Diverse Al-Qaida Ableger gründen gemeinsame Einsatzzentrale um das Idlib Abkommen zu torpedieren

Wie das alternative Nachrichtenportal Southfront mitteilte haben die Al-Qaida Ableger, Jamat Ansar al-Islam, Horas al-Din, Jabhat Ansar al-Islam und Ansar al-Tawhid in diesem Monat eine gemeinsame Einsatzzentrale namens “Wa Harid al-Muminin” eingerichtet. Seither sollen sich die fusionierten Kollektive darum bemüht haben die russisch-türkische Konfliktsvermeidungsvereinbarung zu sabotieren, so das Portal.

Laut Southfront hätten am 28.Oktober Militante der “Wa Harid al-Muminin”  erneut mehrere in Aleppo stationierte Stellungen der syrischen Armee (SAA) mit Mörsergranaten und 107mm Raketen unter Beschuss genommen.

Indes räumte die Hayat Tahrir al-Sham (HTS, Al-Nusra, AlQaida) ein, das sie unentwegt gegen die Idlib-Vereinbarung verstößtund diesen Kurs beibehalten wird.

Der in der südlichen Provinz stationierte HTS-Kommandeur, Zubair al-Turkmani, äußerte gegenüber dem Ibaa-Netwerk ( HTS-Nachrichtenportal) das Militante der Gruppierung eine Versammlung von syrischen Soldaten in Aleppo unter Beschuss genommen hätten.

“Überdies spürten wir einen Scharfschützen der Nusayri -Armee( Jihadi-Bezeichnung für die SAA) auf und nahmen ihn mit einer SPG-9 Granate unter Beschuss, töteten ihn und verwundeten weitere Soldaten,” so der Kommandeur gegenüber Ibaa.

Al-Turkmani räumte offiziell ein das die Terroristen-Organisation gegen das Abkommen verstößt und schwörte gegen jede Bewegung der SAA in dem Gebiet Vergeltung zu üben.

Diese Offenbarungen des HTS-Kommandeurs und die Provokationen der oben erwähnten Dschihadisten-Fusion deuten an, das die von Russland und der Türkei beschlossene demilitarisierte Zone ohne militärische Gewalt eine Blaupause bleiben wird. Offensichtlich scheint Ankara das Problem nicht in den Griff zu bekommen.

Man brauchte kein Wahrsager zu sein, um vorauszusehen, das die Hayat Tahrir al-Sham und ihre Klone ihren Machtbereich in Idlib nicht weiter einschränken lassen würden. Im Übrigen erkennen diverse türkisch gestützte Fraktionen das Abkommen ebenfalls nicht an.

Den korrupten Jihadisten-Pool in Idlib zu managen, scheint offenbar ein unmögliches Unterfangen zu sein. Zu viele Köche verderben den Brei. Ob es Ankara gelingen mag die HTS zu überzeugen sich zu fügen, hängt von seiner Konzessionsbereitschaft ab.

Da die HTS &Co für die Türkei eine Menge Dreckarbeit in Syrien erledigt haben, erwarten sie von ihrem Gönner Zugeständnisse und Sicherheiten. Allem Anschein nach hat die von Natur aus unvorhandene Homogenität in internationalen Terroristen-Organisationen, dazu geführt das dem Händler rasant die Zügel entgleiten.

Die einst hörigen Fraktionen wiedersträuben sich der türkischen Direktive, da sie sich von der siebenjährigen zersetzenden Agenda grundlegend unterscheidet. Jahrelang hatten alle in Syrien operierenden Terroristen-Kollektive grünes Licht, um ihre Blutspur durch das Land zu ziehen die letztlich in den Präsidentenpalast führen sollte.

Der vom Westen erforderte Kopf des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, eröffnete den Terroristen einen stetig expandierenden Handlungsspielraum. Nun sollen diese von der Leine gelassenen Elemente ihre einst zugestandene Autarkie an den Fronten aufgeben, und ihre letzte Bastion schrumpfen lassen?

Die verbliebenen Al-Qaida Ableger in Idlib befürchten wo die Reise hingeht, wenn sie sich dazu entschließen sollten das russisch-türkische Abkommen anzuerkennen. Ihnen dämmert es das Ankara aufgrund der Omnipräsenz Moskaus momentan nicht mehr in der Lage ist zu weit aus der Reihe zu tanzen.

Ferner wollen die Russen Ergebnisse sehen, sprich die komplette Umsetzung des gemeinsam entworfenen Plans, der darin münden soll das alle in Idlib verschanzten Terroristen eliminiert werden sollen.

Sollte sich der Status Quo nicht umgreifend ändern, ist eine Militäroperation unabdinglich. Früher oder später wird der Geduldsfaden Moskaus reißen und der Türkei wird nahegelegt militärisch gegen die Terroristen vorzugehen. Sollte Ankara dann noch versuchen Überredungskünste an den Tag zu legen, um die ungehorsamen Fraktionen zu beschwichtigen, wird Moskau nicht mehr davon absehen die längst überfällige Großoffensive der SAA starten zu lassen.

Verf.R.R.

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