Syrien- Jahresende-Poker um Manbij

Die Lage in der nord-syrischen Stadt Manbij spitzt sich weiter zu. Trotz der Ankündigung der syrischen Armee (SAA) in die Stadt eingerückt zu sein, sind bisher keine Informationen veröffentlicht worden die dies untermauern.

Zwar hat der Kreml öffentlich bestätigt das die SAA von nun an in Manbij stationiert sei, dennoch lassen widersprüchliche Berichte verlauten das dem nicht so sei.

Beispielsweise meldete das libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar-News unter Berufung auf den YPG-Sprecher
Nuri Mahmoud, das die syrische Armee in die Stadt Manbij nicht einrücken würde.

Mahmoud teilte Rudaw News am Samstag mit:

“Wir haben die Syrische Armee lediglich angerufen um hierherzukommen und die territoriale Integrität von dem syrischen Land zu wahren, und unsere Gespräche beliefen sich auf diesen Kontext, nicht damit sie in Manbij-City einrückt….Die syrische Armee wird weder in Manbij-City einrücken noch in die umliegenden Dörfer. Es befinden sich derweil keine syrischen Soldaten innerhalb Manbij-City,” so Mahmoud. Der YPG-Sprecher fügte dem hinzu .”Sie werden außerhalb der Städte stationiert um die Integrität von Syrien zu beschützen.”

Hinsichtlich des Abzugs vom US-Militär aus Manbij behauptete Mahmoud das die Amerikaner bisher keine diesbezüglichen Befehle erhalten hätten.

“Bisher sind keine praktischen Schritte von den Amerikanern vollzogen worden um aus Nord-Syrien abzuziehen, es ist nur eine Entscheidung…Die Amerikaner haben noch nicht einmal eine Anordnung erhalten wie sie abziehen sollen und von wo,” so Mahmoud.

Offenbar scheinen die kurdischen Separatisten nicht aus ihren Fehlern lernen zu wollen und sind somit verdammt die Geschichte zu wiederholen.

Nach den Verlautbarungen des zitierten YPG-Sprecher zu urteilen, scheint der kurdische Terroristen-Verband darauf zu hoffen, das das sprunghafte Washington sich vielleicht doch noch umentscheidet und die Besatzung in Nord-Syrien aufrechterhält. Laut Nuri Mahmoud steht außer Frage das die Syrische Armee außen vor bleibe und mit keinem Fuß Manbij betrete.

Diese Angaben stehen in starkem Kontrast zu der veröffentlichten YPG-Stellungnahme vom 28 .Dezember, die besagt das die kurdische Miliz sich aus Manbij zurückziehen und die Stadt an die syrische Armee übergeben würde um sich dem Kampf gegen den Islamischen Stadt im Südosten des Landes zu widmen.


Eine weitere Nachricht die der Chuzpe der kurdischen Föderalisten Auftrieb geben dürfte, ist der vermeintliche Vorschlag des Pentagons den kurdisch dominierten Syrisch Demokratischen Kräften (SDF) die gelieferten US-Waffen zu überlassen.

Obwohl die SDF-YPG sich kaum in der Position befinden jedwede Forderung zu stellen, signalisieren sie mit ihrer kontradiktiven Attitüde erneut das sie bereitwillig dazu sind abermals gedemütigt zu werden. Das Afrin-Szenario hat anscheinend nicht genügend tiefe Narben hinterlassen.

Die Türkei wird sich kaum zufrieden geben mit der Aufrechterhaltung der kurdischen Besatzung Manbijs, und der Idee des Pentagons den SDF die US-Waffen zu überlassen.

Aus der Sicht Ankaras hat sich die in Manbij ansässige YPG komplett aus Afrin zurückzuziehen. Somit würde die Großoffensive abgewendet werden. Der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, äußerte diesbezüglich das wenn die YPG aus Manbij verschwinden sollte es keine Begründung für ein Vorrücken geben würde.

Eine Zergliederung Syriens liege nicht im Interesse der Türkei. Fragt sich einer weshalb er Afrin &Co noch nicht an die syrische Regierung übergeben hat und die von Ankara annektierten Gebiete in türkische Hinterhöfe verwandelt werden?

Um ihre Intention Manbij jederzeit anzugreifen deutlich zu machen, konzentriert die Türkei allerhand schweres Militärgerät an der Grenze zu Manbij und hat seine Dschihadisten-Infanterie mobilisiert.

Quelle: RuptlyTV

Wie die YPG erörterte der syrischen Armee den Zutritt zu verwähren, und zu deklarieren das man sich dazu entschlossen hat in Manbij zu bleiben, ist eine Garantie dafür das Ankara die Waffen sprechen lassen wird.

Quelle: RuptlyTV

Rein spekulativ könnte man annehmen das die YPG alles daran setzt der Türkei den notwendigen Vorwand zu liefern, um die Lage in Syrien von neuem eskalieren zu lassen.

Das arrogante Festhalten an Manbij wird vermutlich in ein angestrebtes Chaos münden. Wie in Afrin als man die Hilfe der syrischen Armee ausschlug, um innerhalb von Stunden dem Feind ein Stück Land auf dem silbernen Tablett zu servieren.

Nach dem Motto wenn wir es nicht als syrische Minderheit haben können dann soll es kein Syrer mehr bekommen. Diese zersetzende Haltung seitens der SDF, lässt gewissenhaft mutmaßen das die kurdische Terror-Miliz den US-Auftrag innehat den Lockvogel für Ankara zu spielen.

Über Trumps Entscheidung alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, ist das Pentagon und fast gesamt Washington nicht gerade erfreut. Wer weiß schon was hinter den Kulissen ausgebrütet wird, um Syrien ein US-Abschiedsgeschenk zu hinterlassen.

In den kommenden Tagen wird sich herausstellen, ob die Stationierung der syrischen Armee am Stadtrand Afrins einen türkischen Sturm verhindern wird.

Laut einem veröffentlichten Video von dem YouTube-Channel EX ALDEBARAN 313 gäbe es Anzeichen dafür das die Präsenz der SAA in der Region Um Manbij Wirkung zeige und türkisch gestützte FSA-Terroristen dazu veranlasst habe, sich von eingenommenen Stellungen zurückzuziehen.

Desweiteren hieß es in Medienberichten das die syrische Armee weitere Soldaten und Militärgerät in die Peripherie Manbij entsendet habe um den imminenten Vormarsch der Türkei abzuwenden.

Welche Tragweite die Stationierung der SAA in der Umgebung Manbijs haben wird ist bisher noch unschlüssig. Regierungsvertreter der Türkei haben sich indes nach Moskau begeben, um die Lage zu besprechen die aus der Ankündigung des US-Abzugs resultierte. Insbesondere Manbij stand auf der Tagesordnung. Hingegen beließen es die jeweiligen Parteien bei einer gewöhnlichen Aussage, die in etwa besagte das man den Terrorismus in Syrien ausmerzen wolle.

Der türkische Showdown in Manbij oder sein Ausbleiben entscheiden darüber ob Syrien endlich zur Ruhe kommen kann, oder das neue Jahr mit Turbulenzen begonnen wird.

Verf.R.R.

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