Der kurze Konflikt in Gaza zeigt Schwächen Israels auf und entfacht politische Krise

Der Moon of Alabama Blog ( MOA ) hat einen bemerkenswerten Artikel veröffentlicht der sich mit den Ursachen der jüngsten Eskalation im Gazastreifen befasste, und auf die sich aus den jüngsten Zusammenstößen ergebenden Schwächen des israelischen Regimes hindeutete.

Der Ausgang der mittlerweile wieder auf Eis gelegten bewaffneten Konfrontation rührte von einem israelischen Verstoß gegen die in der vergangenen Woche festgelegte Waffenruhe her.

Am Sonntag infiltrierten getarnte Israelische Spezialkräfte den Gaza-Streifen. Die Eindringlinge haben Zivilkleidung getragen und einige waren als Frauen verkleidet. Die Einheit begab sich in Fahrzeugen zu dem Haus eines Kommandeurs der Qassam-Brigaden, wo sie von misstrauischen Wächtern aufgehalten wurden und anschließend ein Feuergefecht ausbrach wobei sieben Palästinenser und ein Israeli getötet wurden.

Wie MOA erörterte sei die Intention des israelischen Angriffs unklar gewesen. Es wurde ein Fahrzeug zurückgelassen in dem sich Überwachungsausrüstung befand. Die Eindringlinge flohen zurück nach Israel.

Laut MOA sei es wahrscheinlich das Rivalität innerhalb der israelischen Regierung hinter dieser Provokation stecke.

“Die Auffassung das Israel indem es Bargeld und Treibstofflieferungen nach Gaza zuließ  die Hamas auszahlte, entfachte verbitterten Streit zwischen zwei rivalisierenden rechtsorientierten Mitgliedern von Israels Sicherheitskabinett. Der Bildungsminister Naftali Bennett nannte die Geldspritze “Schutzgeld”. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman bezichtigte Bennett solche Bezahlungen unterstützt, und aggressivere gegen die Hamas gerichtete militärische Vergeltungsmaßnahmen abgelehnt zu haben,” heißt es in dem Artikel.

MOA warf die diesbezügliche Frage auf ob Lieberman die oben beschriebene Provokation in die Wege leitete um die ausgehandelte Waffenruhe zu torpedieren?

Der vermutlich von dem Verteidigungsminister initiierte Verstoß gegen den Waffenstillstand entfesselte eine Reihe von gegenseitigen militärischen Angriffen. Das israelische Regime ergriff abermals die Gelegenheit und dezimierte weitere zivile Infrastruktur im Gazastreifen wie ein Universitätsgebäude und die Al-Aqsa Fernsehstation.

Die diversen militanten Fraktion in Gaza beantworteten israelische Luftschläge mit Raketenangriffen auf Siedlungen und Stellungen der IDF. Nach 48 Stunden wurde die Feuerpause erneuert.

MOA listete eine Reihe von neuen Fähigkeiten auf die die palästinensische Seite während des kurz aufgeflammten Konflikts aufzeigte.

  • Angriffe mit Panzerabwehrlenkwaffen (ATGM) die dem israelischen Militär schon während der Libanon Offensive (2006) schwer zusetzten. Der ATGM-Angriff auf einen Militärbus inmitten des losgebrochenen und derweil abgeebbten Konflikts und die Bestätigung dafür das dieser Typ von Waffen ins belagerte Gaza gelangten ist für Tel-Aviv höchstwahrscheinlich besorgniserregend.
  • Innerhalb von 25 Stunden feuerten die Palästinenser 460 Raketen und Mörser ab. Was laut MOA die Feuergeschwindigkeit während des Gaza-Krieges (2014) deutlich übertroffen habe.

Zudem seien einige Raketen zum Einsatz gekommen die eine weitere Reichweite als die herkömmlichen Modelle aufgewiesen hätten. Israels Iron-Dome-Raketenabwehrsystem habe zwar 100 Raketen abgefeuert, hingegen sei deren Akkuratesse fraglich und der Einsatz kostspielig. Jede Iron-Dome-Rakete kostet $65 000, dagegen kosten eine Mörsergranate oder Rakete wenige hundert Dollar. Viele der palästinensischen Raketen seien bis zu ihren Zielen in den zionistischen Siedlungen Ashkelon, Netivot, und Sderot gelangt.

  • Israel verkündete das es lediglich zwei Raketenabschuss-Zellen ausgeschaltet habe. Demnach scheine es so das die Palästinenser ihre Tarnung und Fernzünde-Fähigkeiten perfektioniert hätten.
  • Die rivalisierenden palästinensischen Kollektive in Gaza, die Hamas, der Islamische Jihad und andere sollen unter einem Zentralkommando operiert haben. Keine Gruppierung habe die Raketenangriffe für sich selbst beansprucht. In der Vergangenheit sei auf jede Raketen-Salve eine Nachrichten-Stellungnahme erfolgt, in der die eine oder die andere Gruppierung Verantwortung übernommen hätten. Diesmal hätten alle Kollektive von einer Einsatzzentrale aus operiert. Keiner veröffentlichte Behauptungen von Verantwortungen oder andere Informationen die dem israelischen Geheimdienst geholfen hätten.

Laut Moon of Alabama habe Israel während den jüngsten von Ägypten geführten Verhandlungen regelrecht um eine Feuerpause gebettelt. Indes haben die politischen Grabenkämpfe in Israel Spuren hinterlassen.

Der Außenminister Avigdor Lieberman hat die Reißleine gezogen und ist von seinem Amt zurückgetreten. Die Waffenruhe mit der Hamas war nicht nach seinem Gusto. Der radikale Amtsträger hätte gerne die IDF in den Krieg geführt und ein Massaker wie 2014 angerichtet. Der Rücktritt Liebermans ist im Gaza-Streifen frenetisch zelebriert worden.

Dagegen protestierten israelische Siedler gegen die Entscheidung Tel-Avivs einer Feuerpause mit der Hamas zuzustimmen, und forderten den Rücktritt des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu.

Der Moon of Alabama Blog führte einige Punkte auf die der kurzweilige Konflikt demonstriert habe.

  • Israel sei abgeschreckt. Es wolle keinen weiteren Krieg gegen Gaza führen
  • Die Belagerung Gazas, durch Israel, Ägypten und der palästinensischen Autonomiebehörde unter Mahmoud Abbas sei fehlgeschlagen. Die Kosten des Ansehens der Belagerung seien zu hoch geworden nachdem Israel mindestens 160 Palästinenser während wöchentlichen Protesten entlang des Demarkatations-Zauns tötete. Es habe gestatten müssen das Treibstoff und Geld aus Katar nach Gaza gelangt.
  • Die Belagerung habe es verfehlt den Islamischen Jihad, die Hamas und weitere Fraktionen daran zu hindern eine große Anzahl von Raketen und Fähigkeiten zu erlangen.
  • Die Palästinenser in Gaza sind vereint. Der Widerstand gegen die Besatzung sei gesund und munter.

In Bezug auf die Erlangung von Raketen ließ der Generalsekretär der Hisbollah im Libanon derweil verlauten, das sich die libanesische Widerstandsbewegung geehrt fühle am Transfer von “Coronet Raketen ” nach Gaza beteiligt gewesen zu sein.

MOA fasste es richtig in einem Satz zusammen. Der kurze Konflikt in Gaza hat aufgezeigt das Israel schwach ist und das sich sein Abwärtstrend fortsetzt.

Verf.R.R.

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