Imperialistischer Vertragsbruch, der Pfad zum 3.Weltkrieg? (Meinung)

Der US-Präsident Donald Trump hat seit seiner Amtseinführung fast sämtliche außenpolitisch bezogenen Wahlkampfversprechen über den Haufen geworfen, und schnell die vom Deep State auferlegte Rolle angenommen.

Damals noch als kandidierender Business-Tycoon, schwang Trump Reden die für kriegsmüde Amerikaner Musik in den Ohren waren. Er kritisierte die Obama-Administration für das Chaos in Syrien, beschwörte den Abzug aus Afghanistan und ging mit der US-Außenpolitik im Nahen-Osten hart ins Gericht.

Des öfteren nutzte er seinen Twitter-Account um für die US-Regierung unbequeme Wahrheiten auszusprechen, wie z.B. den gefährlichen euphemistischen Schutzschirm für syrische “Rebellen” die sich allzu oft als Terroristen entpuppten.

Obwohl die halbe Welt Trump wegen seiner Eigenarten nicht leiden konnte, und ihn für seine Kandidatur belächelte, hatte der Nicht-Politiker nichtsdestotrotz einige vielversprechende Ambitionen offeriert.

Was jedoch bereits andeutete das Trump seine pazifistischen Versprechen leere Sprechblasen waren, war seine unentwegt feindliche Haltung gegenüber dem Iran. Trump ließ keinen Raum für Spekulationen offen.

Zu jeder sich bietenden Gelegenheit drohte er eine härtere Gangart vis a vis Teheran an, und bezeichnete die Golfnation als “Hauptsponsor des globalen Terrorismus”. Vor allem plagte ihn das von der Obama-Regierung auf die Beine gestellte Nuklear-Abkommen mit dem Iran.

Es sei der “schlechteste Deal aller Zeiten” und wenn er ins Weiße-Haus gewählt werde, gehöre dieser der Vergangenheit an. Gesagt getan! Im Mai diesen Jahres verkündete der inzwischen zum Präsidenten gewählte Trump, das die USA aus dem multilateralen Atomvertrag mit dem Iran aussteigen, womit er die übrigen Vertragspartner (Russland, China, Frankreich, Groß-Brittanien, und Deutschland) vor den Kopf stieß und den Pfad für den lang ersehnten Regime-Change ebnete.

Der Iran ist eines der Staaten die auf der berühmten schwarzen Abschussliste des Pentagons geführt werden, derer Entstehung einst von dem US-General Wesley Clark öffentlich kommentiert wurde.

Lange vor der Trumpschen Realität war der Iran bereits ein ausgemachtes Ziel der Amerikaner. Genaugenommen seit der iranischen Revolution (1979), die die US-Marionette den Schah Reza Palavi ins Exil in die Vereinigten Staaten jagte und die Monarchie abschaffte.

Die 444 Tage lange Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran, sollte das Ende der amerikanisch-iranischen Beziehungen besiegeln. Seither hat Washington anhand militärischer Mittel und Sanktionen vergeblichst versucht die islamische Republik in die Knie zu zwingen.

Ein durch den Irak initiierter Krieg (1980-89), und monetärer Druck generierten nicht den erwünschten Effekt. Die Bemühungen das System im Iran zu ihren Gunsten zu ändern bereiteten etlichen Vorgängerregierungen Kopfzerbrechen, und sind keine Neuigkeit.

Da Trumps Rhetorik in Bezug auf den Iran seit seinem Erscheinen auf der Politbühne richtungsweisend bestätigte das uns mit ihm an der Macht ein weiterer Krieg im Nahen-Osten bevorsteht, wusste man das sich nichts grundlegendes ändern würde.

Wenn man in Washingtoner Kreisen als Präsident ankommen will braucht man seinen eigenen Krieg. Dies ist anscheinend ein unabdingliches Prinzip um an die Spitze zu gelangen. Nebenher führt man die angezettelten Kriege seiner Vorgänger weiter.

US-Präsident Trump lässt Libyen verkommen, und führt Afghanistan und Syrien weiter. Der hoffentlich ausbleibende Krieg gegen den Iran, wurde ihm vom Establishment auf den Leib geschrieben. Das Establishment das er ja angeblich aus Washington vertreiben wollte.

Der unilaterale Rücktritt von dem P5+1 Atomabkommen mit dem Iran ist ein US-Sabotageakt, der darauf ausgelegt ist Chaos zu schüren. Teheran soll so lange mit dem Rücken gegen die Wand gepresst werden, bis Vergeltungsmaßnahmen unabdinglich sind und eine Gegenreaktion erfordern.

Die deutlichsten Anzeichen dafür das die USA einen Krieg gegen einen nicht genehmen Staat ausbrüten sind beispiellose Sanktionen. Nicht das die USA die Sanktionskeule auch nicht anderweitig auspacken, wenn es um ihren geopolitischen Profit geht.

Nichtsdestotrotz schießen sie sich auf zum Untergang auserkorene Staaten, besonders ein. Wie gegenwärtig im Falle Iran. Trumps Entscheidung vertragsbrüchig zu werden, beinhaltete die Reaktivierung nuklear-bezogener Sanktionen die von den USA eingefroren worden sind nachdem die jahrelange ausgehandelte Übereinkunft in trockenen Tüchern war.

Seitdem das Atomabkommen in Kraft trat, hat sich der Iran vorbildlich an sämtliche Obligationen gehalten. Was die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) fortwährend bestätigte.

Selbst Trump kam nicht darüber hinweg auf Anraten seiner damaligen Berater, dem Iran seine Bestätigung zur Einhaltung des Atomvertrags auszustellen. Hingegen ließ er jedesmal diesbezüglich verlauten, das der Tag kommen werde an dem dies nicht mehr der Fall sein würde.

Dies begründete er damit das der Iran “dem Geiste des Abkommens nicht gerecht werde.” Neben den reaktivierten Sanktionen, hat Donald Trump die härtesten Strafmaßnahmen der Geschichte gegen den Iran angekündigt.

Das Hauptaugenmerk legen die Amerikaner auf den Erdölsektor Irans. Die darauf basierenden Einnahmen Teherans, sollen so bald wie möglich nullifiziert werden. Der anti-iranische Kurs hat besonders Fahrt aufgenommen seitdem der Neocon John Bolton zum nationalen Sicherheitsberater ernannt wurde, und der ehemalige CIA-Chef Mike Pompeo das Amt des Außenministers bekleidet.

Ohnehin besteht Trumps Kabinett fast ausschließlich aus dem Sumpf Washingtons, den er ja seit langer Zeit trockenlegen will. Bolton ist ein Kriegstreiber wie er im Buche steht! Der Iran hat es ihm schon lange angetan, und er hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, das er die islamische Republik vor die Hunde gehen sehen will.

Alle Mittel wären dem nationalen Sicherheitsberater recht, den Sturz der iranischen Regierung herbeizuführen. Im Jahr 2017 trat er auf einer Versammlung der Volksmudschaheddin (MEK, MOK) in Paris auf, wo er den zeitnahen Regime-Wechsel im Iran propagierte.

Die MEK sind eine im Iran geächtete Terroristen-Organisation, die für politische Morde, Attentate und Bombenanschläge verantwortlich gemacht und im Exil von westlichen Staaten unterstützt wird.

Auch Donald Trumps Anwalt und der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudi Guilliani, war diesen Sommer zu Gast bei der MEK in Paris. Ähnliche Töne anschlagend wie Bolton möbelte er die anti-iranische Audienz dahingehend auf, den Regime-Change herbeizusehnen.

Die USA paktieren also mit nicht koscheren Dissidenten, um die Stimmung im Iran aufzurühren. Gepaart mit Sanktionen die überwiegend dem iranischen Volk schaden, und dieses auf die Strassen treiben soll, ergibt sich eine explosive Mischung.

Demonstrationen die von nachrichtendienstlichen Elementen und Mitgliedern der MEK unterwandert werden, um ein zweites Syrien zu schaffen sind allem Anschein nach ein weiteres Mittel um ans Ziel zu gelangen.

Am 5.November treten die neu verhängten Sanktionen in Kraft. Die USA haben deutlich gemacht das diejenigen Staaten die nach diesem Tag weiterhin Erdöl vom Iran beziehen, oder mit ihm Geschäfte betreiben ebenfalls sanktioniert werden.

Ausgenommen werden vorerst nur Staaten die die USA für die eigenen Belange als wichtig erachten. Europäische nicht! Was eine offenkundige Vergeltungsmaßnahme für das Festhalten an den Atomvertrag mit dem Iran ist.

Der sensationsgeile US-Präsident kann es kaum erwarten, die Welt weiter ins Chaos zu stürzen. Auf seinem Twitter-Account postete er jüngst ein pathetisches an ein Kinoplakat erinnerndes Bild von sich, mit der Aufschrift “Sanctions Are Coming, November 5”

Der vertragsbrüchige neue Läufer der Elite kommt während seiner ersten Amtsperiode so richtig in Fahrt, und muss neben der auferlegten anti-iranischen Agenda auch unter Beweis stellen, das man den russischen Bären gehörig provoziert um ja die ungetrübte Aussicht auf einen dritten Weltkrieg offen zu halten.

Entgegen seiner Beteuerungen die zum zerreißen angespannten Beziehungen mit Russland verbessern zu wollen, hat Trump seit seiner Inauguration mitnichten darauf hingearbeitet die Wogen zu glätten.

Schlichtweg weil er dazu nicht in der Lage ist, auch wenn er es wollte. An den fest etablierten Feindbildern des US-Establishments ist nicht zu rütteln. Entweder man richtet sich danach, oder man wird erst gar nicht für den Posten im Weißen-Haus nominiert.

Trump hat schnell verstanden das er außenpolitisch nichts zu melden hat. Die Russiagate-Hysterie und gegen ihn gerichtete Kritik daheim ist lediglich eine innenpolitische Fehde, die mehr mit der Person Trump zu tun hat als mit seiner Politik. Mehr mit Identitäten-Politik als mit Geo-Politik.

Die auf Propaganda basierenden und gegen Russland verhängten US-Sanktionen und das Vorreiten in allem anti-russischen, belegen das der US-Präsident fest im Würgegriff der grauen Eminenz ist.

Je mehr liberale Mainstream-Medien und US-Abgeordnete trällerten das er “soft on Russia” sei, desto mehr postulierte er das er “Tough on Russia” sei, und stellte dies umgehend unter Beweis indem er Strafmaßnahmen verhängte.

Ob in Bezug auf die Ukraine, Syrien oder die Skripals. Trump ließ nichts aus um zu untermauern, das er die Direktive seiner Strippenzieher umsetzt.

Da es mit Sanktionen gegen eine Weltmacht so eine Sache ist und Moskau genug Antworten parat hat, musste etwas her was den angestrebten Eskalationskurs beschleunigt.

Was gibt es effektiveres als nach Kalter Krieg Manier die nukleare Parität der zwei größten Atommächte anzufechten? Der imperialistische Vertragsbrecher Trump schlug pünktlich vor den US-Mittelwahlen zu, und verkündete das die USA planen den INF-Vertrag mit Russland aufzukündigen. RT dazu:

Dieser aus dem Jahr 1987 stammende und zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossene Vertrag, verbietet seitdem beiden Atommächten unter anderem den Bau, Besitz und das Testen landgestützter, nuklear bestückter Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern.

Trump behauptete seine Entscheidung rühre von der Nichteinhaltung Moskaus her, ohne zu belegen in welcher Form. Solange China und Russland nicht zur Besinnung kommen würden rüste man auf, so Trump.

Inmitten der sich entfaltenden Krise begab sich Trumps Mann fürs Grobe, John Bolton, in die Höhle des Löwen nach Russland, um das von den USA angestrebte Wettrüsten zu erklären. Als der russische Präsident Vladimir Putin ihn in Moskau empfing, ließ er sich nicht nehmen eine sarkastische Anspielung zu machen. Putin fragte Bolton lachend ob der Adler auf dem Großen Siegel der Vereinigten Staaten, alle Oliven gepickt und nur noch Pfeil über gelassen hat?

Sollten die USA ihre Ankündigung wahr machen, dann werde Russland dementsprechende Gegenmaßnahmen treffen ließ Putin umgehend nach Bekanntwerden der Neuigkeit verlauten. Der Leidtragende des von den USA initiierten nuklearen Wettlaufs ist Europa, da es in Reichweite der Mittelstreckenraketen liegt  denen es unter den INF-Vertrag untersagt ist mit atomaren Sprengköpfen bestückt zu werden.

Der dritte Weltkrieg rückt aufgrund der unveränderlichen imperialistischen Richtlinie kontinuierlich näher. Am Ende der beiden dunklen Pfade die die Vereinigten Staaten beschreiten um es mit dem Iran und Russland aufzunehmen, wartet ein globaler Konflikt darauf auszubrechen. Wie lange dies noch dauern wird, hängt von der Aggressivität der Amerikaner ab.

Verf.R.R.

 

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