Besetztes Syrien: Nach Mord an Stammesführer, Spannungen zwischen SDF und Arabern steigen

Der Mord an dem Adfalah-Stammesführer Scheich Basheer Faisal al-Huwaidi sorgt für weitere Spannungen zwischen Rakkas arabischer Bevölkerung und den kurdisch dominierten Syrisch Demokratischen Kräften. Al-Huwaida war am 2.Oktober von unbekannten Angreifern erschossen worden.

Der Islamische Staat bekannte sich via seiner Nachrichtenagentur Amaq zu dem Attentat, und ließ verlauten das eines seiner Elemente den Stammesführer mit einer schallgedämpften Handfeuerwaffe niedergestreckt habe.

Diese Version der Ereignisse wiesen arabische Stammesführer aus Deir-Ezzor und Rakka zurück. In einer veröffentlichten Stellungnahme bezichtigten die Stammesführer die kurdische Miliz, al-Huwaidi ermordet zu haben. Dieser soll vor dem Anschlag einem Treffen mit einem SDF-Kommandeur beigewohnt haben. Ferner hieß es in der Stellungnahme:

“Scheich Basheer wurde ermordet weil er die SDF-Besatzung und ihre Kontrolle über Rakka ablehnte. Er teilte ihnen in ihrem respektierten Rat mit: “Ihr seit Gäste auf unserem Land und Rakka gehört seiner Bevölkerung.”

Desweiteren riefen die Stämme ihre arabischen Landsleute dazu auf die US-gestützten Syrisch Demokratischen Kräfte (SDF) zu bekämpfen. Arabischstämmige SDF-Mitglieder sollen sich von dem Kollektiv loslösen, oder würden als Feinde angesehen werden, so die Stammesführer.


 

Der von den Vereinigten Staaten angestrebte demographische Wandel im Osten Syriens, stößt allmählich auf unüberwindbare Hürden. Das Vorhaben östlich des Euphrats ein von Kurden dominiertes Autonomiegebiet zu schaffen, verträgt sich nicht mit der indigenen arabischen Bevölkerung.

Rakka das einstige Kalifat des Islamischen Staats, ist während einer mehrmonatigen US-Militärkampagne dem Erdboden gleichgemacht worden. Obwohl sich damals nur noch dutzende ISIS-Kämpfer in der Stadt verschanzten, flogen US-Kampfjets unentwegt Luftschläge, und zwangen somit die noch verbliebenen Einwohner die Flucht anzutreten.

Dies war die Vorarbeit, für die darauffolgende Besatzung durch die SDF. Als die US-gestützten Kräfte in Rakka einfielen, übernahmen sie eine Geisterstadt in der kaum mehr eine Menschenseele vorzufinden war.

Die Vorkehrungen für den demographischen Wandel zu Gunsten der Kurden, verliefen offenbar planmäßig. Angesichts des Ausmaßes der Zerstörung waren die wenigsten Einheimischen in der Lage heimzukehren.

Nichtsdestotrotz verließen nicht alle das sinkende Schiff und andere rappelten sich aus Heimatliebe dazu auf trotz der Apokalypse nach Rakka zurückzukehren. Seit über einem Jahr haben sich die SDF in der Region klammheimlich eingerichtet, und üben schon mal fleißig eigener Staat zu spielen.

Die kurdische Terroristen-Fraktion riss illegitim die Gewaltenteilung an sich, und legt der lokalen Bevölkerung eine nicht anerkannte Direktive auf. Den ruinösen Zustand Rakkas abzubauen, liegt nicht im Interesse der Verursacher. Die Amerikaner investieren lediglich in Infrastruktur die der Besatzungsmacht zugute kommt, und scheren sich einen Dreck um die Vertriebenen.

Im Auftrag der USA Rakka und angrenzende Städte in einen kurdischen Minderheiten-Staat zu transformieren und darüber hinaus kurdische Milizen den Ton angeben lassen zu wollen ist den syrischen Arabern zuwider. Und nicht seit gestern!

Seit der Terroristen-Rochade, die Rakka eine salafistische Terroristen-Fraktion los werden ließ und eine kurdische bescherte- gab es vermehrte Anzeichen dafür das die SDF-Doktrin von den arabischen Stämmen und Einheimischen abgelehnt wird. Der kurdische Zivilrat von Rakka ist von keinem Bürger gewählt worden, sondern hat sich einfach selbst zum Verwaltungsorgan ernannt.

Der oben erwähnte ermordete Stammesführer war ein Mitglied des Zivilrats, und soll dem nicht anerkannten Gremium nahegelegt haben, das die SDF-Präsenz in jeglicher Form unerwünscht sei.

Womit er den angestauten Unmut der arabischen Bürger zum Ausdruck brachte. Die SDF sind in den Augen der syrischen Bevölkerung mit dem Feind paktierende Landesverräter. Eine sich nicht von der ISIS oder der Al-Qaida abfärbende Terroristen-Fraktion, die für die Amerikaner das Blut ihrer Nächsten vergießen.

Syrische Kurden sind fortan der geächtete Bevölkerungsteil. Egal wohin die Reise der kurdischen Aspiration nach einem illusionären Staat hingeht. Dieser Verrat wird ein Mahnmal syrischer Geschichte sein.

Verf.R.R.

 

 

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