Kashoggi-Mord: Trump ändert seine Meinung und ist nicht mehr von der Schilderung der Saudis überzeugt. Der Druck auf MBS wächst

Das Narrativ Saudi-Arabiens in Bezug auf den Mord an den Dissidenten Jamal Kashoggi, ist von der internationalen Gemeinschaft desillusioniert aufgenommen worden. Nach wochenlanger fadenscheiniger Unwissenheit bezog das Königreich Stellung zu den erdrückenden Vorwürfen, und räumte ein das Kashoggi getötet worden sei.

Der Journalist soll nachdem er das saudische Generalkonsulat in Istanbul betrat in eine Physische Auseinandersetzung, mit ihn “dortig erwartenden Personen” geraten sein, woraufhin ein Würgegriff zu seinem Tod geführt habe.

Achtzehn saudische Staatsbürger seien festgenommen worden, darunter hochrangige Amtsträger, verlautete es aus saudischen Regierungskreisen. Ferner ernannte König Salman seinen in Verruf geratenen Sohn und Kronprinzen Mohammed Bin-Salman zum neuen Geheimdienstchef, was nahelegt das das Königreich an seinen primären Anwärter auf den Thron festhält.

Die Hybris und Kurzsichtigkeit haben den saudischen Kronprinzen einen mächtigen Image-Schaden aufgehalst, der fortwährend immer größere Kreise zieht. Mit der von den USA abverlangten neuesten Version der Ereignisse hat sich Riad keinen Gefallen getan.

Riads kaum plausible Erklärung für das Ableben Kashoggis lässt viele Fragen offen. Zum Beispiel was mit dem Leichnam des Journalisten geschehen ist? Ankara ließ diesbezüglich weitere schockierende Informationen in den Medien durchsickern.

In einem Artikel des Nachrichtenportals Middle East Monitor (MEMO) hieß es, das der Leiter der forensischen Abteilung von Saudi-Arabien, Salah Al-Tubaigy, den Leichnam von Jamal Kashoggi in 15 Minuten zerlegt haben soll.

Das Portal berief sich ferner auf eine türkische Quelle aus Sicherheitskreisen, die gegenüber Al-Jazeera detailliert schilderte wie Al-Tubaigy und seine Assistenten den Leichnam Kashoggis in einen präparierten Raum im Generalkonsulat geschafft hätten, wo der Forensiker sich um die Zerstückelung gekümmert haben soll bevor seine Kollegen mit dem Verpacken der Leichenteile begannen.

Laut der Quelle habe unmittelbar nach dem Tod Kashoggis, dessen Zergliederung stattgefunden. Desweiteren gaben die türkischen Behörden preis das Salah Al-Tubaigy mit einer Knochensäge im Gepäck eingereist sein soll, und im Vorfeld der Zerstückelung des Korpus seinen Kollegen empfohlen habe über Kopfhörer Musik zu hören, da diese Art von Arbeit somit leichter fallen würde.

Die Angaben türkischer Ermittler und die wiedergebender Medien, stützen sich auf  Audioaufnahmen die im Besitz der türkischen Behörden sein sollen. Ankara verweigert bisher den Ursprung der Aufnahmen zu deklarieren, und hat den USA keine Kopien des Materials überstellt.

Was womöglich mit der Geheimhaltung von nachrichtendienstlichen Aktivitäten zusammenhängt. Sprich nicht offenbart werden soll, das der türkische Geheimdienst Generalkonsulate und Botschaften auswärtiger Staaten ausspioniert.

Zur Widerlegung der türkischen Variante soll nun eine ausgeartete Schlägerei herhalten? Wenn dem so wäre, weshalb sollte man die Leiche Kashoggis derartig entstellen? Und wozu entsendet man überhaupt einen in Leichen beseitigen versierten forensischen Spezialisten?

Indes ließ Riad verlauten das sich die 15 entsendeten saudischen Individuen nach Istanbul aufmachten um den Journalisten zu überreden nach Saudi-Arabien zurückzukehren. Das Team habe keine Autorisierung zur Ermordung gehabt, hieß es. Vor Ort im Generalkonsul habe anschließend eines zum anderen geführt und Kashoggi soll einem Würgegriff erlegen sein. Zunächst war der US-Präsident Donald Trump, der Auffassung, das diese Schilderung glaubwürdig sei.

Deutschland wies die saudische Erklärung als inadäquat zurück, und betontein einer gemeinsamen Stellungnahme mit Groß-Brittanien und Frankreich die dringende Notwendigkeit einer Konkretisierung was mit Kashoggi geschehen ist. Auch in Washington erachteten diverse US-Abgeordnete das saudische Narrativ als unbefriedigend. Der republikanische US-Senator, Lindsey Graham, äußerte seine Skepsis und verlangte im Live-Fernsehen von der feudalen Golf-Monarchie eine Tyrannen-Rochade zu vollziehen. MBS sei nicht mehr tragbar, es sei Zeit für einen Wandel, so im Kontext der US-Senator.

Die von Washington angestrebte Schadensbegrenzung soll so schnell wie möglich dafür Sorge tragen, das der Fall Kaschoggi von den Titelblättern verschwindet. Es ist fraglich ob die “besondere Beziehung” zwischen den USA und Saudi-Arabien mit Mohammed Bin Salman an der Macht, die Entrüstung seitens globaler Unternehmen und Mainstream-Medien abtragen wird.

Demnach bemüht man sich der Öffentlichkeit zu verkaufen das Saudi-Arabien aufgrund von dem Kronprinzen falsche Entscheidungen traf. Das MBS seit seinem Mitmischen in der saudischen Politik unzählige mal negativ auffiel, und besonders aus dem Rahmen fällt ist kein Geheimnis. Nichtsdestotrotz hat die Al-Saud-Familie genügend Leichen im Keller, die weit in die Vergangenheit zurückreichen, lange vor MBS seiner Geburt.

Die Unterstützung der Al-Qaida im Afghanistan-Sowjetunion Krieg (1979-89), der Wahabbismus der dem Vorzeige-Terroristen-Verband IS als Ideologie dient, die Rolle als Hauptsponsor des Terrorismus und als Klientelstaat der USA um das Chaos im Nahen-Osten zu schüren, und das Schüren der Zergliederung des Islams.

Saudi-Arabien ist weit davon entfernt eine Fackel der Demokratie zu werden. Die ausschließlich in den Reihen einer Familie rotierende Herrschaft über ein selbst deklariertes Land wo noch nie freie Wahlen stattgefunden haben, spricht für sich selbst.

Das erst das Ableben eines milden Kritikers von Saudi-Arabien, solch eine abneigende Tragweite mit sich bringt ist eine Schande. Seit über drei Jahren betreibt das saudische Königreich Barbarei im Jemen, und ist verantwortlich für die größte humanitäre Katastrophe der Neuzeit.

Trotz regelmäßiger flächendeckender Bombardements von Wohngebieten und der Annihilation von ziviler Infrastruktur, schwang sich der Westen nicht im geringsten wie heute auf um die saudische Führung zu denunzieren.

Nun sind die Aufschreie der internationalen Gemeinschaft nicht mehr zu überhören. Ob man soweit gehen wird und zum Beispiel die Waffenverkäufe an das Königreich stoppen wird ist unwahrscheinlich. Trump hat dies bereits ausgeschlossen. Werden die Europäer einen anderen Kurs einschlagen?

Die lukrativen Geschäfte mit Saudi-Arabien überwogen in der Vergangenheit so einiges. Ob Kashoggi der ausschlaggebende Faktor für ein Umdenken westlicher Regierungen sein wird, wird sich alsbald herausstellen.

Die Personalie MBS wird mit zunehmender Zeit fraglicher! Donald Trump verspürt daheim immensen Druck aus dem republikanischen Lager, was jüngst dazu führte das der US-Präsident die Erläuterungen der Saudis als “Täuschung”und “Lügen” bezeichnete.

Saudi-Arabiens Außenminister, Adel Jubeir, bemühte sich erneut die Wogen zu glätten und wiederholte gegenüber dem US-Nachrichtensender FOX-News die unglaubwürdige Geschichte von einem unautorisierten Team und einem eskalierenden zu Tode führenden Handgemenge.

Laut Jubeir habe der Kronprinz MBS keinen blassen Schimmer gehabt, und die über ihre Grenzen schreitenden Individuen, hätten alles daran gesetzt die Spuren zu verwischen. Riad wisse nichts über den Verbleib des Leichnams, so der saudische Außenminister.

 

Verf.R.R.

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