G20 Momente von MBS (Meinung)

Die Welt hat mit Spannung erwartet wie die Staatsführer der 19 stärksten Industrienationen auf das Beiwohnen der Führungspersönlichkeit des zwanzigsten G-20 Gipfel Mitglieds reagieren würde.

Die Rede ist von Saudi-Arabiens Kronprinzen Mohammed Bin Salman, (MBS) dessen Ruf ihm seit dem Ausgang der Kashoggi-Krise schleunigst voraus eilt.

MBS ging in Argentinien auf Tuchfühlung, um den angerichteten diplomatischen Schaden zu begrenzen und Imagepflege für Riad zu betreiben.

Während einige hochrangige Amtsträger alles daran setzten dem “virulenten” Bin-Salman aus dem Weg zu gehen, scherten sich andere nicht darum sich mit ihm blicken zu lassen, ihm Ratschläge zu erteilen und seine Anwesenheit für sich zu nutzen um psychologische Kriegsführung zu betreiben.

Die prägnanteste Szene des G-20-Gipfels ist wohl der Handshake zwischen dem russischen Präsidenten, Vladimir Putin und Mohammed Bin-Salman.

Die Wirkung dieser schwer zu interpretierenden Gestik wurde nicht verfehlt. Erwartungsgemäß avancierten Mainstream und soziale Medien zu den moralischen Kompassen, die an Heuchelei kaum zu überbieten sind.

Seither die Kashoggi Affäre entbrannte entdeckten die Massenmedien und diverse westliche Politiker plötzlich, das die Beziehung mit dem feudalen Königreich toxisch sein könnte.

Ein Handschlag zwischen MBS und Putin ließ die Hellseher, Mentalisten und Psychologen aus ihren Löchern kriechen um der Öffentlichkeit zu erklären was dahinter steckte.

Der Anti-Assad Journalist Mehdi Hassan erinnerte die Welt via Twitter daran, das MBS und Putin im Syrien-Krieg jahrelang auf verschiedenen Seiten gestanden hätten, und nun wieder “beste Freunde” seien. “Syrer sind jedem scheißegal,” so Hassan.

Der subjektive Mehdi versucht mit dieser verleitenden Aussage seiner Audienz einzutrichtern, das diese oberflächliche Konnektivität für das Leid der Syrer verantwortlich sei.

Hassan ist ein Verfechter des Mythos das die “friedliche” syrische “Revolution”, erst durch die “Brutalität des Assad-Regimes” zu einem bewaffneten und letztlich zu einem dschihadistischen Aufstand mutiert sei.

Terroristen seien erst durch Assad möglich geworden. Die Al-Qaida und ISIS seien alles Produkte der repressiven syrischen Regierung, will Hassan der Welt stetig weismachen.

Permanent behauptet der Journalist das er doch nur das beste für das syrische Volk wolle, ohne einen Fick darauf zu geben was die Syrer wollen.

Die propagandistische britische Tageszeitung Daily Mail hob für uns den Tweet in Bezug auf den Putin-MBS Handshake hervor, der das generelle Gefühl am besten zusammenfassen würde das sich bei dem Anblick dieses Videos entfalte.

Der Twitter User Adam Best schrieb:” Lediglich zwei Gebieter die sich vergnügt verbinden hinsichtlich ihrer geteilten Leidenschaft Journalisten zu töten.” 

Twitter explodierte regelrecht und quilte über vor ausgedrückter Verachtung. Ein Handschlag verwandelte so manche Twitterazzi zu Spekulanten, die meinten anhand der Interaktion zwischen MBS und Putin eine maligne konspirative Haltung erkannt zu haben.

Weshalb der russische Präsident diesen Enthusiasmus an den Tag legte, während die politische Elite alle Augen auf ihn und den Kronprinzen Saudi-Arabiens richtete ist eine interessante Frage.

Nicht zu vergessen das US-Präsident Donald Trump kurz zuvor ein für den G-20 Gipfel anberaumtes Treffen zwischen ihm und Putin absagte, und dies mit der ukrainischen Provokation im Asowschen Meer begründete.

MBS und Putin saßen in dem Plenarsaal gegenüber von Trump nebeneinander und waren offensichtlich amüsiert, was der US-Präsident offensichtlich zähneknirschend zur Kenntnis nahm.

Ein weiterer Kandidat der offensichtlich not amused über die saudisch-russische Darbietung war, ist der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu. Ähnlich wie Trump konnte er sich nicht verkneifen einen doch recht schlecht gelaunten Blick aufzusetzen.

Brillante Zurschaustellung psychologischer Kriegsführung vom russischen Präsidenten Vladimir Putin.

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Insbesondere die Haltung der Türkei in Bezug auf den Kronprinzen MBS, schäumt vor Doppelmoral über. Seit der Muslimbruder Kashoggi vermutlich auf Befehl von MBS zerstückelt wurde, gibt Ankara vor dermaßen entsetzt über den Tathergang zu sein und versucht aus der Lage Profit zu schlagen.

Es sei so ein grausames Verbrechen was geahndet werden müsse, fordert die Türkei unentwegt. Hingegen hatte Ankara nie ein Problem mit MBS seinen sonstigen Eskapaden die tausenden Menschen das Leben gekostet haben.

In Syrien hat die saudisch gestützte Terroristen-Fraktion Jaish al-Islam Menschen in Käfige gesperrt und zu Tode gefoltert. Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzt, und riesen Bevölkerungsteile verhungern lassen.

Solch verabscheuungswürdiges Treiben war nie ein Grund für die Türkei auf die Barrikaden zu gehen, um das Königreich anzuprangern. Denn in Syrien steckt man bekanntermaßen unter einer Decke mit den ach so schlimmen Saudis.

Ebenso das Blutvergießen im Jemen war für Ankara nie ein Anlass, die Beziehungen zur gegenwärtigen saudischen Führung in Frage zu stellen. Die saudisch-geführte Koalition hat tausende Kinderleben auf dem Gewissen, und hat seinen Nachbar auf der arabischen Halbinsel in die Steinzeit gebombt und allumfassende Blockaden verhängt die epochale Epidemien beinhalteten.

Auch dies war fast vier Jahre lang kein Beweggrund für Ankara, anzustreben das feudale Königreich vor aller Weltöffentlichkeit bloßzustellen.

Vor diesem Hintergrund ist Cavusoglus Reaktion auf den Handshake zwischen MBS und Putin unangebracht und wirkt einfach nur lächerlich. Nicht zu vergessen die Türkei gehört neben Saudi-Arabien, Israel und Jordanien zu den Nah-Ost Alliierten auf die die USA zurückgreifen um ihre imperiale Agenda in der Region durchzusetzen.

Trotz der internationalen Aufschreie in Bezug auf Jamal Kashoggis Ermordung hat Washington keinen Hehl daraus gemacht, das es zu dem Königreich steht. Waffenverkäufe, Erdöl, die Zerstörung Irans und der Schutz von Israel gehen für die Amerikaner über alles, was keine Überraschung sein dürfte denn es war nie anders.

Zumindest schien eine westliche Führungspersönlichkeit über MBS seine Präsenz beim G-20 Gipfel erhaben zu sein. Frankreichs Präsident Emanuel Macron nahm sich den saudischen Kronprinzen am Rande des Gipfels zur Brust, um ihn zu beratschlagen und ein wenig zurechtzuweisen, wobei die beiden gefilmt wurden. Der iranische Nachrichtensender PressTV verwies auf ein diesbezügliches Video aus dem Bruchstücke der Konversation zwischen Macron und MBS hervorgingen.

MBS: “Machen sie sich keine Sorgen.

Macron: “Ich mache mir Sorgen. Ich bin besorgt.”

Macron:” Sie hören mir nie zu.”

MBS: “Doch natürlich höre ich zu.”

MBS: “Es ist OK Ich kann damit umgehen.”

Macron: “Ich bin ein Mann der zu seinem Wort steht.”

Ohne Macron in Schutz nehmen zu wollen muss man ihm jedoch objektiv zugestehen, das er er selbst geblieben ist und sich nicht zu selbst kompromittierenden Gestiken oder Ausflüchten hinreißen lassen hat. Die ganze Scharade die so manche westliche und nah-östliche Staaten bezüglich des Washington Post Kolumnisten vorspielen, ist in Anbetracht der herkömmlichen Verschwiegenheit als politisiertes Theater einzustufen.

In der Post-Kashoggi Ära ziehen es Staaten mit anrüchigen Image in Betracht das saudische Königreich für den Mord an einem Individuum zu erpressen. Schwiegen jedoch in der Vergangenheit, wenn das Königreich aus der Reihe tanzte. Hunderttausende Todesopfer in Syrien und Jemen, haben zuvor schon das saudische Geld nicht stinken lassen und keine derartigen Aufschreie entfacht.

Josef Stalin sagte einmal: Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik.

Wohl wahr!

Verf.R.R.

 

 

 

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4 Kommentare

  • Ganz ehrlich, ich verstehe diesen „zur Show gestellten Handschlag“ auch nicht. Es stimmt alles, was du über Saudi-Arabien schreibst. Wie kann ein Putin diesen Handschlag dazu benutzen, den Westen (Trump) „zu ärgern“?
    Besser ist doch die Frage: Was bleibt in den Köpfen der Menschen hängen? Putin paktiert mit einem Massenmörder, als ist Putin nicht besser, als MBA. So denken doch schlichte Gemüter und werden weiter der Main-Stream-Presse glauben.
    Ich halt diesen Handschlag für unangebracht und falsch, genauso wie die ganze Politik in Syrien, die, wie mir scheint, tatsächlich nur noch auf den Rücken der syrischen Bevölkerung ausgetragen wird. Es scheint schon lange nicht mehr um die Syrer zu gehen, sondern nur noch um Herrschaftsinteressen imperialistischer Staaten.

    • Ich persönlich habe das als psychologische Kriegsführung aufgefasst… die ihre Wirkung offensichtlich nicht verfehlte… Zur Mainstream-Audienz, die ist ohnehin verloren und lässt sich wie dir bewusst ist blindlings konditionieren egal wie krumm die Information geraten ist. Dieser Handschlag sollte meiner Meinung nach insbesondere den USA und auch der Türkei ins Auge stechen. Was es offensichtlich auch tat! MBS ist ein Produkt der USA und die Türkei hat ihn bis zum Mord an Kashoggi gepriesen. Alle geben vor ach so schockiert über die Tat zu sein, und haben nebenher tausende Menschenleben in Syrien auf dem Gewissen. Wenn man eine Person nicht besonders leiden kann, und man sieht diese Person sich mit einem Verbündeten, Partner etc amüsieren, dann gewinnt die Fassungslosigkeit Oberhand und man lässt sich von Emotionen leiten. Das war denke ich Putin sein Anliegen. In Bezug auf Syrien bin ich durchaus bei dir..Die Türkei hätte längst an die Kandare gelegt werden müssen…Das Idlib-Abkommen ist ein Witz..S-400 und Turkstream scheinen eine große Rolle im Umgang mit Ankara zu spielen..

      • „die ihre Wirkung offensichtlich nicht verfehlte…“

        Trotzdem, wie auch immer wir zwei darüber denken, die Außenwirkung war wichtig. 95% der Menschen informieren sich über die Konzern-Medien und sind der bewussten und noch viel schlimmer, der unbewussten Manipulation, durch die Medien, ausgesetzt. Diese 95% „Mainstream-Allianz wie du schreibst, darf man nicht verloren geben. Wenn wir das tun „kochen wir bald nur noch im eigenen Saft“.
        Unterhältst du dich viel mit Freunden oder Bekannten über Politik? Wenn ich das mache, höre ich immer wieder, undifferenziert: „Putin ist ein Diktator; der hat die Krim annektiert; der führt Krieg in Osten der Ukraine.“ Die Lügen hatte ich bei vielen schon „wegdiskutiert“. Jetzt fange ich wieder von vorne an, denn es ist ein neues Argument dazugekommen: „Putin paktiert mit einem Massenmörder, Putin ist nicht besser, als diese Saudi-Prinz.“
        Gegen solche Argumente hast du fast keine Chance anzudiskutieren und wenn, dann erreichst du nur ein sehr langsames Umdenken. Selbst bei Menschen, die den Kertsch-Konflikt noch realistisch gesehen haben, die deinen Argumenten noch folgten, mit denen musst du wieder von vorne anfangen, zu diskutieren.
        Ich bleibe dabei, und ich suche nicht nach Entschuldigungen und Rechtfertigungen: diesen Handschlag und das breite Lachen, war unangebracht, falsch und undiplomatisch, auch wenn sie „den USA und auch der Türkei ins Auge stechen“ sollten. „Pak schlägt sich, Pak verträgt sich“ heißt in einem deutschen Sprichwort, und so werde sich Trump, Erdogan und Putin auch wieder in den Armen liegen, wenn es um die Interessen ihrer Bosse geht. Gerade deshalb, Putin verspielt langsam, aber sich, bei immer mehr Menschen, die den Herrschenden schon immer egal waren, auch Putin wie es scheint, seine Sympathien. Ich versuche die Menschen in Diskussionen, gegen den Krieg mit Russland, zu mobilisieren, diesem Handschlag war kontraproduktiv.

      • Du hast vollkommen recht man darf die Audienz nicht verloren geben. Hingegen sollten die auf Objektivität bedachten Personen sich davor hüten all zu viel in solche Zurschaustellungen hinein zu interpretieren. Genau dieses spekulieren hat uns einen großen Teil der heutigen Verdrossenheit gebracht. Dieses schwarz-weiß Denken ohne die Einbeziehung von Grauzonen, oder ohne die Fähigkeit aufzuweisen über den Tellerrand hinauszuschauen ist meiner Meinung nach das größte Problem. Diesbezüglich sollte man den auf jeden Fall verwerflichen Handschlag ausblenden und sich die russisch-saudischen Beziehungen zu Gemüte führen. In diesem Jahr besuchte der saudische König das erste mal in der Geschichte des feudalen Königreichs die russische Föderation. Ob die Saudis das S-400 von Russland bekommen werden hängt von den USA ab, die sicherlich ihrem Vasalen dies nicht gewähren werden. In Sachen Erdölpreis halten die Saudis noch zu Washington und drücken diesen mit ihrer überbordenden Förderung. Also Russland wird es schwer damit haben die Saudis auf seine Seite zu ziehen. Von einem geostrategischen-politischen Standpunkt aus macht es Sinn für Moskau sich darum zu bemühen seinen Einfluss in Riad auszuweiten, um einen Keil zwischen die unheilige Allianz zu treiben (USA, Israel, Saudi-Arabien).

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