Syrische Regierung erntet Erfolge an diplomatischer und Kriegsfront

Fast die gesamte nahöstliche Gemeinschaft hat offenbar eingesehen, das die syrische Regierung den importierten Konflikt in ihrem kriegsgeschundenen Land so gut wie gewonnen hat.

Der vom Westen und seinen Satellitenstaaten angestrebte Regime-Change in Syrien ist gescheitert. Einige Golf-Monarchien und andere Mitglieder der Arabischen Liga, die an dem Blutvergießen beteiligt waren oder der Syrisch Arabischen Republik seit dem Ausbruch des Krieges (2011) den Rücken kehrten, haben inzwischen Damaskus die Hand gereicht und versöhnliche diplomatische Schritte vollzogen.

Zunächst fasste sich der sudanesische Präsident Omar Bashir ein Herz, und stattete am 16.Dezember seinen syrischen Amtskollegen Bashar al-Assad in Damaskus einen Besuch ab.

Bashir ist der erste arabische Staatschef, der seit der Initiierung des Krieges im Jahr 2011 der syrischen Hauptstadt eine Visite abstattet. Interessanterweise entbrannten umgehend nach der Staatsvisite Omar Bashirs Proteste im Sudan, die an die Ausgangstage des Blutzoll fordernden “Arabischen Frühlings” erinnern. Al-Jazeera berichtete:

Infolge der beilegenden Initialzündung des sudanesischen Staatsoberhaupts haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain ihre Botschaften in der syrischen Hauptstadt Damaskus wiedereröffnet.

Ersterer hat neben Saudi-Arabien, Katar und der Türkei eine tragende Rolle in der terroristischen Unterwanderung Syriens gespielt. Das Anstreben der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Damaskus, rührt nach Expertenmeinungen von dem Bemühen zur Aufrechterhaltung bzw Wiedererstarken des arabischen Gegengewichts zum iranischen Einfluss in Syrien her.

Desweiteren soll der türkischen Expansion im Nahen-Osten entgegengewirkt werden. Das sich die VAE und die Türkei nicht riechen können ist kein Geheimnis.

Beide malignen Akteure des Syrien-Konflikts bezichtigten sich gegenseitig verantwortlich für das Blutvergießen zu sein. Gewissenhaft kann man sagen das beide destruktiven Protagonisten recht haben!

Nichtsdestotrotz ist der Vorstoß von den VAE und Bahrain positiv zu bewerten. Dies signalisiert dem Nahen-Osten und darüber hinaus, das die territoriale Integrität Syriens gewahrt wird und jedwedem Separatismus abgeschworen wird.

Überdies rumort es in den Medien das sich weitere Mitglieder der arabischen Liga dazu entschlossen haben sollen, sich Syrien wieder zuzuwenden.

Diverse Staaten koordinieren derweil ihre Anstrengungen, um Damaskus als vollwertiges Mitglied in die Arabische Liga wieder aufzunehmen, darunter Tunesien und Algerien.

Wogegen Saudi-Arabien laut Medienberichten nichts einzuwenden habe. Desweiteren räumte der Außenminister der VAE, Anwar Gargash, ein, das es ein Fehler gewesen sei Syrien zu exkommunizieren, und fügte hinzu das die VAE es begrüßen würden wenn Damaskus seinen Platz wieder einnehmen würde.

Inmitten der Siege an der diplomatischen Front, entschied sich zudem der US-Präsident aus Syrien abzuziehen. Was eine Welle von militärischen richtungsweisenden Ereignissen entfachte, die sich indes ebenfalls zu Gunsten Syriens entwickeln.

Die Hauptleidtragenden der überraschenden Entscheidung Trumps die US-Soldaten nach Hause zu holen, sind die kurdisch dominierten Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF), die bis vor kurzem noch an ihrem separatistischen Traum eines föderalistischen Syriens festhielten und nun aufgrund des US-NATO-Partners Türkei, in Gefahr geraten annihiliert zu werden.

Ankara hat unmittelbar nach der Ankündigung Trumps die SDF sich selbst zu überlassen, diverse Dschihadisten-Verbände mobilisiert und schweres Militärgerät entlang der türkisch-syrischen Grenze postiert, um die strategische nord-syrische Stadt Manbij anzugreifen, die seit der Expellierung der ISIS von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), besetzt gehalten wurde.

Die düstere Aussicht darauf abermals wie in Afrin kläglich geschlagen zu werden, trieb die kurdische Miliz in die Armee von der syrischen Regierung und Russland.

Daraus resultierte ein rasches Umdenken in Bezug auf die Zukunft Manbijs, was dazu führte das die YPG bekanntgab die Stadt an die syrische Armee übergeben zu wollen, wie die Miliz in einer Stellungnahme verkündete und mit dem imminenten Angriff der Türkei begründete.

Indes meldete das libanesische Nachrichtenportal Al-Masdar-News das Hundertschaften der syrischen Armee am Stadtrand von Manbij auf grünes Licht warten würden einzurücken, also die zuvor getroffene Vereinbarung noch darauf wartet umgesetzt zu werden.

Was damit zusammen hängen könnte, das immer noch US-Kräfte in der Stadt präsent sein sollen. Was ebenso bedeuten würde das die Türkei noch nicht mit ihrer Offensive starten könnte, entgegen ihrer nicht abreißenden Proklamationen in Manbij zeitnah einzufallen.

Derweil begeben sich allerhand türkisch-gestützte Terroristen-Gruppierungen an die Frontlinien, um sich an den womöglichen Sturm auf die strategische Stadt zu beteiligen, darunter die einst saudi-gestützte und nun unter türkischen Fittichen stehende Jaish-Al-Islam.

Der türkische Präsident wollte die Entwicklungen in Manbij nicht wahr haben, und gab dubiose Kommentare von sich die außer Stirnrunzeln nichts hervorriefen.

Laut Ankara habe die syrische Armee in ihrem eigenen Land nicht das Recht dazu die Kurden zu unterstützen. Desweiteren behauptete Erdogan das die sich überschlagenden Ereignisse in Manbij, teil der psychologischen Kriegsführung der syrischen Armee sei.

“Noch nichts sei entschieden” so Erdogan. Man wolle bezüglich der Lage in der Region in den kommenden Tagen Moskau konsultieren, hieß es. Türkischen Medien zufolge soll während der Gespräche zwischen Ankara und Moskau, die Nutzung des syrischen Luftraums thematisiert werden.

Ohne die diesbezügliche Zustimmung Russlands, müsste das türkische Militär sich ausschließlich auf seine Dschihadisten am Boden verlassen, was rasante Annektierungen wie in Afrin unmöglich machen würde.

Da Moskau die Vereinbarung zwischen den SDF und Damaskus begrüßt, ist es kaum vorstellbar das die Türkei das OK von Russland bekommt Syrien zu bombardieren. Dies würde die eigenen bevorstehenden Errungenschaften in Nord-Syrien untergraben. Die Kontrolle über Manbij bedeutet das Ankaras Pfad der Zerstörung in Syrien Grenzen gesetzt werden.

An der diplomatischen und militärischen Front hat Syrien zum Ausgang des Jahres tragfähige Schlachten für sich entschieden. Bleibt zu hoffen das im kommenden Jahr, letztlich der Krieg gewonnen wird. Die Zeichen stehen gegenwärtig gut. Ein frohes neues Jahr Syrien, den Rest schaffst du auch noch!

Verf.R.R.

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