Möglicher US-Abzug aus Syrien-(Reaktionen)- Folgen jetzt Privatarmeen wie Blackwater?

Alles begann mit einem gewöhnlichen Tweet von US-Präsident Donald Trump, der abermals andeutete das es Zeit sei die in Syrien stationierten US-Truppen abzuziehen.

“Wir haben ISIS besiegt, mein einziger Grund während der Trump-Präsidentschaft dort zu bleiben,” so Trump.

Da Donald Trump dafür bekannt ist das eine heute zu sagen und das andere morgen zu tun, war der Aussage des US-Präsidenten nicht all zu viel Gewicht beizumessen.

Im Frühjahr diesen Jahres ließ sich Trump bereits einmal dazu hinreißen, voreilig den zeitnahen Rückzug aus Syrien zu verkünden. Was umgehend das Pentagon und diverse Berater auf den Plan rief, um den Oberbefehlshaber eines Besseren zu belehren.

Infolgedessen revidierte Trump seine Entschlossenheit und entschied sich dazu doch auf unbestimmte Zeit in Syrien Unruhe zu stiften. 

Demnach tat man die gegenwärtige Anmerkung Trumps als unbedeutend ab. Hingegen verlautete es aus Medienberichten das das US-Außenministerium bestätigte, das Trump den Truppenabzug aus Syrien bereits anordnete.

Reuters verwies auf die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, die in einer Stellungnahme verlauten ließ

“Wir haben damit begonnen US-Soldaten zurück nach Hause zu bringen, da wir zur nächsten Phase dieser Kampagne übergehen…Die Vereinigten Staaten und unsere Alliierten stehen bereit um sich auf allen Ebenen weiterhin zu engagieren und amerikanische Interessen zu verteidigen sooft es notwendig ist. Und wir werden die Zusammenarbeit fortsetzen um radikalen islamistischen Terroristen Territorium, Finanzierung, Unterstützung und viele Möglichkeiten unsere Grenzen zu infiltrieren, zu verwehren.”

Das Weiße Haus enthüllte keine weiteren Details bezüglich dieser Angelegenheit. Nichtsdestotrotz teilte ein US-Beamter Reuters mit, das die USA planen ihre Truppen aus dem kriegsgeschundenen Land abzuziehen, sobald die letzte Operation gegen die ISIS abgeschlossen sei.

Dem Beamten zufolge bestünde bereits ein Zeitrahmen zum Abzug  der sich auf 60-100 Tage belaufen soll. Dem fügte er hinzu das die gesamte Belegschaft des US-Außenministeriums-Personal, innerhalb der nächsten 24 Stunden aus Syrien evakuiert würde.

Indes bestätigte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR), das US-Beamte die Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF) über Trumps Entscheidung informiert hätten.

Laut der SOHR sei die urplötzliche Ankündigung des US-Abzugs vom SDF-Kommando schockiert aufgenommen worden.  Dies sei “Ein Stich in den Rücken der YPG und SDF” wie die Beobachtungsstelle das kurdische Kommando zitierte. 

Laut Reuters sei die Entscheidung zum Abzug gefällt worden, nachdem die jeweiligen Präsidenten der USA und Türkei, sich telefonisch bezüglich der Situation an der türkisch-syrischen Grenze austauschten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte infolge des Gesprächs mit seinem amerikanischen Pendant, das Trump positiv auf den Plan einer türkischen Großoffensive reagiert habe.

Was von dem Sprecher des US-Außenministeriums, Robert Palladino, als falsch dargestellt zurückgewiesen wurde. Einigkeit war noch nie eine Stärke der Trump Administration. In Washington weiß offenbar die linke Hand nicht was die rechte tut. Somit ist die aktuelle Diskrepanz keine Überraschung. 

Trumps vorweihnachtliche Entscheidung die US-Truppen aus Syrien abzuziehen, ist in Washingtoner Regierungskreisen negativ aufgenommen worden.

Eine ähnliche Entrüstung war im Frühjahr zu vermerken als Trump dieselben Töne anschlug. Die kriegstreiberischen Falken auf dem Capitol Hill, gingen schnurstracks auf die Barrikaden um Trump zu bekehren.

Unter den lautesten kritischen Stimmen gegen Trumps Entscheidung befanden sich die republikanischen Senatoren Marco Rubio und Lindsey Graham die ihre Entrüstung via Twitter kundtaten. 

Senator Rubio schrieb:

“Übereilter Rückzug aus Syrien wird dazu führen das Kurden & SDF den Kampf gegen die ISIS beenden und übergibt Syrien an Israels größte Feinde,” dem fügte er hinzu: “Dies ist ein schrecklicher Fehler. Es wird gravierende Konsequenzen für die USA und Israel haben und ein großer Gewinn  für die ISIS, Iran und die Hisbollah sein.

 In einem weiteren Tweet argumentierte Rubio: 

“Die Entscheidung aus Syrien abzuziehen wurde gefällt, trotz   überwältigenden dagegen sprechenden militärischen Rat. Es ist ein riesen Versehen. Wenn dies nicht revidiert wird, wird dies diese Administration und Amerika für Jahre verfolgen.”

Senator Lindsey Graham erläuterte:

“Abzug dieser kleinen amerikanischen Kraft in Syrien, würde ein großer Obama-artiger Fehler sein.”

Das die ISIS in Syrien besiegt sei zweifelte Graham an und äußerte:

“Bei allem Respekt. Die ISIS ist nicht in Syrien, im Irak, und nachdem ich soeben von dort zurückkehrte, bestimmt nicht in Afghanistan geschlagen.”

Desweiteren erörterte Graham:

“President Trump liegt richtig damit die iranische Expansion einzudämmen. Hingegen untergräbt ein Abzug unserer Kräfte diese Anstrengung erheblich und bringt unsere Alliierten die Kurden in Gefahr.”

Die Nachricht von Trumps überraschender Entscheidung die US-Truppen aus Syrien abzuziehen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Der US-Präsident bestätigte anhand eines kurzen Videos via Twitter, das was den gesamten Tag bereits gemunkelt wurde.

Nebenher verkündete er abermals seine Wahnvorstellungen bezüglich des Siegs über den Islamischen Staat, der nie wirklich von der US-Armee in Syrien bekämpft wurde. Jedoch ist dies eine andere Geschichte.

Trump erläuterte im Kontext das die ISIS Geschichte sei und daher kein weiterer Grund für einen Verbleib vorliegen würde. Sprich die US-Soldaten nach Hause zu ihren Familien kommen sollen.


Ob und inwiefern dieser angekündigte Abzug von statten gehen wird, bleibt abzuwarten. Die Vereinigten Staaten sind erst für voll zu nehmen, wenn sie wirklich mit Mann und Maus komplett aus Syrien verschwunden sind, und keine Zwischenlösung aus dem Hut gezaubert wird die auf einen weiteren Verbleib der USA hinausläuft.

Angesichts der orthodoxen US-Besatzungspolitik im Nahen-Osten und weltweit, ist die gegenwärtige durchaus positive Hysterie mit Ernüchterung zu betrachten.

Zu oft wollten die Amerikaner aus Afghanistan und Irak “vollends” abziehen, und enttäuschten auf ganzer Linie. Mal sehen ob Trump dem diplomatischen und nachrichtendienstlichen Gegenwind standhalten wird.

Seine beiden außenpolitischen Galionsfiguren der Außenminister, Mike Pompeo, und sein nationaler Sicherheitsberater, John Bolton, sind offenbar kalt erwischt worden.

Befürwortend werden sie diese Nachricht nicht aufgenommen haben, und gewissenhaft kann man sagen das sicherlich noch was nachkommen wird. Sprich die nicht eindeutige Festlegung der Rahmenbedingungen des Abzugs, noch einige unvorhersehbare Überraschungen beinhalten könnten.

Wie zum Beispiel die Umsetzung der ursprünglichen Idee von Trumps ehemaligen Berater Steve Bannon. Die Vollziehung von Truppen-Rochaden in Krisengebieten.

Ergo die Entsendung von Kriegsdienstleistern (Private Contractors), vom Pentagon angeheuerte Söldner um US-Soldaten zu ersetzen. Neben Bannon war Trumps Schwiegersohn und Berater, Jared Kushner, ebenfalls von dem Plan angetan.

Im Vorfeld der Bekanntgabe von Trumps inzwischen gescheiterter Afghanistan-Strategie (2017). ist die Einbeziehung von Privatarmeen am Hindu-Kusch in Erwägung gezogen worden.

Diesbezüglich brachte man zwei düstere Unternehmen ins Spiel, Dyncorp und Academy. Dyncorp ist im Besitz von dem Trump-Sponsor Stephen Feinberg. Academy trug mal den Namen “Blackwater”, und wird heute immer noch von dem düsteren Erik Prince betrieben.

Princes Schwester, Betsy Devos, ist zufälligerweise die US-Bildungsministerin. Also ein direkter Draht ins Weiße-Haus ist für den Söldner-Prinz stets gegeben.

Um das Truppenkontingent damals allmählich im Irak auf eine zu rechtfertigende Anzahl zu reduzieren und völkerrechtswidrige Agenden zu vollziehen, griff man auf die Entsendung von unzähligen Söldnern zurück. Somit war die offizielle Truppenanzahl unentwegt von einer Dunkelziffer überschattet.

Es wird sich zeitnah aufzeigen ob neben der ISIS weitere von den USA geförderte “Schwarze Armeen” ihr Unwesen in Syrien treiben werden. 

Es ist Christmas-Season. Das Timing von Trumps Vorstoß ist perfekt gewählt. Nicht zu vergessen in USA befindet man sich direkt nach der Wahl wieder im Wahlkampf. Der Commander in Chief hat durchaus gepunktet. Mal sehn wie lange die Euphorie anhält.

Verf.R.R. 

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