Trump veröffentlicht Stellungnahme zu Kashoggi-Mord. Fazit- Der Iran ist schuldig

Die Trump-Administration veröffentlichte am 20.November eine lang erwartete Stellungnahme zu dem Mord an dem saudischen Journalisten, Jamal Kashoggi, der am 2.Oktober von einem königlichen Mordkommando in dem saudischen Generalkonsulat in Istanbul getötet worden ist.

Zunächst rumorte es in den Medien das nach der richtungsweisenden CIA-Einschätzung mit dem Fingerzeig auf den Kronprinzen Saudi Arabiens Mohammed Bin Salman (MBS), der US-Präsident eine Entscheidung fallen würde, die die zukünftige Zusammenarbeit mit MBS in Frage stellen würde.

Indes wurden diejenigen eines besseren belehrt, die der Auffassung waren das Trump anhand der neuesten CIA-Informationen auf den Trichter kommen und von MBS ablassen würde.

Die eigentlich sich auf das von Saudi-Arabien begangene Verbrechen zu beziehende Stellungnahme, artete zu einer abwegigen anti-iranischen Litanei aus. Trump leitete sein Statement mit einer offenbarenden Erkenntnis ein, die an Aufschlussreichtum kaum zu überbieten ist.

“Die Welt ist ein sehr gefährlicher Ort!” ließ Trump uns wissen bevor er dazu überleitete den Iran als Beispiel für seine Aussage anzuführen. Um seine Propaganda zu bekräftigen hob der Commander in Chief die herkömmlichen breitgetretenen Exemplare hervor, die belegen sollen das der Iran die Ausgeburt der Hölle ist.

Der Iran sei verantwortlich für einen blutigen Krieg gegen Saudi-Arabien im Jemen, destabilisiere Iraks “Bestreben” nach Demokratie, unterstütze die Hisbollah im Libanon, unterstütze den “Diktator” Baschar al-Assad (der angeblich “Millionen seiner Bürger” auf dem Gewissen habe) und “noch viel mehr”.

Zudem hätten die Iraner mehrere Amerikaner und “unschuldige Menschen”im ganzen Nahen-Osten getötet, so Trump. Ferner hieß es in dem Statement das der Iran als “weltweit führenden Unterstützer von Terrorismus” betrachtet würde. Das demagogische Mantra durfte natürlich nicht fehlen.

Nach Trumps Vorstellung hänge es einzig und allein vom Iran ab, ob im Jemen die Waffen gestreckt werden oder nicht. Saudi-Arabien würde “bereitwillig” aus dem Jemen abziehen, wenn die “Iraner” einwilligen würden sich zurückzuziehen.

Die guten Saudis würden umgehend die notwendige humanitäre Unterstützung zukommen lassen. Zusätzlich habe die feudale Golf-Monarchie eingewilligt Milliarden von Dollar aufzubringen um den Kampf gegen den radikal-islamistischen Terrorismus anzuführen, so der US-Präsident.

Um die anrüchige Kooperation mit dem wahabitischen Königreich zu rechtfertigen, hob Trump seine persönlichen Errungenschaften hervor die sich ausschließlich auf den Mega-Waffendeal mit Riad bezogen.

Das saudische Investment von $450 Milliarden dürfte nicht gefährdet werden. Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten würden davon abhängen, und die Verträge mit diversen Rüstungskonzernen müssten beibehalten werden, um Russland und China zuvorzukommen und nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Laut Trump wäre es ein “wundervolles direktes Geschenk der Vereinigten Staaten” an die beiden Hauptrivalen, wenn die Kontrakte mit Saudi-Arabien annuliert würden.

Erst nach dieser ellenlangen Rekapitulation von Behauptungen, Vorwürfen und Glorifizierungen kam der US-Präsident auf das brennende Thema zu sprechen, den Mord an Jamal Kashoggi.

Das Verbrechen gegen Jamal Kashoggi sei ein “schreckliches” gewesen, und eines das die USA nicht billigen würden. Nach Trumps Auffassung hätten die Vereinigten Staaten bereits weitreichende Schritte gegen die Beteiligten am Mord eingeleitet. Man habe die 17 Saudis sanktioniert, die Kashoggi ermordet und beseitigt haben, so der US-Präsident.

Kurzweilig klang der US-Präsident in seiner Stellungnahme so als ob Jamal Kashoggi sein Ableben selbst verschuldet habe.

Repräsentanten des saudischen Königreichs würden sagen das Kashoggi ein “Staatsfeind” und ein Mitglied der Muslimbruderschaft gewesen sei, jedoch basiere die Entscheidung Trumps nicht darauf, dies sei ein inakzeptables und abscheuliches Verbrechen.

König Salman und der Kronprinz Mohammed Bin-Salman, bestreiten vehement von der Planung und Ausführung des Mordes an den Journalisten Kenntnis gehabt zu haben. Trump zufolge würden derweil nachrichtendienstliche US-Agenturen die vorhandenen Informationen abwägen, hingegen könnte es sein das der Kronprinz Kenntnis von diesem “tragischen Ereignis” hatte. “Vielleicht hatte er sie , vielleicht nicht.”

Ohne die Audioaufnahmen von dem Mord an Kashoggi hören zu wollen behauptete der US-Oberbefehlshaber, das “wir möglicherweise niemals” alle den Mord an Jamal Kashoggi umringenden Fakten” erfahren würden.

In jedem Falle unterhalten die USA eine Beziehung mit Saudi-Arabien, das ein “großartiger Alliierter im Kampf gegen den Iran” sei. Die Vereinigten Staaten würden beabsichtigen ein standhafter Partner von dem Königreich zu bleiben um die Interessen der USA, Israel und weiterer regionaler Partner zu wahren, wie es Donald Trump ausdrückte. Nach ihm sei es das “vorrangige Ziel” der Vereinigten Staaten die “Bedrohung des Terrorismus” in der gesamten Welt auszurotten.

In dem ausklingenden Absatz seiner Auflistung bereits ausgelutschter Standpunkte zum Iran und Saudi Arabien, hob er zudem die wichtige Rolle Riads in Bezug auf die Gestaltung des Ölpreises hervor.

Fazit, business as usual!

Es scheint so das der US-Präsident jeden gegebenen Anlass dafür nutzt, um sich zu bemühen den Iran ins schlechte Licht zu rücken. Der Mord an Jamal Kashoggi macht da keine Ausnahme.

Trump hat abermals auf ganzer Linie bestätigt, das die USA in Bezug auf die Verbrechen seiner Alliierten eine schizophrene Haltung an den Tag legen. Würde sich diese Stellungnahme auf die Ermordung eines iranischen Dissidenten beziehen, der im Auftrag von Teheran auf fremdem Boden in einem Generalkonsulat getötet wurde. Dann würden die von Trump postulierten Worte einer Kriegserklärung gleichen.

Mit keinem Ton würde irgendein anderes Land ins Spiel gebracht werden. Nur der Iran, Iran ,Iran ,Iran ..und Iran! Diese verstörte Sichtweise unterstreicht eklatant die Heuchelei der USA, wenn es um die Klassifizierung der malignen Kräfte in der Welt geht.

Ob Saudi-Arabien oder Israel. US-Alliierte im Nahen-Osten könnten öffentlich vor dem Weißen Haus tausende Menschen hinrichten. Die Vereinigten Staaten würden auch dafür eine für sie plausible Erklärung parat haben.

Verf.R.R.

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