Kashoggi-Mord: Auf Druck der USA hin räumt Saudi-Arabien den Tod des Journalisten ein

Die Türkei hat weitere Details vom vermeintlichen Mord an dem saudischen Dissidenten Jamal Kashoggi preisgegeben. Die US-Tageszeitung New York Times zitierte am 18.Oktober einen hochrangigen türkischen Amtsträger, der Passagen von der Audio-Aufnahme des Mordes offenbarte.

Demnach soll das Killer-Kommando den Journalisten in dem Generalkonsulat erwartet haben, und ihn unmittelbar nach Betreten des Gebäudes überwältigt und getötet haben. Anschließend soll sein Leichnam enthauptet, zerstückelt und seine Finger abgeschnitten worden sein. Nach zwei Stunden seien die Killer bereits wieder fort gewesen.

Türkische Medien veröffentlichten vergangene Woche Informationen, laut denen Kashoggi eine Smartwatch getragen habe die angeblich das gesamte Szenario im Generalkonsulat aufgezeichnet, und an sein sich zu dem Zeitpunkt bei seiner Liierten befindlichen Smartphone übertragen haben soll.

Experten zweifelten diese Angaben an und argumentierten das Ankara diese Geschichte in Umlauf gebracht habe, um den Verdacht von sich zu weisen das das Generalkonsulat verwanzt gewesen ist.

Die New-York-Times teilte ferner mit das US-Präsident Trump am Mittwoch gegenüber Reportern einräumte das die Möglichkeit bestehe das Audio und Videobeweise von Kashoggis Mord existieren. Die USA sollen diese bereits angefordert haben, so Trump.

Dies dementierte der türkische Außenminister, Mevlut Cavusoglu, und ließ verlauten das Ankara weder dem US-Außenminister, Mike Pompeo, noch irgendeinem Abgeordneten Material übergeben habe. Dem fügte er hinzu das sobald die Ermittlungen abgeschlossen seien, die vorhandenen Beweise der Welt präsentiert würden.

Donald Trump ließ inzwischen verlauten, das es so aussehe das Jamal Kashoggi “tatsächlich getötet wurde”. Überdies rekapitulierte er das wer auch immer dahinter stecke mit folgenschweren Konsequenzen rechnen müsse.

US-Außenminister Pompeo begab sich kürzlich nach Saudi-Arabien um den Kronprinzen, Mohammed Bin Salman (MBS) bezüglich der Kashoggi-Krise zu konsultieren. Laut Medienberichten sei es hinter verschlossenen Türen hoch hergegangen.

Der US-Außenminister soll dem Kronprinzen nahegelegt haben, das auch wenn er keinen blassen Schimmer habe was mit Kashoggi geschehen sei, er die Verantwortung für die Krise übernehmen müsse um den Prestige-Schaden für das Königreich in Grenzen zu halten, und die Konsequenzen einer internationalen Zurückweisung zu vermeiden.

Ferner habe der US-Außenminister MBS mitgeteilt das dem Königreich 72 Stunden bleiben würden, um seine Untersuchung durchzuführen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ansonsten sähen sich die USA gezwungen das Ruder zu übernehmen, da der internationale Druck auf Präsident Trump wachse und ihn dazu forciere zu handeln.

Allem Anschein nach hat sich der Kronprinz des saudischen Regimes die Ratschläge Mike Pompeos zu Herzen genommen. Medienberichten zufolge sei einer der 15 Verdächtigen bei einem “suspekten” Autounfall in der saudischen Hauptstadt Riad ums Leben gekommen. Meshal Saad M. Albostani ein Leutnant der saudischen Luftwaffe war für die türkischen Behörden eine Person von Interesse.

Diesbezüglich vermeldeten türkische Medien das MBS Spuren beseitigen wolle, und eine weitere Person in Lebensgefahr sei. Der saudische Generalkonsul Mohammad al-Otaib soll ebenfalls beseitigt werden, da man befürchte er könnte brisante Informationen preisgeben.

Al-Qatib sei auf den Audioaufnahmen von Kashoggis Mord zu hören wie er angeblich von sich gibt “Macht das außerhalb, ihr werdet mir Probleme bringen”. Gegen den inzwischen von seinem Amt enthobenen Generalkonsul wurden die Ermittlungen eingeleitet, lautete es in einer Stellungnahme der türkischen Regierung.

Das Mohammed Bin-Salman untragbar geworden sei und die Saudis angeblich bereits einen Nachfolger für den hitzköpfigen Kronprinzen gefunden haben, darüber berichtete der iranische Nachrichtensender PressTV unter Verweis auf die französische Tageszeitung Le Figaro.

Dem Blatt zufolge habe die saudische Treuehänderkommission ein geheimes Treffen abgehalten, und plane MBS seinen Bruder Khalid Bin-Salman zum Vize-Kronprinzen zu ernennen. Dieser bekleidet gegenwärtig das Amt als Botschafter Saudi Arabiens in den USA.

Eine von Le Figaro zitierte saudische Quelle kommentierte das wenn sich die Ernennung bewahrheite, dies bedeute das MBS in den kommenden Jahren zurücktreten würde. Auf diesem Wege würde der Machterhalt der Bin-Salmans sichergestellt werden.

Offensichtlich hat das von US-Außenminister, Mike Pompeo, an Saudi-Arabien gestellte Ultimatum seine Wirkung nicht verfehlt. Riad hat indes den Tod von Jamal Kashoggi eingeräumt, behauptet hingegen der Journalist sei während eines “Faustkampfes” mit saudischen Beamten getötet worden.

Die britische Tageszeitung the Guardian teilte diesbezüglich mit das das saudische Regime eine diverse hochrangige Amtsträger betreffende Säuberungsaktion ankündigte. Saud al-Qahtani ein einflussreicher Berater vom Kronprinzen und General Ahmed al-Asir ein vorgesetzter Geheimdienstler, sollen gefeuert worden sein. Ferner seien 18 saudische Staatsbürger festgenommen worden, hieß es.

Diese Version der Ereignisse wird wohl kaum für voll genommen werden. Zunächst hieß es aus saudischen Regierungskreisen das Jamal Kashoggi nach einem kurzen Aufenthalt im Generalkonsulat, das Gebäude lebend wieder verließ. Angesichts der türkischen medialen Front mauerte das Königreich, bis man vorgab das womöglich saudische Elemente auf eigene Faust gehandelt hätten und Kashoggi ermordeten. Nun ist es angeblich eine Schlägerei gewesen!

Die angeschlagene Glaubwürdigkeit der saudischen Autoritäten, bereitet insbesondere den USA Kopfzerbrechen, da man in geopolitischer Hinsicht große Stücke auf seinen strategischen Alliierten hält. Trump kündigte folgenschwere Konsequenzen für die Verantwortlichen an. Mehrere Mitglieder des 15 köpfigen Mordkommandos kommen aus dem direkten Umkreis von Mohammed Bin Salman.

Daher werden auch die Mainstream-Medien, die neueste Version der Ereignisse nicht schlucken. Zudem decken sich die Angaben nicht mit der Darstellung Ankaras, das die Identitäten des Killerteams enthüllte und angeblich im Besitz von Audio und Videomaterial sei das belege das Kashoggi gefoltert, ermordet und zerstückelt worden sei. Eins ist nun gewiss, Jamal Kashoggi weilt nicht mehr unter uns!

Verf.R.R.

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