Flip Flop Trump lässt sich von Lindsey Graham bekehren- Traum von US-Abzug aus Syrien geplatzt

Es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn US-Präsident Donald Trump zur Abwechslung mal außenpolitisch ein Zeichen gesetzt hätte das eine Trendwende in US-Imperialismus einläuten würde.

Die Ankündigung sämtliche in Syrien stationierte US-Truppen innerhalb von 100 Tagen abzuziehen brachte fast gesamt Washington auf. Aus allen Richtungen beider politischer Lager hagelte es Kritik an Trumps Entscheidung.

Zunächst schien der US-Oberbefehlshaber an seinem Wahlkampfversprechen festhalten zu wollen, und beharrte darauf die US-Soldaten aus Syrien nach Hause zu holen.

Was zur Folge hatte das der US-Außenminister, James Mattis, und der Sonderbeauftragte für die Anti-ISIS-Koalition in Syrien, Brett McGurk, ihren Rücktritt einreichten.

Die Abwendung diverser Deep-State Protagonisten von Trump, sollte kurzweilig Hoffnung aufflammen lassen das womöglich der “Polizist der Erde” zumindest den Nahen-Osten nicht mehr seine destruktive Aufmerksamkeit widmet.

Unter den US-Regierungsvertretern die unentwegt versuchen Donald Trump bezüglich seines überraschenden Entschlusses umzustimmen, befindet sich der republikanische US-Senator, Lindsey Graham, der im US-Senat einer der unterstützenden Pfeiler des US-Präsidenten ist.

Laut Medienberichten hielt Graham am Wochenende ein Treffen mit Trump im Weißen-Haus ab, um einen neuen Bekehrungsversuch zu unternehmen. Offenbar diesmal von Erfolg getragen.

Laut dem US-Senator habe der US-Präsident letztlich eingesehen, das ein übereilter Abzug aus Syrien folgenschwere Konsequenzen haben würde. Zwar wolle Donald Trump seinen ursprünglichen Plan nicht komplett überdenken, dennoch würde er bereitwillig die Intention “überhastet” abzuziehen reevaluieren und tendiere nun doch zu einer “langsamen” und “klugen” Beendigung der US-Besatzung Syriens.

Diesbezüglich hob Lindsey Graham drei Punkte hervor die nicht gerade verheißungsvoll für eine schnelle Beendigung sind.

Erleichtert schrieb Graham auf Twitter nach seinem Treffen mit Donald Trump:

“Der Präsident wird sicherstellen das jedweder Abzug aus Syrien auf eine Art vollzogen wird das gewährleistet wird das:

  1. ISIS nachhaltig ausgelöscht ist.
  2. Iran nicht das hintere Ende auffüllt und
  3. unsere kurdischen Allierten beschützt sind.

In einem weiteren Tweet fügte er hinzu:

“Präsident Trump bespricht dies mit mit unseren Kommandeuren und arbeitet mit unseren Alliierten zusammen um zu garantieren das diese drei Ziele erfüllt werden, während wir den Abzug umsetzen. (3/3).”

Der US-Nachrichtensender CNN zitierte Graham wie folgt:

“Nach Unterredungen mit dem Präsidenten und dem Vorsitzenden des Generalstabschefs, Joseph Dunford, habe ich mich noch nie besser gefühlt hinsichtlich der Richtung die wir nun einschlagen. Ich bin der Auffassung das wir auf einem klugen Wege die Dinge verlangsamen. Hingegen war das Ziel immer dasselbe. In der Lage zu sein Syrien zu verlassen und sicherzustellen das die ISIS niemals zurückkehrt…Ich denke wir befinden uns in einer Situation des Pausierens, wo wir neu bewerten was der beste Weg ist um das Ziel des Präsidenten zu erreichen, Personen dahin zu bewegen mehr zu zahlen und mehr zu tun.”

Weiter hieß es in dem CNN-Bericht das laut Graham der US-Präsident während seines überraschenden Besuchs am 26.Dezember im Irak eine offenbarende Erfahrung gemacht habe die ihn letztlich darin bestärkt habe den rasanten Abzug aus Syrien zu überdenken.

Graham zufolge habe ein US-Soldat im Irak Trump mitgeteilt das die ISIS noch nicht komplett ausgerottet sei. Dies sei eine “erhellende Erfahrung”für ihn gewesen und ein ausschlaggebender Grund die Dinge langsamer anzugehen, so Graham.

“Der Präsident hat mir zugesichert das er den Job erledigen wird, und ich versicherte ihm das niemand mehr getan hat um die ISIS zu schlagen als er .Wir sind innerhalb der 10-Yard Linie”, so der US-Senator.

Nach dem Lunch mit Trump im Weißen-Haus konnte Graham seinen Optimismus bezüglich der Lage nicht mehr bremsen:

“Ich fühle mich hinsichtlich Syriens besser als ich mich vor dem Lunch fühlte. Der Präsident nimklaus womt dies wirklich ernst. Der Trip in den Irak kam zur richtigen Zeit.”

Das Nachrichtenportal Southfront verwies auf einen Artikel im American Conservative hin, der besagt das der US-Präsident ein ganzes Jahr mit seinem nationalen Sicherheitsteam Grabenkämpfe führte, bevor er den Rückzug aus Syrien ankündigte.

“Veröffentlichte Berichte von dem Richtlinien-Prozess im Verlaufe des vergangenen Jahres, zeigen auf das hochrangige nationale Sicherheitsbeamte und Selbstinteresse-Einrichtungen seit Monaten ein kompliziertes politisches Spiel spielten das darauf abzielte Trump davon abzuhalten unschlüssig bezüglich unserer unbestimmten Präsenz vor Ort in Syrien zu sein. Die gesamte Episode repräsentiert demnach eine neue Variante eines gewöhnlichen Musters das auf den Vietnam-Krieg zurückgeht, nach diesem nationale Sicherheitsberater Druck auf widerwillige Präsidenten ausüben um mit existierenden oder vorgeschlagenen militärischen Stationierungen in einer Kriegszone konform zu gehen. Der Unterschied hier ist das Trump indem er sich öffentlich dazu entschied eine andere Politik zu wählen, ihre transparenten Pläne gesprengt und dem Land einen neuen Kurs angeboten hat, einen der keinen permanenten Kriegszustand involviert.”


Wie von realitätsnahen Experten und Beobachtern gewarnt wurde, sind geopolitische Ankündigungen seitens der Vereinigten Staaten mit Vorsicht zu genießen.

Die Vorfreude bezüglich Trumps-Entscheidung alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, wird allmählich von Ernüchterung verdrängt. Innerhalb kürzester Zeit hat Flip-Flop Trum seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht, und hat sich eine weitreichende wirklich positive Entscheidung ausreden lassen.

Was eindeutig belegt das der US-Präsident in Sachen US-Außenpolitik nicht die Zügel in der Hand hält. Lindsey Grahams oben aufgeführte zu erledigenden Punkte bevor überhaupt ein Abzug aus Syrien in Betracht gezogen werden könne, sind Ziele die darauf ausgelegt sind die US-Besatzung auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten.

Vor 18 Jahren erzählten uns die USA das der War on Terror die Al-Qaida weltweit aufspüren und eliminieren würde. Heutzutage ist die Al-Qaida so stark wie nie zuvor und immer noch ein US-Werkzeug um nicht genehmen Staaten mit Chaos und Zerstörung zu entgegnen, wie im Falle Syriens.

Also wenn Graham davon spricht solange in der Region verweilen zu wollen bis die ISIS vollständig ausradiert ist, meint er dann wieder 18 Jahre und darüber hinaus wie in Afghanistan und Irak wo man angeblich die sogenannte Al-Qaida ausrotten wollte?

Der Islamische Staat ist eine von den USA begünstigte Terroristen-Organisation und Ideologie zugleich, die 2006 ihren Ursprung im Irak hatte nachdem die US-Invasion (2003) ein geplantes Machtvakuum hinterließ.

Graham ist sich bewusst das eine einmal gepflanzte Ideologie nie wieder vom Antlitz dieser Erde getilgt werden kann. Siehe Nationalsozialismus, Kommunismus, Islamismus, Imperialismus usw. und so fort.

Demnach wird die ISIS nie ganz verschwinden, und somit die Rechtfertigung bieten auf ewig Syrien besetzt zu halten. Solange die USA als Okkupant in der Region fungieren, solange wird es die ISIS geben.

Desweiteren führte Lindsey Graham den Iran als Begründung für einen Verbleib in Syrien an. Wissend das der Iran ein rotes Tuch für Trump ist, brauchte Graham nur ein bisschen Schwarzmalerei anzuwenden, um seinen Präsidenten dahingehend zu überzeugen die US-Besatzung weiterzuführen.

Die USA wollen zur Abschreckung ihre Präsenz in Syrien aufrechterhalten. Syrien und der Iran pflegten bereits vor dem Ausbruch des Konflikts eine ausgewogene Beziehung, die sich durch die Verschwörung der unheiligen Allianz (USA, Israel, Saudi-Arabien) und der Entfesselung von wahabitisch-salafistischen Kreaturen noch mehr festigte.

Mit wem der souveräne Staat Syrien Kontakte pflegt oder wem er um Hilfe bittet um vom Westen importierte und unterstützte Terroristen in seinem Land auszumerzen, ist seine Entscheidung. Damaskus hat des öfteren öffentlich deklariert das die Präsenz Teherans in Syrien erwünscht ist. Punkt!

Wem dies nicht schmeckt, sollte keine Kriege entfachen die genau das bewirken was angeblich befürchtet wird. Nämlich das der Iran sich dazu berufen fühlt zu verhindern das die Schiitische Achse (Iran, Irak, Syrien, Libanon) annihiliert wird.

Lindsey Graham ist sich gewahr das seine Prämissen für einen US-Abzug kaum wenn gar nicht zu erreichende Ziele sind und somit keine Gegebenheiten für einen zeitnahen Rückzug aus Syrien geschaffen werden.

Verf.R.R.

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