Saudi Arabiens-“Bitch” (Meinung)

“Es ist was es ist!”. Mit diesen flachen Worten gab uns der US-Präsident Donald Trump zu verstehen, das der Mord an den Washington-Post Kolumnisten, Jamal Kashoggi, für ihn gegessen ist.

Laut Trump spiele es keine Rolle mehr ob der saudische Kronprinz Mohammed Bin-Salman (MBS) hinter dem abscheulichen Verbrechen stecke, da man eh nicht in Betracht ziehen würde das Königreich zu belangen.

Trumps am Dienstag veröffentlichte Stellungnahme bezüglich der Beziehungen zu Saudi-Arabien und der Ermordung Kashoggis, wurde verfasst bevor er die Einschätzung der CIA erhielt.

Was eindeutig unterstreicht, wie tief der US-Befehlshaber den Kopf in den Sand gesteckt hat. Ferner tat er kürzlich kund das er nicht daran interessiert sei, die sagenumwobenen Audioaufnahmen von der Tötung Kashoggis zu hören.

Wie Trump so überhaupt vermag sich ein Urteil über die Lage zu bilden ist schleierhaft. Sätze wie “Wahrscheinlich werden wir niemals die volle Wahrheit erfahren”, klingen ziemlich unprofessionell, wenn man offenbar nicht im geringsten auf dem Laufenden ist, und als unbewanderte Führungspersönlichkeit nicht unterrichtet werden will.

Der CIA zufolge bestünde eine hohe Wahrscheinlichkeit, das der saudische Kronprinz den Auftrag für den Mord an Jamal Kashoggi erteilt habe. Davon will Trump einfach nichts wissen, und begründet dies mit der angeblichen US-Abhängigkeit von saudischem Geld, das ausschließlich in den militärischen industriellen Komplex fließen soll.

Es würden durch die von dem US-Präsidenten mit der Golfmonarchie abgeschlossenen Kontrakte in Höhe von $450 Milliarden, unzählige Arbeitsplätze im US-Rüstungssektor geschaffen. Der Welt mangelt es halt an Waffen!

Finanzspritzen dieser Art, machen den US-Präsidenten offenbar blind für Gräueltaten á la Kashoggi und darüber hinaus. MBS seine waghalsige Hybris kultivierte sich auch, durch die Ignoranz der Trump-Administration.

Der Kronprinz sorgte seit seinem Erscheinen auf der politischen Bühne für negative Furore. MBS schlug seither des öfteren über die Stränge und Niemand schien sich darum zu scheren.

Als er im vergangenen Jahr dutzende saudische Prinzen und Geschäftsmänner unter dem Vorwand einer Geldgeberkonferenz für sein Vision2030-Projekt nach Riad lockte, um sie daraufhin im Ritz Carlton unter Hausarrest zu stellen und $100 Milliarden an Lösegeld einzukassieren, sagte Donald Trump das Mohammed Bin-Salman sein vollstes Vertrauen genießen würde. Er und sein Vater König Salman würden exakt wissen was sie tun!

In dem Buch “Fire und Fury” zitierte der Autor Michael Wolff Trump mit den Worten “Wir haben unseren Mann an die Spitze gebracht,” womit er sich laut Wolff auf MBS bezogen habe. Der US-Präsident soll diese Aussage in Gegenwart von Freunden getroffen haben, heißt es in dem Buch.

Diese Art von Rückendeckung signalisierte dem Kronprinzen vermutlich, das er mit allem durchkommt. Äußerungen von ihm wie das er gezielt Frauen und Kinder im Jemen abschlachten lassen wolle, um Jemeniten für Generationen in Angst zu versetzen basieren auf dem eingepflanzten Übermut.

Auch wenn MBS offensichtlich nicht gelernt hat Probleme diskret und von sich weisend aus der Welt zu schaffen, so macht ihn seine saudische Blaublütigkeit dennoch unantastbar. So scheint es zumindest!

Die Vereinigten Staaten haben neben der Addiktion nach saudischen Investments ein weiteres Laster das sie über Menschenrechte, Kriegsverbrechen usw. hinwegsehen lässt. Sie sind eine Geisel des Ölpreises, der einzig und allein davon abhängt wie viel Erdöl Saudi-Arabien fördert. Solange die Saudis ihre Produktion auf dem gegenwärtigen Level beibehalten, bleiben die Ölpreise niedrig, was im Interesse der Trump-Administration liegt. Trump dankt seinem Wirtschafter ausgiebig dafür.

Apropos Wirtschafter! Einen Wirtschafter nennt man im Rotlichtmilieu eine Person die die Aufsicht über Prostituierte in einem Bordell führt. Das ein ähnliches Verhältnis zwischen Saudi-Arabien und Donald Trump besteht, dieser Auffassung ist offenbar die US-Kongressabgeordnete Tulsi-Gabbard, die auf Twitter den US-Präsidenten als “bitch” bezeichnete.

Gabbard hat im Irak gedient und geriet in Vergangenheit öfters in Kritik, bezüglich ihrer unabhängigen Ansichten. So hat sie sich zum Beispiel nach Syrien begeben, um sich selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen. Ein Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, entfachte in den USA die übliche Heuchelei in Bezug auf Syrien.

Die Aussage der US-Kongressabgeordneten ist die beste allumfassende Beschreibung der wechselseitigen saudisch-amerikanischen Beziehungen. Wenn Geld so gefügig macht, dann muss es einfach so sein.

Verf.R.R.

 

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