Idlib-Türkische Armee übergibt entmilitarisierte Zone an Hayat Tahrir al-Sham

Die türkische Armee soll die in Sochi beschlossene entmilitarisierte Zone in Nord und Nordwest-Syrien an die Hayat Tahrir al Sham (HTS, Al-Nusra, Al-Qaida) übergeben haben, um sich für eine Militäroperation gegen die Kurden östlich des Euphrats vorzubereiten, dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur FARS-News unter Verweis auf die syrische Tageszeitung Al-Watan.

Das Blatt zitierte Quellen aus HTS-Kreisen die enthüllten, das türkische Kräfte die Kontrolle über die gesamte entmilitarisierte Zone an die Terroristen-Organisation übergeben hätten.

Desweiteren teilte Al-Watan mit das die Aushändigung an die HTS erfolgt sei, da die türkische Armee plane weiter nach Osten zu ziehen, um einen großangelegten Angriff auf die Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF) in den Regionen Tel Abyadh, Nord-Rakka und in weiteren am Ostufer des Euphrats liegenden Gebieten durchzuführen.

Dem Blatt zufolge sei der jüngste Angriff auf die syrische Armee durch in der entmilitarisierten Zone ansässige HTS-Terroristen in Nordost-Lattakia und Nord-Hama, ein weiterer Beweis dafür, das Ankara und die HTS ein Abkommen zur Übergabe der Zone an den Letzteren getroffen hätten.

Diesbezüglich erinnerte das Blatt daran das sich der Al-Qaida-Ableger laut dem Idlib-Ankommen von der Zone zurückziehen soll oder mit Konsequenzen zu rechnen habe, die eine Offensive von Damaskus und Moskau beinhalten.

Die Aktionen von den Terroristen würden die syrische Armee dazu drängen, die lang erwartete und seit der Festlegung des Sochi-Abkommens auf Eis gelegte Militäroperation gegen Terroristen in Idlib zu starten, so FARS-News.

Diesbezüglich verwies die Nachrichtenagentur auf die arabischsprachige Website von Sputnik, die den syrischen Militärexperten, Colonel Mar’ei Hamdan, zitierte. Nach Hamdan  kontrolliere die Hayat Tahrir al-Sham 70% der Städte und Dörfer in der Provinz von Idlib und vollziehe provokante Handlungen gegen die syrische Armee. Dem fügte er hinzu das der syrischen Armee ihre Verpflichtung zur Verringerung von Spannungen nicht ewig anhalten würde.

Die SAA habe bisher alle Terroristen-Angriffe auf ihre Stellungen abgewehrt und der Gegenseite schweren Schaden zugefügt. Nun sei es an der Zeit zur Offensive überzugehen um die Kontrolle über Idlib zurückzugewinnen, so der Militärexperte.

Zudem sagte Hamdan das die HTS in absehbarer Zeit auf eine großangelegte Militäroperation gegen die syrische und russische Armee zurückgreifen würde, nachdem die Terroristen-Organisation bereits im Oktober verkündete das sie das Idlib-Abkommen nicht anerkennt. Dies mache jegliche Entwaffnung und Feuerpause zunichte und untermauere das das Gefecht zwischen der syrischen Armee und der HTS unvermeidbar sei.

Wie FARS ferner mitteilte sollen die türkisch gestützten Terroristen-Kollektive Ahrar al-Sham und die Nationale Befreiungsfront (NLF), der türkisch-russischen Vereinbarung ebenfalls abgeschworen haben, und sich auf Militäroperation gegen die SAA im Norden Syriens vorbereiten. Desweiteren sollen die türkischen Stellvertreter eine Koalition mit der HTS gefordert haben.

Desweiteren verwies die Nachrichtenagentur auf weitere Medienberichte  laut denen die türkische gestützte NLF ihre Kämpfer in höchste Alarmbereitschaft versetzt habe um eine schwere Offensive gegen die syrische Armee in der entmilitarisierten Zone zu starten.


Die türkische Doppelmoral die in Bezug auf die Einstufung und Bekämpfung von Terroristen-Kollektiven in Syrien zur Geltung kommt, ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Die gegenwärtige Agilität gegenüber kurdischen Terroristen-Organisationen, lässt die Türkei vis a vis der Al-Qaida und ISIS in Idlib vermissen. Ankara mobilisiert derweil seine dschihadistischen Stellvertreter, um US-gestützte kurdische Terroristen in syrischen Grenzgebieten östlich des Euphrats auszulöschen.

Was bedeutet das sich die Türkei abermals aus der Affäre zieht, und der ohnehin unwahrscheinlichen Umsetzung des Idlib-Abkommens der Gnadenstoß versetzt wird. Ankara hat zwar extremst verspätet die Hayat Tahrir al-Sham als Terroristen-Gruppierung eingestuft, jedoch nichts in die Richtung unternommen um den an seiner Grenze stetig expandierenden Terror-Moloch auszurotten.

Mit der Al-Qaida vor seiner Haustür scheint man kein Problem zu haben. Die YPG will man hingegen morgen brennen sehen. Diese offenkundige Border-Line Agenda führt dazu, das die Reputation der Türkei in Sachen Terror-Bekämpfung allmählich keine Seriösität mehr aufzubieten hat.

Der siebenjährige Syrien-Konflikt hat die Doppelzüngigkeit Ankaras in ihrer vollen Pracht enthüllt. Die Plünderung Alleppos mittels der Al-Nusra; das ISIS-Ölgeschäft; der Jihadi-Tourismus, der Uiguren-Terror-Express; die Kooperation mit der HTS.

Alles Affären die aufzeigten das die Türkei Terroristen in Syrien begünstigt, und mitverantwortlich für das Blutvergießen ist. Ohne die Bereitstellung des Hoheitsgebiets für Dschihadisten aus aller Herren Länder, wäre eine terroristische Unterwanderung Syriens in diesem Ausmaßen nicht möglich gewesen.

Demnach wirkt die türkische Hysterie bezüglich kurdischer Terroristen ziemlich aufgesetzt. Ohne kurdisch separatistische Terroristen-Milizen in Schutz nehmen zu wollen, kann man getrost sagen das die von den Kurden gehaltenen Grenzgebiete im Gegensatz zu Idlib wahre Paradiese sind.

Verf.R.R.

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