingeknickt ist und von zuvor getroffenen Aussagen zurückrudert.

Insbesondere der Türkei dürfte diese Entscheidung nicht schmecken. Hatte Ankara doch kürzlich einen Anflug von Hoffnung, das die SDF-YPG zeitnah entwaffnet würden, wie es die Trump-Administration zuvor etliche male beteuerte. Wie gewöhnlich decken sich die Angaben Trumps nicht mit den US-Aktivitäten in Syrien.

Der amerikanische Außenminister, Mike Pompeo, äußerte am 3.Januar in einem Interview mit dem konservativen Nachrichtenportal Newsmax, das Washington seinen türkischen NATO-Partner nahelegen würde die “Kurden nicht abzuschlachten.”, nachdem die Vereinigten Staaten aus Syrien abgezogen seien.

“Die Wichtigkeit sicherzustellen das die Türken die Kurden nicht abschlachten, der Schutz von religiösen Minderheiten in Syrien. All diese Dinge sind immer noch teil der amerikanischen Mission,” so Pompeo.

Die vagen und kontradiktiven Berichte bezüglich eines Zeitrahmens zur Beendigung der US-Besatzung in Syrien, nehmen kein Ende. Das libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar-News verwies auf die Nachrichtenagentur Reuters die einen Beamten des US-Außenministeriums mit den Worten zitierte:

” Wir haben für unsere Militärkräfte keine zeitlichen Angaben um aus Syrien abzuziehen.”

Zuvor hieß es das die letzte Amtshandlung des inzwischen designierten US-Verteidigungsministers, James Mattis, die Autorisierung für den US-Abzug aus Syrien gewesen sei.

Demnach müsste der damalige Pentagon-Chef von seinem Präsidenten erfahren haben welche Vorstellungen ihm bezüglich eines Zeitrahmens vorschweben.

Mattis Reaktion auf Trumps Ankündigung, legt nahe das dem Verteidigungsminister Dinge zu Ohren gekommen sind die ihn umgehend zum Rücktritt forcierten. Insbesondere machte ihm vermutlich der Plan zu schaffen, lediglich 60-100 Tage für den kompletten Abzug anzuberaumen.

Da sich Trump des öfteren als Fahne im Wind erwies, ist es nicht überraschend das die von seinem temporären Entschluss entfachte und in US-Regierungskreisen Schaden nehmende Euphorie inzwischen verpufft ist.

Indes rumorte es das sich die Beendigung der US-Mission in Syrien auf vier Monate belaufen würde. Was wie oben erörtert wurde Trump dementierte. Nun behauptet das US-Außenministerium bisher keine temporäre Richtlinien erhalten zu haben.

Weiß Gott was die Vereinigten Staaten in Syrien letztlich im Schilde führen. Oder welcher Vorwand schon morgen präsentiert wird um eine Verlängerung eines amerikanischen Aufenthalts zu rechtfertigen.

Verf.R.R.

Please follow and like us:
error
Werbeanzeigen

Kommentar verfassen