Laut CIA befahl MBS den Mord an Jamal Kashoggi- Berichte

Die US-Tageszeitung Washington Post hat am Freitag nicht weniger berichtet als das die CIA zu dem Schluss gekommen sei das der saudische Kronprinz Mohammed Bin-Salman die Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi angeordnet habe, darüber berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Laut der Post hätten US-Beamte den Einschätzungen der CIA hohe Zuverlässigkeit beigemessen was die Bemühungen des US-Präsidenten, Donald Trump, die Beziehungen zu Saudi-Arabien zu bewahren weiter verkomplizieren würde.

Laut Reuters zitierte das US-Blatt Personen die mit dem Thema vertraut sein sollen. Diese sagten das die CIA ihre Schlussfolgerungen gezogen habe nachdem sie multiple nachrichtendienstliche Quellen untersuchte, einschließlich eines Telefonats zwischen dem Bruder des Kronprinzen der saudische Botschafter in den USA, Khalid bin Salman, und Jamal Kashoggi.

Khalid soll Kashoggi mitgeteilt haben das er sich ins saudische Konsulat in Istanbul begeben solle um die Dokumente zu erhalten, und ihm ferner zugesichert haben das er nichts zu befürchten habe, so die Post.

Die Tageszeitung zitierte Personen die angeblich mit dem Telefonat vertraut sind. Denen zufolge sei es nicht eindeutig ob Khalid gewusst habe das Kashoggi getötet würde, jedoch das er den Anruf auf Anordnung seines Bruders getätigt habe.

Die laut der Post von der CIA erhobenen Vorwürfe sind via Twitter von Khalid Bin-Salman zurückgewiesen worden. Der saudische Botschafter in den USA behauptete das er den letzten Kontakt zu dem Journalisten vor circa einem Jahr gehabt habe, und dies schriftlich.

„Ich habe niemals mit ihm am Telefon gesprochen, und sicherlich nicht vorgeschlagen das er sich aus irgendeinem Grund in die Türkei begeben soll. Ich bitte die US-Regierung darum Informationen in Bezug auf diese Behauptung zu veröffentlichen, „ so Khalid auf Twitter.

Diese neuesten Entwicklungen erfolgten einen Tag nachdem der saudische Generalstaatsanwalt Saud al-Mojeb, für fünf Verdächtigte in dem Kashoggi-Fall die Todesstrafe forderte.

Laut al-Mojeb sei der ehemalige im Oktober entlassene Vize-Geheimdienstchef General Ahmed al-Assiri die Person auf höchster Ebene gewesen die hinter dem Mord stecke. Al-Assiri soll angeblich einem „Verhandlungs-Team“ befohlen haben Kashoggi zurück nach Saudi-Arabien zu schaffen. Dem Kopf des Teams soll den Auftrag erteilt bekommen haben nach missglückter Überzeugungsarbeit den Journalisten zu töten.

Indes widersprachen türkische Medien der neuesten saudischen Version der Ereignisse. Laut der türkischen Tageszeitung Hürriyet sei die Türkei im Besitz einer sieben Minuten langen Audioaufnahme die angeblich „Kashoggis verzweifelte Versuche zu überleben“ dokumentieren sollen.

Es gehe hingegen nichts aus den Aufnahmen hervor was darauf hinweisen würde das Versuche unternommen worden seien den Journalisten zur Heimkehr zu bewegen. Desweiteren behauptete das Blatt das Ankara über eine Aufnahme verfüge die Minuten bevor Kashoggi das Generalkonsulat betrat entstanden sein soll.

Laut dem 15 minütigen Mitschnitt sollen die saudischen Operateure den Mordplan, sowie die Rolle der jeweiligen Mitglieder des Killer-Kommandos besprochen haben.

Die Angaben der Hürriyet widerlegen eine weitere von Saudi-Arabien wiedergegebene Variante des Tathergangs. Offenbar hat sich niemand darum bemüht den saudischen Journalisten zu überreden nach Saudi-Arabien zurückzukehren, sondern alle Beteiligten sind vorsätzlich zum Mord übergegangen.

Inzwischen ließ US-Präsident Donald Trump verlauten, das er bezüglich der neuesten Erkenntnisse noch nicht von der CIA unterrichtet worden sei. Ihm sei jedoch mitgeteilt worden, das der Kronprinz Mohammed Bin-Salman nicht involviert gewesen sei.

Es ist keine Neuigkeit das sich diverse Ministerien und Behörden unter der Trump-Regierung des öfteren widersprechen. Und so ist die jüngste Äußerung des US-Außenministeriums bezüglich der Kashoggi-Krise kaum verwunderlich.

Man habe bisher keine Schlussfolgerungen gezogen in Bezug auf die Verantwortlichkeit für den Mord an dem Journalisten, so die Sprecherin des Ministeriums Heather Nauert.

Der negative nicht abreißende Wirbel um die designierte Persona non grata Mohammed Bin Salman hat sogar zu geschichtsträchtigen Anomalien innerhalb Washingtons geführt, die jedoch von den Republikanern im Keim erstickt worden sind. Die Partei des US-Präsidenten hat im letzten Moment eine Abstimmung im Kongress zur US-Beteiligung am Krieg im Jemen verhindert. Der harte Kern Washingtons legt weiterhin seine schützende Hand über das Königreich.

Nichtsdestotrotz erhöht die CIA-Einschätzung den Druck auf Trump immens. Das in den Medien propagierte Ansehen von MBS gleicht einer Achterbahnfahrt. Während die einen versuchen seinen verruchten Ruf aufzupolieren und seine Unschuld beteuern, feuern die anderen aus allen Rohren um den in Verruf geratenen Monarchen von der Bildfläche zu fegen.

Das mediale und politische Tauziehen wird vermutlich noch eine Weile andauern, da der saudische Kronprinz  sein Anrecht auf den Thron nicht kampflos aufgeben wird. MBS hat auf seinem Weg an die Spitze mehrmals bewiesen, das er im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht und Kontrahenten aus dem Weg räumt um seine Macht zu konsolidieren.

Die Ritz Carlton Affäre und der Coup durch den er zum Kronprinzen ernannt wurde, waren der Vorgeschmack auf MBS seine Regentschaft die unanfechtbar scheint.

Verf.R.R.

 

 

Kommentar verfassen